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Kinder geschrumpft
26. Januar 2012 | Gero
Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die von Hartz IV-Leistungen leben müssen, ist gegenüber dem Vorjahr stark geschrumpft, indem die Kinder 15 geworden und nun nicht mehr unter 15 sind. Sie selbst sind nicht geschrumpft, sondern, verglichen mit dem Vorjahr, etwas größer und schwerer, teilweise sogar ein bißchen pummeliger, je nachdem. Sie gelten nun als über 14jährige, haben Anspruch auf eine eigene Statistik und dürfen Ü14-Parties besuchen.
Die Anhänger der Agenda 2010 in der SPD, um die SPD und um die SPD herum betonen, daß ohne die mutigen, nicht populären, aber notwendigen Reformen an der bundesrepublikanischen Sozialgesetzgebung diese Kinder das sechzehnte Lebensjahr niemals erreicht haben würden, loben ihren eigenen Erfolg und stecken sich Sträußchen an den Hut.
Frau Ursula von der Leyen hingegen glaubt, daß es an irgendwas liegt, das sie gemacht hat, und sie hat ihren Stab beauftragt, nachzuforschen, ob sie irgendwas gemacht hat, und wenn ja, was davon infrage kommt.
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Heute morgen im Spam:
25. Januar 2012 | Stilton Sbrinz
Spam.
Und in der Inbox: Gesülz vom Chef. Ich verstehe nicht, warum diese Spamfilter immer noch nicht funktionieren.
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Death of a Clown
24. Januar 2012 | Gero
Wie uns aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen (Germanistenfuzzi) hinterbracht wird, wird unserem geschätzten Autor, Kollegen und Bloggründer Quastel der Tropfen am Eimer zu eng. Er hat vor, uns den Robbie Williams und sich selbst selbstständig machen. Er kehrt uns seinen Rücken, setzt hinter dem unseren ein eigenes Blogbalg in die Welt, die darauf gerade noch gewartet hat, und strebt eine Solokarriere an.
Wie finden wir das denn?
Nicht so gut. – Hier neben mir sitzt Quastel, um mir Rede zu stehen, Antwort zu stehen, und sich gefälligst was zu schämen.
Gero:Quastel, Germanistenfuzzi sagt, Du wollest uns den Robbie Williams machen. Dich selbständig. Uns den Rücken kehren. Dir hinter unserem Rücken ein Blog anlachen, die Scheidung einreichen, Angelina Jolie heiraten, Pressefritzen verprügeln, Drogenexzesse feiern und hinten und vorne den Solokünstler raushängen lassen. Der Tropfen am Eimer sei dir zum Korsett geworden und hindere Dich an der Selbstverwirklichung.Quastel:Sagt Germanistenfuzzi!Gero:Und Du? Was sagst Du?Quastel:Quatsch!Gero:Warum sagt Germanistenfuzzi das dann?Quastel:Warum sagt Germanistenfuzzi irgendwas? – Ist in all den Jahren, die wir nun schon gemeinsam in dieses Projekt gesteckt haben, etwas von dem, was Germanistenfuzzi gesagt, getan oder geschrieben hat, kein Quatsch gewesen?Gero:I wo. Dafür haben wir ihn schließlich.Quastel:Dafür haben wir ihn eingestellt.Gero:Wir haben ihn nicht eingestellt.Quastel:Er war einfach da. Und ging nicht wieder weg.Gero:Es wäre ziemlich kompliziert geworden, ihn loszuwerden.Quastel:Jedenfalls war es einfacher, ihn zu behalten.Gero:Es stimmt also gar nicht, daß Du ein eigenes Blog eröffnen willst.Quastel:Doch.Gero:Was stimmt denn dann nicht?Quastel:Es stimmt nicht, daß ich den Tropfen am Eimer verlassen werde.Gero:Aber alles andere stimmt?Quastel:Alles andere stimmt.Gero:Auch das mit den Drogen und der Dings?Quastel:Gerade das! Wozu mach ich das alles?Gero:Verräter! – Wie soll denn das gehen? Willst Du für zwei Blogs schreiben?Quastel:Na ja klar.Gero:Bigamist!Quastel:Spießer!Gero:Man kann nicht zween Blogs zu Diensten sein!Quastel:Wohl kann man.Gero:Das ist unmoralisch! Das gehört sich nicht! Du mußt uns verlassen!Quastel:Nun mal halblang. Dave Davies hat die Kinks auch nicht verlassen, und trotzdem Death of a Clown gesungen.Gero:Das war vor hundert Jahren!Quastel:Vor 45.Gero:45 erst?Quastel:Genau. Genau 45. – In fünf Jahren feiern wir hier ein schönes Jubiläum: 500 Jahre Reformation, 50 Jahre Death of a Clown …Gero:Moment, und was war dann vor 100 Jahren?Quastel:Was soll da gewesen sein sein?Gero:Naja, was war 2017 vor hundert Jahren?Quastel:1917.Gero:Ja, klar. Ich meine, war da irgendwas?Quastel:1917?Gero:Ja, 1917. Irgendwas grundstürzendes, welterschütterndes?Quastel:Wüßt ich nicht. – Das Wunder von Fatima?Gero:Eher nicht. – Gründung der USPD? – Auch nicht.Quastel:Maharishi Mahesch Yogi wird geboren.Gero:Uneingeschränkter deutscher U-Boot-Krieg.Quastel:Johannes Bobrowski geboren.Gero:Mata Hari erschossen.Quastel:John Lee Hooker geboren.Gero:Heinrich Böll erschossen. Nein, geboren!Quastel:Thelonius Monk geboren.Gero:Warte mal, mir fällt da gerade was ein …Quastel:Dizzie Gillespie?Gero:Was? – Nun lenk mich doch nicht ab! – Mist, jetzt ist es wieder weg.Quastel:Aber was davon wollen wir denn jetzt feiern?Gero:Thelonius Monk.Quastel:John Lee Hooker.Gero:Thelonius Monk hatte die cooleren Anzüge.Quastel:Hooker hatte die cooleren Hüte.Gero:Pianisten sind cooler als Gitarristen.Quastel:Gitarristen sind cooler als Pianisten.Gero:Aber Monk war cooler als Hooker.Quastel:Hooker war cooler.Gero:Monk.Quastel:Hooker.Gero:Ok, wenn wir uns nicht einigen können, müssen wir halt was anderes nehmen.Quastel:Was denn?Gero:Zum Beispiel: Lawrence von Arabien erobert Akaba.Quastel:War der cool?Gero:Wer? Lawrence von Arabien? – ‘türlich!Quastel:Ok. Also nochmal: 500 Jahre Reformation.Gero:… 100 Omar Sharif und Peter O’Toole …Quastel:… 50 Jahre Death of a Clown …Gero:… 10 Jahre Tropfen am Eimer …Quastel:… und 5 Jahre – ja, wie immer das dann heißt, das neue Blog.Gero:Wie heißt es denn, das neue Blog?Quastel:Hat keinen Namen.Gero:‘Hat keinen Namen’?Quastel:Nein, es hat keinen Namen. Es heißt nicht.Gero:Das Blog ohne Namen?Quastel:‘Blog ohne Namen’ – das wäre ja ein Name. Es hat aber keinen.Gero:Das ist nicht erlaubt!Quastel:Nicht erlaubt! – Knechtsnatur! Untertänrich!Gero:Das ist bestimmt nicht erlaubt.Quastel:Was frag’ denn ich danach?Gero:Das macht die Blogosphäre nicht mit.Quastel:Mein Blog oder der ihres?Gero:Welches Blog?Quastel:Ha, so fängst Du mich nicht! – Aber mal was anderes: was könnte man denn 2017 für ein tausendjähriges Jubiläum feiern?Gero:Woher soll ich das wissen?Quastel:Laß mich mal eben nachsehen.Gero:Geht nicht. Die Wikipedia ist heute schwarz.Quastel:Die englische. Die deutsche doch nicht.Gero:Die ist doch unzuverlässig.Quastel:Aber erreichbar. – Hier: Heinrich III geboren.Gero:Wer ist das?Quastel:Deutscher Kaiser.Gero:Hat der was gemacht? Barfuß gelaufen oder sowas?Quastel:Steht hier nicht.Gero:Sonst noch was?Quastel:Eroberung Siziliens unter Roger I.Gero:Roger I? Nicht der zweite?Quastel:Roger I.Gero:Ich hätte gedacht, es wäre der zweite gewesen. – Wer war das eigentlich?Quastel:Irgendso’n Normanne.Gero:Hat der was gemacht?Quastel:Sizilien erobert.Gero:Ach der. – Ist das ein Grund zu feiern?Quastel:Weiß nicht. Moment – einen hab ich noch: Kaiserin Kunigunde kauft Kloster Kaufungen.Gero:Nochmal?Quastel:Kaiserin Kunigunde kauft Kloster Kaufungen.Gero:Das kann nicht sein.Quastel:Steht hier.Gero:1017?Quastel:So steht es hier.Gero:Kunigunde I?Quastel:Das steht hier nicht.Gero:Kann man die feiern?Quastel:Ich lese mal vor:Kunigunde von Luxemburg, Gemahlin Kaiser Heinrichs II., gehört wie ihr Mann zu den Heiligen der katholischen Kirche und wird vor allem in Bamberg verehrt. Das sowas geht! Vor allem in Bamberg verehrt werden! Man lernt nicht aus! Patronin von Luxemburg. Führte eine sog. Josephsehe, obwohl ihr Mann Heinrich hieß. Um das daraus resultierende Gerede zu stoppen, lief sie über glühende Pflugscharen, zur großen Freude ihres Gemahls (Heinrich). Josephs Reaktion ist nicht überliefert.
Seit der Zeit gilt es als Zeichen ehelicher Keuschheit, über Pflugscharen zu marschieren.
Kaufte 1017 das Kloster Kaufungen, um sich dort begraben zu lassen. Aber das wurde nichts. Tsk! Bamberg!
Wortwörtlich aus der deutschen Wikipedia abgetippt.Gero:Was heißt Josephsehe?Quastel:Sie hatten keine Kinder.Gero:Hast Du doch eben gesagt: Heinrich III. Geboren 1017.Quastel:Aber das war kein Sohn von Heinrich II.Gero:Von wem dann? Von Joseph?Quastel:Möglich. Wegen nichts wird der Heinrich sie nicht über glühende Pflugscharen geschickt haben.Gero:Wieso eigentlich Pflugscharen? Da kann doch kein Mensch drauf laufen, selbst wenn sie nicht glühen.Quastel:Sie konnte das wohl. Wegen nichts wird sie ja auch nicht heilig gesprochen worden sein.Gero:Weil sie auf Pflugscharen laufen konnte? Dafür kann man heilig gesprochen werden?Quastel:Du kannst noch für ganz andere Sachen heilig gesprochen werden.Gero:Wer, ich?Quastel:Nicht Du persönlich, man.Gero:Germanistenfuzzi vielleicht?Germanistenfuzzi:Was ist mit mir?Gero:Da guck! Wenn man den Teufel nennet.Quastel:O hallo, Germanistenfuzzi. – Tja, ich muß dann mal, es ist schon spät.Germanistenfuzzi:Spät? Es ist noch nicht mal zwei.Quastel:Spät genug. Tschüß zusammen, wir sehen uns 2017.Germanistenfuzzi:2017?Gero:Moment, wo ist denn eigentlich Dein Blog.Quastel:Hier. Bis dann.Germanistenfuzzi:Geht er meinetwegen?Gero:Aber wo. – Meine sehr verehrten Damen und Herren, das war ein Gespräch mit dem Verräter und Abtrünnigen Quastel, Gott strafe ihn, der für ein neues Blog trommeln wollte …Germanistenfuzzi:Quastel? Quastel hat ein neues Blog?Gero:… welches demnächst am Pfaffenacker …Germanistenfuzzi:Und wieso weiß ich nichts davon?Gero:… vom Vorsitzenden des Käsdorfer Verkehrsausschusses, Germanistenfuzzi, offiziell dem Traffic übergeben werden wird.Germanistenfuzzi:Cur? Quomodo? Quando? Quibus auxiliis?Gero:Quastelkundige werden gebeten, das Blog weiträumig zu umsurfen.Germanistenfuzzi:Moment, ich mag zwar nicht wissen, worum es hier geht, aber ich weiß, daß man sowas nicht sagt! – Man sagt: wir empfehlen das Blog der wohlwollenden Aufmerksamkeit des verehrten Publikums.Gero:Wie sagte Quastel eben?Germanistenfuzzi:Wie soll denn ich wissen, was Quastel eben sagte, ich war schließlich nicht dabei. – Was sagte Quastel denn eben?Gero:“Quatsch!” -
Abgeordnetenwatch
23. Januar 2012 | Gero
Ein Sprecher des Innenministeriums hat gegenüber dem Käsdorfer Metropolitan die Tatsache verteidigt, daß nur gut ein Drittel der Bundestagsfraktion der Linken von Mitarbeiten des Verfassungsschutzes überwacht wird.
“Wir können die Beamten nicht dritteln,” so das Argument des Sprechers, “und verdreifachen schon gar nicht. Und außerdem sind zwei Drittel der Linken ausgemachte Luschen, deren Überwachung durch den Verfassungsschutz vor dem Bürger nicht zu verantworten wäre.” Außerdem habe das Bundesverwaltungsgericht, welches hierzulande zusammen mit dem Innenministerium und seinen nachgeordneten Behörden das vornehmste Organ der Demokratie, der Gewaltentrennung und des Gedöns ist, und die oberste Instanz in Bezug auf das, was in Ordnung geht und das, was nicht in Ordnung geht, dieses Bundesverwaltungsgericht habe 2010 geurteilt, daß die Sache in Ordnung gehe. Also werde sie ja wohl in Ordnung gehen.
Daß immerhin ein Drittel, “mehr als ein Drittel” der Fraktion der Linken überwacht werde, werde ihm ganz allgemein zu wenig gewürdigt. “Wer, wenn nicht unsere Leute, hätte denn feststellen sollen, was im Parteiprogramm der Linken steht, wenn wir es nicht zu den Akten genommen hätten? Sicher kann das jeder lesen. Aber wird es jeder lesen? – Kein Problem, kein Problem, wie haben es ja zu den Akten genommen. Weswegen wir ja auch wissen, was drin steht, und Sie nicht.”
Garstige Dinge stünden drin, schwer kapitalismuskritisches Zeug. Heavy! Nicht ganz die Gewichtsklasse, in der die Frankfurter Allgemeine Zeitung heutzutage boxe, oder die Financial Times Deutschland, aber schon ganz ordentlich. Aber rechtfertige das, gleich eine ganze Fraktion zu überwachen? Sicher nicht. Man überwache nur die High-Potentials, Leute, die etwas zu sagen hätten, oder zumindest Leute, deren Name dem Publikum etwas sage, Leute, die man auch schon mal in der Bunten sehe, die man auch kenne. “Überwachen Sie mal so einen Hinterbänkler, der die ganze Legislaturperiode über seine Zähne nicht auseinanderkriegt, und wenn er mal was zu Papier bringen soll, schwitzige Hände kriegt. Der noch nicht mal fotogen ist. Wollen Sie den überwachen? – Ich nicht. Von den Kosten mal abgesehen: da laufen Ihnen irgendwann die Leute weg.”
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es sei gut, daß das Bundesamt für Verfassungsschutz seiner gesetzlichen Aufgabe nachkomme und nichts tue. Das, sagte Steffen Seibert, sei in Deutschland nämlich alles andere als selbstverständlich, daß ein Amt für Verfassungsschutz seiner gesetzlichen Aufgabe nachkomme. Oder sonst ein Amt, was das angehe. Oder Organ. Verfassungsorgan. Ohne jetzt den Bundespräsidenten beim Namen zu nennen. Aber wenn der seine Pflicht täte und nichts täte, anstatt sich ständig in die Nesseln zu setzen – na, geschenkt.
Dabei geht es auch anders, wie Regierungssprecher Seibert vormacht. Täglich tut er das, was ihm gesetzlich aufgetragen, und sagt nischt.
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“Bei manchen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie man sagen.”
23. Januar 2012 | Germanistenfuzzi
Theodor W. AdornoTags: Guttenberg, Wulff
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Da lachen ja die Hühner!
22. Januar 2012 | Stilton Sbrinz
Ihr müßt diesen Typen ins Gesicht sehen!Klaus Schütz23 000 Hähnchengegner haben sich am gestrigen Samstag in Berlin versammelt, Helden allesamt, um gegen die Belagerung der Bundesrepublik durch die Hähnchen zu protestieren.
Berlin! Ging es nicht noch einen Tick weiter vom Schuß? – Hier in Käsdorf spielt die Musik, auch wenn es nur die Schrumtata der freiwilligen Feuerwehr ist, die sich nach der Tat im Pilgrimhaus die wohlverdienten Hähnchenschnitzel ‘Hawaii’ schmecken läßt. 23 000 Männeken, ja?
23 000 ist in etwa die Zahl der von den Hähnchen okkupierten Mastbetriebe in Niedersachsen, wobei wir bäuerliche Familienbetriebe mit weniger als 80 000 Schnäbeln Einquartierung gar nicht erst mitzählen, wir haben unsere Zeit schließlich nicht gestohlen. 23 000, das ist die durchschnittliche Hähnchenemission eines niedersächsischen Stalles, wenn man versehentlich die falsche Tür öffnet; 23 000 ist in etwa die Zahl der marodierenden Hähnchen im Käsdorfer Baugebiet am Pfaffenacker, die Zahl der im Rewemarkt für gewöhnlich in der Frischfleischtruhe eingelagerten Kamikazeschnitzel, die Zahl der Antibiotikasorten, die die Hähnchen zu einem ihrer berüchtigten Cocktails zusammenmixen, die Zahl der resistent gewordenen Bakterienstämme, die Zahl der Kilos Hähnchenfleisch, die ein Niedersachse jährlich vertilgt, ohne den Feind dadurch spürbar zu dezimieren, die Zahl der Medikamentgaben, die ein Hähnchensoldat in seiner 40tägigen Ausbildung erhält, bevor er als biologische Waffe gegen Niedersachsen eingesetzt werden kann. 23 000 Tonnen wird Niedersachsen stündlich schwerer, infolge des aufgebrachten Hähnchenkots.
23 000 Panzer besaß die Sowjetunion 1941, um die Hähnchen, pardon, die Deutschen wieder aus dem Land zu treiben und hinter die Elbe zurückzuwerfen waren weitere 100 000 nötig; man rechne nach, wieviele Demonstranten es bräuchte, die Hähnchen hinter die B51 zurückzudrängen; wieviele zusätzliche Demonstranten, um auch den Korridor zwischen B51 und A1 hähnchenfrei zu machen. Wieviele, um die Hähnchenmachthaber zur bedingungslosen Kapitulation zu zwingen?
‘Ihr müßt diesen Typen ins Gesicht sehen,’ sagte ein Berliner Bürgermeister einst, als er Einquartierung von damals nicht eben gern gesehenen Demonstranten bekam, und es ist höchste Zeit, wenn nicht längst zu spät, den Schnabel umzudrehen: Demonstanten! Ihr müßt diesen Hähnchen bloß mal ins Auge sehen! Es ist das lidlose Auge, das niemals schläft. Das starre Auge, das kein Mitleid kennt und stets nach hinten hinaus kratzt.
Es ist das Auge Barad-dûrs!
Tags: Hähnchen, Niedersachsen
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Schwarzes Brett
20. Januar 2012 | Käsdorfer Pressedienst (kpd)
Alle FDP-Bundestagsabgeordneten, die noch nicht wissen, was sie nach der Wahl 2013 machen sollen, sollen sich mal bei Dirk Niebel melden, c/o Ministerium der guten Entwicklungsmöglichkeiten. Da geht immer was.
Es eilt aber, weil man nicht weiß, wie lange die Sache noch gutgeht.
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Konzept gefordert
19. Januar 2012 | Germanistenfuzzi
Die FDP will nun doch, da es die CDU sonst alleine macht, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer wohlwollend, aber kritisch begleiten.
“Wenn es der Wunsch der Union ist, die Finanztransaktionssteuer zu ihrem politischen Wunschprojekt zu machen, dann bitteschön! Ihr Wunsch ist uns Befehl. Ihr Wille ist unser Himmelreich. Sie würde es ja sonst ohne uns machen. Was sollen wir da tun? Wir sind einer und sie ist viele!”
Der das sagt, ist Volker Wissing, der in der FDP irgendwas zu sagen hat, ich habe aber vergessen, was. Man ist nicht mehr der jüngste. Und dann muß man auch bedenken, daß es nicht mehr viel Sinn hat, sich zu merken, wer in der FDP was zu sagen hat, und was wer zu sagen hat. Wahrscheinlich würde man besser langsam mal die Namen der Piraten lernen, o Gott! Das kann noch ätzend werden. Aber weiter im Text:
Wenn sie das wolle, so Wissing weiter, dann solle sie mal schön ein Konzept vorlegen, oder zwei, wie sichergestellt werden kann, daß die Finanztransaktionssteuer nicht das bewirkt, was sie bewirken könnte, wenn sie es bewirken würde.
Zum Beispiel?
“Ein Beispiel: wenn die Transaktionssteuer etwa bewirken würde, daß das High-Frequency-Trading sich verteuert, dann wäre das schlecht, denn dann würde das High-Frequency-Trading teurer. Wenn die Steuer das aber gar nicht bewürke, wäre sie über. Es käme nun also darauf an, zu zeigen, daß die Steuer das zwar bewirken könnte, aber nicht bewirken täte. Daß man also das Steueraufkommen aufkommensneutral gestalten könnte, um die Verhältnisse, die nicht so sind, erst gar nicht dahin kommen zu lassen, daß sie so wären.”
“In dem Fall könnte sich auch die FDP vorstellen, einer Fnnztrnsktnsstr näher zu treten. Furchtbares Wort: Fnnztrnsktnsstr!”
In der Vergangenheit hatte FDP-Chef – Moment, kommt sofort – [beiseit:] blätter, blätter, raschel, raschel – [laut:] so, hier steht’s – ‘Rösler, Komma, Philipp, mit Ph, ein l, zwei p, FDP-Vorsitzender von 2011 bis 2012‘ – Philipp Rösler also hatte in der Vergangenheit “wiederholt darauf beharrt, daß eine Umsatzsteuer auf Finanzgeschäfte wenn überhaupt EU-weit und nicht nur im Euro-Raum eingeführt werden müsse” (Handelsblatt).
Betonung auf: wenn überhaupt.
An dieser grundsätzlichen Überzeugung habe sich auch nichts geändert, unterstrich Wissing (cf. Handelsblatt). Die FDP habe sehr gute, sachliche Gründe gegen die Einführung einer Finanztransaktionssteuer in der Euro-Zone vorgelegt (cf. Handelsblatt).
Zum Beispiel?
Zum Beispiel, daß Steuern Scheiße sind, und daß etwas, das -steuer immerhin als Bestandteil im Namen trägt, zumindest teilweise -scheiße sein muß, Fnnztrnsktnsstrn also Fnnztrnsktnsschß.
“Diese konnten von der Union bislang nicht widerlegt werden,” sagt der eine von eben. Nicht der Rösler, der andere. Der Wissing. Verantwortungsbewußte Regierungspolitik nämlich dürfe sachliche Bedenken nicht ignorieren, sondern müsse tragfähige Lösungen für alle erarbeiten.
Ok. Das mag sein. Aber warum geht er mit einem solchen Anspruch ausgerechnet zur CDU? Ich meine, ich gehe doch auch nicht zu Wiesenhof und sage, verantwortungsbewußte Hähnchenaufzucht drf schlch Bdnkn ncht gnrrn, sndrn mss trgfhg Lsngn fr ll rrbtn.
Die wüßten doch gar nicht, was ich von ihnen wollte.
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Offener Brief
16. Januar 2012 | Germanistenfuzzi
an Spambart den Schrecklichen
ubique terrarumLieber Spambart,
gestern, als ich zur Arbeit war, schlichest du in meine Spambox und hinterließest dort diesen Haufen:
Yesterday, while I was at work, my sister stole my iphone and tested to see if it can survive a 40 foot drop, just so she can be a youtube sensation. My apple ipad is now destroyed and she has 83 views. I know this is completely off topic but I had to share it with someone!
Es ist dies nicht nur completely off topic, es ist dies obendrein auch totally gelogen. Es wäre dies zwar eine sehr gute Idee von deiner kleinen – ich nehme einmal als gegeben an, daß es eine kleine Schwester wäre, wenn du eine hättest, denn eine große Schwester, die es bis heute nicht hingekriegt hätte, daß du dich nicht mehr muckest, die dürfen wir ja wohl getrost als Totalausfall ansehen – es wäre dies zwar eine hübsche Idee von deiner kleinen Schwester, und wir würden sie dafür auch belobigen, wenn du eine hättest, aber natürlich ist deine kleine Schwester – du weißt es selbst am besten – genauso gelogen wie dein iPhone. Bzw. iPad. Bzw. was denn nun? Wußtest du schon im zweiten Satz nicht mehr, was du im ersten gelogen hattest?
Von der Lüge im dritten Satz – du hättest das unbedingt jemandem erzählen müssen – mal ganz zu schweigen. Damit kämest du ausgerechnet zu mir, geltja? Hast du keinen Friseur, dem du das erzählen könntest? Oder eine Oma?
Nein, natürlich hast du keinen Friseur. Deine Schwester hat ja auch dein iPhone nirgends runtergeschmissen, leider nicht! Ja, ja, ich weiß, wo man iPhones vom Dach schmeißt, da schmeißt man früher oder später auch Menschen vom Dach, so sagt man. Ich aber sage dir, Spambart: dummes Zeug! Bei iPhones ist es umgekehrt. Lange bevor du dein iPhone in Händen hieltest, wenn es überhaupt deines war und du es nicht deiner kleinen Schwester weggenommen hattest, und lange bevor jemand das erste iPhone von irgendeinem Dach schmiß, war für dieses iPhone schon ein verzweifelter chinesischer Wandersklave von einem Foxconn-Dach gesprungen.
Wenn du mich fragst, oder fragen würdest, Spambart: da ist es mir erheblich lieber, wenn einer iPhones vom Dach schmeißt. Oder iPads. Oder am besten beides. Hast du mal, Spambart, Leo Perutzens Schwedischen Reiter gelesen? Nein, natürlich nicht. Mein Fehler. Solltest du aber. Bzw. wenn du lesen könntest, und du es läsest und verstündest – es gibt da einen reizenden Bischof, “des Teufels Ambassadeur” genannt, der einen Eisenhammer und Pochwerk hat, mit Steinbrüchen, Schmelzöfen und Kalköfen, und dort schuften die vor dem Galgen in die Hölle Geflüchteten, an den Karren geschmiedet, mit bloßen Händen Steine reißend, glühende Schlacke aus den Öfen zerrend – kurz und gut, du wüßtest, aus was für einer teuflischen Schmiede dein scheiß iPhone stammt. Oder stammen würde, wenn du es noch hättest.
Nein, ich weiß, ich bin bislang nicht als Applefeind auffällig geworden. Statt dessen habe ich den wirtschaftlichen Niedergang einer Firma Nokia mit Wohlwollen kommentiert, wie man es einem Semibochumer wohl nachsehen wird, der eines Tages aus der Ferne miterleben mußte, wie die sogenannte Nokia-Bahn, die ein Jahrsiebt vor seiner Haustür hielt und für die er sentimentale Gefühle hegt, plötzlich in Glückauf-Bahn umbenannt werden mußte, als sei es eine Vierhundert-Meter-Aschenbahn in Gelsenkirchen. Nieder! Je schlechter es Nokia wirtschaftlich geht, desto zufriedener die Mienen im Hause Germanistenfuzzi.
Aber Apple ist mir genauso willkommen, ich bin kein Chauvinist. Auch Veltins oder AWD wären mir übrigens recht. Nicht, daß ich es befürworten wollte, auf Hochhäuser zu klettern und Bier sowie Finanzprodukte hinunter zu schmeißen. Weit gefehlt. Es gibt schließlich so etwas wie Ehrfurcht vor der Schöpfung und Verantwortung für die Mitgeschöpfe, auch wenn du, Spambart, davon natürlich keinen Schimmer hast. Gott gab uns das Bier nicht, damit wir es vom Hochhaus schmeißen, und die Dinge, mit denen AWD die Welt verschandelt, sollten besser in der Asse endgelagert werden, als dem Wind übergeben, der sie hierhin trägt und dahin; nachher findet das Zeug noch einer und nimmt es mit. Nein, meine Abneigung gegen die Genannten rührt schlicht daher, daß ich es nicht leiden kann, wenn unschuldige Fußballstadien irgendwelche Gaunernamen tragen müssen. Tut es unser guter alter Turnvater Jahn nicht mehr?
Apropos Gauner: zurück zu Apple. Er hat da, der Leo Perutz, in seinem Buch einen Müller, der dem Bischof den Nachschub organisiert, was sein muß, denn die Lebendig-Toten in der Hütte werden nicht alt. Auch der Müller ist eigentlich schon tot, darf aber einmal im Jahr für eine Nacht zurück, oder muß, um die Mühle laufen lassen, und so einen Pfennig von seiner Schuld abzutragen – er hat wohl Schulden beim Bischof – egal, der Müller wird beschrieben, “als hätt’ ihn der Teufel zehn Jahre lang in der Beiz gehabt”: “ein Gesicht wie spanisches Leder, gelblich fahl und runzlig und voll Falten, und die Augen staken ihm im Kopf wie zwei Nußschalen”. Dazu Wams aus rotem Tuch, Fuhrmannshut, Feder am Hut, Stulpenstiefel bis über die Knie. Mit einem Wort: wie Steve Jobs.
Oder besser: wie Steve Jobs ausgesehen haben würde, wäre er eine Sagengestalt gewesen, die in einem Roman, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Schlesien angesiedelt ist, eine Mittlerrolle zwischen Himmel und Hölle spielte.
Nun liest man, kaum daß die Sagengestalt tot ist, daß die Arbeitsbedingungen beim Bischof in bislang nicht gekannter Transparenz ausgeleuchtet werden sollen. Und kaum liest man das, liest man weiter, daß die Chinesen anfangen, mit faulen Eiern zu schmeißen. Warum das? Um Foxconns Arbeitsbedingungen zu kommentieren? – Nein, weil der Verkaufsstart für das iPhone verschoben wurde.
Sind die eigentlich von allen guten Geistern verlassen? Spambart, ich frage dich, als Fachmann für von guten Geistern Verlassene: sind die von allen guten Geistern verlassen?
Was soll denn die in Aussicht gestellte Transparenz bei einem solchen Publikum bewirken? Heißt das nicht, Transparenz vor die Säue kippen? Nein, ich bin kein Chauvinist! Das waren nur zufällig chinesische Trottel. Unsere einheimischen Applekunden schnobern schließlich vor demselben Trog und sind von denselben Geistern verlassen.
So, Spambart, das mußte ich ganz einfach mal loswerden, auch wenn es entirely off topic war. Grüß deine kleine Schwester von mir, sie solle nur immer tapfer weiterschmeißen.
Es seien ihr noch viele, viele Views beschieden!
Germanistenfuzzi
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Kummerspeck
16. Januar 2012 | Germanistenfuzzi
Wie ich gestern abend mit halbem Ohr mitkriegte, als Tausendschönchen ihren sonntagabendlichen Fernsehmarathon lief, sich für die Woche zu stählen, diskutierte man bei Herrn Jauch über Gewichtiges: Übergewicht und Übergewichtige.
Was ist denn los? Ist Christian Wulff jetzt auch fettleibig?
