FDP plant Konzept

8. Februar 2010
von Gero

Gut 100 Tage nach ihrem (Wieder)Eintritt in die Bundesregierung denkt die FDP erstmals daran, ein Konzept zu entwickeln. Generalsekretär Patrick Lindner nennt im Gespräch mit dem Käsdorfer Metropolitan die Eckpunkte eines solchen Vorhabens:

1. Es muß sich diskret und unbürokratisch herausfinden lassen, wie so etwas geht.

“Sie müssen bedenken, daß die FDP seit 1848 praktisch ununterbrochen an der Regierung ist, von ein paar kleinen Unterbrechungen abgesehen, immer dann, wenn uns der Kanzler grad nicht zusagte: Bismarck, Hitler, Adenauer, Kiesinger, Schröder, Merkel. Aber ansonsten haben wir regiert. Immer. Da brauchten wir kein Konzept dafür. Das ging ganz automatisch so. Was sollten wir da mit einem Konzept?

Wir wissen, ehrlich gesagt, nicht, wie man sowas überhaupt macht.”

2. Es muß sich ein Sponsor finden, der bereit ist, die Entwicklungskosten für ein solches Konzept zu übernehmen.

“Es sind gar nicht mal nur die Kosten, obwohl wir als kleine Partei natürlich nicht auf solche Riesensummen aus Mitgliedsbeiträgen kommen, wie Grüne und Linke. Und was die SPD alles mit Zeitungsaustragen verdient, das müssen bei uns die Sponsoren reinbringen.

Nein, was wir vor allen Dingen brauchen, ist ein Sponsor, der uns erstmal sagt, was in dem Konzept überhaupt drinstehen soll. Steuersenkungen, klar, das ist ja – das braucht man ja nicht extra reinzuschreiben.

Wenn man, sagen wir mal, ein Schwimmbad konzipiert, muß man ja auch nicht extra reinschreiben, daß es einen Sprungturm haben soll. Das versteht sich ja.

Aber das andere – ob etwa Wasser im Becken sein sollte, bevor man reinspringt, oder ob man das erst hinterher einläßt – dafür braucht man eben Fachleute, die sich mit sowas auskennen.”

3. Der Wähler muß sich comitten.

“Das ist überhaupt das A und O in einer Demokratie: der Wähler muß mitziehen. Es hat ja keinen Sinn, hier wunders was für Schwimmbäder zu bauen, wenn in der Nachbarschaft überhaupt keine Kunden wohnen, die Interesse am Turmspringen haben. Es kann dies nur funktionieren, wenn sich genügend Wähler finden, die bereit sind, sich für eine Mindestvertragslaufzeit von – sagen wir – drei Legislaturperioden an uns zu binden. Und dann auch mit uns baden gehen, und nicht mit sonstwem.

Nur so erhalten wir die Planungssicherheit, die wir brauchen, um solche Investitionen – wie die für ein Konzept, von dem wir ja überhaupt noch nicht wissen, ob es trägt – zu stemmen.”

4. Die CSU muß die Verantwortung übernehmen, wenn es schiefgeht.

“Muß ich das erläutern? Nein, nicht wahr.

Die FDP regiert seit 1648 und war nie an irgendetwas schuld. Das Scheitern war immer Sache des Seniorpartners, war immer die Sache des, sagen wir’s geradeheraus, Kanzlers. Helmut Kohl, Helmut Schmidt auch, zwei excellente Sündenböcke, zwei excellente Versager, die die FDP in unverantwortlicher Weise daran gehindert haben, die Ziele durchzusetzen, von denen die FDP immer behauptet hat, daß der Wähler sie hat, und daß die FDP sie kennt. Und verfolgt. Und durchsetzt.

Brandt, Erhard – wunderbare, großartige Kanzler, große Versager. Adenauer! Der größte Versager von allen, ah, tempi passati, tempi passati!

Und die anderen? Hitler – pah! Schleicher – ich bitte Sie! Von Papen – dieser Papen-Verschnitt! Brüning, Stresemann, Scheidemann – Versager! Hohenlohe! Schillingsfürst!! Bismarck!!!

Versager! Versager!! Versager!!!

Nur Angela Merkel will was Besseres sein und weigert sich, ihrerseits die Verantwortung für die miese Performance der jetzigen Koalition in den ersten 3 Monaten zu übernehmen. So, wie sie das Versagen der Vorgängerregierung auf die SPD abgewälzt hat, will sie das Versagen dieser Regierung gar der FDP in die Schuhe schieben.

Darum, und nur darum, sind wir in der Situation, in der wir heute sind. Das geht gar nicht.

Da gibt es nur eins: die CSU muß es machen. Das bietet sich auch deshalb an, weil die CSU wie keine andere Partei den Partikularinteressen ihrer Klientel – der Bayern – verpflichtet ist, und auf ihre Reputation bei der Mehrheit der Wähler pfeift. Und pfeifen kann.

Anders als die FDP, die nur pfeift.”

5. Es darf nichts drin stehen, was die FDP nicht sowieso schon tut.

“Man kann nicht von einem Mann wie Brüderle verlangen, daß er auf seine alten Tage noch umschult. Das wird nicht gehen. Die Monstranz, die er anbetet, seit er das erste Mal Meßbub hat sein dürfen, heißt: “Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Der Unternehmer ist der bessere Unternehmer. Der Unternehmer ist der bessere Staat. Der Unternehmer ist die bessere FDP.”

Jetzt gehen sie mal hin, nehmen ihm die vom Altar, und stellen eine andere hin. Eine mit dem Namen: ‘Erhöhung der Staatsquote in der Krise.’

Der kriegt die Krise. Das können Sie nicht machen.

Wenn Sie das mit einer Laborratte machen, kommt die ihnen völlig durcheinander. Deren Orientierungssinn gerät komplett in Unordnung. Die läuft von hier nach da, von da nach hier, und findet den Ausgang nicht mehr! Die verhungert Ihnen im Labyrinth. Das ist Tierquälerei.

Und Laborratten sind intelligent. Brüderle aber ist ein Mann des Liberalismus.

Das wird auch nicht dadurch kompensiert, daß Sie danach vom Wähler wieder ernst genommen werden. Die Alternative ‘Wähler oder Brüderle’ ist keine.

Ein Konzept, das den Namen verdient hätte, kann also nur lauten: More of the Same.

More Brüderle. More Wählerle.

 

Die aktuellen Rückrufaktionen

6. Februar 2010

Papst ruft Katholische Kirche zurück

Bei dem aktuellen Modell kann es zu heftigen sexuellen Übergriffen kommen. Schuld daran ist ein klemmendes Hormon-Pedal.

Sah es zunächst so aus, als seien nur die Märkte in Österreich (1995), den USA (2002), Australien (2008), Irland (2009) und Deutschland (2010) betroffen, geht der Papst heute davon aus, daß das schadhafte Modell weltweit im Einsatz ist.

Das Hormon-Pedal stammt von dem Zulieferer Adam Schwache AG, von dem die Kirche seit Jahrhunderten “Schwaches Fleisch” bezieht, und niemand ist über das Versagen dieses Produktes wirklich überrascht. Erschwerend kommt jetzt aber hinzu, daß bei den verklemmten Priestern auch die Bremsen nicht mehr zu funktionieren scheinen, die von dem schwäbischen Dienstleister “Villiger Geist” stammen und in der Branche eigentlich einen guten Ruf genießen.

Der Papst wird der zurückgerufenen Kirche ins Gewissen reden und sie dann wieder auf die Menschheit loslassen.

Jesuit ruft Judenvergleich zurück

Jesuitenpater Eberhard von Grundremmingen hat seinen umstrittenen Vergleich (der Jesuiten mit den Juden, Anm. d. Red.) zurückgerufen. Der Vergleich hinke rechts und links, hinten, vorne, oben, unten, in der Mitte, rundum, im Osten, Süden, Westen, Norden, im Nordosten, im Südwesten, im Nordwesten und im Südosten. In SSO auch. Außerdem sei er geschmacklos, unangemessen und durch nichts zu rechtfertigen.

Aber davon ganz abgesehen sei er auch sachlich falsch, wie man leicht an der Tatsache erkenne, daß die Jesuiten komplett humorlos seien.

Man dürfe die Jesuiten aber nicht in Bausch und Bogen verdammen, sagte Pater Eberhard, nur das habe er mit seinem verbumfeiten Vergleich zum Ausdruck bringen wollen. Doch gebe es einem natürlich schon zu denken, daß im ganzen alten Testament nicht einmal von den Jesuiten als dem auserwählten Volk Gottes die Rede sei.

ER wird wissen, warum.

Vattenfall ruft Strom zurück

Der Strom-nunja-”versorger” Vattenfall hat den im vierten Quartal 2009 ausgelieferten Strom vorsichtshalber zurückgerufen. Es bestehe die Möglichkeit, daß ein Kunde beim ungeschützen Kontakt mit dem Vattenfall-Strom einen gewischt bekomme, und zwar derart, daß “er die Englein im Himmel singen” höre.

Die Stromisolierung stamme von einem Zulieferer, mit dem man bislang gute Erfahrungen gemacht habe, so Chief Confusion Officer Duslig, denn er liefere genauso gute Qualität wie Vattenfall selbst. “Stimmt,” nickt der Chef des Isolationsbetriebes, Potte-Saoû, “wir fegen abends die Werkstatt aus, und dann kommt ein Entsorger und nimmt den Kram mit. Ich wußte nicht, daß Vattenfall das Zeug noch gebrauchen kann. Ich dachte, die verklappen das irgendwo.”

Vattenfall will den Strom neu isolieren und dann an die Kunden zurückgeben. Kenner der Materie (Germanistenfuzzi) befürchten allerdings, daß Vattenfall den Strom nur ein zweites Mal verkaufen will.

Volkswagen ruft Toyotas zurück

Wolfsburg. – Der Volkswagen Konzern hat in einer beispiellosen Aktion alle Fahrzeuge des Konkurrenten Toyota in die Werkstätten gerufen, und das weltweit. Wegen der anhaltenden Probleme mit Bremsen und klemmenden Gaspedalen sollen die Toyotas dort kostenlos gegen VWs getauscht werden.

“Wir haben für diese Aktion richtig Geld in die Hand genommen,” sagte Konzernvorstand Martin Winterkorn dem Käsdorfer Metropolitan (KM), “und wenn ich ‘richtig Geld’ sage, dann meine ich: richtig Geld.”

In der Tat werden die Kosten für ca. 40 Millionen zusätzliche VWs, Audis, Seats und Wiesiealleheißens nicht schlecht in Winterkorns Kontor hauen. In der Branche ist von 13 Trillionen Talern die Rede.

“Viel Geld,” gibt Winterkorn zu, “aber nicht zuviel, um damit die Nummer 1 weltweit zu werden.”

An der Wand seines Kontors hängt unter dem freien Platz neben dem Kopf von Wendelin Wiedeking bereits ein Schildchen mit dem Namen “Akido Toyoda”. Wenn er mit Toyota fertig sei, erzählt Winterkorn, wolle er – “und zwar im Winter, damit es nicht heißt, ich wolle mir die Sache leicht machen” – Moskau erobern. In der Autostadt ist der Bauplatz für einen neuen Turm, dessen Spitze bis zum Himmel reichen soll, bereits abgesteckt.

Im Frühjahr soll es losgehen.

Kelloggs weigert sich, Cornflakes zurückzurufen

Das berichtet Germanistenfuzzi, nachdem ihm, beim Versuch, den Polyurethanbeutel – “oder was immer das für eine obskure Chemikalie sein mag” – einer 500-g-Packung “so aufzureißen, wie ich das von den Aldi-Kekstüren gewohnt bin, indem ich nämlich oben an der Naht und vorne an der Hemdbrust anpacke, knapp unter dem Schlipsknoten. Wenn man dann – vorsichtig und mit Fingerspitzengefühl – die Hemdbrust nach vorne und gleichzeitig etwas nach oben zieht, bekommt man mit etwas Glück so etwas wie einen Ausguß zustande, wie früher bei den Tetrapak-Milchtüten, als die noch nicht diese bescheuerten Schraubverschlüsse hatten.”

“Das heißt: bei den Aldi-Kekstüten kriegt man das hin. Die Cornflakestüte platzt mitschiffs auf, und zwar von oben bis unten, so daß der ganze Segen zur Begeisterung der Hunde in der Küche rumfliegt.”

Auf Befragen erklärte man bei Kelloggs, man werde die Cornflakes in der Tat nicht zurückrufen, wo käme man denn hin? Die Kunden, und insbesondere die Hunde der Kunden, wollten das genau so haben. Man habe die Ingenieure, die für diese Tüten verantwortlich zeichnen, für ein Sündengeld von Danone abgeworben, wo sie bis dahin ihre Zeit damit verbracht hätten, Joghurtbecherdeckel so zu optimieren, daß sie sich eher in Stücke reißen ließen, als den ihnen anvertrauten Becherrand loszulassen. Der Danonekunde müsse dann immer unter die stehengebliebenen Reste des Aludeckels packen, die von unten voller Joghurt seien und ihm den Finger vollschmadderten. Aber auch der Danone-Kunde, das zeigten die Danone-Verkaufszahlen, wolle es nicht anders haben.

Wer Tüten haben wolle, die sich öffnen ließen, der solle doch, bitteschön, Aldi-Kekstüten kaufen, wenn ihm danach sei.

Man hindere ihn nicht.

 

Merkel will die Konfusion

3. Februar 2010

Käsdorf – Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt für die Energieversorgung der Zukunft auf die Konfusion. “Wir wollen die Art, wie die Sonne Energie gewinnt, auf die Erde holen”, sagte die Physikerin Merkel in ihrer jüngsten Videobotschaft am Wochenende. “Die Konfusion wäre eine Art von Energiegewinnung, die uns unendliche Mengen von Energie zur Verfügung stellen könnte”, warb sie. Dagegen seien die “klassischen Formen” der Energie-Erzeugung endlich.

Die Sonne nämlich, so Merkel – als Physikerin, wie gesagt -, sei unendlich. Das habe die Sonne mit Gott und der Dummheit gemeinsam. Im Gegensatz zum Rest des Universums, der endlich sei.

Merkel reist an diesem Montag nach Greifswald zum Max-Planck-Institut für Planckenphysik, an dem unter anderem die Grundlagen für ein Konfusionskraftwerk untersucht werden sollen. Anders als in einem Kernkraftwerk werden Atomkerne hier nicht gespalten, sondern verwirrt. Dadurch merken sie nicht, daß man ihnen immense Mengen Energie wegnimmt, und glauben, das müsse so sein. Die freigesetzten Mengen an Energie erschweren aber den Bau eines Konfusionskraftwerks erheblich, denn das Innere eines solchen Kraftwerks ist extremen Belastungen ausgesetzt.

Als Prototyp eines Konfusionskraftwerks gilt die CDU/FDP-Koalition. In ihr hat die Verwirrung ebenfalls ganz erhebliche Kräfte freigesetzt, die nur mit Mühe und Not in die Presse abgeleitet werden können. Auch in ihr kam es zu extremen Belastungen, Geräuschen und Blähungen.

Noch sei die Technologie in weiter Ferne, räumte denn auch die Kanzlerin ein, zudem sei sie sehr kostenträchtig. In der Tat.

Deshalb sei die internationale Kooperation bei der Erforschung zwingend. Gleichwohl würden die deutschen Forschungsmittel aufgestockt, sagte die Kanzlerin. Seit Jahren arbeiten unter anderem die EU, die USA, Russland und China bei der Konfusion zusammen; im südfranzösischen Clad de Râdàche errichten sie derzeit das erste Kraftwerk, in dem in großem Stil Konfusion hergestellt werden soll. Der fünf Milliarden Euro teure Bau begann im vorigen Jahr. Frühestens 2018 soll das Kraftwerk Konfusion erzeugen.

Die Bundesregierung ist da schon erheblich weiter.

 

Der Gastkommentar

2. Februar 2010
Bitte, um es gleich zu sagen:
Wir sind hier für Offenheit.
Franz-Josef Degenhardt

Bitte, um es gleich zu sagen: Ich schätze Franz-Josef Degenhardt. Und ich halte seinen Herrn aus Bonn, ohne falschen Bart, obwohl er eine unangenehme Type ist, für eine vergleichsweise ehrliche Haut. Verglichen jedenfalls mit den Kollegen aller Magazine von gutbürgerlich bis Gosse und von seriös bis Stern, die hier in den letzten drei Tagen das Wort “Datenhehlerei” strapazierten, und in ihren Kommentaren und Nachrichten und Kommentar-Nachricht-Emulsionen soviel “Rechtsstaat” abgesondert haben, wie sonst im Jahr nicht: die ganzen Container sind voll mit ihren Pampers. Und Catsan ist auch keines mehr da.

Habt ihr alle Marmelade im Bart, oder was? – Ts! Miezekatzen!

Und da ich ihn schätze, habe ich mir vorgesetzt, meinen Kommentar mit diesen seinen Worten beginnen zu lassen:

Bitte, um es gleich zu sagen: Ich habe kein Geld auf Schweizer Konten. Ich habe keinen Anlaß, für die 1500 Idioten, die auf der CD geoutet sein sollen, prophylaktisch Amnestie zu fordern, weil ich selbst dabei sein könnte.

Damit das klar ist.

Mein Geld ist auf den Caymans, wo es hingehört.

Man sollte doch denken, daß die Reihenfolge – ähnlich wie bei Hose und Schuhen – eingängig ist, und auch unseren Eliten einleuchtet: erst wird das Amnestiegesetz gekauft, dann die Kohle ins Ausland geschafft. Die Hoteliers sind schließlich auch nicht hergegangen und haben 12 von 19% Mehrwertsteuer einfach einbehalten und geglaubt, damit durchzukommen.

Aber nein. Was machen diese Vollkoffer? – Ich will euch was sagen: Jeder, der zu geizig ist, die deutsche Politik zu kaufen, die nun wirklich nicht teuer ist, der wird zurecht an die Steuerfahndung verkauft, jawohl. Mehr … »

 

Toyotas für die Taliban

31. Januar 2010
von Gero

Käsdorf. – Die Bundesregierung hat dementiert, daß sie bei der Lieferung von 2.500 Toyotas an die Taliban irgendwelche Hintergedanken hege. Sie wolle die Lieferung als reine Geste des guten Willens verstanden wissen. Es habe auch nichts damit auf sich, daß die Lieferung gerade jetzt erfolge, denn ein jegliches habe seine Stunde, Steine sammeln, Steine zerstreuen und Toyotas an die Taliban liefern.

Die Bundesregierung hatte angekündigt, 50 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, mit denen ausstiegswillige Taliban unterstützt werden sollen. Etwas überrascht war man, als man erfuhr, das von den 50 Millionen Toyotas gekauft werden sollen.

Toyotas seien sehr gute Autos, hieß es seitens der Bundesregierung. Man wisse seit langem, daß steigender Lebensstandard das zuverlässigste Mittel gegen Taliban sei, also gegen Extremis- und Fundamentalismus, heiße das, nicht nur gegen Taliban. Deswegen wolle man den Warlords, also den ausstiegswilligen Taliban, den Lebensstandard steigern, mit den besten PKW, die derzeit für Geld auf dem Markt zu haben seien.

An dieser Stelle schwoll dem Volkswagen Automobilkonzern eine Zornesader auf der Stirn, aber die Bundesregierung trat dem Volkswagen Automobilkonzern auf den Fuß, stupste ihm in die Rippen und tuschelte ihm was ins Ohr. Die Zornesader wurde daraufhin etwas kleiner, aber der Volkswagen Automobilkonzern machte immer noch ein finsteres Gesicht.

Der Käsdorfer Metropolitan (KM), der das Gespräch mit der Bundesregierung führte, blieb denn auch skeptisch. Ihm komme das alles reichlich merkwürdig vor.

Der KM solle nicht immer so skeptisch sein, sagte die Bundesregierung dem KM. Ein jegliches habe seine Stunde, skeptisch sein habe seine Stunde, gewiß, aber jene Stunde sei nicht diese Stunde. Diese Stunde sei die Stunde, Vertrauen zur Bundesregierung zu haben.

Der KM nahm es mit Mißtrauen zur Kenntnis.

 
Ein Kommentar zu “Toyotas für die Taliban”
  • fletcher2 schreibt:

    Die Bundesregierung gibt Gas – oder besser, läßt Gas geben. ??Bestätigten?? Gerüchten zufolge, können Toyotas ihre Motorleistung nicht recht kontrollieren. So etwas in der Art wie technische Inkontinenz.

    Da Afghanistan ein unebenes Land ist, zeitweise gar gebirgig, gehe ich davon aus, daß die ehrenwerte Bundesregierung möglicherweise eventuell damit rechnen könnte, daß Talibanische Fahranfänger – ebenso Technik- wie plötzlich ungemein zunehmendem Gebirgsstraßenverkehr gegenüber “unerfahren” – im wahrsten Sinne des Wortes – sind – daß sie sich reihenweise an die Wand fahren. Gebirgswand, versteht sich!

    “Uneigennutz”, so führende Kreise um Sloterdijk, “darf niemals pandemische Züge annehmen”.
    Wo kämen wir denn da hin? Es gibt schon genug Gut(e)menschen.

  • Koch dementiert

    26. Januar 2010
    von Gero

    Roland Koch hat die Unterstellung, er wolle deutsche Truppen gegen Hartz-IV-Empfänger einsetzen, empört zurückgewiesen. Er glaube nicht, daß die Hartz-IV-Empfänger zu irgendeiner Aktion fähig seien, die ihn, Koch, in ernsthafte Gefahr bringen könnte. Wenn es so wäre, dann würde er, Koch, so wie er sich kenne, den Hartz-IV-Empfängern vielmehr schmeicheln, schöntun und um den Bart gehen, und sich nicht trauen, sie, wie geschehen, zu demütigen, abzukanzeln und von oben herab zu behandeln. Daß er genau das aber getan habe, verleite ihn zu der Annahme, daß von den Hartz-IV-Empfängern tatsächlich keine Gefahr ausgehe, sie qualité negligeable seien, und er außer seiner dicken Lippe keiner Waffen gegen sie bedürfe.

    Was zu beweisen gewesen sei.

    Allerdings brauche er die Soldaten aber schon in Deutschland, und zwar gegen das ZDF.

     

    Koch gegen die Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan

    26. Januar 2010
    von Gero

    Zur Überraschung aller, die ihn immer noch für einen Hardliner halten, hat sich Roland Koch gegen die Entsendung weiterer Truppen nach Afghanistan ausgesprochen. Er halte nichts davon, die Leben junger Männer und Frauen am Hindukusch aufs Spiel zu setzen, und sei es auch für die Verteidigung der Freiheit. Ohnehin sei es fraglich, ob dieses Ziel überhaupt erreichbar sei, und wenn, ob es mit militärischen Mitteln erreichbar sei, und wenn, ob es mit der gewählten Strategie erreichbar sei, und wenn, ob es angesichts ziviler Opfer zu verantworten sei, und wenn, ob es moralisch gerechtfertigt sei, und wenn, ob man wirklich alle Alternativen ausgelotet habe, und wenn, ob man dazu wirklich deutsche Kampftruppen brauche, und ob nicht die deutschen Elitetruppen anderswo gewinnbringender eingesetzt werden könnten.

    Zum Beispiel in Deutschland. Er halte nichts davon, die Heimatfront völlig zu entblößen, und brauche die Soldaten dringend gegen die Hartz-IV-Empfänger.

     

    Mövenpick ruft FDP zurück

    24. Januar 2010
    von Gero

    Mövenpick zieht die erst kürzlich auf den Markt gebrachte Partei FDP zurück. In untersuchten Proben seien hohe Konzentrationen von Westerwellen entdeckt worden, teilte die Hotelkette mit. Die Bakterien können eine Infektionskrankheit hervorrufen, die in manchen Fällen sogar tödlich verlaufen kann.

    Zürich – Westerwellen können beim Menschen eine schwere Infektionskrankheit verursachen, die Liberiose genannt wird. Die Bakterien kommen in Politikern vor, die nicht sachgemäß gelagert wurden.

    Vor einer solchen Infektionsgefahr hat jetzt die Hotelkette Mövenpick gewarnt: Bei zwei Politikern der Marke FDP waren Westerwellen-Werte festgestellt worden, die über dem zulässigen Höchstwert liegen. Konkret handelt es sich den Angaben zufolge um die Produkte “Philipp Rösler” und “Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel, 200g“.

    Von der Rückrufaktion sind alle deutschen Filialen betroffen. “Aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes empfiehlt Mövenpick den Kunden, den Käse nicht zu verzehren, sondern die Produkte in einer der Mövenpick-Filialen zurückzugeben. Die Wählerstimme wird dort selbstverständlich erstattet”, erklärte das Unternehmen.

    Mit Liberien verseuchte Politiker sind am Geruch oder Geschmack nicht als belastet zu erkennen. Nach einer Infektion kommt es beim Menschen in der Regel zunächst zu Realitätsverlust und starken Steuersenkungen. Im weiteren Verlauf lösen die Bakterien aber auch schwere Symptome aus, darunter Böses Erwachen, Augenreiben, Haareraufen und Katzenjammer.

    Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Infektion können bis zu sechs Monate vergehen. Für Risikogruppen, darunter Kranke, Geringverdiener und ältere oder geschwächte Menschen, kann eine Liberiose tödlich sein. Wenn die Infektion rechtzeitig festgestellt wird, ist sie jedoch mit Regierungswechsel behandelbar.

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    Sabinchen – Frauenzimmer, hold, tugendhaft

    21. Januar 2010
    von Gero

    Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat sich für die Verlängerung von Verjährungsfristen stark gemacht, um die Verantwortlichen für die Finanz- und Wirtschaftskrise im Bankwesen zur Rechenschaft zu ziehen. «Wir werden dafür sorgen, dass hier genügend Zeit für juristische Aufarbeitung bleibt und die Verjährungsfristen verlängern», sagte die Ministerin der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstagausgabe).

    Gleich darauf fügte sie hinzu, daß eine Millionenspende der deutschen und europäischen Hotellerie an die FDP selbstverständlich legal gewesen sei. Ebenso legal wäre, sollte sie kommen, eine Millionenspende der deutschen und europäischen Banken an die FDP. Eine solche sei nicht in Sicht, aber wenn sie kommen sollte, womit niemand rechne, könne ja aber doch trotzdem sein, dann sei kein Zweifel daran, daß sie legal wäre.

    Mittlerweile aber wolle man die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern die Verantwortlichen im Bankwesen kräftig zur Verantwortung ziehen. Solle nämlich niemand glauben, daß die FDP käuflich wäre. Das sei ja absurd. Sie wisse gar nicht, wie die Leute immer auf solche Schnurren kämen. Auch mit einer Millionenspende seitens des Bankwesens zugunsten der FDP könne man der FDP nicht den Schneid abkaufen. Wie denn wohl? Das dürfe aber nicht darüberhinwegsehen machen, daß solch eine Millionenspende, wenn es sie denn gäbe, rechtens wäre. Das Bankwesen müsse vollkommen frei sein, wem auch immer Spenden in Millionenhöhe zukommen zu lassen, auch der FDP. Das sei vollkommen rechtens.

    So wie auch die Spende des Hotelleriewesens rechtens und ohne Hintergedanken gewesen sei. Der Vorschlag, die Mehrwertsteuerbelastung für Hotelübernachtungen auf den Hundefuttersteuersatz zu senken, habe bereits im FDP-Wahlprogramm für 2005 gestanden. Da könne niemand Hintergedanken dabei gehabt haben, am allerwenigsten die Hotelleriemilliardäre. Es sei vollkommen rechtens, das FDP-Wahlprogramm zu lesen, und dann zu sagen: “Na, das nenn ich mir doch mal ein Wahlprogramm! Das würde man ja am liebsten mit einer Millionenspende unterstützen.”

    Jedermann dürfe das. Übrigens auch deutsche und europäische Großbanken.

    Ackermann Joe hat Sabinchen zu ihren Einlassungen gratuliert. Das nenne er doch mal eine Verteidigungsrede! Solch eine Manifestation von Bürgersinn würde man ja am liebsten irgendwie unterstützen. Ob es denn wohl irgendwas gäbe, was sie schon immer gern mal habe haben wollen? Vielleicht ein Wellnesswochenende in einem 4-Sterne-Hotel? Oder ein Brilliantkollier? Oder vielleicht einen dritten Namensbestandteil, mit noch mehr Silben als Leutheusser (3) und Schnarrenberger (4). Vielleicht mit fünf (5) Silben?

    Sagen wir mal: ‘Zobelmäntelchen’? Nudge, nudge, wink, wink?

     

    Hartz V

    8. Januar 2010
    Selten wohl dürfte eine Marke in der kurzen Spanne von fünf Jahren zwischen Launch und Marktsättigung derart an Image eingebüßt haben wie die Marke Hartz IV aus dem Hause Agenda 2010. Aus dem Stand in den Keller, dann immer weiter bergab bis zum freien Fall, das hat schon was. Das schaffen noch nicht einmal deutsche Skispringer, geschweige denn ein Produkt, das angetreten war, auf dem Markt der social security die Rolle zu spielen, die etwa der Golf im Volkswagenkonzern einnimmt.

    Weit davon entfernt. Die Konkurrenz aus der Premiumklasse - goldener Handschlag für Versager, Abfindungen von X Millionen für Nieten, Boni in ähnlicher Höhe für Kapitalvernichter, kostenlose Vorstandsspeisung - hat sehr viel bessere Presse. Wie kommt das?

    Das liegt sicher nicht allein am Design, obgleich natürlich zum guten Teil. Sicher würde ein Audi Q7, der so aussieht, als hätte er Kleinwagenräumer, Fußgängerhäcksler, MGs und Blutablaufrinnen hinter seinem Kühlergrill, sich sehr viel besser verkaufen als einer, der bloß so aussieht, als hätte er das alles gern hinter seinem Kühlergrill. Das Auge fährt schließlich mit. Deswegen war es sicher ein Fehler, die Frontpartie von Harz IV als knienden Fußgängerzonenbettler mit demütig hochgehaltenem Pappbecher zu designen. Ein Facelift wäre hier dringend angesagt. Mehr ... »

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    Ein Kommentar zu “Hartz V”
  • Frankie schreibt:

    Wenn der Rüttgers es bis 2012 schafft, könnte man das ganze auch “Unsozialgesetz 2012″, kurz “Uso12″ nennen. Damit bekommt man gleich auch die passende Medizin gegen die Risiken und Nebenwirkungen empfohlen.