Manifest für Ehefrieden

In einem „Manifest für Ehefrieden“ hat Alice Schwarzer geprügelte Ehefrauen dazu aufgerufen, die Frauenhäuser zu verlassen, zu ihren prügelnden Gatten zurückzukehren und sich mit ihnen an einen Tisch zu setzen.

Es sei ein halbes Jahrhundert her, daß Frauen sich vor der Gewalttätigkeit von (Ehe-)Partnern zu schützen versuchten, indem sie die gemeinsame Wohnung flöhen und Zuflucht in Frauenhäusern fänden. In dieser Zeit seien Hundertausende Ehen zerbrochen, sei Männern Kontaktverbot erteilt worden, seien Frauen zusammengeschlagen, ermordert, Kinder entführt, als Waffe benutzt und traumatisiert worden. Ganze Generationen von Männern und Frauen hätten Angst vor einer Ausweitung des Geschlechterkrieges. Sie fürchteten um das gedeihliche Miteinander von Mann und Weib in der gottgewollten Ordnung von Ehe und Familie.

Die von ihren Partnern vergewaltigten, geschundenen und gedemütigten Frauen brauchten unsere Solidarität, gewiß. Aber was wäre jetzt solidarisch? Wie lange noch solle auf dem Schlachtfeld Ehe Schrägstrich eheähnliche Gemeinschaft geschrien, beleidigt, gelitten und verzweifelt werden? Und was sei jetzt, 50 Jahre nach Chiswick, eigentlich das Ziel dieser Häuser? Solle nach erfolgreicher Zerstörung der Kernfamilie durch den Feminismus nun der Mann auf der ganzen Linie besiegt werden?

Annalena Baerbock mache aus ihrem Ziel kein Geheimnis. Nach feministischer Außenpolitik wolle sie nun auch feministische Bündnis-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik: vulgo Kriegspolitik. Noch versichere der deutsche Kanzler, nicht obendrein auch noch eine feministische Familienpolitik zu wollen, und nicht vorzuhaben, Kampfjets oder Bodentruppen in deutsche Haushaltungen abzuordnen. Doch wie viele rosa, rote und violette Linien seien in den letzten Monaten nicht schon überschritten worden?

Es sei zu befürchten, daß der Mann spätestens dann, wenn er seine Partnerin wissen lasse: „Ob’s dir gefällt oder nicht, du wirst dich fügen müssen, meine Schöne!“ und die Schöne füge sich dann aber keineswegs, sondern mache sich im Gegenteil auch noch mit anderen Kerlen gemein, daß der Mann dann zu einem maximalen Gegenschlag ausholen werde. Dann sei man auf dem besten Wege, aus dem Manne einen Gopnik zu machen, einen Hinterhofschläger, der sich wie eine in die Enge getriebene Ratte aus der drohenden Niederlage freibeißen werde, was bleibe ihm übrig?

Eine Frau könne zwar – unterstützt durch die Hälfte des Himmels – einzelne Scharmützel gewinnen. Aber sie könne gegen die gewaltigste Urgewalt der Welt, den Mann, keinen Krieg gewinnen. Das sage nicht nur sie, Schwarzer, das sage auch der gesunde Menschenverstand. Das sage ein Blick auf ein Bild des Gopnicks Putin, dieses Bild von einem Mannsbild, wie er, der mächtigste der Schmächtlinge, zu Wasser, zu Lande und zu Pferde seine Beschützerbrust in die rauhe Wildnis halte – wie wolle ein Weib bei diesem Anblick nicht schwach werden, sondern gegen dieses herrliche Manntier gar einen Krieg gewinnen wollen?

Wenn aber die Zukunft von Männlein und Weiblein nicht in getrennten Wegen, sondern in der Gemeinsamkeit von Tisch und Bett liege, warum dann nicht jetzt gleich, sofort? Die Scherben aufkehren, das Blut fortwischen, und sich gemeinsam an den Küchentisch setzen? Sofern der noch alle Beine hat. Sonst muß es ein anderer Tisch tun.

Und um Verzeihung bitten.

Um Verzeihung bitten heiße nicht kapitulieren. Kapitulieren heiße kapitulieren. Um Verzeihung bitten heiße auch nicht Stiefellecken. Stiefellecken heiße Stiefellecken. Um Verzeihung bitten heiße auch nicht sich auf den Bauch schmeißen und um Gnade winseln. Es gehe nicht um Gnade, es gehe um den gemeinsamen Blick nach vorne. Das Gewesene gewesen sein lassen, die Toten begraben, den Zwist ausverhandeln. Von gleich zu gleich, auf Augenhöhe, Kompromisse schließen, ein Geben und Nehmen beider Seiten. Zu einem Streit gehörten immer zwei, und auch dem Mann sei schließlich übel mitgespielt worden. Man habe ihn in seiner Ehre gekränkt, ihn toxisch genannt, ihm den Umgang mit seinen Kindern erschwert. Nicht einmal ein Klaps auf den Po sei ihm noch erlaubt. Und schließlich sei Gewalt auch immer ein Schrei um Hilfe und Zeichen dafür, daß ihm die Beziehung nicht gleichgültig sei. Das wüßten nicht nur Küchenpsüchologen, das sagten alle: Nachbarn, Bekannte und beste Freundinnen, das glaube nicht zuletzt die  rechte  richtige Hälfte der deutschen Bevölkerung. In beiden Hälften des Himmels. Es sei Zeit, ihr zuzuhören.

Dazu solle am 25. Februar um 14 Uhr bei einer Kundgebung in Berlin vor dem Brandenburger Tor Gelegenheit sein. Alle (m/w/d), die ehrlichen Herzens Ehefrieden wollten, seien eingeladen, dem Manne Zuspruch zuteil werden zu lassen und ihn ihrer Protection zu versichern.

Manifest für sozialen Frieden

Die Antikapitalistische Linke Sahra Wagenknecht hat die Völker der Welt dazu aufgerufen, die Signale Signale sein zu lassen und nicht ins letzte Gefecht zu ziehen. Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft sei die Geschichte von Klassenkämpfen, schon recht, so Wagenknecht, und diese Klassenkämpfe aber, sie seien von Übel: Soldaten und Zivilisten würden in ihnen getötet, Frauen vergewaltigt, Kinder verängstigt, ganze Völker traumatisiert.

Was alleine im revolutionären Rußland dem Bürgerkrieg und dem roten Terror zum Opfer gefallen sei – Stalins Scheußlichkeiten noch gar nicht mal mitgerechnet, China nicht, Korea nicht, Vietnam, Kambodscha, Kuba, Südamerika, Afrika -, das gehe bald auf keines Rindes Haut mehr, und auch in Europa hätten viele Angst vor der Machtübernahme durch die Sozen bzw. vor der Reichensteuer.

Die immer noch zum Hungern gezwungenen Verdammten dieser Erde hätten unsere Solidarität verdient, gewiß. Aber was wäre jetzt solidarisch? Wie lange solle auf dem Schlachtfeld wider Elend und Sklaverei noch gekämpft und gestorben werden? Und was sei jetzt, einhundertundzweiundfünfzig Jahre nach Niederschlagung der Pariser Kommune, eigentlich noch das Ziel dieses Krieges? Reiner Tisch mit dem Bedränger? Nun, warum sich dann nicht mit dem Bedränger an einen Tisch setzen? Jetzt gleich! Sofort!

Klassenwidersprüche würden nicht durch Kampf gelöst, sondern nur durch Verhandlungen. Verhandlungen zwischen Macht und Ohnmacht, zwischen Besitz und Habenichts, zwischen Friß und Stirb, nur die versprächen Erfolg. Auch dem Kapital seinerseits sei schließlich übel mitgespielt worden, mit Steuern, mit Auflagen, mit Arbeitsschutzgesetzen, mit überzogenen Tarifforderungen. Die Arbeitsleute in Stadt und Land aber, die Unmündigen und Knechte, die die Schmach nicht länger dulden wollten, die könnten zwar mit Unterstützung von Olaf Scholz und der SPD einzelne Schlachten gewinnen, aber sie könnten gegen die größte Großmacht auf dieser Erde, den internationalen Finanzgabdalismus, einen Krieg nicht gewinnen. Das sage nicht nur sie, Wagenknecht, das sage beispielsweise auch der erfolgreichste Großinvestor besagten Gabdalismus‘, Warren Buffet. Der spreche nicht einmal von einer Pattsituation, in der keine Seite den Krieg gewinnen könne. Der spreche aus und stelle klar, daß das Kapital den Krieg gewinnen werde.

Es stehe nämlich zu befürchten, daß spätestens mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel der Finanzgabdalismus zum maximalen Gegenschlag ausholen werde. Gerieten wir dann nicht unaufhaltsam auf eine schiefe Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg? Rhetorische Frage: Wir gerieten dann unaufhaltsam auf eine schiefe Rutschbahn Richtung Weltkrieg und Atomkrieg. Dann sei für die Proletarier dieser Welt nichts mehr zu retten, nicht einmal ihre Ketten. Denn dann sei nichts mehr, wie es einsten war.

Dann werde möglicherweise sogar Elon Musk der Chef von Twitter.

Unterwerfen heiße nicht kapitulieren. Kapitulieren heiße kapitulieren. Unterwerfen heiße auch nicht Stiefellecken. Stiefellecken heiße Stiefellecken. Unterwerfen heiße, sich auf den Bauch schmeißen und  um Gnade winseln  über Gnade  verhandeln, Verhandlungen führen, von gleich zu gleich, auf Augenhöhe, Kompromisse schließen, ein Geben und Nehmen beider Seiten, um weitere Hunderttausende Tote und Schlimmeres zu verhindern. Das meine Unterwerfung. Das meine auch sie, Sahra Wagenknecht, das meine auch die  rechte  richtige Hälfte der deutschen Bevölkerung. Es sei Zeit, ihr zuzuhören.

Und sie schließt mit der altehrwürdigen Hymne „Alle mal herhören!“, in der es heißt:

Wer rettet uns? Ein höh’res Wesen,
ein Gott, ein Kaiser, ein Tribun?

Rhetorische Fragen natürlich auch das, denn wie wir alle wissen, kann uns kein Gott, kein Kaiser und auch kein Tribun aus dem Elend erlösen, das können nicht einmal wir selber, das kann nur wer? Die große rote Sowjetunion. Bzw. das, was von ihr noch übrig ist.

Dem soll am 25. Februar um 14 Uhr in Berlin vor dem Brandeburger Tor gehuldigt werden. Alle, die ehrlichen Herzens Frieden wollten, seien eingeladen, ihn um Erlösung anzuflehen.

Danach dann scheine die Sonn‘, und zwar ohn‘ Unterlaß.

Stattlicher Eid

Weil er schon seit geraumer Zeit (ein paar Tage) keine eidesstattliche Versicherung mehr abgegeben hat, hat der hier und da in der Kritik stehende Kölner Kardinal und eidesstattliche Versicherer Rainer Maria Woelki laut einem Bericht des Käsdorfer Metropolitan (KM) nunmehr eine neue und damit vierte eidesstattliche Versicherung abgegeben. Darin bekräftige er, keine Kenntnis davon zu haben geschweige denn gehabt zu haben, daß er jemals getauft worden sei.

Wörtlich schreibt Woelki: „Ich kann mich nicht daran erinnern, daß ich getauft worden bin, daß ich während des Rituals bei der Sache gewesen wäre, daß ich etwa mitgekriegt hätte, worum es bei der Sache überhaupt ging.“ Somit könne er sich auch nicht daran erinnern, dem Satan widersagt zu haben, mit Christus in den Tod begraben worden und mit diesem wiederauferstanden zu sein. Ob er vom Heiligen Geist etwas abbekommen habe, könne er nicht sagen. Wenn, dann habe er nichts davon mitgekriegt.

Hintergrund der mittlerweile recht stattlichen Versicherei ist ein presserechtlicher Streit Woelkis mit der Pißpottpresse. Woelki wehrt sich gegen die von dieser erhobene Behauptung, er, Woelki, sei getaufter Katholik. Im Rahmen des daraus resultierenden Verfahrens vor dem Kölner Landgericht, hatte eine ehemalige Mitarbeiterin des zuständigen Erzbistums (Kölle) als Zeugin ausgesagt, sie selbst habe seinerzeit den Täufling Woelki über den Taufkessel gehalten und mit eigenen Augen gesehen, wie der Zelebrant ihm dreifach den Kopf gewässert habe.

Das Bistum hatte diese Anschuldigung zurückgewiesen und die Prüfung von arbeitsrechtlichen Schritten angekündigt. Die Frau wisse selbst nicht, „ob der Alte Adam im Kardinal ersäuft worden ist oder nicht, behauptet dieses aber einfach ins Blaue hinein“. Nachdem eine interne Prüfung ergeben hatte, daß eine nahezu hundertjährige ehemalige Mitarbeiterin durch eine Abmahnung nur noch mäßig zu beeindrucken sein würde, verzichtete das Bistum aber auf Disziplinarmaßnahmen. Es beschränkte sich lediglich darauf, ihr die ewige Seligkeit zu entziehen.

Daß Woelki sich nicht gerne öffentlich einen getauften Katholiken nennen lassen will, ist einerseits nur zu verständlich, angesichts dessen, was getaufte Katholiken schon alles angestellt haben. Nicht nur, aber auch und gerade in Woelkis Hausbistum (Kölle). Als man ihm eines Tages eine Liste mit den Namen von Getauften und dem, was diese angestellt haben sollten, vorlegte, schloß er die Augen, um das Elend nicht sehen zu müssen. In der Öffentlichkeit, soweit sie humanistisch gebildet ist, hat das Erzbistum mit den Jahren den Ruf eines Augiasstalls bekommen. Für die nicht humanistisch gebildete Öffentlichkeit reicht ein Hinweis auf das Bistum, um zu erläutern, was unter einem Augiasstall zu verstehen sei. Verstehendes Nickköppen ist die Folge.

Zur Erinnerung: Herakles (Hercules) war einst angetreten, den Stall des Königs Augias auszumisten, aus dem der Dung von hundert Jahren bereits zum Fenster herausschaute. Als Herkales seiner ansichtig wurde, schloß er die Augen, um das Elend nicht sehen zu müssen. Dann bestellte er ein Gutachten. Als ihm das nicht gefiel, bestellte er noch ein Gutachten. Das erste Gutachten schloß er weg. Dann bestellte er Claqueure und eine wohlgesinnte Presse. Als er die nicht bekam, prozessierte er und erfand das Instument der eidesstattlichen Versicherung.

Ob Woelki, der nach eigenem Verständnis angetreten war, als erster in Deutschland den Herakles zu mimen und einen der sieben Kirchenställe so richtig durchzukärchern, sich mit seiner jüngsten eidesstattlichen Versicherung einen Gefallen tut, bleibt andererseits abzuwarten. Normalerweise geht alles, was er anfängt, in die Hose, oder führt jedenfalls zu ungewogener Presse. Denn wenn er als mglw. Ungetaufter, mithin nicht sichtbar in den Leib Christi eingegliedert und der beseligenden Gottesschau beraubt, zwar heutzutage in geweihter Erde bestattet werden kann, ohne daß diese Erde den Fremdkörper abzustoßen gehalten wäre, so hätte er sich doch wiederholt der Abendmahlserschleichung schuldig gemacht. Was aus Sicht des Papstes sicherlich ein schweres Vergehen ist, schwerer als vieles von dem, was getaufte Katholiken schon alles angestellt haben, nicht nur, aber auch und gerade im Bistum Kölle.

Bis Redaktionsschluß ist es uns leider nicht gelungen, zu ermitteln, ob es – das exkommunikationsbewehrte Verbot der Frauenordination in Rechnung gestellt – eigentlich zulässig sei, einen Kardinal mit zweitem Vornamen „Maria“ zu taufen. Äähh – zu nennen. Nicht taufen. Nennen.

Oder ob nicht auch das sofortige Exkommunikation nach sich ziehen sollte.

Neues von Friedrich Merz

»Steinzeitmenschen werden oft vollkommen falsch dargestellt«

Schreibt klein Hubbert im Spiegel. In Film, Funk und Fernsehen und teilweise auch im SPIEGEL würden sie meist dargestellt wie ganz normale Westeuropäer, nur halt aus einer anderen Zeit. Dabei seien sie viel diverser gewesen als wie wir: dunkle Haut und oft sogar schwarze Haare! Auch schon was – wie man halt so aussieht, wenn man das offene Feuer mit bloßen Händen am Laufen halten muß und sich dabei alle naslang die langen Haare abfackelt.

Denn zum Schneiden hatte man bloß Flintstones, keine Scheren, da schor man sich den Schopf schon besser ab. Weswegen viele auch kaum Haare hatten, sondern eine schädelbetonte Nichtfrisur und unterhalb des seltsamen Stirnskalps ein ganz ausgesprochenes Gesicht. So eines, das, hätte es sie schon gegeben, Uhren würde angehalten haben. Eines, das schwere Dieselloks hätte entgleisen lassen und somit dito hätte anhalten können, nur gab es natürlich auch noch keine Dieselloks. Was es schon gab, und was sie anhalten konnten – und was sie auch anhalten taten -, das waren Mammute im vollen Galopp.

„Das,“ so sprach ein solches Mammut, wenn es eines Gesichtes ansichtig wurde, welches vermuten ließ, der Träger habe anstelle der Leber faules Holz und Boviste im steinzeitlich-westeuropäischen Wanst, und über dieses Holz sei ihm auch noch allerlei Getier gekrabbelt, „das,“ so wiederholte es, „muß ich mir nicht antun. Was für eine Visage! Als hätte ihm wer die Luft aus dem Mofa gelassen! Als wäre er als Kind in einen Rührkessel mit beleidigter Leberwurst gefallen! Als hätte ihm wer ein Weibsbild vor die Nase und an die Fraktionsspitze gesetzt! Hier ist gut abhauen; laßt uns die Richtung ändern und die Biege machen.“

Die Mammute änderten dann die Richtung, bogen ab und versanken im Pechsumpf.

Doch – Weibsbilder gab es damals. So divers war man schon. Sie sahen vermutlich aus wie heutige westeuropäische Weibsbilder, nur eben aus einer einer anderen Zeit.

Es sei denn, klein Hubbert wüßte auch das besser.

Merz, Friedrich spricht sich gegen AfD-Verbotsverfahren aus

Merzens Friedrich ist der Meinung, sagen zu sollen, daß ein Verbotsverfahren gegen den parlamentarischen Arm der Reichsbürgerschaft, der AfD, zu nichts nütze sein würde, ihm zumindest nichts. Er läßt sich mit den Worten zitieren, er halte nichts davon, „harmlose[n], aber besserwisserische[n] Spinner[n] mit der ganzen Härte des Gesetzes“ kommen zu wollen, auch nicht mit der halben Härte, auch nicht mit einem Viertel, „wozu?“. „Die“ – damit meint er die Reichsschildbürger – täten sich anderntags neu organisieren, wären dann in einer anderen Partei und würden von vorn anfangen, ihm Merz, original CDU-Wähler und original CDU-Wählerinnen auszuspannen, die er, Merz, gerne selber behielte, oder zurückbekäme. Oder an sich bände. Oder überhaupt erst einmal kriegte. Sie zumindest einmal auf sich aufmerksam machte. Vielleicht daß sie sich auf der Straße nach ihm umdrehten, sich anstießen und tuschelten. Nötig sei, so Merz, eine politische Auseinandersetzung, keine juristische.

Mit wem hingegen keine politische Auseinandersetzung not täte, sondern eine juristische, und wer nicht mit der halben, sondern mit der vollen Härte des Gesetzes und keinem Jota weniger konfrontiert und dringend bekannt gemacht werden müsse, das seien die keineswegs harmlosen, wohl aber besserwisserischen Spinner von den Letzten Generationen, die sich, wenn man nicht hingucke, an alles klebten, was nicht niet- und nagelfest sei. Oder besser, da das ja nicht viel Sinn mache, die sich an alles klebten, was flex- und boschhammerfest sei. In deren Umfeld solle man mal mit Verbotsverfahren fuchteln, daß es eine Art habe. Die horteten schließlich keine Waffen, horteten die nicht, die führten keine Umsturzflausen spazieren, führten die nicht, die kompilierten keine Todeslisten, die seien vielmehr hochmotivierte, topkriminelle Straftäter und handfeste Verbrecher. Und wenn er ‚handfest‘ sage, dann meine er handfest. Gegen die brauche man Boschhämmer und Winkelschleifer. Die kriegten es fertig und pappten sich vor die Privatjets unschuldiger Blackrockaufsichtsratsvorsitzender auf deren privates Rollfeld.

Gefragt, was denn Verbotsverfahren im Rollfeld – pardon: im Umfeld solcher Aktivisten bringen sollten, ob die nicht völlig unnütz seien, weil sich die Aktivisten nach erfolgtem Verbot tagsdrauf halt neu organisierten und dann in anderen Gruppen seien und dort von vorn anfingen, sagte Merz, solch einen Blödsinn habe er noch nie gehört.

Und das wolle etwas heißen, denn er sei seit 50 Jahren in der CDU.

Puritaner unter sich

Aktivist:innen der holländischen Aktivist:innengruppe „Kick Out Zwarte Piet“ sind von Aktivist:innen der nicht minder holländischen Aktivist:innengruppe „Laatste Generatie“ zwischen Zwolle und Staphorst im Nordosten der holländischen Niederlande daran gehindert worden, rechtzeitig zur bzw. vor Ankunft des „Sinterklaas“ in Staphorst dortselbst einzulaufen und des Sinterklaas Sidekick „Zwarte Piet“ mit Fußtritten außer Landes zu jagen, wie es in den holländischen Niederlanden mittlerweile üblich ist. Außer in Staphorst. Dort hat Zwarte Piet wie vor Jahrhunderten auch heute noch einen Aufenthaltstitel, trotz seines kolonialen Hintergrundes.

Die Aktivist:innen von Laatste Generatie hatten sich zwischen Zwolle und Staphorst auf das Straßenpflaster geklebt, um dadurch den unter dem Pflaster liegenden Planeten zu retten, und die Aktivist:innen von Kick Out Zwarte Piet wollten aus Rücksicht auf die zum Teil nur gemieteten Fahrzeuge, darunter ein Reisebus, nicht einfach über sie drüber fahren. Sie hielten an. Holländische Passivist:innen aus Staphorst, darunter viele zwarte Piet:innen in traditionellem Kostüm – Pluderhosen, Kragen und Barett, breite rote Lippen, sowie Ohrringe, standen drumherum und besahen sich die Bescherung mit Interesse. Sie hätten derweil in Staphorst den Sinterklaas begrüßen können, aber der würde nächstes Jahr wiederkommen, und so ein Schauspiel wie dieses hat man auch in Staphorst nicht alle Tage.

Zumal sich herausstellte, daß etliche der Klebenden, wiewohl sie sich keinerlei Blackfacings schuldig gemacht hatten, zu ihren bleichen Gesichtern sog. „Dreadlocks“, bzw. „Locks“, oder vielmehr „Locs“, also Haare trugen. Will sagen: lange Haare. Lange Haare, die zum Teil ebenfalls bereits am Pflaster klebten, sei’s weil sie Sekundenkleber abbekommen hatten, sei’s weil sie von sich aus, oder von Natur aus bereits klebrig waren. So oder so wurde dies von den wider Willen Anhaltenden ungesäumt als kulturelle Aneignung erkannt und verworfen.

Und heftig diskutiert. War man sich hinsichtlich der Gravamina noch einig: People of no Color (PonCs), bzw. People of no Color worth mentioning (PonCwms), People of no Color to speak of(PonCtsos) und People of no Color at all (PonCaas) hatten keine verfilzten Haare zu haben, war man sich uneins, was zu tun sei. Konnte man sie auffordern, sich die Haare abzuschneiden, oder wäre das ein Eingriff in die Privatsphäre der Klebenden, der so nicht passieren durfte? Konnten sie sich die Haare überhaupt abschneiden, mit nur einer freien Hand? Hatten eigentlich alle zwei Hände? Und wenn ja, war das nicht übelster Ableism? Und gesetzt den Fall, sie hätten sich wenigstens die Gesichter mit schwarzer Schuhcreme – sie hatten sich die Gesichter nicht mit schwarzer Schuhcreme, aber nur mal angenommen, sie hätten: wären die Locks dann kulturelle Aneignung in minderschwerem Fall? Oder im Gegenteil kulturelle Aneignung 2. Grades? Kritik ward geäußert, daß dies eine akademische Diskussion 2. Grades zu werden drohte, denn sie hatten sich die Gesichter ja nicht mit schwarzer Schuhcreme, und wenn sie sie sich hätten, hätte man sie ja doch nicht mit Fußtritten außer Landes jagen können – nicht jedenfalls, solange sie klebten.

Schließlich einigte man sich, die Klebenden mit Kartoffelbrei und Tomatensuppe zu bewerfen, da sie uneinsichtig waren und nicht weglaufen konnten. Was dann aber daran scheiterte, daß man weder Kartoffelbrei noch Tomatensuppe bei sich hatte. Man war an jenem Morgen in Amsterdam aufgebrochen, ohne sich mit Kartoffelbrei oder Tomatensuppe zu versehen. Man hatte nicht damit gerechnet, ausgerechnet heute Kartoffelbreis oder Tomatensuppe zu bedürfen.

Auch die umstehenden Passivist:innen hatten weder Kartoffelbrei noch Tomatensuppe bei sich. Sie, noch weniger als die „Kick out“-Aktivist:innen, hatten am Morgen keinen Grund dazu gesehen, sich Kartoffelbrei oder Tomatensuppe in die Taschen zu stecken. Was sie in den Taschen hatten aber teilten sie bereitwillig. Es waren dies ein paar Eier, roh oder jedenfalls nur sehr weich gekocht, Pfeffernüsse – eher ungewöhnliche Demonstrationsmunition, deren Zuhandenheit wohl im sinterklaasschen Ereigniskonnex gründete, deren ballistische Eigenschaften allerdings unverächtlich und denen von Kartoffelbrei und Tomatensuppe deutlich überlegen sind -, sowie klassische Feuerwerkskörper. Was es nicht gab war Glühwein, sei’s in planetenfreundlichen, sei’s in planetenfeindlichen Behältnissen, aber man darf von streng reformierten calvinistischen Passivist:innen nicht gleich Frivolitäten verlangen, selbst wenn sie in Volksfeststimmung sind.

Außerdem waren die Aktivist:innen ohnehin schon klebrig.

Während all der Zeit konnte Sinterklaas zu seiner Verwunderung unbehelligt durch Staphorst reiten, und sich fragen, warum eigentlich niemand kam, seinen Piet mit Fußtritten außer Landes zu jagen. Auch der Piet wunderte sich. Hier stimmte doch etwas nicht. Konnte es sein, daß nicht nur der streng reformierte calvinistische Nordosten sondern ganz Restholland über Nacht genauso rassistisch geworden war, wie er selbst es – neuerdings – schon seit Jahrhunderten war? Und daß sie darum nicht hinter ihm her waren? Ängstlich blickte er sich um. Niemand da. Ihm war nicht geheuer. Aber durfte er, eine Person of fraudulent Color (PofC), überhaupt Angst vor Verfolgung haben? War das nicht schon kulturelle Aneignung? Schweiß mischte sich der Schuhwichse. Tastend vergewisserte er sich seiner Rute. Ihn fröstelte.

Das Fest ging weiter. Mit der in Jahrmilliardendauer erworbenen Langmut des stummen Dulders ruhte der Planet unter dem Staphorster Pflaster und scherte sich um nichts.

Klebrig

Unter strenger Unkenntnis des kategorischen Imperativs „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, daß sie ein allgemeines Gesetz werde“ haben sich zwei Damen von der Ganzbestimmtnichtregierungsorganisation „Alleraberauchallerletzte Generation“ mit Sekundenkleber an ein Gemälde von Lukas Cranach gepappt.

Gedacht ist das möglicherweise als Versuch, mit einer rechten und einer linken Hand die Erderwärmung um zwei oder gar vier Grad zu bremsen, aufzuhalten und zur Umkehr zu bewegen. Möglicherweise.

‚Möglicherweise‘ heißt: möglicherweise auch nicht. Man weiß erstens nicht, ob überhaupt gedacht worden ist, denn wenn man sich der eigenen Jugend recht erinnert, war der Schlachtruf damals wie heute und wahrscheinlich immer schon: „Aber wir müssen doch was tun!“ und nicht: „Wir sollten denken!“. Darum nennt man AktivistInnen ja auch AktivistInnen, und nicht etwa Cogitanten.

Gewiß, wenn Feuer unterm Dach ist, sollte die Feuerwehr rausfahren und sich nicht erst einmal zum Brainstorming zurückziehen. Das kann sie während der Bereitschaft tun. Was aber hülfe es, wenn sie sich stattdessen an den Goldrahmen von ‚Ruhe auf der Flucht nach Ägypten‘ kleben wollte?

Womit wir beim ‚Zweitens‘ wären: Der Zusammenhang zwischen Cranachs Gemälde und dem Klimawandel ist dunkel. Der Zusammenhang zwischen dem Gemälderahmen und dem Klimawandel ist auch dunkel. Und das Licht, das die Generationsdamen auf Twitter ausgießen, ist diffus und gedämpft:

Die Klimakastrophe und ihre Folgen drohen alles zu vernichten – auch Kunst und Kultur.

Um allen die Gefahr für die Menschheit begreiflich zu machen, hat sich Maja gestern an den Rahmen eines Gemäldes geklebt und besondere Aufmerksamkeit erzeugt. Sie war über Nacht in Gewahrsam.

Dunkel bleibt, warum die „Gefahr für die Menschheit“ Frl. Maja unverborgen blieb, wohingegen sie „allen“ nur begreiflich zu machen scheint, wenn sich wer vor aller Augen irgendwo dranklebt. Hatte Maja zuvor eine Vision? Hat der Engel Gottes sie besucht und sich an ihren Bettpfosten geklebt? Und sie beauftragt, hinzugehen und uns allen ins Gewissen zu twittern, auf daß wir begreifen mögen?

Und dunkel auch, warum man sie über Nacht in Gewahrsam nahm. Bestand Fluchtgefahr? Hätte man sie nicht kleben lassen können? Man denke, im Grünen Gewölbe in Dresden hätte seinerzeit ein Dutzend AktivistInnen an der Juwelenvitrine geklebt – möglicherweise wären die Juwelen jetzt noch da, und den Dieben die Augen für die Klimakatastrophe geöffnet worden.

Denn ach! dieselbe wird alles vernichten, sagt uns Maja, Gerechte wie Ungerechte, AktivistIn wie PassivistIn, Lastenrad wie SUV. Selbst unrecht Gut wird dahinmüssen, Juwelen und Goldmünzen, aber „auch Kunst und Kultur“, ja alles, was Menschen gerne mögen, was ihnen zu Herzen geht, woran sie Freude haben und an dem sie hängen. Wo nicht kleben. Autobahnzubringer! Alles das, wofür bislang der 2. Hauptsatz der Thermodynamik zuständig war, werden „die Klimakatastrophe und ihre Folgen“ vernichten.

Irgendwann wird es nicht einmal mehr Sekundenkleber geben. Dann wird man uns gar nichts mehr begreiflich machen können.

Abteilung Schnaps und Coca-Cola

Die Wissenschaft hat festgestellt,

daß Hunde zwischen indogermanischen und finnugrischen Sprachen unterscheiden können.

Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, mußte die Wissenschaft – hier in Person der Eötvös Loránd Tudományegyetem (finnugrisch für das indogermanische Universitas Budapestinensis de Rolando Eötvös nominata) – sich zunächst einmal die Frage stellen, ob es denn überhaupt so sei. Nachdem das geschehen war, machte sie sich daran, ein Rudel von Versuchshunden darauf zu trainieren, im Hirnscanner regungslos liegen zu bleiben.
Ich muß sagen, ich habe die allergrößte Achtung vor der Wissenschaft. Regungslos! Ich würde das nicht hinkriegen. Ich kriege es noch nicht einmal hin, meine Hunde auch nur still sitzen zu lassen, wenn ich ihnen Futter in die Näpfe fülle. Und wenn mir dann aus dem „Kleinen Prinzen“ vorgelesen würde, würde nicht einmal ich still sitzen bleiben. Das heißt, einen Moment schon. Einen Moment würde ich versteinert dasitzen, aber dann würde ich die Beine in die Hand nehmen.

Es war nämlich die Versuchsanordnung so: den regungslos im Scanner verharrenden Hunden wurde aus dem „Kleinen Prinzen“ vorgelesen, einmal auf Spanisch, einmal auf Ungarisch, und sie sollten das Gehörte anschließend diskutieren. Nein falsch: der Scanner sollte aufpassen, was das mit den Hirnen der Tiere anstellen würde. Und das wurde anschließend von der Wissenschaft diskutiert.

So ist’s richtig.

Bei den finnugrisch sozialisierten Hunden passierte nichts, bei den spanisch sozialisierten passierte auch nichts, jedenfalls nicht, wenn sie die Geschichte in der je fremden Sprache hörten. Wenn sie aber die Version in ihrer Muttersprache hören mußten, „zeigten sich in der sekundären Hörrinde, einem Kortexareal im Temporallappen des Gehirns, unterschiedliche Aktivitätsmuster“, je nachdem welcher Hund und welche Sprache.
Daraus schloß die Wissenschaft dies und das und veröffentlichte es im zuständigen Fachjournal.
Ach ja, zuvor hatte sie zur Sicherheit den Hunden auch noch Revolution #9 von den Beatles rückwärts vorgespielt, um festzustellen, ob die Hunde die verborgene Botschaft mitkriegen, nein falsch, ob die Hunde überhaupt zwischen Sprache und allgemeinem Rumgedröhne würden unterscheiden können. Auch davon hatte sich das Kortexareal im Temporallappen nichts angenommen.

Interessant wäre es nun, herauszufinden, was genau die veränderten Aktivitätsmuster in der sekundären Hörrinde zu bedeuten haben, aber solange die Wissenschaft noch nicht in der Lage ist, einem Hund oder Menschen die PIN für die VISA-Card aus dem Hirn herauszuscannen, muß all unser Wissen wohl Stückwerk bleiben, und wir sind wie von jeher auf Spekulation zurückgeworfen.
Ich wage die These: wenn unter dem infernalischen Lärm des Hirnscanners überhaupt etwas anderes auf den Hirnlappen geschrieben werden konnte als: „Hoffentlich ist das hier bald vorbei!“, dann muß es sich um ein starkes Sentiment gehandelt haben. Ein Sentiment, das Preßlufthämmern und Dampframmen Stirn und Stinkefinger bieten kann.
Herauszufinden, welches Sentiment das sein könnte, wäre an der Wissenschaft. Dazu muß sie sich die Frage zunächst einmal stellen: welches Sentiment könnte das sein? Aber wenn das geschehen ist, dann heißt es: „Wissenschaft faß!“
Dieses veränderte Aktivitätsmuster, es scheint mir zentral. Signifikant. Verräterisch! Vielleicht läßt es sich entschlüsseln, wenn man es auf links zieht? Oder von hinten betrachtet? Auf jeden Fall: Dranbleiben!

Ich denke, daß, wenn der Nebel sich lichtet, das Muster etwas preisgeben wird. Vielleicht nichts so präzises wie eine VISA-Card PIN, aber doch ein deutliches Statement in gut verständlicher Sprache. Etwas in der Art von: „Wenn ich diesen ranzigen Satz noch ein weiteres Mal hören muß, egal in welcher Sprache, dann passiert ein Unglück!“
Und „dieser ranzige Satz“ – damit wird der Satz „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ gemeint sein, dieser stichigste aller Kalender-, Poesiealbums-, Erstkommunions- und Freundebüchersätze. Welchem ehrlichen Nachfahren von farkas, susi oder hunt (finnugrisch für das indogermanische Meister Graubein), der ohnehin schon an der Lärmemission der Versuchsanordnung laboriert, kann man mit solch einem wichtigtuerischen Edelstuß kommen? Das kann doch nur einer sagen, der keinen Schimmer davon hat, was die aus dem Augenwinkel wahrgenommene Bewegung dieses einzelnen Steppengrashalms da hinten für Aktivitätsmuster in den Occipitallappen des Jägers zaubert.
„Das Wesentliche ist dem Auge unsichtbar“? Kann sein dem Auge, aber das Auge ist bloß Durchgangsstation. In der Sehrinde spielt die Musik!

Das Herz mag das Wesentliche sehen, aber das Herz geht hungrig zu Bett.

Und wenn wir es so machen?

Nämlich: Ungeimpfte dürfen auf der Autobahn nur noch 100 km/h fahren, auf Landstraßen 80 km/h, innerorts 30 km/h.

Na? Würde das irgendwelche Einsichten befördern, oder eher im Gegenteil?

Im Gegenteil, aha. Denn ebend nich! Denn ebend andersrum: Höchstgeschwindigkeit 120 für alle. Vollständig Geimpfte bekommen aber als Incentive einen Bugatti Charon und dürfen damit auf der A2 417 km/h fahren. Das hätte den Charme, daß es auf der A2 erfreulich voll werden dürfte (61,2 Millionen Bugattis Stand heute morgen, die Nuckelpinnen der Ungeimpften nicht gerechnet), und man dort ohnehin nicht mehr schneller als 400 fahren könnte. Und wer es doch täte, der wäre dann ja gechipt, und man könnte ihn von überall her orten, hätte ihn in der Hand und alsobald am Schlafittchen. Bill Gates sei Dank.

Warum fällt mir bei A2 unweigerlich diese Type ein, die damals lose Betonplatten in den märkischen Sand kippen ließ, das Autobahn nannte, und sich dafür feiern ließ?
Egal.
Aber apropos: Es hätte obiger Vorschlag ferner den Charme, daß es sich den Wahnsinnigen verböte, den „Zivilisationsbruch“ der Geschwindigkeitsbegrenzung etwa, wie sie es gewohnt sind, mit den Nürnberger Gesetzen gleichzusetzen. Und zwar aus Gründen schlichter Unzutreffendheit. Es war den Juden zunächst nicht verboten, Bugattis zu besitzen und auf der A2 herumzufahren. Und ehe noch die in Querlenkerkreisen heute so beliebten gelben Sterne aufkamen, hatte man ihnen längst die Führerscheine entzogen.
Anders als bei uns. Und so weit würde auch nicht einmal ich gehen wollen, obwohl man über den Komplex Idiotentests, Idiotentestpflicht, Idiotenselbsttests, Idiotenschnelltests und freiwillige Führerscheinabgabe durchaus einmal in Ruhe nachdenken sollte. Vielleicht bei Gelegenheit eines hübsch viskosen Rückstaus infolge Vollsperrung der A2. Monotonie, Herbheit, Sprödheit, Armut und stillose Gleichförmigkeit der märkischen Kiefernforsten haben schon manchen inspiriert.

So oder so, Voraussetzung wäre, daß das Geschwindigkeitsministerium mitzöge. Daran wird es wohl letztlich scheitern.
Denn würde es es? Das Ministerium? – Kaum. Sitzen doch die wirklich Wahnsinnigen eben dort, fest wie der Arsch im Vollschalensitz, festgefressen wie ein fanatischer Kolben in der Zylinderwand.

Damit nachher nichts ist

Als freiwillig doppelt und dreifach geimpfter Über-50-Jähriger (dies übrigens nicht ganz so freiwillig; d.h. ursprünglich nicht, mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, heiße es gut, und bisweilen echappiert mir sogar das eine oder andere aus tiefem Herzen kommende „Gottseidank!!“ – aber das nur nebenbei) – als solcherart Geimpfter gebe ich zu Protokoll:
Wenn heute als fauliger Kompromiß zwischen Ganz (Mehrheit) und Garnicht (Kubicki) die Impfpflicht nur für Über-50-Jährige beschlossen werden sollte, dann werde ich dem nicht tatenlos zusehen.

Dann lasse ich mich wieder entimpfen.

Ist doch wahr! Immer ich! Als wenn man mir nicht schon mit der seinerzeitigen Wehrpflicht für Unter-50-Jährige lästig genug gefallen wäre! Damals, als man es noch mir machen konnte!
Wenn schon selektive Impfpflicht, dann stimme ich dafür, Kubicki zu impfen, stellvertretend für uns alle. Mehrfach und vollständig, am besten täglich.

Aus Rache.

Sp*innen, Sp_innen, Sp:innen, Sp/innen - oder wie auch immer

Unseren Arachnophobiker:innen

Die römern, die Spinner:innen
ObelX

Männersp:innen, Frauensp:innen
Schwule Sp:innen, Lesbensp:innen
Bi-, Cis-, Trans- und Intersp:innen
Non-binär-, fluide Sp:innen
So Gott will auch queere Sp:innen
Apropos: Anbeter:innen
Gottes(sic!)anbeter:innen
– aka Gattentöter:innen –
(sind, wenn wir uns recht bes:innen
streng genommen keine Sp:innen
bleiben aber trotzdem dr:innen
reimeshalber). Kranke Sp:innen
Toughe Sp:innen, stronge Sp:innen
Powersp:innen, weake Sp:innen
Nicht mehr ganz gesunde Sp:innen
Lebende und tote Sp:innen
Woke, leicht verpennte Sp:innen
Schlappe, mopsfidele Sp:innen
Junge Sp:innen, alte Sp:innen
In-den-besten-Jahren-Sp:innen
Babysp:innen, Teeniesp:innen
Twen- und Thirty-Something-Sp:innen
Boomer-Sp:innen, Gen Z-Sp:innen
Gen-Y und Millenial-Sp:innen
Kellersp:innen, Deckensp:innen
Gartensp:innen, Eckensp:innen
Wolfs- und Kreuz- und Wäschesp:innen
Morgensp:innen, Abendsp:innen
Nacht-, Netz-, Nest-, Saum-, Sammetsp:innen
Mauersp:innen, Lauersp:innen
Milben-, Sack- und Skorpionsp:innen
Glücks-, Gift-, Gras-, Kranz-, Kehrichtsp:innen
Busch-, Feld-, Erd- und Fenstersp:innen
Haus-, Jagd-, Meer-, Rauch-, Ufersp:innen
Wasser-, Sumpf-, Weg-, Winkelsp:innen
Spring-, Staub-, See-, Zelt- Zellensp:innen :

Alle treiben mich von h:innen