Zu Lasten der Leistungsträger

Der Herr Söder von den Bayern da unten hat keine Sympathie für das Steuerkonzept der SPD, das der Herr Schulz jetzt vorgestellt hat, und das irgendwas vorsieht, ist ja egal was, denn es wird ja sowieso nischt draus, weil die SPD die Wahl ja nicht gewinnen tut, und wenn sie dann wieder groß am Koalieren sind, wird sowieso alles wieder umgeschmissen, erzähl mir doch keiner was anderes! Und selbst wenn dem nicht so wäre, dann wäre es immer noch egal, was drinne steht, denn Söder wäre so oder so dagegen.

Trotzdem hat es sich gelohnt, heute morgen, als ich um viertel vor sechs im Wald herumstrolchte – und das Gras war schön feucht und die Sonne leicht verschleiert und die Vögel am Piepen, und ich überlegte gerade, ob es sich vielleicht lohnen würde, die Hunde auf das Wörtchen “Söder!” zu konditionieren, so daß ich nicht immer “Eichhörnchen!” würde sagen müssen — mit dreisilbigen Wörtern hetzt es sich nicht halb so gut, “Söder!” ist viel besser — um sie zur Randale anzustiften, und parallel dazu überlegte ich, ob es vielleicht ein guter Warntext auf Tabaksbeuteln wäre, wenn dort stünde: “35 Jahre Rauchen verstopft Ihre Kapillaren so gründlich, daß Sie vierzehn Jahre später, wenn Sie morgens im Wald mit Sandalen durch feuchtes Gras latschen, am Großen Onkel frieren werden” -, da hat es sich doch gelohnt, mit einem Ohrstöpsel in den Deutschlandfunk zu horchen. Da gab es was zu Schulz und zu Söder und zum Spitzensteuersatz und dessen Erhöhung, die mich zwar persönlich genausowenig betrifft wie eine Tabaksteuererhöhung, so bin ich dem Spitzensteuersatz doch aus rein nostalgischen Gründen von Herzen gut: ach der achtziger Jahre! Kohl Kanzler, 50 Gramm Drum 2 fuffzig, Spitzensteuersatz 53%!

Was für Zeiten! – Aber das beste war, daß Söder – immer laut Deutschlandfunk – geschimpft haben soll, irgendwas sei “klassische Umverteilungspolitik zulasten der Leistungsträger”. Was noch gleich? Wahrscheinlich das Spitzensteuerkonzept. Vielleicht auch das Tabaksteuerkonzept. Von meinen Plänen, die Hunde aufzuhetzen konnte er schließlich noch nichts wissen, und ich hätte nicht gewußt, wieso das die Leistungsträger irgendwie affizieren sollte, es sei denn, ich würde die Hunde vielleicht mit “Leistungsträger! Leistungsträger! Leistungsträger!” anstacheln. Das wäre vielleicht keine schlechte Idee. Vier Silben eignen sich zur rhythmischen Hatz auch sehr gut. Vielleicht wäre das sogar das bessere Konzept als “Söder! Söder! Söder!”, auch wenn es zu Lasten der Leistungsträger ginge. Zwei Hunde, die auf das Kommando “Söder!” eine schlanke Buche umzingeln, und sich den Hals verrenken, so als hocke er droben – vielleicht ist das gar nicht so glaubwürdig. Ich würde nicht glauben, daß ein Söder den glatten Stamm hinaufkäme. Da braucht es schon echte Leistungsträger dafür.

Und da bin ich auch beim Thema: so sehr es mich gefreut hat, mal wieder vom Leistungsträger zu hören (er war mir beinahe aus dem Sinn geraten, seitdem die FDP ihn nicht mehr durch die Talkshow schleift (lies: seit ich auf Talkshows nicht mehr achthabe)), so wenig schön ist es doch, wenn die Umverteilungspolitik zu Lasten desselben geht. Auch wenn es klassische Umverteilungspolitik ist, was ja prinzipiell schon mal gut ist. Es hätte ja auch was Zeitgenössisches sein können, wie zum Beispiel die Hartz-IV-Gesetze. Das ist dann erst recht nicht schön.

Aber wenn ich mir so anschaue, was das SPD-Spitzensteuersatzkonzept denn vorsieht, was den Söder so zum Kläffen anstachelt: 45% statt 42% – das ist doch ziemlich mager! Gewiß, ich kenne das von den Hunden: je kleiner das Geschäft, desto heftige muß gekratzt werden werden. Aber das Kratzen erledigen sie selbst; wir anderen, die wir ihren Geschäften aus dem Weg zu gehen suchen, machen den Bogen desto größer, je größer der Haufen ist. Bei 45% muß man ja nicht einmal einen größeren Schritt machen!

Und dann soll der Spitzensteuersatz auch erst greifen ab einem Verdienst von 76.000 Euro Brutto – ich bitte, da sind doch kaum noch Leistungsträger dabei! Da oben sind doch so gut wie nur noch die Kommentatoren der Qualitätspresse – na gut, Leistungsträger, gewiß, keine Frage, aber die müssen auch betroffen sein, die müssen schon deshalb betroffen sein, weil sie sonst nicht ausreichend schimpfen würden. Aber der Rest? Der Rest sind doch alles Minister und Staatssekretäre, damit gleicht sich das wieder aus.

Und wenn der eine oder andere die 2.280 Euro partout nicht entbehren kann, so möge er mit dem Rauchen aufhören. Da hat er das nach drei Monaten wieder drin. Als ich seinerzeit dem Tabak entsagte, konnte ich mir allein von der gesparten Steuer Cohibas leisten.

Even Faker News

“zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern”
Brauner Wind aus der AfB

In Thüringen oder wo, jedenfalls in einer dieser Gegenden, die man früher nicht hatte, ist einem biodeutschen Paar – Verzeihung: Ehepaar, er der Mann, sie die Frau, wie sich das gehört – erstmals ein Kindlein geboren, das zwei deutsche Väter hat.

Verzeihung: Großväter. Zwei biodeutsche Großväter. Einen Vater bloß. Zwei Väter wäre Schweinkram. Auch wenn es biodeutscher Schweinkram wäre, wäre es immer noch Schweinkram.

Zwei biodeutsche Mütter wäre was anderes. Selbst in Zeiten, die man heute nicht mehr hat, und in denen es zwei Biodeutschen, denen es an ausreichender Distanz zur Gleichgeschlechtlichkeit in Fortpflanzungsangelegenheiten gemangelt hätte, an den Kragen gegangen wäre, wäre es zwei biodeutschen Müttern nicht annähernd so an den Kragen gegangen, wie zwei biodeutschen Vätern. Es gab mal Bestrebungen, auch biodeutschen Müttern an den Kragen zu gehen, aber ein Krieg kam dazwischen, und es wurde nichts draus.

Aber das biodeutsche Kindlein in Thüringen hat keine zwei Mütter, sondern zwei Großmütter, ebenfalls biodeutsche, und somit erfüllt das Kindlein alle Anforderungen, die die AfB (“Alternative für Biodeutschland”) an Neugeborene stellt.

Das “erstmals” bezieht sich übrigens nicht auf die Tatsache der rein biodeutschen Großelternschaft – diese ist selbst hierzutageheutzulande nichts Ungewöhnliches -, wir sind bislang bloß nicht dazu gekommen, es zu berichten, weil so vieles zu erläutern war: das “erstmals” bezieht sich auf die Tatsache, daß das Kindlein bereits vortätowiert auf die Welt kam. Irgendjemand – ich glaube, es war Oskar Panizza – hat mal davon berichtet, daß in Bayern oder wo, jedenfalls in einer dieser Gegenden, in denen Nackheit für eine größere Sünde gilt als Nackheit für eine Sünde zu halten, ein Knäblein im kompletten Anzug mit Weste, Taschenuhr und Spazierstock geboren worden sei. Halt der Mode damaliger Tage entsprechend.

Der Mode unserer Tage entsprechend – jedenfalls in diesen Gegenden, in denen man nicht deutsch sein für einen größeren Makel hält als nicht deutsch sein für einen Makel zu halten – dieser Mode entsprechend ist dieses Kindlein also über und über mit Tätowierungen geboren worden. Auf der Rechten Pobacke hat es ein Hakenkreuz (falschrum) und auf der linken den Satz “ Unsere Troie heißt Ehre “. Übrigens in Antiqua, die Nazis hielten nichts von Frakturschrift. Sie war ihnen zu hintertupfingisch. Sie wollten eine Bande von weltoffenen Halunken sein. Ob das “oi” in Troie – was ja wohl Treue heißen soll – ein Stichfehler (sagt man so? unter Tätowierern?) ist, oder ob es sozusagen die Deathmetalpunkversion von Biodeutschtum ist, kann ich nicht sagen. Es ist mir auch vollkommen egal.

Interessanter finde ich, daß das Kindlein von Kopf bis Fuß braun ist. Braune Kinder werden von der AfB mit Mißtrauen beäugt. Dieses Kind wird von der AfB mit Mißtrauen beäugt. Zur Zeit wird untersucht, woher die Bräune kommt: war es vor der Geburt auf der Sonnenbank? Handelt es sich um ein sehr flächiges Tattoo, eine Art Grundierung? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Etwas, das man sich gar nicht vorstellen mag? Haben die biodeutschen Großmütter es bei der Erziehung ihrer Tochter etwa an Sorgfalt fehlen lassen? Hat man ihr nicht beigebracht, an welchen rein äußerlichen Merkmalen man schon zwischen Biodeutschen und Fakedeutschen unterscheiden kann? Hat es eben etwa doch zwei Väter? – Möglich. Und, rein interessehalber gefragt: wenn es das sein sollte, was man ja aber nicht hoffen will, könnte man auch das als einen “Stichfehler” bezeichnen?

Jedenfalls ist man bei der AfB, wo man sich gerade im Clinch mit der nicht “aufrechte(n) Christin” und “Faketheologin” (J. Meuthen) Käßmann befindet, der man unterstellt, sie unterstelle allen Biodeutschen Nähe zum weltoffenen Halunkentum, nicht glücklich darüber, daß das Kindlein ausgerechnet braun ist. Schlimm genug, wenn es grün gewesen wäre, schlimmer noch violett, aber braun!? Das spielt der Käßmann doch nur in die Hände.

Biosiegel gelten in der Verbraucherschaft als wenig vertrauenswürdig. Niemand glaubt, und das zurecht, daß Pferdelasagne aus Bodenhaltung wirklich vom freilaufenden Pferd stammt, wahrscheinlich stammt es vom zähen alten Ochsen. Soll dem Biodeutschtumssiegel “zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern” nun das gleiche Schicksal dräuen?

Meinetwegen gern. Aber wo wir gerade von zähen alten Ochsen sprechen: Jörg Meuthen – ach egal.

Verdammt, jetzt eilt es aber!
Nicht, daß Frauke Petry sich aus der Politik zurückzieht, während ich noch hinter ihr hertrete!

Völkig

Adjektive auf -ig, -isch, -lich

[...]

Bei Doppelformen auf -lich und -isch drücken die Adjektive auf -lich in der Regel die bloße Zugehörigkeit aus: bäuerlich, kindlich, dörflich, die Adjektive auf -isch dagegen eine Abwertung: bäurisch, kindisch, dörfisch.

Duden

Oder eben völkisch.

Diese sächsliche Migrantin aus dem Dresdnerigen, die Banquerotteuse mit der Pinocchionase, die mich immer an Petra Kelly erinnert – ich weiß zwar nicht genau, warum, hoffe aber, daß sie sich darüber zu Tode ärgern würden, alle beide, wenn sie denn davon wüßten – d.h., die eine lebt ja schon nicht mehr, und die andere – swig stille, herze min, vnde laz din vbel reden stan! – Ähemm. – Tja.

Diese grausliche Sottisenhökerin jedenfalls will, daß man das grindige Adjektiv “völkisch” wieder herbeihole, es vom Kot befreie und von neuem in den Mund nehme. Bitte sehr! Wenn ihr danach ist. Männiglich hat darauf hingewiesen, daß sich eins ruhig bei Nazivokabeln bedienen soll, wenn es das gleiche zu sagen hat. Besser, als um den Auswurf herumzureden. Spucknapfinhalt ist nun mal Spucknapfinhalt und kein klares Wasser. Da sollte man auch nicht “klares Wasser” sagen. Es wird kein klares Wasser, nur weil man “klares Wasser” dazu sagt. Und ob man klares Wasser wirklich von Kot befreien kann, nachdem es einmal vollgekotet worden ist, ist strittig. Nein, unstrittig. Das Gegenteil ist unstrittig. Wenn das Gegenteil unstrittig ist, dann kann das Fürteil nicht strittig sein. In meiner Kloschüssel steht es, das Wasser, das vom Kote befreite. Ich lege Wert darauf, es vom Kot zu befreien, und zwar jeweils umgehend und sorgfältig.

Aber es verlangt mich nicht, davon zu trinken.

Nun nehme jeder das in den Mund, wonach es ihn verlangt, und Petra Kel – Verzeihung: Petrys Frauke verlangt es nach folgendem: “Ich sperre mich dagegen, Wörter zu Unwörtern zu erklären.” Es sei eine unzulässige Verkürzung, wenn man ‘völkisch’ und ‘rassistisch’ gleich setze.

Meine Rede seit ’33! Ich habe immer davor gewarnt, Nazis als Faschisten zu verharmlosen, und ich warne jetzt davor, Völkische und solche, die es sein wollen, als Rassisten zu verharmlosen. Neinnein, völkisch ist nicht gleich rassistisch. Rassisten gibt es sone und sone. Manche davon sind ganz gesittete Leute, die niemals einem Björn Höcke Beifall geklatscht haben. Na, das ist vielleicht zuviel gesagt, gesittet sind sie nicht. Aber sie haben eben auch niemals einem Björn Höcke Beifall geklatscht. Immerhin!

Darum: wir setzen ‘völkisch’ und ‘rassistisch’ keineswegs gleich, und Frau P. braucht sich dagegen überhaupt nicht zu sperren, so wie sie sich seinerzeit gegen den Deutschunterricht gesperrt zu haben scheint, denn wenn sie das nicht hätte, wüßte sie ja, daß man ein Adjektiv wie völkisch nicht weichbügeln kann, eben weil es auf -isch endet. Wenn sie ein bißchen plietscher wäre, was sie aber nicht ist, sie ist -

- der unsterbliche, wiewohl verstorbene Harry Rowohlt zählte bei seinen Lesungen gerne die norddeutschen Adjektive mucksch, plietsch, füünsch, krüüsch und figgelinsch auf — warum war eigentlich ‘deutsch’ nie dabei? –, und fragte, wenn er sich zu weit nach Süden vorgewagt hatte, ob man dieselben dort noch verstehe? Die Grenze, jenseits derer man das nicht tut, nannte er den ‘Muckschgraben‘. Jenes Bergkamen aber, woselbst die Petrysche den Deutschunterricht verweigerte, so wie sie sich der Annahme des ihr zustehenden ‘Pannekopp‘-Ordens verweigert, jenes Bergkamen — in dem es übrigens einen Ortsteil namens ‘Heil’ gibt, womit ich gar nichts sagen will, jedenfalls nicht gegen Bergkamen — es handelt sich um ein unschuldiges eingemeindetes Flurstück am Datteln-Hamm-Kanal, geologisch gesehen wahrscheinlich Abraum —, aber irgendwas muß sächsische Zuwanderer, die es nach Bergkamen verschlug, ja zum Bleiben bewogen haben –, Bergkamen liegt weit jenseits besagten Grabens, sonst würde man sie wegen ihrer Ordensverweigerung ‘mucksch’ nennen, sie ist aber nicht mucksch, sie ist -

‘volksch’, wenn sie statt dessen plietsch wäre, und also besser aufgepaßt hätte, würde sie sich ein grammatisch weniger übel beleumundetes Adjektiv gesucht haben, eines auf -lich oder -ig. Laßt sehn: was hätten wir denn da?

Volkig? – Das kling ein wenig nach verhangenem Himmel. – Volklich? – Da besteht ohrale Verwechslungsgefahr, folglich sollte man es tunlich nicht für Volkszwecke verwenden. – Volksam? – Seltsam. Gefällt mir aber: “Ihr Vater heißt ‘Volksam Bensonmam’?” Kommt in die nähere Wahl. – Volkesk? – Klingt grotesk, oder? Und ist es auch. – Volken? – Sehr schön, sehr zart. Das kriegt man aber den Grobdeutschen, die kein gehauchtes ‘rosenfarben’ mehr kennen wollen, und es zum krachenden ‘rosenfarbend’ verhunzen müssen, nicht angedient. Außerdem viel zu positiv für das, was es bezeichnen soll. Da wäre ‘Volk/volk’ schon besser, analog zu ‘Stolz/stolz’. Mit der Steigerung vollvolk, und der Resubstantivierung ‘die Vollvolken’. Die volkenden Vollvolken, da ergibt’s mal Sinn. – Volkern, volkant, volkiv? – Eher nicht. – Volkicht zwar gern – ‘die Volkichten’ – man assoziiert sowohl ‚nackicht‘ als auch ‚nichtganzdicht‘, und stellt man sich 2000 Volksnarren auf den Dresdner Schloßplatz, die man im Chor ‚Wir sind volkicht‘ deklamieren heißt, leuchtet einem das sofort ein. Aber es bedeutet leider etwas anderes, nämlich bevölkert, überlaufen, ballermännisch – also volldicht.

Völkern hingegen klingt vertraut, nämlich so ähnlich wie hölzern (von Holz). Hölzern aber ist jemand, wenn er aus Holz ist, Pinocchio etwa, oder teilweise aus Holz, sei‘s untenrum (John Silver), sei‘s obenrum (Frauke Petra Kelly). Die Völkernen aber wollen ja nicht zum Ausdruck bringen, daß sie selbst aus Volk bestünden, sondern daß das Volk aus Volk bestehe, etwas, das sie für a) mitteilenswert halten, obschon es eine simple Simplizität ist, und das sie uns als b) einen Grund zur Andacht verkaufen wollen. Sie selbst hingegen geben sich ‘volksnah’ – woraus schon volkt, daß sie nicht dazugehören. Würde man nämlich jemanden, der in der Badewanne sitzt, als badewannennah bezeichnen? – Würde man nicht. Badewannennah ist einer nicht, wenn er in der Badewanne sitzt, badewannennah wäre einer, der mit dem Hintern auf der Schüssel säße und den Insassen der Badewanne wünschen ließe, er selbst hätte, als noch Zeit dazu war, die Türe zugesperrt.

Völklich hingegen würde nach der Duden-Regel oben Zugehörigkeit anzeigen, und darum kommt es – nach dem gerade gesagten – nicht infrage.

Bleibt völkig. – Völkig? – Völkig. – Völkig, völkig, völkig. – Doch, das gefällt mir. Es kling ein bißchen putzig, so wie ‘putzig’, ein bißchen eklig, so wie ‘eklig’, und ein bißchen panne, so wie ‘völlig’ in ‘völlig banane’. Und ein bißchen wie gewollt und nicht gekonnt. Das paßt also. Völkig ist außerdem im Gegensatz zu völkisch nicht negativ besetzt. Völkig verhält sich zu völkisch wie rassig zu rassistisch. Oder wie – wer wäre denn mal rassig? – wie – wie – natürlich: Carmen! – wie Carmen zu – zu – zu igendeiner rassistischen Stußnudel, mir fällt grade keine ein. – Apropos Bergcarmen: hiermit biete ich Frau Kelly, will sagen Frauke Kelly, das Adjektiv völkig zu beliebiger Verwendung an. Sie kann sich gern selbst so bezeichnen. Sie sollte sich selbst so bezeichnen. Ich wünsche geradezu, daß sie sich so bezeichnet. Ich bestehe darauf. Wenn sie sich selbst nicht so bezeichnen will, dann werde ich sie so bezeichnen.

Ob sie das dann als “in einem negativen Kontext benutzt” verstehen will, muß sie selbst wissen.

Dijsselbloem

„Laßt Euch nicht auslachen! Ja, da drüben bei Euch im alten Lande, da sitzen die Herren Juristen zu Gericht und rechnen einem jeden, dem es beliebt, in der Betrunkenheit ein Verbrechen zu begehen, den Schnaps als Milderungsgrund an. Verschärfen sollten sie die Strafe, Sir, verschärfen! Wer sich so sinnlos betrinkt, daß er wie ein wildes Tier über seinen Nebenmenschen herfällt, der sollte doch doppelt bestraft werden. Ich habe nicht das geringste Mitleid mit diesem Rattler.”

Soweit Sam Hawkens über den Mörder von Klekih-petra, mit dem ich natürlich auch nicht das geringste Mitleid habe. Will sagen: mit dem Mörder, nicht mit Klekih-petra. Bzw. mit Klekih-petra schon, mit dem Mörder nicht!

Ich mußte an diese Szene denken, als ich heute von Dijsselbloems “Entschuldigung” las, in welcher er verlautbart, man müsse seine “direkte” Äußerung vor dem Hintergrund einer “strikt niederländischen, calvinistischen Kultur” sehen, mit anderen Worten: jedem, dem es beliebe, in strikt niederländischer, calvinistischer Stocknüchternheit seinem Nächsten übel nachzureden, sei der Calvinismus als Milderungsgrund anzurechnen.

Verschärfen sollte man die Strafe indes, Sir! Ich weiß sehr wohl, wovon ich rede. Die Stadt, in der ich geboren und in von der ich erzogen indoktriniert worden bin, sie hatte bei der Heerdstellenzählung sechzehnhunderpfeifendeckel bei insgesamt 80 Heerdstellen man gerade vier lutherische und keine sonstigen. Die sonstigen – Katholen etwa oder Israeliten -, hatte man mit strikter calvinistischer Pampigkeit vergrault. Die Lutheraner konnten bleiben, damit man was zum Abwatschen hatte.

Ich weiß daher, was ich sage, wenn ich sage, strikte calvinistische Stocknüchternheit sollte strafverschärfend gewertet werden, und ich sage: strikte calvinistische Stocknüchternheit sollte strafverschärfend gewertet werden, aber hallo. Es sollte mich überhaupt nicht wunder nehmen, wenn auch Sam Hawkens Calvinist gewesen sein sollte: ist das nicht strikte, calvinistische Stocknüchternheit, die den Vollsuff denunziert? Jawohlja. Was gibt es da zu denunzieren? Da gibt es nichts zu denunzieren. Zumindest, wenn der Vollsuffkopp sich anders seiner calvinistischen Nächsten nicht zu erwehren weiß. Vollsuff ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie er der Geist geistloser Zustände ist. Vollsuff ist das Opium des Volkes.

Ebend! – Bloß – jetzt weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich sagen wollte? – Außer vielleicht, daß 4 von 80 Heerdstellen ziemlich genau der 5%-Fraktile entspricht, also dem Wert, den man in einer Statistik ungstraft unter den Tisch fallen lassen darf. Wie heißt es im Betonkalender? “Bei Beton entspricht die charakteristische Festigkeit fck der Druckfestigkeitsklassen der unteren 5%-Fraktile aller Einzelwerte.”

So heißt es im Betonkalender. Was immer das heißt.

Aber zurück zu Dijsselbloem. Dijsselbloem hatte in seiner geraden, strikten, niederländischen calvinistischen Art gesagt, sie, die “Krisenländer im Süden der Währungsunion hätten ihr Geld ‘für Schnaps und Frauen’ verprasst”. Wozu mir in meiner strikten, nüchternen Art erstmal einfällt: wieso das? Wieso Frauen? Wieso Geld? Meines Wissens (ich wurde von Calvinisten erzogen indoktriniert), erübrigt sich für den Latin Lover frauenbezüglich pekuniärer Aufwand, weil er das alles über Glut und Feurigkeit abfackelt? Und für jene Hälfte der Krisenländer im Süden der Währungsunion, die, einer Volkszählung des Jahres schießmichtot zufolge, aus Frauen besteht, für die gilt (meines Wissens, wie gesagt), daß sie ihr Geld keineswegs für Schnaps und Frauen verpraßt, sondern für Schuhe. Und Geld, das für Schuhe ausgegeben wird, das ist ja schließlich nicht “weg”, Mijnheer Dijsselbloem! Sowenig wie der Genever “weg” ist, wenn man ihn zur Toilette gebracht hat. Zwar ist es für den Moment nicht mehr trinkbar, aber “weg” ist er nicht. Auch das Geld, was man für Schuhe verpraßt hat, kann man für den Moment nicht mehr versaufen, “weg” aber ist auch es nicht. Hat man Ihnen das auf der Finanzministerschule nicht beigebracht?

Weg ist allenfalls das Geld, was man für das Gehalt eines Eurogruppenfinanzchefs verpraßt, und das ist nicht wenig Geld. Futsch ist es! Weder kann man es noch versaufen, noch kann man es für Schuhe ausgeben. Das ist wie mit dem Wasser, das Dijsselbloem getrunken hat: wer würde das noch trinken wollen?! (Daß er statt Wasser Genever trinkt, schließe ich mal aus. Die Calvinisten trinken, was sie predigen. Das ist es ja! Wer da Wasser predigt, selbst aber ständig einen im Tee hat, ist sehr viel besser zu ertragen.) – Weg ist es, das Geld! Darum: selbst wenn! Selbst wenn sie, die Krisenländer des Südens der Währungsunion, selbst wenn sie ihr Geld 1) tatsächlich verprassen täten, und das für a) Schnappes und für b) Weibspersonen (mit oder ohne Schuhe), wäre das immer noch zu 95% besser, als wenn sie ihr Geld für das Gehalt des Jeroen Dijsselbloem verprassen würden. Oder täten. Wie sie es ja schließlich tun! Und selbst wenn ich persönlich meine Glut und mein Feuer zu sublimieren erzogen indoktriniert worden bin, und mein Geld lieber für Fetische Delfter Kacheln verprasse, mit so calvinistischen Meisjes in Holzpantoffeln darauf, solche mit so dicken Zöpfen und diesen komischen Dingern auf dem Kopf, mit zwei Genevereimern rechts und links und mit geblähtem Innenklüver und geblähtem Außenklüver, hach du meine Zeit! – anstatt für Schnaps – selbst dann bleibt ja wahr, daß die Südeuropäer gut und recht daran täten, zu tun, was sie gar nicht tun.

Die Welt wäre eine bessere! Was bliebe uns nicht alles erspart? Dijsselbloem wäre Stadtkämmerer in Delft, und keine Socke wüßte, wie man seinen Namen schreibt. Was wäre uns noch erspart geblieben?

  1. Der Mann
  2. Das Gesicht
  3. Die Haare
  4. Der Name
  5. Der dumme Spruch
  6. Die halbgare Entschuldigung
  7. Dieser Post

Die Welt wäre auch eine schönere. Wobei ich mit mir selbst nicht eins bin, was an ihm mir am entschiedensten wider den Mann geht: Der Mann als solcher? Das Gesicht? Daß ich den Namen nun schon neun mal falsch geschrieben habe und wieder falsch schreiben werde? Die zur Schau getragene Pampigkeit?

Wahrscheinlich der Skalp. – Aber dagegen gäb’s ja Mittel: könnten sich die Krisenstaaten im Süden unserer Währungsunion nicht ein Beispiel an den tapferen Kriegern der Pawnee nehmen? Diese waren es, die seinerzeit dafür sorgten, daß Sam Hawkens ein neues Haarteil bekam. Sogar eins zum Wechseln. Auch der hatte sie zuvor beleidigt, und ihnen übel hinterdreingeredet, sie hätten ihre Glasperlen für Squaws und Feuerwasser verpraßt.

Wenn ich mich nicht irre.

Hihihihihi.

Nachgetreten

Ok, 2016, hau schon ab. Und sei verwünscht!

Schließlich warst Du’s ja.

Nostalgie

Und kann das Fernseh heute bitte, in Erinnerung an bessere Zeiten, statt Merkels noch einmal die Silvesterpredigt von Kohl vom 31.12.1985 senden? Bittebitte! – Nur dies eine Mal!

Einmal genügt. Ich guck auch nicht hin.

Grim Reaper

Paradies

Nun ist sie also im Himmel. Man sieht es auf dem Bilde hier.

Was man auf dem Bilde außerdem sieht, ist, daß man auf dem Bilde überhaupt keinen Himmel sieht, nicht ein Fitzelchen. Es ist alles Garten-Eden-mäßig grün. Das liegt daran, daß der wahre Himmel auf der Erde liegt. Irgendwo mag es noch andere Himmel geben, denn irgendwoher muß ja das Licht kommen. Aber deswegen muß ich nicht gleich metaphysisch werden.

Von irgendwoher kommt es ja auch, das Licht: morgens kommt es von Osten, mittags von Süden, und wenn es von Westen kommt, kann man sehen, daß der Weg nur scheinbar ins Dunkel führt; denn dann ist es dort licht, und man sieht, daß zwischen den Fahrspuren im Gras Pfifferlinge wachsen. Deren keinen gäbe ich für für einen Himmel, der weniger grüngolden wäre als dieser hier. Ein himmelblauer Himmel kann mir gestohlen bleiben. Wenn er womöglich noch voller Geigen hängt, und Laienorchester auf Wattewolken arme Seelen mit Harfen plagen, dann will ich ihn nicht geschenkt.

Nur wenn das Licht von Norden kommt, wird es finster. Aber nicht deswegen schaut sie so unverwandt dorthin. Das unverwandte Schauen hat mit dem Sinn des Lebens zu tun. Mitten im Paradies steht ein Baum, der kleine, harte Wildkirschen trägt. Die meisten fallen herab. Wenn niemand da ist, die restlichen zu pflücken, fallen auch die. Man sieht ihn auf dem Bilde nicht, aber er ist da. Der Hund kann ihn sehen, und er sieht auch den Sinn des Lebens.

Der sitzt auf einem Ast und hat Knopfaugen. Er liegt mehr, als daß er sitzt, und bewegt sich nicht. Was er denkt und fühlt, könnt’ ich nicht sagen, außer vielleicht, daß das seine Kirschen sind. Und daß er, solange der Köter da unten hockt, oben auf dem Baum besser dran ist als unten im Gras. Mich in Knopfauge hineinzufühlen, überfordert meine Spiegelneuronen. Vielleicht geht es ihm wie unsereinem, vielleicht hat er Zahnschmerzen, einen Floh, Liebeskummer? Und jetzt auch noch den Hund!

Was mag der Sinn des Lebens für einen Marder sein? – Keine Ahnung.

Der Sinn des Lebens für den Hund hingegen –

Das Putzige: der Marder brauchte gar nicht da zu sein. Es hatte genügt, daß er einmal dort oben gesessen hatte. Ab da war der Baum verzaubert und die Tage verwunschen und das Dasein hatte seinen Zweck weg. Nichts lockte sie mehr. Ich wollte schwimmen gehen, aber sie wollte nicht schwimmen gehen. Ich wollte wandern, aber sie wollte nicht wandern, sie wollte den Baum hüten. Er hätte ja wiederkommen können. Des Morgens erster Gang war der zum Baum, mußte sie nachts raus, konnte es passieren, daß sie nicht wiederkam, dann saß sie im Mondenschimmer, und ich mußte mich verdammt zusammenreißen, sentimentaler Kerl, um mich nicht daneben zu hocken. Im Jahr darauf ging es aus dem Auto nur kurz zum Saufen zur Regentonne, dann zum Baum; und später, als wir sie schon aus dem Auto heben mußten, war es nicht anders; und als ihre Augen so trübe wurden, daß man’s mit bloßem Auge gewahr wurde, daß kein Marderabbild es mehr auf die Netzhaut schaffen würde, da fand sie den Baum noch ohne Mühe.

Tja, und nun? Was soll das geben, wenn alle Widersprüche aufgehoben sind, wenn Wolf und Lamm zusammen weiden und der Löwe Stroh frißt? Sollen dann etwa auch Hund und Marder in Frieden zusammen unter dem Kirschbaum hocken? Wäre das nicht kontraproduktiv? Was macht sie denn noch ticken, wenn die Hoffnung auf das Große Dermaleinst aus allen Zellen sickert?

Da wünsche ich ihr doch lieber eine Ewigkeit unter dem Baum, gute Augen, keine Zahnschmerzen, wenig Arthrose, mondschimmernde Nächte, und hin und wieder einen Floh. Nur so, zur Abwechslung. (Den Liebeskummer nehme ich. Ich hab ihn ja eh schon.)

Und du, Knopfauge, sei wachsam.

Neues von unter der Sonne aus dem Laufstall

Die CDU

Die CDU hat abermals gefordert, beim Kampf gegen die Geißel des dritten Jahrtausends, die Burka, endlich auch die Bundeswehr, wozu haben wir sie, zum Einsatz zu bringen, und zwar im Innern.

Nicht im Innern der Burka, aber im Innern des Grundgesetzes. Nein, auch falsch: im Inneren der Bundesrepublik. Und da das verboten wäre, müßte zuvor die Verfassung geändert, sprich: ausgehöhlt und entdärmt werden. Wozu man bekanntlich die Verfassung ein Stück aufschlitzt, ein Endchen Darm herausholt, es an einen Baum stiftet, und anschließend die Verfassung unter Pegidageheul mit Dreschflegeln im Kreis um den Baum herumtreibt, bis ihr die Puste ausgeht.

Das will die CDU nun in Angriff nehmen, damit es die AfD nicht tut. “Es wird immer gesagt,” sagt der für’s Gedärm zuständige Obmann der CDU, Szjwach-Kopff, “daß die Bundeswehr für den Einsatz im Innern nicht tauge, daß das Polizeiarbeit sei, und daß Polizeiarbeit gefälligst von der Polizei gemacht werden solle, und die Bundeswehr sich auf die Landesverteidigung konzentrieren solle, wenn’s beliebt. Szjwachsinn! Ich höre immer nur ‘solle’! Sollen!! Soll, soll, soll!!! Und was ist mit ‘dürfen’? Was ist mit ‘darf’? Wann darf die Bundeswehr mal was? Zum Beispiel im Innern eingesetzt werden?”

“Die Bundeswehr könnte doch gut den Deutschen Wald entlauben, nachdem sich heutzutage die Terroristen darin verstecken. – ? – Wohl verstecken die sich darin! Früher die Räuber, heute die Terroristen. Daß Sie persönlich noch nie einen Terroristen im Wald gesehen haben, hat nichts zu besagen. Das hängt damit zusammen, daß der Wald noch nicht entlaubt ist. Wenn der Wald erst einmal entlaubt sein wird, wird sich das ändern. Dann werden Sie dort auch Terroristen sehen, beziehungsweise würden sie sehen, wenn die so blöd wären, sich dann immer noch im Wald zu verstecken. Und Sie hin und wieder mal in den Wald gingen. Terroristen muß man nämlich auch sehen wollen, wenn man sie sehen will. Sonst sieht man sie nicht.”

“Aber ist das denn wohl etwa Polizeiarbeit, den Deutschen Wald zu entlauben? Das ist doch keine Polizeiarbeit! Wer hat denn damals den vietnamesischen Dschungel entlaubt, seinerzeit? Das war doch nicht das New York Police Department! Das war doch die Armee! Und komme mir keiner damit, daß das schließlich kein Einsatz im Innern gewesen sei! Das war ein Einsatz im Innern. Was denn sonst? Sehr viel tiefer im Innern als mitten im Dschungel kann man ja wohl nicht im Einsatz sein.”

“Landesverteidigung war das jedenfalls nicht.”

“Und wenn die Bunzwehr den Deutschen Wald entleibt – nicht entleibt, entlaubt -, dann kann sie die Deutsche Frau gleich mitentlauben. Nicht die Deutsche Frau, die Deutsche Burkaträgerin. Und die Deutsche Burkiniträgerin. Nicht nur die Deutsche Burkiniträgerin, sondern alle Burkiniträgerinnen. Auch die Undeutschen. Die besonders. Ich höre sie schon wieder klugscheißen, die Klugscheißeer, die Deutschen Klugscheißer, eingetragenes Warenzeichen! Burka sei nicht gleich Burkinismus. Die Burka verhalte sich zum Burkinismus wie die Bowle zum Bolschewismus, wie das Auto zum Autismus, der Sprit zum Spiritismus und der Teer zum Terrorismus. Ich aber sage Euch: Humbug! Die Burka ist kein unschuldiges Stück Stoff, wie immer gesagt wird. Die Burka ist sehr viel mehr als bloß ein Stück Stoff. Beziehungsweise, die Burka ist nichts weiter als ein Stück Stoff, aber dieses Stück Stoff ist vom Zwiegehörnten! Was soll es denn bedecken, das Stück Stoff, wenn nicht Schwanz und Huf? Das ist es, was es tut. Wer nichts zu verbergen hat, der kann auch seinen Schwanz zeigen. In Deutschland gehört es zur Kultur, den Schwanz zu zeigen. Beziehungsweise zu zeigen, daß man keinen hat. Darum trägt der Deutsche Mann und zeigt sein Maurerdekolleté, damit die Welt sehe, daß dort nichts wächst, was dorthin nicht gehört. Darum hat die CDU mich und schiebt mich nach vorn: um zu zeigen, daß an der Stelle des Organs, daß man braucht, wenn man hinterhältig sein will, bei ihr ein großer Korb mit leergedroschenem Stroh wächst. Ein Korb mit Löchern. Ein Korb mit abgerissenem Henkel.”

Apropos Henkel

Apropos Henkel. Der verlangt mittlerweile, die Bundeswehr auch gegen die doppelte Staatsbürgerschaft einzusetzen. Wenn Staaten, in denen das bekloppte ius soli angewandt wird, anstelle des einzig richtigen und gottgewollten ius sanguinis, nach welchem die Staatbürgerschaft des Staatsbürgers abgeleitet wird von der Staatsangehörigkeit des Samens, dem er entstammt, der Staatsbürger, sich Henkels Wünschen nicht aufgeschlossen zeigten, dann müsse man den Ländern eben den Krieg erklären. Spätestens nachdem man diese Staaten dem Erdboden gleichgemacht haben werde, werde sich das Problem der doppelten Staatsbürgerschaft erledigt haben. Zwar gelte, sagte Henkel, das Deutsche Staatsbürgerschaftsrecht streng genommen nicht nur für das Deutsche Sperma, sondern auch für die Deutsche Eizelle, jedenfalls in Deutschland und jedenfalls dann, wenn man sich gegen mittelalterliche Gesellschaftsformen abzugrenzen für opportun halte, Gesellschaften, in denen die Eizelle keinerlei Rechte genießen und für Keimzellen zweiter Klasse gelten – von solchen Gesellschaften wolle jedenfalls er, Henkel, sich abgrenzen, weil er sich davon Wiederwahl erhoffe, aber von der Wiederwahl mal abgesehen und ganz unter uns Pastorentöchtern: Man müsse einer Eizelle zugute halten, daß sie nunmal bloß Eizelle und kein Spermium sei. Da sei ein biologischer Unterschied, den man nicht ungestraft leugne. Sicher sei sie deutsch, die Zelle, und als solche besser als andere Eizellen, aber – man stehe als Mann, als Deutscher Mann, als Deutscher Spermaproduzent, doch bisweilen vor Staunen starr vor der Weisheit etwa der saudischen Kollegen, die ihren Eizellen das Autofahren verböten.

Und das sind bloß Saudis

Und das seien bloß Saudis.

Muslime

Also Moslems.

Muslime!

Oder Muslime, von mir aus.

Aber das nur nebenbei

Das nur nebenbei.

Soviel aus der ‘Eichhörnchen’-Gruppe

Soviel aus der Eichhörnchengruppe. Mittlerweile nebenan, bei den Mistkäfern …

Nun mal langsam! – Erst die Überschrift: Mittlerweile nebenan, bei den ‘Mistkäfern’ …

Mittlerweile nebenan, bei den ‘Mistkäfern’ …

… soviel Zeit muß sein

… nebenan, bei der AfD, fordert man, die Strafmündigkeit Strafunmündiger herabzusetzen auf 12 Jahre. Begründung: wenn bei der AfD geistig 12jährige politische Verantwortung übernehmen täten …

Moment, Moment – das können sie ja so nicht gesagt haben: “politische Verantwortung”

Haben sie aber.

Politische Verantwortung ???

Gesagt. Gesagt haben sie das.

Die AfD weiß doch gar nicht, was politische Verantwortung ist

Kein 12jähriger weiß, was politische Verantwortung ist.

Was immer sie über politische Verantwortung zu sagen hätten, wäre es nicht Humbug?

Unfug.

Oder Unfug?

Grober Unfug.

Ebeneben – das spricht allerdings dafür, daß sie es doch gesagt haben

Ebeneben.

Alsdann – man fahre fort

Nebenan bei den Mistkäfern fordert man, inskünftig auch 12jährige schon zu knasten. Begründung: wer politische Verantwortung übernehmen könne, der sei auch reif für den Knast. Wen 12jährige Vernachlässigung durch Elternhaus, Schule, Kirche und Turnverein nicht zum marktkonformündigen Bürger habe heranreifen lassen, der zwischen Mein und Dein, Gut und Böse, Richtig und Falsch, Drinnen und Draußen, Kännchen und Tasse, Deutschland und Welt, Himmel und Hölle, Heiliger und Hure, CDU und AfD unterscheiden kann, bei dem müsse es halt ein Intensivkurs bei den Profipädagogen richten, in der Hälfte der Zeit.

Da ist was dran. Hätte man etwa den Volksgermanen Teutobod schon mit 12 Jahren ins Gefängnis gesteckt, wäre bei solch gründlicher Ausbildung aus ihm vielleicht noch ein ehrlicher Krimineller geworden. So hat es bloß zum Maulhelden gelangt, zum Raufbold, Berufsarier und Laufstallhäuptling, sowie gefühltem Obermotz des Volksganzen. Eine selbstverliebte Type, die mit häßlichen Selfies das Andenken des Führers zu beschädigen beliebt.

Moment, Moment – Andenken des Führers? Ohne Gänsefüßchen? – Das geht jetzt aber zu weit! Man denke an die Jenninger-Rede

Papperlapapp. Man muß den Führer aus seiner Zeit heraus deuten, und zu Führers Zeiten hieß der Führer eben Führer. Quod erat demonstandum.

Wer sagt das?

Niemand bestimmtes. Das ist so eine Redensart. Das sagt man so daher, wenn man …

Nicht das. Das andere. Das mit dem … Führer.

Das sagt Ernst Nolte.

Ist der nicht tot?

Doch. Aber man gerade so eben erst. Der kann schon noch reden.

Woran starb er?

Mit Nolte zu reden, ist sein Tod nicht aus sich selbst heraus zu verstehen. Noltes Tod ist in Bezug zu setzen, und nur zu erklären als eine Reaktion auf den Tod Stalins im Jahr 1953. Die Bolschewiken haben nämlich angefangen. Ohne einen Stalin würde es einen Ernst Nolte nicht gegeben haben, und ohne Ernst Nolte würde Ernst Nolte nicht gestorben sein.

Quod erat demonstrandum

Muß auch mal sein:

Zwischendurch mal was Organisatorisches

Ich möchte, daß die Kästchen auf den von mir besuchten Webseiten, also die Kästchen, die mit dem sonstigen Inhalt der Seite überhaupt nichts zu tun haben – wie etwa dieses hier, oder wie der Download von McAfee-Kram beim Update des Flash-Plugins, welches Allah verderben möge, sofern das noch nötig sein sollte – daß diese Kästchen immer schon gleich angehakt sind, wenn ich rein komme, das möchte ich. Daß ich nicht erst groß rumklicken muß.
Das ist gewißlich wahr, ist das.



Ja. – Und sonst?

Ca. 70% des Brägens des Bundesinnenmaizières sind permanent krankgeschrieben. Das ist zwar keine offizielle Statistik und ich sollte die Zahl von 70% wahrscheinlich besser erst einmal factchecken, bevor ich sie hier breittrample, oder besser noch: sie gar nicht erst benutzen, aber es ist eine Tatsache, daß es Probleme im Hirn des Ministers gibt, die man durch Leugnen, Kleinreden und Wegschmeicheln nicht löst.

“Es kann nicht sein,” rief Maizière in den Bundestag hinein, “daß 70 Prozent meiner grauen Zellen für krank und nicht transportfähig erklärt werden und morgens einfach liegen bleiben, während ich zur Arbeit muß.”

Und wenn de Maizière sagt: “Es kann nicht sein,” dann meint er “Es soll nicht sein”, denn wenn es nicht sein könnte, dann wäre es ja nicht so, wie es aber doch ist. Wenn es nicht sein könnte, dann könnte es ja nur anders sein, wenn es nicht so wäre. Und das kann ja nicht sein. Deswegen: es kann doch nicht sein, daß einer immer dann, wenn er “Es darf nicht sein” meint, “es kann nicht sein” sagt.

Und doch …

Denn wenn man sich ansieht, was Maizière sonst noch alles so sagt, wenn er zum Beispiel sagt:

„Es kann nicht sein, dass 70 Prozent der Männer unter 40 Jahren vor einer Abschiebung für krank und nicht transportfähig erklärt werden.“

Das kann in der Tat nicht sein, daß 30% der jungen, arbeitsfähigen, gesunden Männer sich widerstandslos abschieben zu lassen bereit sind. Die müssen krank sein. Aber das läßt Maizière nicht gelten:

Das erste, was ich als einer, der sich mit Ach und Krach in Sicherheit oder sagen wir – da wir hier in Deutschland sind – vermeintliche Sicherheit gebracht hat, das erste, was ich als ein solch einer tue, das ist doch: mich aus freien Stücken abschieben lassen. Das erwarte ich doch geradezu von meinem Gastland. Dazu bin ich schließlich hergekommen. Wozu sonst habe ich Risiken und wochenlange Strapazen auf mich genommen, wenn nicht dafür, einzusehen, daß ich hier nichts verloren habe. Das kann doch nicht sein, daß ich – jung, gesund, abschiebungsfähig -

Usw., ist nicht so wichtig. – Aber da war es wieder, das “Es kann nicht sein.” Meinen tut er: “Ich will das nicht, daß es so ist.”

Denn wenn es anders wäre, wenn er etwa selber glauben würde, was er sagt, dann müßte man sich fragen, ob man mit dem 70%igen Brägenausfall hinkommt. Ob 70% überhaupt ausreichen. Denn ihnen liegt, wie schon gesagt, keine Statistik zugrunde, es handelt sich bei ihnen vielmehr um “spotlightartig” in die Debatte eingeführtes Expertengerede. Warum also soll die tatsächliche Zahl – da wir es mit Experten zu tun haben – nicht sehr viel höher liegen? Mit Leugnen, Kleinreden und Wegschmeicheln ist doch niemandem geholfen.

Denn es kann doch nicht sein, daß 30% junger, gesunder und einsatzfähiger grauer Zellen – also jedenfalls 30% grauer Zellen – jeden Morgen freiwillig zur Maloche jachtern, und noch dazu in Maizière seinem Koppe, wenn ihnen die große Mehrheit der Kollegen zeigt, wie man es richtig macht.

Sachsen: Giftspinne krabbelt im Supermarkt aus Bananenkiste

Ok, kann ich verstehen, daß die Spinne nicht ewig in dem Kasten bleiben will. Würde ich auch nicht wollen.

Was ich nicht verstehe, ist: Was wollte Frauke Petry in dem Bananenkarton?