Läßliche Wahrheiten

7. September 2010
… die man ja aber auch sagen können zu müssen sollte fordern dürfen, und zwar ohne von der Gestapo abgeholt zu werden, wie der bedauernswerte Herr Sarrazin. Das infinite monkey theorem besagt, daß, wenn man einen Brüllaffen lange genug auf einer Tastatur herumhacken läßt, mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei irgendwann die französische Nationalbibliothek, mit Sicherheit aber eine [...]

 

Dunkel war’s, der Mond schien helle

6. September 2010
Die Fundamentalrhetorikerin der Grünen und Sprachgegnerin (“Macht kaputt, was euch kaputt macht!”) Claudia Roth hat der Bundesregierung einen “heißen Herbst” verheißen und ihr geraten, “sich warm anzuziehen”. Das ist schon sehr begabt und sehr brav. Wir würden, wenn es erlaubt ist, gerne hinzufügen: die Bundesregierung sollte darauf achten, daß die Kleidung luftig ist und nicht beengt, damit [...]

 

Versuch über die Eiswinde der Globalisierung (Fragment)

31. August 2010
Wenn ich das Grandiose des Linksseins richtig verstanden habe, dann war es stets getragen von der Lust und dem Verlangen, die Welt zu verändern und zu verbessern. U. P. Wenn die Eiswinde der Globalisierung morgens die Bettdecke wegstrampeln, beim Räkeln bis 10 zählen und dann mit einem Fitsch aus dem Bett sind, um nicht lang zu säumen, [...]

 

Martenstein

29. August 2010
Harald Martenstein, Jahrgang 1953, springt im Tagesspiegel dem Flegel Sarrazin zur Seite und deklariert: In einem Punkt möchte ich den Sarrazinkritikern widersprechen, auch wenn ich mir den Vorwurf der menschenverachtenden Diskriminierung einhandele. Holla, Martenstein, ist Er solch ein Kerl? Er widerspricht Sarrazins Kritikern? Mannsbild, wackeres! Wo läßt Er sich den Schneid schneidern? Das es sowas noch gibt, [...]

 

Neues von Krawattenmann

21. August 2010
Wie’s schaut hat der Bundespräsident, Krawattenmann, einen 1a-Redenschreiber, der, wenn nicht alles täuscht, an irgendeinem religionspädagogischen Institut entweder “Verbumfeite Metaphern I” oder “Verbumfeite Metaphern II”, oder aber zumindest “Metaphern für evangelischen Landklerus” belegt hat. Oder anbietet. Denn am Freitagabend sagte Krawattenmann vor Zeugen, und zwar um seinen Zuhörern was zu bieten, oder die Zeit totzuschlagen, oder [...]

 
5 Kommentare zu “Neues von Krawattenmann”
  • Friederich schreibt:

    Also erstens mal: Wenn da schon im Einleitungstext des citierten Artikels etwas von »Sülze aus Berlin« steht und man dann trotzdem weiterliest, darf man sich hinterher aber auch nicht beschweren, wenn einem von Bundespräsidenten dann tatsächlich Sülze serviert wird. Dann hat man das eben so gewollt. Und zweitens: So ein Präsident muß nicht irgendwie präsidieren, sondern präsidial. Er muß das Große und Ganze im Blick haben, ganz Deutschland also, oder allerwenigstens die Bundesrepublik. Also: Ein Mäuerchen hier einreißen, einen Graben ganz woanders zuschütten und dann vielleicht noch in Dresden die Feld- Wald- und Wiesenschlößchenbrücke bauen. Oder endlich mal die Merseburger Brücke, die der Goldschmied mit seiner jüngsten Tochter zerbrochen hat. So präsidiert man nämlich und da dürfte es germanistischerseits eigentlich nichts zu mäkeln geben.
    Im nächsten Absatz wäre die Sülzdichte, derer man sich hätte annehmen können, mit dem Aufeinandertreffen von »Welt«, »Segen« und »Zufall« übrigens viel größer gewesen.

  • Germanistenfuzzi schreibt:

    Mag sein.
    Aber: ist Sülze nicht vergleichsweise nahrhaft? Verglichen mit leergedroschenem Stroh? Ohne daß ich die Bedeutung von Ballaststoffen für das Gelingen des Verdauungsvorganges kleinreden wollte.
    Was immer Sie unter Sülzdichte genau verstehen – das Verhältnis von Sülze zu Bratkartoffeln und Remouladensoße auf dem Teller, oder die Konzentration von Restfleisch im Knochensud? – ich bin nicht der Meinung, daß man sich ihrer annehmen müßte. Der Sülzabsatz ist doch vergleichsweise originell, denn so häufig laufen einem Politiker, die noch Reste von “Segen” zwischen den Zähnen haben, schließlich nicht über den Weg. Landklerus vielleicht, aber der hätte keinen “Zufall” im Bart.
    Ich weiß nicht, ob Großganzland, wie von Ihnen hübsch umrissen, in dieser Form überhaupt Platz in einem Präsidentenköpfchen fände, oder ob es dort nicht mit Bellevueschen Mauern, Schloßgräben und Zugbrücke schon voll genug ist; ich weiß auch nicht, ob Germanisten an dieser oder jener Präsidentenrede was zu mäkeln haben würden. Vermutlich, aber was geht uns das an?
    Wir Bauingenieure jedenfalls, ob Hoch- ob Tief-, stehen den Vorschlägen unseres Präsidenten fest zur Seite und lassen’s uns nicht nehmen, Lob zu streuen, wo Lob am Platz ist.

  • Friederich schreibt:

    Ich will ehrlich sein: Ich esse gar keine Sülze. Nie. Sie ist mir zutiefst suspekt, trotz ihrer scheinbaren Transparenz. Das mag daher rühren, daß meine erste Sülze sozialistische Schulspeisungssülze war. Frühkindliches Trauma, sozusagen. Entschuldigt alles. Sogar subjektlose Sätze. Prädikatlose gar. Ich kann mir deshalb auch keine fundierten Stellungnahmen zum Nährwert der Sülze erlauben, nur so theoretische, vom Elfenbeinturm des Sülzophobikers herunter.
    Mir war nur eben aufgefallen, daß man dem Metaphernhäufchen seine präsidiale Würde zurückgeben könne, indem man es regional aufteilt: Auf daß auch das ganze Deutschland etwas von Mauern, Gräben und Brücken und deren Nicht- bzw. Vorhandensein habe.
    Was den heurigen Landklerus angeht, so habe ich diesen freilich im Verdacht, doch mehr über Zufall als über Segen nachzudenken, während Politiker sich zufällig zunehmend mit Segen zu schmücken versuchen – verbal jedenfalls.

  • Germanistenfuzzi schreibt:

    Es kann aber doch, halten zu Gnaden, nicht unsere Aufgabe sein, dem Präsidenten die präsidiale Würde hinterherzutragen. Der kleine Dötz, der mit dem nackten Finger auf den Kaiser zeigte, trug diesem ja auch nicht den Hermelinkragen hinterher, sondern machte ihn – freundlicherweise – auf einen Defekt in seiner Garderobe aufmerksam.
    Das ist auch unser Theil.
    Denn ob wir gleich wollten – wir kämen ja schon nicht an der Security vorbei. Und dann: wo kann er die Würde nicht überall liegengelassen haben! Ich für mein Teil bin nicht bereit, auch nicht für Geld, nach Mallorca zu fliegen.

  • Friederich schreibt:

    So gesehen … dafür habe ich volles Verständnis. Vollstes. Na, sagen wir mal [ein stückweit zurückrudernd]: Volleres Verständnis zumindest. Mallorca ist schlimmer als Autobahn, und die geht ja bekanntlich schon gar nicht. Außerdem: Wer »Theil« schreibt (zumindest theilweise), hat ganz bestimmt kein solches an Mallorca.

  • Vorposten bei Wietze: Hähnchen erringen wichtigen Etappensieg im Krieg gegen Niedersachsen

    12. August 2010
    Sommeroffensive 2010 im Süden der Ostfront: Eines der Ziele ist Wietze bei Celle. Von hier aus wollen die Hähnchen den Nachschub von Hannover in den Norden des Landes abschneiden, und damit den Großraum Lüneburger Heide de facto kontrollieren. Die 62., 63. und 64. Armee der Hähnchen hat Wietze genommen. Im Morgengrauen des gestrigen Tages wurde der [...]

     

    Nach Rücktrittserie: Philipp Mißfelder (demnächst 31) ist ältester aktiver CDU-Politiker

    6. August 2010
    Der personelle Aderlaß bei der Christlich Demokratischen Partei droht dramatische Formen anzunehmen. Nach dem Rücktritt von Eckart von Klaeden (44) vom Amt des Schatzmeisters, sowie der Petrifizierung von Heiner Geißler (101), ist Philipp “Krücke” Mißfelder nunmehr der älteste noch lebende aktive CDU-Politiker (männlich). Künstliches Hüftgelenk ehrenhalber abgelehnt Der Arbeitskreis “Stricklieseln in der CDU” hatte ursprünglich vor, ihm [...]

     

    Kropf empört

    26. Juli 2010
    Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Weiß, hat einen Vorstoß des Bundeswirtschaftsministers Brüderle (FDP), der irgendwas gesagt hatte, scharf zurückgewiesen. „Die unsinnige Debatte, die Herr Brüderle jetzt aufmachen will, ist unnötig wie ein Kropf und dient nur dazu, die Rentner zu verunsichern“, sagte Weiß Handelsblatt Online. Der Kropf verwahrte sich dagegen: Er möge ja [...]

     

    Wasserpfeifen

    19. Juli 2010
    Weil sie im Gaza-Streifen zur Zeit keine anderen Sorgen haben – “sonst gerne, aber zur Zeit ist es ein bißchen mau” -, hat die regierende Hamas, um sich ein wenig zu zerstreuen, den Frauen im Gazastreifen das Rauchen von Wasserpfeifen verboten. “Warum?” fragten die Frauen im Gazastreifen. “Ach Gott,” sagte die Hamas, “warum denn nicht? Das [...]

     

    In eigener Sache

    7. Juli 2010
    Vor drei Tagen veröffentlichte unser Kollege Quastel auf diesen Seiten eine Glosse, in der er in humoristischer Absicht den ehemaligen Kommunarden und Spaßmacher Fritz Teufel zum Geschäftsführer einer obskuren Organisation namens Pro Antichrist – die es hoffentlich nirgends gibt, aber man weiß ja nie – erklärte. Er tat dies mit den besten Absichten und in [...]

     
    2 Kommentare zu “In eigener Sache”
  • Fahrgast Radagast schreibt:

    Weiß jemand zufällig den Namen des Zugführers des ICE Hans Huckebein, der gestern aus – ich zitiere die Lautsprecherdurchsage an Gleis 1 – “unbekannten Gründen nicht gehalten” hat?

    Ich brauche nur den Namen. Danke.

  • Germanistenfuzzi schreibt:

    Quastel weigert sich, den Kraken Paul in nähere Erwägung zu ziehen. Wenn der Vorschlag noch einmal gemacht werde, garantiere er für nichts.