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	<title>Der Tropfen am Eimer</title>
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	<description>Aber du Frühlingswürmchen,+das grünlichgolden neben mir spielt,+du lebst; und bist vielleicht+ach nicht unsterblich!</description>
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		<title>Die Gegenwut</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Sep 2010 10:43:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Massud Matthiassek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Trittbrettfahrt
Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt, weil Chimären sich nun einmal nicht ausgrenzen lassen: die Wut von Leuten, die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.
Wie Waldorf und Statler, die beiden Seniorenheimer auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Trittbrettfahrt</p>
<p>Wegen seiner polemischen Muslim-Schelte steht Thilo Sarrazin am Pranger, aber eines begreifen seine Kritiker offenbar nicht. Der Provokateur verkörpert etwas, das sich nicht ausgrenzen lässt, weil Chimären sich nun einmal nicht ausgrenzen lassen: die Wut von Leuten, die es satt haben, für ihre Integrationsangebote beschimpft zu werden.</p>
<p>Wie Waldorf und Statler, die beiden Seniorenheimer auf dem Balkon am Ende des Pfaffenackers, die mit ihren Integrationsangeboten an den Käsdorfer Muslim immer wieder auf die Schnauze fallen. Heh, Kümmeltürk, ruft es vom Balkon, wenn Wahid seinen Mini unten parkt und die Instrumententasche vom Rücksitz nimmt, um seine Patienten zu besuchen, mit ihnen zu scherzen und ein paar Viertelstündchen Licht in ihre triste Woche zu bringen, heh, Kümmeltürk, soll ich dir ein Integrationsangebot machen?</p>
<p>Schmunzelnd und kopfschüttelnd geht Wahid dann über die Terrasse ins Haus, wobei er Statler zuruft, Waldorf, Waldorf, wie oft soll ich dir noch sagen, daß ich Perser bin, nicht Türke?</p>
<p>Und wie of soll ich dir noch sagen, daß ich Statler heiße, und nicht Waldorf? fragt es vom Balkon zurück, und die beiden Pestbeulen wollen sich vor Lachen nicht wieder einkriegen.</p>
<p>Das Idyll trügt. Nichts ist mehr wie es war. Es ist die Saison des Volkszorns, längst wächst der Fall Sarrazin über Sarrazin hinaus. Er ist viel größer als der Mann oder das Buch. Er ist beinahe noch größer als Matthias Matussek vom Spiegel, aber das ist gottseidank nicht möglich.</p>
<p>Es bleibt gefährlich in Deutschland, nach dreißig Jahren politisch korrekten Wegsehens. Zwei Seniorenheimerinnen sind bereits gesprengt worden, nur weil sie maßvolle Kritik an des Herrn Persischen Ministerpräsidenten Unrasiertheit geäußert hatten. Glücklicherweise ist Wahid immer aufs akkurateste rasiert, wenn er seinen Hausbesuch macht, auch wenn, wie er zwinkernd zugibt, die bei einem Mann seines Temperaments eigentlich fällige Mittagsrasur häufig dem engen Terminplan eines Landarztes zum Opfer fällt. Leidtragende dieser Tatsache aber seien ausschließlich seine Frau, seine Tochter und sein Sohn bei der abendlichen Begrüßung, nicht die Seniorenheimer und nicht die Seniorenheimerinnen, denn im Heim begnüge man sich mit dem üblichen mitteleuropäischen Handschlag. </p>
<p>Die Seniorenheimerinnen nicken dann verständnisvoll, mit einem kleinen bedauernden Tränchen im Auge und einem melancholischen Ja-damals-Seufzer im Busen.</p>
<p>Im Fall Sarrazin geht es um gar nichts, bzw. um alles, bzw. um jedes bzw. um das, was einem Trittbrettfahrer wie mir soeben durch die beleidigte Volksseele rauscht. Sarrazin ist zur Chiffre geworden für die Empörung darüber, wie das Justemilieu der Konsensgesellschaft, daß sich, wie jeder weiß, der sich einigermaßen mit konstruktivistischen Theorien auskennt, also ich, hauptsächlich über die virtuelle Zeitungsöffentlichkeit herstellt, dem Rest der Bevölkerung aber komplett am Hinterteil vorüberzieht, was die dort hausenden Karawanenkläffer aber nicht vom Gebell &#8230; wo war ich? &#8230; wo bin ich hier?</p>
<p>Richtig, Sarrazin. Er ist nicht telegen. Er verheddert sich in Statistiken. Er vergreift sich im Stil. Er steht ziemlich struppig in den Infotainment-Talkshows unserer Spaßgesellschaft herum. Er sieht aus wie eine Vogelscheuche. Er rutscht aus auf den bekannten Bananenschalen der politischen Korrektheit, er rutscht vor allen Dingen aus, auf den Bananenschalen seiner eigenen Selbstverliebtheit, mit angreifbaren biologischen Verknappungen. Wobei nicht ganz klar ist, wo er die Verknappungen im Moment des Ausrutschens hat. In den Taschen? In den Händen? Unter den Achseln? Und rutschte er aus <span class="kursiv">wegen</span> der Verknappungen oder <span class="kursiv">trotz</span> der Verknappungen? Oder <span class="kursiv">mit</span> den Verknappungen? Und sagte ich Verknappungen? Daß hieße ja, daß er, wenn er das biologisch Verknappte nur biologisch wieder entknappte, daß es dann nicht mehr angreifbar wäre. Und er dann nicht ausgerutscht wäre. Hieße es das? Habe ich das sagen wollen? Oder was habe ich sagen wollen?</p>
<p>Das: Was all die Ausgrenzungstechniker nicht begreifen, ist, daß sich das, was Sarrazin verkörpert, nicht ausgrenzen läßt. Das Vogelscheuchenhafte, es ist dem Volke teuer. Das Verknappte, es entspricht der allseits reduzierten Volksseele. Das Bananenschalenhafte, es erinnert das Volk an die Fresse, auf die es gemeinhin selber bekommt. Und fällt.</p>
<p>Es ist die Wut von Leuten, die es satt haben, das Mittelalter, von dem sie nicht wissen, wann genau es gewesen ist &#8211; von 1933 bis 1945? von dunnemals bis wannwardasnochgleich? von sieben fünf drei bis drei drei drei? &#8211; in ihrer Gesellschaft zurückkehren zu sehen. Die einen langen und mühevollen Prozess der Aufklärung &#8211; von der sie nicht wissen, worum es sich handelt, und die sich nicht wollen würden, wenn sie es wüßten &#8211; hinter sich haben. Die es satt haben, über terrornahe islamistische Vereine zu lesen, und nicht genug davon kriegen können, die es satt haben, über Ehrenmorde zu lesen, und nicht genug davon kriegen können, über Morddrohungen gegen Karikaturisten und Filmemacher, und nicht genug davon kriegen können, und die es satt haben, zu hören, daß auf Hauptschulhöfen &#8220;du Christ!&#8221; als Schimpfwort benutzt wird. Die wütend zur Kenntnis nehmen, das Wahid noch niemanden als &#8220;Christen&#8221; beschimpft hat, daß Wahid seine Ehefrauen nicht steinigt, daß er nicht einmal zwei Ehefrauen hat, geschweige denn drei, nicht zu reden von vier. Und statt dreizehn Kindern hat er eine Tochter und einen Sohn. Unverschämt!</p>
<p>Merkwürdigerweise aber sind nun zumindest viele der bei uns lebenden türkischen Mitbürger &#8211; und in der &#8220;SZ&#8221; am Wochenende werden acht junge vorgestellt &#8211; nicht darüber empört, sondern über Sarrazins Buch.</p>
<p>Sollten die Repräsentanten geglückter türkischer (Wahid: &#8220;Darf ich noch einmal, und ich hoffe, ein letztesmal, darauf hinweisen, daß ich nicht türkischer, sondern persischer Abstammung bin?&#8221;) Vorzeigebiografien nicht einwirken auf ihre Landsleute und Milieus, damit der Koran endlich sein Gesicht von Sanftmut und Nächstenliebe zeigt?</p>
<p>Nein? &#8211; Warum nein? &#8211; Warum sie das sollten?</p>
<p>Nun, genauso wie wir Christen &#8211; Sie nicht? &#8211; Ts! &#8211; Na gut &#8211; genauso wie ich Christ mich für jede Verfehlung eines Christen auf dieser Welt verantwortlich fühle und in die Pflicht nehmen lasse, und genauso wie Sie als Nicht-Christ sich für jede Verfehlung eines Nicht-Christen auf dieser Welt verantwortlich zeigen und deren Opfern Kompensation anbieten, genauso wie ich als Westpfahle jede Verfehlung eines Westpfahlen auf dieser Welt als meine Verfehlung empfinde und Sie jede Verfehlung eines Niedersachsen als Ihre &#8211; wie, kein Niedersachse? Ich denke &#8211; ? &#8211; Sie <span class="kursiv">auch</span>? &#8211; Ok, ok, ich trete Ihnen die Hälfte der westpfälischen Verpfehlungen ab &#8211; so, wie wir als Westpfahlen mit den Verfehlungen unserer Mitwestpfahlen umgehen, so sollten wir auch verlangen, daß die Türken und Muslime und &#8211; jaaa, von mir aus, auch die Perser! Wichtigkeit! &#8211; die Verantwortung für alles, was auf der Welt sonst noch so geschieht, übernehmen.</p>
<p>Vor allem aber wäre es schön, wenn sie sich irgendwo zu Pluralität und Meinungsfreiheit ausließen.</p>
<p>Und noch mal zu denen unter unseren türkischen &#8211; <span class="kursiv">und</span> persischen! Ich habe es jetzt, glaube ich, häufig genug gesagt!! &#8211; Mitbürgern, die <span class="kursiv">wirklich</span> angekommen sind: Sollten sie nicht zum Beispiel auf den Migrationsrat einwirken, der soeben erfolgreich gegen einen Auftritt Sarrazins während des Internationalen Literaturfestivals in Berlin aktiv wurde? So wie ich persönlich die Verbrennung eines Koran-Exemplars durch einen amerikanischen Heiopei verhindern werde, was sich ja wohl von selbst versteht?</p>
<p>Nicht? &#8211; Doch.</p>
<p>Apropos doch: Klaus von Dohnányi, der Sarrazin vor den SPD-Gremien zu verteidigen gedenkt, wies in der &#8220;SZ&#8221; darauf hin, wie in Deutschland vor dem Hintergrund der Holocaust-Vergangenheit eine Kultur der Gesinnungsverdächtigung blüht. &#8220;Kaum nimmt einer die Worte &#8216;Gen&#8217; und &#8216;Jude&#8217; in den Mund, geht es im deutschen Feuilleton zu wie in der Judenschule&#8221;, präzisiert mein Kollege Matussek im <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715836,00.html">deutschen Feuilleton</a>.</p>
<p>Recht hat er. Und mit Recht beklagt er, daß wir Debatten scheuen, die &#8220;in anderen Ländern gang und gäbe sind&#8221;. Dazu gehöre die Diskussion darüber, &#8220;daß bestimmte Volksgruppen bestimmte Eigenschaften haben&#8221;. Dort scheue man sich auch nicht, Debatten frei und ohne Scheuklappen und Sprachregelungen zu führen: da werde ein Spaten Spaten genannt, eine Vogelscheuche Sarrazin und ein Großmaul Matussek.</p>
<p>Debatten aber über Identität und Leitkulturen werden überall geführt in einer zunehmend globalisierten Welt, in den USA genauso wie in Großbritannien, in Frankreich wie in Holland, in Dänemark wie im Kongo, in Togo wie in Kaiser-Wilhelms-Land, auf SpiegelOnline wie auf dem Balkon des Seniorenheims am Pfaffenacker.</p>
<p>Das schließt Weltoffenheit nicht im geringsten aus. Oder ein. Es bedeutet nur ein Beharren auf Traditionen und Werten, zu denen auch die Abwesenheit von Weltoffenheit gehören kann, selbstverständlich, warum denn nicht?</p>
<p>Oder die Anwesenheit.</p>
<p>Ein Beispiel gefällig? Aber gern: wir Münsteraner machen am Wochenende gerne Ausflüge mit dem Fahrrad. Auf unseren idyllischen Pättkeswegen. Und zwar in Uniform und im Stechschritt, wie man in jedem Vorabendprogramm im großbritannischen Fernsehen nachprüfen kann. Dann kehren wir irgendwo ein und knüpfen nichtvölkische Mitbürger und politisch unliebsame Zeitgenossen an den reichlich vorhandenen Eichenbäumen auf und schreien uns Militärjargon ins Gesicht. Und mag dies auch seit 65 Jahren nicht mehr so sein, so entspricht es doch unserem Volksgruppencharakter, den man nicht einfach an der nächsten Bude abgeben möchte.</p>
<p>Es sind diese Passagen in Sarrazins Buch, die mir die interessantesten scheinen. In ihnen spricht sich die Melancholie darüber aus, daß die Deutschen nicht nur demografisch an ihrem Verschwinden arbeiten &#8211; während sie vormals, als sie noch nicht so melancholisch waren, hauptsächlich am Verschwinden anderer Demographien gearbeitet haben &#8211; sondern sich auch von ihren Kultur- und Bildungshorizonten verabschieden. </p>
<div class="line">
<center><span class="fett">Abschied</span></center>
</div>
<div class="line">&#160;</div>
<div class="line">
<div class="question">Melancholie:</div>
<div class="answer">Adieu mein kleiner Kulturhorizont, adieu mein kleiner Bildungshorizont, I&#8217;ll be in Scotland afore ye. Geht ihr linkswärts, laßt mich rechtswärts ziehn. Etwas besseres als euch beide, die ihr es hinter meinem Rücken mit Matussek und Sarrazin treibt, werde ich wohl überall finden. Ich geh&#8217; nach Bremen und werde Stadtmusikant. Und doch: Stadtmusikant werden, hat einmal ein weltoffener Franzose gesagt, nach Bremen gehn und Stadtmusikant werden heißt immer auch <span class="kursiv">mourir un peu</span>.</div>
</div>
<div class="line">&#160;</div>
<div class="line">
Wer das rassistisch nennt, hat nichts kapiert.</div>
<p>____________________________________________________________</p>
<p>An diesem Text hat unfreiwillig <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,715836,00.html">Matthias Matussek vom Spiegel</a> mitgearbeitet. Jene Passagen, die er nicht geschrieben hat, aber eigentlich hätte schreiben sollen, und die also erst mühsam konstruiert werden mußten, habe ich mühsam konstruiert, was in der Tat eine Heidenarbeit war.</p>
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		<title>Läßliche Wahrheiten</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 09:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germanistenfuzzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; die man ja aber auch sagen können zu müssen sollte fordern dürfen, und zwar ohne von der Gestapo abgeholt zu werden, wie der bedauernswerte Herr Sarrazin.

Das infinite monkey theorem besagt, daß, wenn man einen Brüllaffen lange genug auf einer Tastatur herumhacken läßt, mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei irgendwann die französische Nationalbibliothek, mit Sicherheit aber eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="shortnews">&#8230; die man ja aber <span class="kursiv">auch</span> sagen können zu müssen sollte fordern dürfen, und zwar ohne von der Gestapo abgeholt zu werden, wie der bedauernswerte Herr Sarrazin.</p>
<ul>
<li class="wahr">Das <span class="kursiv">infinite monkey theorem</span> besagt, daß, wenn man einen Brüllaffen lange genug auf einer Tastatur herumhacken läßt, mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei irgendwann die französische Nationalbibliothek, mit Sicherheit aber eine ziemliche Menge Blödsinn herauskommt.</li>
<li class="wahr">Dem Brüllaffen beizeiten auf den Greifschwanz zu hauen, wäre daher Gotteswerk.</li>
<li class="wahr">Wahr ist aber leider auch, daß man dadurch nicht nur &#8220;Deutschland verklappt sich&#8221;, sondern eben <span class="kursiv">auch</span> &#8220;Wanderers Nachtlied&#8221; verhindern würde.<br/>Man ermesse es.</li>
<li class="wahr">Die genetische Übereinstimmung zwischen T. Sarrazin und einem Brüllaffen beträgt 98,7 Prozent, deutlich mehr als 50 bis 80.</li>
<li class="falsch">Soll es denn etwa so sein, daß unsere Enkel eines Tages Ḫāǧe Šams ad-Dīn Moḥammad Ḥāfeẓ-e Šīrāzī nicht mehr kennen müssen, anstatt, wie ihre Großeltern, nur Goethe nicht mehr zu kennen zu brauchen?</li>
<li class="wahr">Einst, als Sarrazin noch nicht da war, und keiner ihn kannte, da drehte sich die Welt auch schon, ohne zu ruckeln. Damals lebten übrigens noch hochintelligente Juden in Deutschland, und die integrationsunwilligen Muslime aufs willigste in den Orient integriert.</li>
<li class="wahr">Die massive Migration muslimischer Massen fällt zusammen mit Sarrazins beruflichem Wirken.</li>
<li class="wahr">Damit will ich gar nichts sagen.</li>
<li class="wahr">Ich sage nur: auch <span class="kursiv">das</span> ist wahr.</li>
<li class="wahr">Goethe war übrigens auch nicht ohne.</li>
<li class="wahr">Daß die Delphine so intelligent sind, weil sie niemals Hugenotten bei sich aufgenommen haben, ist nicht belegt. Daß Delphine sehr intelligente Tiere sind, ist aber eine Tatsache.</li>
<li class="wahr">Daß Delphine niemals Hugenotten bei sich aufgenommen haben, ist ebenfalls eine Tatsache.</li>
<li class="wahr">Es muß erlaubt sein, diese beiden Tatsachen zueinander in Relation zu setzen, ohne daß man sofort zu Sarrazin in die Zelle gesperrt wird.</li>
<li class="wahr">T. Sarrazin ist Nachfahre von Hugenotten.</li>
<li class="wahr">Daß wir nicht wissen, wie ein Vogelscheuchengen aussieht, heißt noch lange nicht, daß es kein solches gäbe.</span>
<li class="wahr">Wir hätten da sogar eine Idee, was das Aussehen angeht.</li>
<li class="wahr">Mehrere.</li>
<li class="wahr">Aber nun zurück zu Göthe. Moment &#8211; so geht das nicht. Wir befinden uns mitten in einer Textsorte (»Wahrheit«), die nur Aussagesätze gestattet.<br />
Wohlan denn: Wir wenden uns nunmehr wieder Goethen zu.</li>
<li class="wahr">Es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, daß Goethe ein islamistischer Schläfer gewesen wäre, außer Versen wie diesem hier:<br />
<blockquote><p>„Und mag die ganze Welt versinken,<br />
    Hafis, mit dir, mit dir allein<br />
    Will ich wetteifern! Lust und Pein<br />
    Sei uns, den Zwillingen, gemein!<br />
    Wie du zu lieben und zu trinken,<br />
    Das soll mein Stolz, mein Leben sein.“
</p></blockquote>
</li>
<li class="wahr">Was sich liest wie eine Ergebenheitsadresse eines nützlichen Idioten an einen islamistischen Haßprediger, ist in Tatsächlichkeit die Ergebenheitsadresse Goethes an den sufistischen Haßdichter Mullah Omar Hafis.</li>
<li class="wahr">Über Hafis ist nur wenig bekannt. Was für die Praxis bedeutet, daß man alles über ihn behaupten kann, und keiner kann es widerlegen.</li>
<li class="wahr">Zum Beispiel ist nichts darüber bekannt, daß Hafis <span class="kursiv">nicht</span> an der Vorbereitung von 9/11 beteiligt gewesen wäre.</li>
<li class="wahr">Dazu Goethe:<br />
<blockquote>„Dann zuletzt ist unerläßlich,<br />
Daß der Dichter <span title="Ground Zero?">manches</span> hasse;<br />
Was <span title="Nordturm?">unleidlich</span> ist und <span title="Südturm?">häßlich</span>,<br />
Nicht wie Schönes leben lasse.“</p>
<p>Und:</p>
<p>„Das Lebendige will ich preisen,<br />
Das nach Flammentod sich sehnet.“
</p></blockquote>
<p>Ahh-ja! Nicht wahr? Haß, und Flammentod!</li>
<li class="wahr">Es ist dies jener Dichter, dessen Andenken T. Sarrazin gegen den Genpool der wider uns anrennenden Maurenhorden verteidigen will. Das muß man sich nur mal reinziehen.</li>
<li class="wahr">Oder das:<br />
<blockquote>„Herrlich ist der Orient<br />
übers Mittelmeer gedrungen“</p></blockquote>
</li>
<li class="falsch">Das kann ja wohl nicht wahr sein!</li>
<li class="wahr">Ist es aber.</li>
<li class="wahr">Auch das spricht nicht dafür, daß die Delphine mit der Aufnahme von Hugenotten der Höhe ihres IQ einen Gefallen getan haben würden.</li>
<li class="wahr">Goethe war übrigens zu 80 Prozent vererbt, zu 50% vom Mütterlein (Frohnatur, Lust zu fabulieren), zu 30% vom Vater (Statur). Der Rest ist Genie.</li>
<li class="wahr">T. Sarrazin hingegen stammt, außer von Hugenotten, von einer Seitenlinie der Nachfahren des Buerokrates ab, einem illegitimen Sproß des Tropaion, des Gottes der Vogelscheuchen, und der Aermelschonia, der Muse des Aktenstaubs.</li>
<li class="wahr">Wenn man allerdings liest, wie artig Goethe Sarrazin zu beschreiben weiß, wird man irre an dem Glauben, daß das auch der Aff&#8217; vermöchte:<br />
<blockquote><p>
„Mönchlein ohne Kapp und Kutt,<br />
Schwatz nicht auf mich ein!“</p>
<p>„Deiner Phrasen leeres Was<br />
Treibet mich davon“
</p></blockquote>
</li>
<li class="wahr">Oder wie er nicht minder artig erklären kann, warum jener uns so unhold ist:<br />
<blockquote>
Der stolzen Brust wird Freundschaft nicht entsprossen;<br />
Unhöflich sind der Niedrigkeit Genossen;
</p></blockquote>
</li>
<li class="wahr">Auch kann es der Aff&#8217; nicht sein, der ihm selbstlosen Rat erteilt, was zu tun ist, wenn der Zorn ihn wieder packt:<br />
<blockquote>
„An den stärksten Balken seiner Hallen,<br />
Da befestig&#8217; er den derben Strick,<br />
Knüpfe sich daran! Das hält und trägt.<br />
Er wird fühlen, daß sein Zorn sich legt.“
</p></blockquote>
</li>
<li class="wahr">Herr Goethe, wir danken Ihnen für dieses Gedicht.</li>
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		<title>Dunkel war&#8217;s, der Mond schien helle</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 09:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germanistenfuzzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Fundamentalrhetorikerin der Grünen und Sprachgegnerin (&#8220;Macht kaputt, was euch kaputt macht!&#8221;) Claudia Roth hat der Bundesregierung einen &#8220;heißen Herbst&#8221; verheißen und ihr geraten, &#8220;sich warm anzuziehen&#8221;.
Das ist schon sehr begabt und sehr brav.
Wir würden, wenn es erlaubt ist, gerne hinzufügen: die Bundesregierung sollte darauf achten, daß die Kleidung luftig ist und nicht beengt, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Fundamentalrhetorikerin der Grünen und Sprachgegnerin (&#8220;Macht kaputt, was euch kaputt macht!&#8221;) Claudia Roth hat der Bundesregierung einen &#8220;<a href="http://www.abendblatt.de/politik/article1621686/Regierung-beschliesst-laengere-Laufzeiten-Opposition-wettert.html">heißen Herbst</a>&#8221; verheißen und ihr geraten, &#8220;sich warm anzuziehen&#8221;.</p>
<p>Das ist schon sehr begabt und sehr brav.</p>
<p>Wir würden, wenn es erlaubt ist, gerne hinzufügen: die Bundesregierung sollte darauf achten, daß die Kleidung luftig ist und nicht beengt, damit Hitzestaus vermieden werden. Daher sollte sie sich vor Auskühlung schützen: eine alte Zeitung unter der Jacke wirkt Wunder, Thermoeinlegesohlen für warme Füße gibt es in großer Auswahl, und für die Finger hat man heute diese praktischen Taschenheizungen. Ausreichend zu trinken ist wichtig bei Hitze, damit der Körper den Flüssigkeitsverlust ausgleichen kann; wir empfehlen Glühwein und heißen Grog. Bei der Nahrung sollte man auf leichte Kost setzen, Grünkohl mit fetter Gänsebrust, Kassler, Mettwurst und viel Steinhäger haben sich bei heißem Wetter bewährt. Wenn die Temperatur auch nachts nicht mehr absinken will, sollte man erwägen, die Federbetten wieder hervorzuholen.</p>
<p>Denn wer es mit Claudia Roth zu tun hat, kann nicht vorsichtig genug sein.</p>
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		<title>Sozialkritik und Product Placement</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 08:21:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gero</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Angela Merkel, die das Thema Integration bzw. vielmehr die Verweigerung derselben weißgott von innen kennt, rückt das Thema Integration immer stärker in den Focus. Nein, in den Fokus. Schreibt jedenfalls Focus. Die Kanzlerin glaubt nicht, daß die Probleme in den nächsten Jahren gelöst werden können – auch weil die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder geschlampt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angela Merkel, die das Thema Integration bzw. vielmehr die Verweigerung derselben weißgott von innen kennt, rückt das Thema Integration immer stärker in den Focus. Nein, in den Fokus. <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/integration-merkel-wirft-rot-gruen-versaeumnisse-vor_aid_548771.html">Schreibt jedenfalls Focus</a>. Die Kanzlerin glaubt nicht, daß die Probleme in den nächsten Jahren gelöst werden können – auch weil die rot-grüne Regierung unter Gerhard Schröder geschlampt habe.</p>
<p>„Und die rot-gelbe unter Schmidt.“</p>
<p>„Wir können nicht in drei, vier Jahren die Versäumnisse der vergangenen 30 Jahre ausgleichen. Das dauert länger als eine Legislaturperiode“, sagte Merkel der „Pißpottpresse am Sonntag“ (PamS). 30 Jahre seien eine lange Zeit. Insbesondere die Zeit vom 5. September 1980 bis zum 1. Oktober 1982, in der Helmut Schmidt Kanzler gewesen sei, sei lang gewesen, sehr lang. Zu lang. Was in der Zeit verschlampt worden sei, sei in den nachfolgenden 16 Jahren nicht wieder gutzumachen gewesen.</p>
<p>„Die Regierung Kohl hatte gar keine Chance.“</p>
<p>Und die Zeit vom 27. Oktober 1998 bis zum 22. November 2005 sei sogar noch länger gewesen. Nicht ganz 4 mal, aber immerhin 3 1/2 mal so lang, also praktisch das Fünffache. Und nicht nur das. Die Zeit vom 22. November 2005 bis heute sei im Vergleich dazu nicht der Rede wert.</p>
<p>„Wir mußten ja bei Null anfangen. Es gab ja nichts. Die Schweine warteten doch alle auf die Währungsreform. Wir können uns das heute nicht mehr vorstellen, aber damals, 2005, hätten sie noch nicht mal den Raum für einen Sprachkurs anmieten können, es sei denn für ein Paar Nylonstrümpfe oder Ihre Jungfräulichkeit. Wo, ich bitte Sie, hätten Sie die denn her nehmen wollen?“</p>
<p>„Nicht jeder hat eine Schwester in Amerika, die ihm hier und da eine Strumpfhose oder eine Pfund Bohnenkaffee rüberwachsen ließ.“</p>
<p>„Unsere Integrationsbeauftragte, Maria Böhmer &#8211; wir haben sie damals ins Bundeskanzleramt geholt, damit sie nicht erfror -, brachte in der Anfangszeit immer ein Stück Holz mit zur Arbeit. Nicht etwa, um es griffbereit zu haben, wenn ein integrationsunwilliger Muslim vorstellig wurde, sondern um die Feuerschale damit zu beheizen, sonst hätten wir alle frieren müssen.“</p>
<p>„Wir haben improvisiert und in jedem Korridor eine Feuerschale, Garpa, Modell Olymp, schwarzlackierter Edelstahl, 1/2 Stange Zigaretten und ein Pfund Butter unverb. Preisempf., aufgestellt. So war das eben damals. Jeder von uns hatte ein Stück Holz oder ein Brikett in der Handtasche, für die Schale, oder falls etwa ein integrationsunwilliger Muslim vorbeigeschaut hätte.“</p>
<p>„Aber das war alles nicht schlimm, wir haben ja auch viel gelacht. Schlimm sind die integrationsunwilligen Herrschaften in meinem Kabinett. Wir haben das Ritual mit den Holzscheiten beibehalten, obwohl die Heizungen im Bundeskanzleramt dank der Haushaltskonsolidierung, der konsequenten Wachstumsförderung und dem radikalen Sparkurs der von mir geführten Regierung wieder funktionieren. Aber heben sie die Holzscheite und die Briketts etwa für die Köpfe integrationsunwilliger Muslime auf? Kein Gedanke!“</p>
<p>„Die eigene Birne ist ihnen näher. Es hat schon Tage gegeben, an denen ich auf allen Vieren durch die Gänge des Kanzleramts gekrochen bin, weil die Holzscheite und Briketts so niedrig flogen.“</p>
<p>„Ich glaube nicht, daß wir das in drei, vier Jahren in den Griff kriegen. Das bleibt erstmal so. Wenn das vorbei sein wird, in vielen Jahren, können wir uns vielleicht um die Integrationsprobleme anderer Leute kümmern.“</p>
<p>Bis dahin appelliere sie an die integrationsunwilligen Muslime, selbst zu sehen, wie sie klar kommen. Wenn sie Schwierigkeiten hätten, sollten sie sich bei der SPD bedanken.</p>
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		<title>Thilo Sarrazin versehentlich nach Rumänien abgeschoben</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 09:05:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>kpd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus einer Lesereise durch arische Buchhandlungen, die er heute in Frankreich beginnen wollte, wird vorerst nichts. Der aus Funk und Fernsehen bekannte und beliebte Entertainer Thilo &#8220;Stinkstiebel&#8221; Sarrazin ist bei einer Razzia in Clichy-sous-Bois mitgefangen und mitgehangen worden.
Sarrazin war gestern zu einer Tournee aufgebrochen, auf der er sein neues Buch &#8220;Deutschland verklappt sich&#8221; promoten wollte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einer Lesereise durch arische Buchhandlungen, die er heute in Frankreich beginnen wollte, wird vorerst nichts. Der aus Funk und Fernsehen bekannte und beliebte Entertainer Thilo &#8220;Stinkstiebel&#8221; Sarrazin ist bei einer Razzia in Clichy-sous-Bois mitgefangen und mitgehangen worden.</p>
<p>Sarrazin war gestern zu einer Tournee aufgebrochen, auf der er sein neues Buch &#8220;Deutschland verklappt sich&#8221; promoten wollte. Die erste Station sollte nicht zufällig der Pariser Vorort Clichy-sous-Bois sein, der ehemals für seine Algerische, Tunesische and Marokkanische Bevölkerung notorisch und nicht überall (Monsieur Sarkozy) beliebt war, mittlerweile aber von Monsieur Sarkozy saubergekärchert wurde.</p>
<p class="fett">Zigeunergen an Verwechslung schuld?</p>
<p>Inzwischen aber hat M. Sarkozy ein anderes Hobby, das Abschieben von fahrendem Volk nämlich, und so kam es, daß Sarrazin, der sich in Clichy-sous-Bois auf sicherem Terrain wähnte und die Deckung vernachlässigte, aus heiterem Himmel die Faust des Gesetzes am Kragen spürte, und sich mit Bettlern, Hausierern, Leichten Mädchen, Kesselflickern, Hundefängern und Rumtreibern in der Grünen Minna wiederfand und nun auf dem Weg nach Temeswar ist.</p>
<p>Die französische Regierung hat sich nach heftigem Protest bei Rumänien entschuldigt. Der vorübergehend vom Dienst suspendierte Flic, der seine Unschuld beteuert und darauf beruft, er habe nicht wissen können, das Sarrazin kein Zigeuner sei, ausgesehen habe er wie einer, wurde nach Zahlung von 20 Centimes in die Kaffeekasse wieder rehabilitiert und bekam seine Sporen zurück. Die Roma, die das Flugzeug mit Sarrazin teilen müssen, sollen eine Entschädigung erhalten.</p>
<p>Diplomatische Verstimmungen zwischen Frankreich und Deutschland werden nicht befürchtet.</p>
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		<title>Versuch über die Eiswinde der Globalisierung (Fragment)</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 20:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germanistenfuzzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn ich das Grandiose des Linksseins richtig verstanden habe, dann war es stets getragen von der Lust und dem Verlangen, die Welt zu verändern und zu verbessern.
U. P.
Wenn die Eiswinde der Globalisierung morgens die Bettdecke wegstrampeln, beim Räkeln bis 10 zählen und dann mit einem Fitsch aus dem Bett sind, um nicht lang zu säumen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="quote">Wenn ich das Grandiose des Linksseins richtig verstanden habe, dann war es stets getragen von der Lust und dem Verlangen, die Welt zu verändern und zu verbessern.</div>
<div class="credits">U. P.</div>
<p>Wenn die Eiswinde der Globalisierung morgens die Bettdecke wegstrampeln, beim Räkeln bis 10 zählen und dann mit einem Fitsch aus dem Bett sind, um nicht lang zu säumen, sondern den Tag zu nutzen und an diesem hier ihr ganz persönliches Bruttosozialprodukt mal wieder sowas von zu steigern, wenn sie sich dann, so gegen zehn, gar zum Hurrikan gemausert haben und an allen acht Ecken der Windrose den Rubin Carter raushängen lassen, wenn sie dann dort und anderswo das Zeug einsammeln, das sie zum Rumschmeißen brauchen, Wohnanhänger, Schuppendächer, Eisdielentische, Palmenkübel, vieles was nicht niet-, manches was nicht nagelfest ist, und etliches, was niet- und nagelfest sein mag, was aber den Eisstürmen der Globalisierung deswegen noch lange nicht zu widerstehen vermöchte &#8211; dann, und nicht nur dann, sieht der aufgeweckte Tornadospotter vielleicht unter tintengrauem Himmel, im silbrigen Wind, zwischen Zeitungsfetzen und Gelbsäcken ein flaches Brett dahinfliegen, in dem zwei lockere Schrauben krampfhaft Haltung zu bewahren suchen.</p>
<p>Lustig geht es dahin, bald kopfüber, bald -unter, jetzt sich rechtsdrehend um die Längsachse schraubend, dann wieder wie die Windmühlenflügel, kantapper kantapper, nun wie ein Geschoß so gerad, nun gemächlich im Gleitflug dahin, einmal so, andermal so, nicht kann man&#8217;s vorhersagen, aber man muß kein Wettermann sein, zu wissen, wohin die große Richtung geht: any way the wind blows.</p>
<p>Da knallt es gegen die nichtvernagelte Scheibe, die geht zu Bruch, das Brett zu Boden, doch die Eiswinde der Globalisierung sind nicht faul, noch dulden sie Faulheit, dem Brett wird in den Hintern getreten, es muß wieder auf, die Straße hinab, daß den Schrauben bange wird, gegen die Mülltonnen geklappert, mit diesen gerollt, unter ihnen durch, über sie weg, dann packt es eine grimmige Bö und treibt es hoch hinauf in die Mittagsdämmerung, wo man&#8217;s kaum noch sieht.</p>
<p>Am Abend ist es neunhundert Meilen von zu Haus, aber immer noch kennt es kein Verschnaufen, vorwärts, vorwärts, das Projekt der Moderne ist noch nicht vollendet. Wer die Welt verändern will, muß sie in ihrer Bewegung verstehen und aufhören, sich dieser entgegenzustellen. Wer stehen bleibt, hat Unrecht.</p>
<p>Von hier oben, glaubt das Brett, hat es den Überblick. Hat es nicht die Welt gesehen? Weiß es nicht wo oben, wo unten, wo links und wo rechts sei, wo hinten, wo vorn? Wie es dort aussieht und wie man von hier nach da kommt? Was zu tun ist? Und es selbst, es Brett, ist es nicht ein Meister des Fortschreitens, des Fortschritts, des Furthur? Ein Überflieger? Wem hat es nicht heute alles eins an den Hinterkopf gegeben? Nun, praktisch niemandem, weil keiner draußen gewesen ist bei dem Sauwetter, aber es würde haben, würde wer gewesen sein. Immerhin hat es den Leuten an die Türen geklopft und ihnen Bescheid gesagt, hat gegen ihre Satellitenschüsseln gegongt, ihre Briefkästen verbeult. Sogar mal eine Dachpfanne mitgehen lassen. Aaah, was war es doch für ein Brett! Sehe sich einer diesen Segen da unten an! Das waren alles wir. Wir Leistungselite. Ohne ein Brett wie es, wo wären da die Eiswinde der Globalisierung heute?</p>
<p>Wie&#8217;s es da wieder greift und wirbelt, flapp, und flapp, flapp, und nun, von eisiger Faust nach unten gedrückt, und tčukh! &#8211; in den Matsch. Da steckt es, der Wind duckt es, es liegt längelang im Schlick, der Wind drüber weg, aber vorwärts geht&#8217;s nimmer, die eine Schraube hakt irgendwodran, die andere ist lang weg. Und nun ist erst einmal Chillen angesagt, denn vorerst geht&#8217;s nicht weiter. Aber noch merkt das Brett es nicht, noch ist es auf Phantomspeed. Was für ein Tag! Was ist nicht alles geschafft worden! Wem soll ich dich vergleichen, Tag? Einer der großen Revolutionen des Pop, sicherlich. Glen Miller und wie er die Carnegie Hall swingen läßt. Frank, Dean &#038; Sammy, wie sie Nancy zeugen, damit Lee später, some velvet morning, eine Duettpartnerin hat. Die Miss Centerfold des Monats Januar, 1955. Die Geburt der Elvis-Imitation aus dem Geiste des Hüftschwungs. Die Geburt des Mod aus den Anzügen des Thelonius Monk. Miles Davis und ein dämmerblaues Studio in der 30. Straße. Mary Quant, wie sie Ursula Andress photographiert, auf einem Arne Jacobsen Stuhl im Trevi Brunnen. Radio Caroline &#8211; good times never seemed so good. Race riots turned down by spiked Kool-aid in Watts. Mick Jaggers Entdeckung des Schokoriegels! Jimi Hendrix verschüttet Benzin! Ein Zebrastreifen in St. John&#8217;s Wood läßt sich beim Überqueren photographieren! Led Zeppelin revolutioniert das Anglerlatein! Kraftwerk und Can tragen die Avantgarde ins Herz der westpfählischen Provinz, Bryan Ferry seine Knickerbockerhosen in den Musikladen nach Bremen. Sid &#038; Courtney &#038; Nancy &#038; Kurt! Deutschland erwacht und wird von Niederländern zum Aufstehen aufgefordert! Stefan Remmler entdeckt das zweite Ende der Wurst! Love Parades! DJ Culture!! Westerwelle!!! Katrina &#038; the Waves in New Orleans: Das Altamont des Jazz!!!! Schwarz-Gelb in Berlin: Das Woodstock, na, sagen wir: das Fehmarn, oder vielleicht Scheeßel? des &#8211; der &#8211; des &#8211; Karaoke?? Jekami???</p>
<p>Geht es noch größer? Aber immer! Die größte Revolution des Pop &#8211; ?: zweifellos die Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Hoteliers. Superpop! Total camp! Wem wollte ich <span class="kursiv">dich</span> vergleichen, Tag?</p>
<p>Mählich dunkelt&#8217;s. Ein Schlammkrüstchen wächst über das Brett. Die Eiswinde der Globalisierung gehen duschen und bauen sich vor der Stechuhr auf. Ein Flachmann macht die Runde. Man wartet auf das Signal. </p>
<p>Ulf Poschardt, so nennen wir das Brett, eine Flachplanke im besten Mannesalter, eine Schlapplatte von Gnaden, ein Plattsparren, eine Halbschwarte, Sparbalken und Notbohle, hat sein Zuhause gefunden. Wohlig träumend liegt er im Sud und näßt sich ein. Die <a href="http://www.welt.de/die-welt/debatte/article9012178/Wir-geben-ihren-Traeumen-ein-Zuhause.html">Welt</a> druckt es ab, und wir</p>
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		<title>Bielefeld</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 07:47:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fahrgast Radagast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Bahnchef Gruber möchte sich schon bald mit den Gegnern des 21. Jahrhunderts treffen. Ein solches Treffen mache hoffentlich alles wieder gut. Bislang sei er nur davon getroffen, sagte Gruber dem Käsdorfer Metropolitan (KM), und zwar tief getroffen, nicht rechtzeitig gemerkt zu haben, daß nicht alle relevanten Bürger Stuttgarts dem 21. Jahrhundert positiv oder zumindest neutral [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bahnchef Gruber möchte sich schon bald mit den Gegnern des 21. Jahrhunderts treffen. Ein solches Treffen mache hoffentlich alles wieder gut. Bislang sei er nur davon getroffen, sagte Gruber dem Käsdorfer Metropolitan (KM), und zwar tief getroffen, nicht rechtzeitig gemerkt zu haben, daß nicht alle relevanten Bürger Stuttgarts dem 21. Jahrhundert positiv oder zumindest neutral gegenüberstehen. Wenn er ja nur geahnt hätte &#8230; </p>
<p>Schuld an dem Debakel sei möglicherweise ein <a href="http://www.welt.de/channels-extern/ipad/titelseite_ipad/article9249951/CDU-sieht-Kommunikations-Gau-in-Stuttgart.html">Kommunikationsgau</a>. Die Informationsdienstleister (BND, Verfassungsschutz, Landesregierung, MAD) verstünden sich zu seiner uneingeschränkten Unzufriedenheit immer noch als reine Datensammler, nicht als Datenmanager, und hätten die Daten der Zeit immer noch nicht dahingehend analysiert, daß es an <span class="kursiv">ihnen</span> sei, und an ihnen ganz zuerst, die Daten, derer die Wirtschaft für ihre Entscheidungen nun einmal bedürfe, zunächst einmal zu schaffen, und dann erst zu sammeln. Der alte Beamtenschlendrian! Es fehle hier wie überall an Kundenorientierung und Serviceaffinität.</p>
<p>Er, Grube, habe nicht gewußt, nicht wissen können, und nicht einmal geahnt, daß Menschen in der Bundesrepublik sich mit ihren Städten und deren Aussehen, deren architektonischer Substanz und deren &#8211; wie solle man sagen &#8211; Identität? &#8211; Charakter, Eigenart und dergleichen &#8211; ah ja, hier sei das Wort, er habe gewußt, daß er es dabei habe: deren <span class="kursiv">Brand</span>, daß sie sich mit der Stadt als Marke nicht nur auseinandersetzten, sondern identifizierten. Das habe er allem, was ihm vorgelegen habe, nicht entnehmen können.</p>
<p>Er habe davon ausgehen müssen, daß es den Leuten egal sei, wie ihr Bahnhof aussehe. So wie ihnen das Aussehen ihres Aldi egal sei, denn der sehe ja überall gleich aus. Oder ihre Autos, die sähen ja auch alle gleich aus. Oder die ICEs, was das angehe. Warum sie da ausgerechnet bei ihren Bahnhöfen, und, darüberhinaus, auch bei ihren Städten, einen Unterschied machten, sei ihm immer noch nicht klar. Er habe angenommen, daß die Leute ihre Heimatstädte an der Durchsage im Zug erkennen, so wie einer, der im Bistrowagen mit der Nummer 11 frühstücke, auf die Kassenquittung schauen müsse, um zu sehen, was er da gerade ißt: Frühstück »Basic«, oder irgendeinen eingeschweißten Klumpatsch.</p>
<p>Wenn es aber so sei, wie er nunmehr annehmen müsse, daß es sei, dann hätte man ihm proaktiv kommunizieren müssen, daß es so sei. Denn dann sei vieles andere ja vielleicht auch nicht so, wie er angenommen habe, daß es sei. O über ihn Narren, der er wähnte, ein Bahnhof sei schlicht der Kassenbereich eines multinationalen Logistikkonzerns, Punkt! Nun steh&#8217; er und erfahre mit Zähneklappern und Heulen, daß zwei Projekte wie Stuttgart 21 den Bau der gesamten sittlichen Welt zugrunde richten würden. Zwar könne er sich immer noch nicht vorstellen, was genau einen Bürger erkennen lasse, daß er in Stuttgart sei und nicht in Bielefeld &#8211; er jedenfalls erkenne seinen Mantel immer am »Gucci«-Label; stehe dort irgendwas anderes, sei es nicht seiner und er lasse ihn hängen. Und das Schild »Stuttgart HBF« werde auf jeden Fall wieder aufgehängt, das könne er jedem Kritiker versichern.</p>
<p>Eine Verwechslung mit Bielefeld sei daher auch nach dem Umbau so gut wie ausgeschlossen.</p>
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		<title>Broder beklagt Hexenjagd</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 15:29:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Quastel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie der Focus heute morgen berichtet, hält der Publizist Henryk M. Broder die Kritik an Sarrazin für ungerechtfertigt. Focus sagt: &#8220;Broder sagte: “Es ist der erste Fall von Hexenjagd in Deutschland seit Mitte des 17. Jahrhunderts.“&#8221;
Es ist dies nicht der erste Fall des Vorwurfs einer Hexenjagd in Deutschland in Deutschland, aber der erste Vorwurf einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie der <a href="http://www.focus.de/politik/deutschland/gen-thesen-sarrazin-reizt-die-regierung_aid_546368.html">Focus</a> heute morgen berichtet, hält der Publizist Henryk M. Broder die Kritik an Sarrazin für ungerechtfertigt. Focus sagt: &#8220;Broder sagte: “Es ist der erste Fall von Hexenjagd in Deutschland seit Mitte des 17. Jahrhunderts.“&#8221;</p>
<p>Es ist dies nicht der erste Fall des Vorwurfs einer Hexenjagd in Deutschland in Deutschland, aber der erste Vorwurf einer Hexenjagd seit vorgestern. In den vergangen zwei Tagen wurde der Vorwurf einer Hexenjagd von niemandem erhoben und niemandem gemacht. Warum, weiß man nicht.</p>
<p>Broders Vorwurf war seit einigen Tagen erwartet worden. In der Redaktion des Käsdorfer Metropolitan (KM) war heftig gewettet worden, wann man mit Broders Vorwurf würde rechnen können. Dort hatte man extra einen Volontär (Germanistenfuzzi) vors Telex gesetzt, der aufpassen sollte. Allerdings war der in den frühen Morgenstunden eingenickt, unter anderem deswegen, weil das Telex schon seit Jahren nur noch dazu dient, Staub zu fangen und Volontäre zu foppen.<span id="more-2597"></span></p>
<p>Broder bezieht seinen Vorwurf auf die Tatsache, daß man T. Sarrazin vor Tagen, kaum daß Kunde von Sarrazins Buch ins Land gedrungen war, bei Fackelschein aus seinem Haus geholt und auf einem Mistkarren in den Kerker im Stadtgraben verbracht hatte. Von dort ist er bislang nur einmal zur gütlichen Vernehmung geholt und, da er sich keiner Schuld bewußt gezeigt und alles geleugnet hatte, wieder zurück ins Loch gesteckt worden, wo er nunmehr der peinlichen Befragung entgegensieht. Bzw. sähe, denn er sieht nichts, weil er im Dunkeln sitzt, von Ratten angenagt und von Ungeziefer bedeckt. Aber natürlich hat der Teufel die Macht, ihn auch im Dunkeln sehen zu lassen, wenn er das will.</p>
<p>Die Vorwürfe gegen Sarrazin sind<br />
<blockquote>
<ol style="list-style-type:lower-alpha;">
<li>Teufelsbuhlschaft</li>
<li>Diebstahl von Weihwasser</li>
<li>Verhexung der SPD</li>
<li>Verbreitung hirnrissiger Thesen in Buchform</li>
<li>Verwandlung des Ansehens der Bundesbank in Hundedreck</li>
<li>Belästigung der Öffentlichkeit durch Impertinenz</li>
<li>Dieser Post</li>
</ol>
</blockquote>
<p>In der peinlichen Befragung werden Sarrazin erhebliche Übel zugefügt werden müssen, damit er gesteht, unter anderem wird man ihm eine andere Brille verpassen und die Oberlippe enthaaren, aber andererseits kann es auch sein, wie man aus früheren Hexenprozessen weiß, daß der Teufel ihn keinerlei Schmerzen spüren läßt, und er noch von der Streckbank herunter seinen Verfolgern lange Nasen dreht.</p>
<p>Der peinlichen Befragung kann Sarrazin aber noch entgehen, indem er ein Gottesurteil anbietet. Dabei wird ihm ein glühendes Hufeisen auf die Zunge gelegt. Übersteht die Zunge die Tortur ohne zu einem schwarzen Klumpen zu verschröggeln, so sollen seine Thesen als von Gott eingegeben gelten. Im anderen Fall würde man ihn an Nase, Ohren und Mannheit verstümmeln, ihn blenden, aufs Rad flechten, ihm alle Knochen brechen, ihn den Hunden vorwerfen, verbrennen, und seine Asche in den Bosporus schütten.</p>
<p>Die Thesen, die dieses harrsche Vorgehen &#8211; das ja wirklich nicht schön ist, da muß man Broder Recht geben &#8211; nötig gemacht haben, bzw., es ist ja wohl im wesentlichen <span class="kursiv">eine</span> These &#8211; man soll auch einen T. Sarrazin nicht schlimmer machen, als er ist -, lautet: die Linkshänder sind unser Unglück.</p>
<p>Laut Sarrazin sind die Linkshänder eine Pest: sie sind nicht bereit, sich zu integrieren, leben im Wesentlichen von Transferzahlungen, haben größere Würfe als wir Rechtshänder, eine höhere Wurffrequenz und eine höhere Lebendgeburtsrate. Daraus schließt Sarrazin, daß sie besser ficken als wir, und daher dümmer sein müssen.</p>
<p>Der Schlaueste von allen hingegen ist &#8211; nein, nicht Sarrazin, schlauer als wir alle, schlauer selbst als Sarrazin, ist Satan. Aber gleich nach Satan kommt T. Sarrazin. Deswegen kann er auch so steile Thesen aufstellen und mit vielen Grafiken, Statistiken, Kurven, Graphen, Tabellen, Zahlentupeln, Tortengrafiken, Balkengrafiken, Liniengrafiken, 3d-Tabellen usw. bebildern, daß der Anblick es eine Sau grausen, Satan aber grinsen läßt.</p>
<p>Gewährsmann Germanistenfuzzi, der &#8211; wovor sich die erfahrenen Redakteure des Käsdorfer Metropolitan virtuos gedrückt haben &#8211; das Rezensionsexemplar des Käsdorfer Metropolitan hat lesen müssen, berichtet mit Verbitterung, daß er &#8220;solche auf 400 Seiten aufgepusteten Powerpointdesaster&#8221; kenne, &#8220;an denen keine Christenseele Freude haben&#8221; könne. Er zweifle keine Sekunde daran, daß Sarrazin &#8220;Connections nach Ganz Unten&#8221; haben müsse, um &#8220;solch einen Stiefel&#8221; zu verzapfen. Eine klammheimliche Vorfreude beim Gedanken an Sarrazins peinliche Befragung wolle er offen gestehen. Er hoffe auf eine Fernsehübertragung &#8220;in einem dieser Linkshändersender, Vox populi oder wie die Dinger heißen&#8221;, insbesondere davon, &#8220;wie sie ihm die Brille wegnehmen und sie von Bikinirama zerdeppern lassen.&#8221;</p>
<p>Die mangelnde Intelligenz der Linkshänder sei, so Satan in Sarrazins Buch, &#8220;zu 50 bis 80 Prozent, oder einer beliebigen anderen Zahl zwischen 0 und 100&#8243; vererbt. So wie er, Sarrazin, zu 50 bis 80 Prozent nichts dafür könne, daß er so schlau sei, denn es sei als Erbe über ihn gekommen, wobei allerdings kein Zweifel daran sei, daß er seines Erbes würdig sei, so sei auch der Linkshänder nur zu 20 bis 50 Prozent aus Bosheit Linkshänder, die übrigen Prozente seien angeboren. Weswegen er ja seinen Appell auch an die Rechtshänder richte, und nicht etwa an die Linkshänder, die den ja auch gar nicht verstehen würden. &#8220;Kollektive Selbstentleibung,&#8221; so Sarrazin bei der gütlichen Befragung, wie immer tadellos vorbereitet, mit jeder Menge Slides im Koffer, und alles 1a recherchiert, sei &#8220;immer ein Problem. Selbst wenn die Linkshänder kapieren&#8221; würden, was man von ihnen wolle, &#8220;wer hätte denn nachher die Arbeit mit der Entsorgung?&#8221; Doch wohl wir Rechtshänder.</p>
<p>Deshalb der dingende Appell: die Rechtshänder sollten sich mal Gedanken machen, wie sie denn mit der wachsenden Biomasse der Linkshänder umgehen wollten.</p>
<p>Solcherart Verstocktheit kann natürlich nicht für den Inkulpaten einnehmen, von seiner Sprache zu schweigen, die nicht einmal eines Ahlhorner Putenbrüters würdig wäre, nach Ansicht Sarrazins aber die Sprache Goethes, Herders und der Rechtshänder, und die der Sprache der Linkshänder, die häufig gar kein Deutsch können, schon deshalb putenstallhoch überlegen ist. Trotzdem mehren sich ab heute auch Stimmen, die Sarrazins These[n] ein Fischbein im moralischen Stützkorsett sein wollen. So erhebt sich zum Beispiel die Stimme Necla Keleks, selber Linkshänderin, und sagt: „Thilo Sarrazin leistet einen wichtigen Beitrag, indem er uns Linkshänder auffordert, über unsere Rolle in Deutschland zu reflektieren. Ihm Rassismus vorzuwerfen, ist insofern absurd, als Linkshänderei keine Rasse ist, sondern Kultur und Religion. Ich teile Sarrazins Sorge um die Rechtshänderei, die übrigens auch keine Rasse ist, sondern gottgewollt.“</p>
<p>Tatsächlich war Sarrazin während der gütlichen Befragung auch Rassismus vorgehalten worden. Grund dafür war seine Behauptung, Volkscharaktere seien keine albernen Konstrukte, sondern genetisch determinierte Realitäten, die zum Beispiel dafür sorgten, daß Juden allesamt große und nicht ganz gerade Nasen hätten &#8211; das sogenannte Krummnasengen. Das werde nicht gerne gehört, weil es sich nicht gehöre, so etwas zu sagen, aber es sei so. &#8211; Muslime, anderes Beispiel, teilten ebenfalls alle ein Gen, das sogenannte Krummsäbelgen. Mit dem hätten sie schon einmal Mitteleuropa die Gurgel durchschneiden wollen, seien aber von einem seiner Vorfahren, einem gewissen Roland Sarrazin, daran gehindert worden. Wobei der, der Roland, allerdings selbst sein Leben daran habe geben müssen; etwas, das er, Thilo, sich selbst ohne weiteres auch zutraue, die Muslime daran zu hindern nämlich, Westeuropa die Gurgel mit dem Krummsäbel durchzuschneiden. Und wenn man ihn dafür zu Tode foltern täte, würden ihn der Engel Gabriel und zwei Assistenzengel anschließend ins Paradies führen. &#8211; Die Basken hätten ein Gen, nein, drei Gene, eins, was sie die Baskenmütze rechts, eins, was sie die Baskenmütze links und eins, was sie die Baskenmütze in der Mitte tragen lasse. &#8211; Die Schotten hätten noch sehr viel mehr Gene; jedes Gen binde einen Schotten sein Leben lang an einen Tartan und an eine Whiskysorte. &#8211; Die Iren hätten sogar ein Gen pro Iren, und alle seien miteinander inkompatibel. &#8211; Was? Ja, auch die Deutschen hätten nicht alle ein und dasselbe Gen, sondern deren zwei, nämlich das Derführerhatdasnichtgewolltgen und das Dashatderführernichtgewußtgen.</p>
<p>Publizist Broder, der einen Deutschen, wenn der Sarrazin heißt, nicht so leichtfertig des Rassismus geziehen sehen mag, sagt dazu: “Ich bezweifle, daß alle, die Thilo Sarrazin jetzt so voreilig kritisieren, sein Buch überhaupt gelesen haben.“</p>
<p>Damit wird er recht haben, das dürfte so sein, zu 20 bis 50 Prozent dadurch bedingt, daß das Buch erst morgen in den Handel kommt. Germanistenfuzzi allerdings, der das Buch hat lesen <span class="kursiv">müssen</span> fragt, seinerseits nicht ganz ungerechtfertigt, seit wann es in Deutschland üblich sei, ein Buch zu lesen, bevor man den Autor runterputze? Seit Goethes, seit Herders Zeiten? Nicht, daß er wüßte. Wenn Broder dies geändert haben wolle, solle er das bitteschön sagen und seinethalben ein Volksbegehren auf den Weg bringen oder was, aber nicht so tun, als sei ein solch krauses Verhalten genetisch determiniert.</p>
<p>Auch wäre zu fragen, ob Sarrazin überhaupt damit gedient wäre, wenn man sein Buch läse, sich kurz an die Stirn tippte, und dann ein Eis essen oder ins Kino ginge. Vielleicht sei er ja auf Krawall aus, nicht auf Leser.</p>
<p>Letzteres bestätigt Broder sogar. Sarrazin <span class="kursiv">sei</span> auf Krawall aus. Satan sei ebenfalls auf Krawall aus. Und er, Broder, sei sowieso auf Krawall aus. Von Rechts wegen seien sie drei also Konkurrenten um die knappe Ressource Aufmerksamkeit, und hätten einander an die Gurgel zu gehen. </p>
<p>Daß sie es nicht täten, könne nur eine Ursache haben: Sarrazin habe Recht.</p>
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		<title>Martenstein</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Aug 2010 09:19:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Germanistenfuzzi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Harald Martenstein, Jahrgang 1953, springt im Tagesspiegel dem Flegel Sarrazin zur Seite und deklariert:
In einem Punkt möchte ich den Sarrazinkritikern widersprechen, auch wenn ich mir den Vorwurf der menschenverachtenden Diskriminierung einhandele.
Holla, Martenstein, ist Er solch ein Kerl? Er widerspricht Sarrazins Kritikern? Mannsbild, wackeres! Wo läßt Er sich den Schneid schneidern? Das es sowas noch gibt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Harald Martenstein, Jahrgang 1953, springt im <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/dummheit-ist-real/1913536.html">Tagesspiegel</a> dem Flegel Sarrazin zur Seite und deklariert:</p>
<blockquote class="blockquote"><p>In einem Punkt möchte ich den Sarrazinkritikern widersprechen, auch wenn ich mir den Vorwurf der menschenverachtenden Diskriminierung einhandele.</p></blockquote>
<p>Holla, Martenstein, ist Er solch ein Kerl? Er widerspricht Sarrazins Kritikern? Mannsbild, wackeres! Wo läßt Er sich den Schneid schneidern? Das es sowas noch gibt, heutzutage!</p>
<p>Dummheit angeboren? Ich hätte nicht gehofft, in meinem Leben noch einmal jemandem zu begegnen, der diese einfache Wahrheit so rücksichtslos in die Welt schleudern würde. Dummheit angeboren! Wo doch alle Welt immer behauptet hat, Dummheit sei erworben!</p>
<p>Aber nicht <span class="kursiv">alle</span> Welt. Erinnert Er sich noch, tief drunten, unter dem Gerümpel, was die Großen Ihm nachsangen, wenn Er, den Tornister aufgeschnallt, aus dem es weißgehäkelt herauswimpelte, an der Schulhofmauer vorbeiging? &#8220;Dbddhkp&#8221;? &#8220;Dumm geboren, und nichts dazugelernt&#8221;?</p>
<p>Es gab dieses Wissen um die Wahrheit einmal, nicht wahr, Martenstein? Schulkindermund tat sie kund. Es ist nur untergegangen, hat sich nicht gegen die Gutmenschheit behaupten können. Und wäre auf immer verloren, wäre es nicht in manchen Hirnen, ganz tief drunten, unter dem Gerümpel, da, wo das Angeborene, nicht das Erworbene liegt, in Erz gegossen und für die Ewigkeit bewahrt. Von wannen es bei Gelegenheit von einem Helden abgerufen und wieder in die vergeßliche Welt getrötet wird.</p>
<p>Aber was hält Er von meiner neuen Theorie, auf die ich eben gekommen bin, und von der ich hoffe, daß sie mir, bevor ich sie wieder vergesse, den Vorwurf menschenverachtender Diskriminierung einträgt: Es ist Blödsinn, zu sagen, gute und schlechte Jahrgänge gäbe es nur bei Weinen, nicht bei Menschen. Das ist Geschwafel und Gutmenschengeseire. Es gibt durchaus intelligente und unintelligente Jahrgänge. In so manchem Jahr wird nichts geboren, in dessen Oberstübchen irgendeine Funzel etwas erhellen könnte. Mangels Erhellbarem, nämlich. Einige Fälle sind mir sogar persönlich bekannt.</p>
<p>Der gesamte Jahrgang 1953 &#8211; glaub Er es einem, der es wissen muß &#8211; ist für die Tonne.</p>
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		<title>Erkenntnisse in der DB-Lounge</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 06:52:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fahrgast Radagast</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur sind 51% der Population zu dick, 78% der zu dicken Population haben auch zu dicke Koffer.
78% der Population mit zu dicken Koffern können sich außerdem nicht zwischen Erdbeereis und Schokoladeneis entscheiden.
Junge Weibchen mit langen Haaren lassen sich bei der Arbeit am Notebook durch die Arbeit am Notebook nicht davon abhalten, mit dem Zeigefinger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur sind 51% der Population zu dick, 78% der zu dicken Population haben auch zu dicke Koffer.</p>
<p>78% der Population mit zu dicken Koffern können sich außerdem nicht zwischen Erdbeereis und Schokoladeneis entscheiden.</p>
<p>Junge Weibchen mit langen Haaren lassen sich bei der Arbeit am Notebook durch die Arbeit am Notebook nicht davon abhalten, mit dem Zeigefinger Strähnen zu drehen.</p>
<p>Es ist in einer Session nicht entscheidbar, ob Erdbeer-Schoko-Erdbeer oder Schoko-Erdbeer-Schoko die befriedigendere Eissequenz ist.</p>
<p>Es gibt nur eins, das schlimmer ist als in einem Wagon mit ausgefallener Klimaanlage zu sitzen, und das ist, in einem Wagon mit ausgefallener Klimaanlage <span class="fettkursiv">und</span> runtergefallenem Oskar-Wilde-Aphorismen-Buch zu sitzen.</p>
<p>Bei 78% der Paare holt das Männchen das Eis. Das Weibchen verteidigt unterdessen die elegante Sitzlandschaft.</p>
<p>51% der Service-Mitarbeiterinnen können sich nicht entscheiden, ob sie das Erdbeereis in den linken oder den rechten Korb räumen wollen.</p>
<p>Die unbefriedigenste Eissequenz ist Schoko-Erdbeer-Erdbeer, wenn man eigentlich Schoko-Erdbeer-Schoko wollte.</p>
<p>Die angeblich elegante Sitzlandschaft besteht in Wahrheit zu 78% aus zu dicken Koffern.</p>
<p>Wenn alle die Weibchen, die bei heißem Wetter mit wattierten BHs in der DB-Lounge sitzen müssen, plötzlich anfangen würden, sich, unter schamanischen Gesängen um ein Parkettbohlenfeuer tanzend, die wattierten BHs vom Leibe zu reißen, dann würde es ja <span class="kursiv">noch</span> heißer.</p>
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