Jahrgang 2011

Archiv nach Jahren

Der Jahreswechsel

Ich hänge mit den Fingern am Saum des dahinrutschenden Jahres. Gott setzt eine neue Kartusche in den Zeitpfeil (366 days gregorian). Ich sah nicht gerne, was ich sah (2011). Ich seh’ nicht gerne, was ich sehen werde (2012). Wohl mir, wär’ mir beim Wechselgewürg’ was weniges wurschtiger. Weh mir!

Guten Rutsch!

Die Bundesregierung hat Berichte zurückgewiesen, denen zufolge immer mehr Arbeitslose vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an Bezieher des ALG II sind, weil ihr Verdienst während ihrer Beschäftigung so himmelschreiend gering war, daß sich davon kein Anspruch auf nennenswertes ALG I herleiten ließe. Das sei nicht im Sinne des Erfinders, sagt einer der Erfinder, der ehemalige Arbeitsminister und Mehr …

Sabbatruhe

In Israel ist es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen über der Frage, ob man am Sabbat Spucke zusammenqualstern dürfe, um damit Mädchen zu bespucken, oder nicht. Die Frage war aufgekommen, als ein laxer Orthodoxer am Sabbat ein achtjähriges Mädchen bespuckt hatte, weil dessen Kleidung in den Augen des laxen Orthodoxen der Züchtigkeit gebrach. Seitdem tobt in Mehr …

Wulff mit verschleppter Kreditablösung in die Charité eingeliefert

Bundespräsident Wulff ist am Morgen des Silvesterabends vom Notarzt ins Krankenhaus verbracht worden, wo alsbald von Spezialisten festgestellt wurde, daß der Präsident wahrscheinlich an einer verschleppten Kreditablösung leidet. In der Nacht hatte Wulff über heftige Presseberichte geklagt, die auch am Morgen nicht nachließen. Schließlich entschied sich Frau Wulff, nicht länger zu säumen und 112 anzurufen. Mehr …

Außenspiegel

Die FDP – für die Jüngeren unter uns: das ist eine Partei, die sich neulich aus der Mitte der Gesellschaft verabschiedet hat, um auf den Abtritt zu ziehen. Dort wohnt sie seitdem, hinten, etwas seitlich von dem dicken Rohr, zwischen Silberfischen und Abflußhaaren, dort, wo immer dieser etwas eklige Schmier auf den Fliesen und besonders Mehr …

Schädlich für das Amt

Unionspolitiker haben nach der Vorweihnachtsansprache von Bundespräsident Wulff gefordert, mit der Präsidenten-Schelte aufzuhören, und werden dabei von Tropfen am Eimer unterstützt. Schluß damit! Wulff sei schädlich für das Amt, sagte Innenminister Schäuble, der zum Amt ein wehmütiges Es-hat-nicht-sollen-sein- und zu Wulff ein verhärmtes “Das-hätte-nicht-sein-müssen-Verhältnis hat, und der gerne möchte, “daß das Amt des Bundespräsidenten unbeschädigt Mehr …

Kanzlerin Merkel über das Vertrauen, das entsteht, wenn jeder seine Hausaufgaben macht

Ich weiß ja, Angela Merkel ist nichts weiter ist als eine Windrippe auf der Wanderdüne der Zeit (Ry Cooder), eine Spelze auf der Tenne (Jesaja), ein Tropfen am Eimer (ich), und man muß nicht jedes ihrer Worte auf die Feingoldwaage legen. Aber vorhin im Radio – ich kannte es ja schon, und es ist ja Mehr …

Loch Lomond

Ein Land-Blog (der Name ist der Redaktion nur zu gut bekannt) hatte bei seiner Freundin einen Besuch gemacht, einem Stadt-Blog, das sich von jeher was darauf zugute getan hatte, wunders was Besseres zu sein als “Ihr da draußen. Was um Himmels willen macht man bei Euch nach dem Abendbrot?” “Klingt wie von Woody Allen,” hatte Mehr …

Länderchefs erlauben erstmals private Bundespräsidenten

Private Unternehmen dürfen künftig in Deutschland Bundespräsidenten anbieten. Darauf haben sich die Ministerpräsidenten in einem neuen Staatsvertrag geeinigt. Das Abkommen sieht maximal 20 Lizenzen vor. Berlin – Der – mutmaßlich – milliardenschwere Bundespräsidentenmarkt wird bundesweit für private Anbieter geöffnet. Die Regierungschefs von 15 Bundesländern unterzeichneten in Berlin eine entsprechende Änderung des Bundespräsidentenstaatsvertrags. Das teilte der Mehr …

Sponsor gesucht

Wenn sich ein Sponsor findet, der die Kosten dafür übernimmt, dann sollen Christian Wulffs Kinder dieses Jahr zu Weihnachten ein Buch über christliche Ethik bekommen. So ein Buch kostet allerdings 19,99 € bei Amazon, und übersteigt daher die Mittel eines Bundespräsidenten um Einiges. Christliche Ethik gilt hierzulande als Premiumethik, wozu sie aber nichts kann, weswegen Mehr …