“Unsauber, schleimig und widerlich”

2. März 2010

Drei Adjektive, die man seit einigen Tagen anscheinend mit Thilo Sarrazin in Verbindung bringt. Was ein wenig verwundert, denn rein äußerlich hat T. Sarrazin mehr Ähnlichkeit mit einem getrockneten Fladen, der noch nach Wochen im Reifenprofil klebt, einem Brett, das lange vergessen hinten in der Scheune gestanden hat oder einem seit Jahren nicht gewässerten Cotoneaster.

Aber es ist kein Zweifel: eine Google-Suche nach “unsauber, schleimig und widerlich” fördert an diesem schönen Morgen nach dem Sturm 1530 Ergebnisse zutage, und alle zeigen mit dem Finger auf T. Sarrazin. Bei der News-Suche sind es aktuell 267.

Was ist passiert? Was hat T. Sarrazin getan, das ihn der Welt “unsauber, schleimig und widerlich” erscheinen läßt? Und warum habe ich das nicht mitgekriegt?

Ich fragte meinen Kollegen Germanistenfuzzi, ob er in seiner Funktion als Vorsitzender der Gesellschaft zur Mehrung und Förderung des Unerklärlichen (GMFU) vielleicht Erkenntnisse beizusteuern hätte, aber Germanistenfuzzi verbot mir die Rede und gemahnte mich, im Angesicht des Heiligen Stille walten zu lassen:

“Wir müssen nicht alles seines Geheimnisses berauben. Wir müssen nicht alles wegerklären. Wir müssen nicht auf alles den Kuckuck der Ratio kleben.

Es sei, wie es ist, und es bleibe, wie es war: unerklärlich und wunderschön!”

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