Kurzes in Kürze

Panne

Als ‘Panne’, ‘Vollkommen panne!’ und ‘dreht denn die Alte jetzt völlig ab?’ und ‘ka-ta-stro-phal’ haben Vertreter des deutschen Bankenwesens den Plan der Unternehmersgattin Geerken bezeichnet, allen klammen Bundesbürgern einen Kredit in unbegrenzter Höhe anzubieten, zu vier Prozent Zinsen, tilgungsfrei, ohne Sicherheiten, Laufzeit 5 Jahre, bei jederzeit möglicher vorzeitiger Kreditablösung ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Mit dieser Maßnahme will die Unternehmersgattin, die in ihrem Leben noch nichts getan hat und deswegen völlig zu Unrecht zu ihrem Geld gekommen und in diese Sache hineingeraten ist, ihre Reputation wieder herstellen, die darumter gelitten hatte, daß sie dieses Angebot nur einem klammen Bundesbürger gemacht hatte, der seinerzeit zufällig niedersächsischer Miniterpräsident war, und daher mehr Mitleid als Tadel verdient, aber Unrecht ist der Welt Lohn.

Was ihr aber so leicht nicht zu werden scheint. “Ihre ‘was’ wieder herzustellen?” ist noch eine der harmloseren Nachfragen, der Großteil der Fragen bezieht sich auf die Funktion ihrer primären, sekundären und tertiären Geschlechtsmerkmale, über die unschmeichelhafte Vermutungen geäußert, und von denen Querverbindungen zu neurophysiologischen Gegebenheiten und Verwerfungen gezogen werden, die allesamt den Tatbestand der ‘Unhöflichkeit’ und ‘Blanken Absicht’ weit hinter sich lassen.

‘OK, bin ich halt unhöflich,’ sagt uns einer, der voran, und ziemlich entschlossen zu sein scheint, ‘diese Tusse’ am Latz zu fassen, ‘kann ich mit leben. Geht auch ohne, aber mit geht es auch: Was – Mondin! – sollen wir denn tun, wenn wir mal ein bißchen Geld verdienen wollen? Einen Puff eröffnen? Wir Banker? Und was werden wir am Abend in der Kasse haben? – Sie, ja sie ###### ######### ## ##### #### ###### ####, ### #### #### ## ##########, #### ###!’

Frau Geerken hatte mit einer solch heftigen Reaktion nicht gerechnet. Nun will sie überlegen, wenigstens den Aufenthalt in ihrer Luxusvilla in Miami, der bislang als Bonus zum Angebot dazu gehörte, zu streichen.

Nicht zurechnungsfähig

Zwei Rechtspsychiater haben den ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der sich im Oktober mutwillig für ein “Streitgespräch” mit dem als Brillenmodell bekannt gewordenen Exilfranken Karl Theodor zu Guttenberg zur Verfügung gestellt hatte, als zur Tatzeit unzurechnungsfähig erklärt.

Damit ist ungewiß, ob es zu einer Anklage wegen Erregung zeitungsöffentlichen Ärgernisses kommen wird. Insgesamt waren bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Hof 199 Anzeigen gegen di Lorenzo eingegangen, hauptsächlich wegen der mißbräuchlichen Verwendung der Vokabel “Streitgespräch”.

Das Gutachten bescheinigt di Lorenzo, in einer Parallelwelt zu leben, in der es jederzeit möglich und erlaubt ist, ein Gespräch mit Biene Maja, Grashüpfer Flip, Drohne Willi oder Karel Gutt, pardon, Karl Theodor zu Guttenberg zu führen und ins ZEIT-Dossier zu heben.

Sollte dies abschließend bestätigt werden, könnte di Lorenzo bald schon ohne Urteil zu lebenslanger ZEIT-Herausgeberschaft verdonnert werden.

Neuland

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will einen Totalumbau des Verfassungsschutzes. Es gebe, so sagte sie dem Käsdorfer Metropolitan (KM) am Donnerstag, es gebe einfach zuviele Verfassungsschutzämter in diesem Land. Wieviele genau, könne niemand sagen, denn wenn man bei Sieben angelangt sei, wisse man nicht mehr, ob man Eins schon mitgezählt habe oder noch mitzählen müsse. Weswegen auch kein V-Mann sagen könne, ob er seine Vorgesetzten schon über irgendwas, das ihm aufgefallen ist, Mitteilung gemacht hat, oder ob er jetzt lieber erstmal seine Spesenrechnung fertig machen soll, und ob dieser Kaffee noch mit auf die Spesenrechnung gehört, weil er ihn ja beim Spesenabrechnen getrunken hat, also dienstlich. Oder nicht?

Am Ende soll, nach Leutheussers Willen, ein Verfassungsschutz stehen, der weiß, was er tut.

“Das wird schwer!” sagen etwa ein bis zwei Dutzend Verfassungsschutzpräsidenten – wieviele es genau sind, kann man schlecht sagen, weil alle durcheinander reden – wie aus einem Mund, “das wird schwer! Wie sollen wir das hinkriegen?”

Man werde wochen-, ja monatelang operationsunfähig sein, weil der gesamte Mitarbeiterstab zur Fortbildung geschickt werden müsse. Anders gehe das gar nicht.

“Sie müssen bedenken, daß das für uns absolutes Neuland wäre!” gibt Thomas Sippel, Präsident des LfV im Freistaat Thüringen zu bedenken.

Zentralregister

Mit Staunen hat Fritzchen der Innenminister zur Kenntnis genommen, daß es in Deutschland kriminelle Nazis gibt. Daß es Kriminelle gibt, habe er gewußt, daß es Nazis gibt, davon habe er immer wieder läuten hören, aber eine Kombination aus beiden setze ihn doch in Erstaunen.

Größer noch war sein Erstaunen, als er erfuhr, daß die von ihm favorisierte Gegenmaßnahme – ein Zentralregister aller Nazis und ein Zentralregister aller Kriminellen, aus dem man mit einem simplen “select * from nazis inner join kriminelle on nazis.id = kriminelle.id” alle kriminellen Nazis herausfischen und einsperren kann – nicht die eierlegende Wollmilchsau sei, die er in Zentralregistern zu sehen pflegt, weil nämlich ein solches Register längst existiert und bislang weder Eier gelegt noch Wollmilch gegeben hat.

Es wurde im Jahr 1996 vom thüringischen Landesverfassungsschutzamt in Auftrag gegeben und zwei Jahre lang von computernärrischen LfV-Mitarbeitern mit allerlei Daten gepäppelt. Im Jahr 1998 aber sei es abgestürzt, heißt es, und nie wieder in Betrieb genommen worden. Warum, wird zur Zeit untersucht. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang mit dem Wechsel des Datenbankadministrators vom LfV zur NPD, die damals jemanden suchte, der sie beim Aufbau eines Zentralregisters türkischer Imbißbudenbesitzer unterstützte.

Fritzchen will jetzt wenigstens ein Zentralregister bereits existierender Zentralregister anlegen lassen, damit man im Falle eines Falles was in der Hand hat.

Monströs

Ein Motiv der neuen Benetton-Reklame-Kampagne unhate empört die Sittenwächter des Vatikan. Auf einer Fotomontage küßt der Vize-Konzernchef Alessandro Benetton den chinesischen Produzenten billiger Benetton-Sonnenbrillen-Plagiate, auf den Mund. Etwas monströseres und unkeuscheres als dieser verheuchelte Kuß zwischen einem unschuldigen Plagiator, der nichts weiter will, als ohne großen Aufwand und eigenes Zutun einen schnellen Dollar zu machen und die Kunden übers Ohr zu hauen, und dem Verantwortlichen für diese Dreckskampagne aus Mailand sei schlechthin nicht vorstellbar.

Das sieht der Verantwortliche für die Dreckskampagne, Vize-Konzernchef Alessandro Benetton, ganz anders. Es handele sich um eine “konstruktive Provokation”, erklärte er dem Käsdorfer Metropolitan (KM). Ziel sei es, “das Ideal der Toleranz weithin sichtbar zu machen”. Das Unternehmen verfolge soziale Ziele und setze sich aktiv für humanitäre Angelegenheiten ein. Dies habe “nicht auf andere Weise kommuniziert werden können”, als durch eine Dreckskampagne, zu der der monströse, unkeusche, verheuchelte Kuß zwischen dem Plagiator und dem Verantwortlichen für diese Dreckskampagne, ihm, nun mal gehöre.

Benetton hat sich mit seinen Kampagnen in den neuziger Jahren verschiedentlich in die Nesseln gesetzt und anschließend ein Foto des Gesäßes mit den nässenden Pusteln unter dem Motto United Colors of Benetton auf Plakatwänden verbreitet. Andere Schockmotive waren eine ölverschmierte Ente, ein blutverschmiertes Neugeborenes mit blutverschmierter Nabelschnur, eine kotverschmierte Soldatenhose, Anziehsachen in gotteslästerlichen Farben und das unverpixelte Gesicht von Alessandro Benetton.

BAF I

Die Blonde mit den gebügelten Haaren, Familienministerin Schröder, hat die Opfer rechtsextremistischer Gewalttäter gebeten, sich mit ihrem Schutzbedürfnis noch etwas zu gedulden. Die Mittel ihres Ministeriums zur Förderung von Initiativen gegen den Rechtsextremismus seien in diesem Jahr erschöpft. Im neuen Jahr dann werde wieder alles getan, um es gar nicht erst zu Gewalttaten kommen zu lassen.

Eine Umschichtung von Mitteln aus dem Topf zur Bekämpfung linksextremistischer Gewalt sei nicht möglich, sagte Schröder. Schon jetzt sei der Etat gegen Rechtsextremismus fast fünfmal so hoch wie der gegen Linksextremismus. Es dürfe unter keinen Umständen der Eindruck entstehen, der Rechtsextremismus sei schlimmer als der Linksextremismus. Vielleicht sogar fünfmal so schlimm.

Denn das sei er nicht. Er sei allenfalls fast fünfmal so schlimm.

BAF II

Die Blonde mit den gebügelten Haaren, die immer alles besser weiß, hat den vom Familienministerium geförderten Initiativen gegen Linksextremismus geraten, die gewährten Fördermittel noch in diesem Jahr abzurufen, weil sie nicht ins neue Haushaltsjahr übertragen werden können. Geplante Investitionen – neue Computer, schicke Büromöbel etc. – sollten gegebenenfalls jetzt schon bezahlt werden, auch wenn sie erst im ersten Quartal 2012 geliefert werden könnten. Auch bewährt habe es sich, in großem Stil Klopapier zu kaufen, um keine Mittel verfallen zu lassen.

Ausschlaggebend sei, daß das Geld tatsächlich noch in diesem Jahr fließe.

BAF III

Der thüringische Verfassungsschutz hat die Vorwürfe, er habe mit den Händen in den Hosentaschen dabeigestanden, als drei thüringische Terroristen abtauchten, habe sich nicht gerührt und nicht geregt solange die dreie im Untergrund herumterrorisiert hätten, und habe, die nämlichen Hände in den nämlichen Taschen, immer noch ungerührt dabei gestanden, als die dreie wieder ans Licht befördert wurden, der thüringische Verfassungsschutz hat, plötzlich behende, alle Hände und Finger in der Luft, mit Vehemenz dementiert, daß solches ihm vorzuwerfen sei.

Wenn Thüringen eines Tages verschütt gehen würde, so das Argument, würde die übrige Republik davon ja auch nichts mitkriegen.

Es muß im Deutschland des Jahres 2011 erlaubt sein zu sagen: “Wo einer recht hat, hat er recht.” Denn er hat ja recht. Sowas muß erst mal einer merken. In Käsdorf würde es niemandem auffallen, wenn Thüringen weg wäre, und wir wüßten nicht, woran zu merken wäre, daß es noch da ist.

Immer wieder kommt es vor, daß alte Menschen von heute auf morgen nicht mehr da sind, die Zeitungen den Briefkasten sprengen und die Milchflaschen sich vor der Wohnungstüre stapeln. Sowas fällt in anonymen Plattenbauten nicht auf, und die Toten beziehen oft noch jahrelang Rente.

Warum soll es Thüringen da auffallen, daß sein Landesverfassungsschutz schon seit 1998 tot ist, aber immer noch im Sessel sitzt und Rente bekommt?

Erstschlag

Eine Koalition der Willigen, Jieprigen und schon ganz Hibbeligen will möglichst noch vor Weihnachten den Iran davon überzeugen, daß es keine gute Idee ist, Atomwaffen zu besitzen, ohne vorher der Koalition der Willigen, Jieprigen und schon ganz Hibbeligen beigetreten zu sein.

Die Koalition, bestehend aus Israel, USA und Welt Online ist sich zwar einig, was das Ziel angeht, nicht aber in der Frage, welche Mittel zu den geheiligten und welche zu den profanen zählen sollen. Zur Auswahl stehen nach der Vorrunde noch drei, die alle für den Iran gleichermaßen unerfreulich sein dürften.

Israel, am direktesten betroffen von der iranischen Kraftmeierei, schon deswegen, weil der Iran Israel auf dem Rückweg vom Kraftsportzentrum jedesmal seine stinkenden Turnschuhe – natürlich absichtlich – vor die Haustür wirft, hält es mit der Strategie, die es schon im Westjordanland mit schönem Erfolg angewandt hat: Strafbesiedlung des Irans durch israelische Siedler.

Die USA favorisieren die Idee, daß Deutschland den Iran kauft, so wie es das mit Griechenland gemacht hat, und dann den Betrieb der nunmehr iranisch-deutschen Atomkraftwerke Vattenfall überläßt, so daß nach menschlichem Ermessen nichts mehr passieren kann.

Einzig Welt Online, schon ganz hibbelig und beim zweiten Hinsehen vielleicht sogar noch ein Ideechen betroffener als Israel, möchte gern einmal einen atomaren Erstschlag ausprobieren, “einfach um mal zu sehen, was dann passiert.”

Geringverdiener fordern mehr Tarifautonomie

Die deutschen Geringverdiener haben in einer Presseerklärung mehr Autonomie bei der Festlegung der Lohnuntergrenzen gefordert. Das hat der Verband der Geringverdiener (VGV) in einem Interview im Vorfeld des CDU-Parteitags in Leipzig, auf dem es unter anderem um verbindliche oder unverbindliche – da ist man noch nicht einig – Lohnuntergrenzen gehen soll, klargestellt.

“Es ist natürlich eine politische Entscheidung, wie man die Lohnuntergrenzen – nennen Sie es Mindestverdienst, nennen Sie es Almosen, mir ist es egal -,” sagt Schmalhans Küchen-Meister, Sprecher des Verbandes, dem es egal ist, wie man den Mindestlohn nennt. Wenn er aber zwei Wünsche frei hätte, dann wären es folgende: Die Geringverdiener brauchen wieder mehr Autonomie, also die Möglichkeit, das Entgelt, das Ihnen die Arbeitgeber für ihre Tätigkeit geben müssen, oder sollen, oder sollten, selbst mit diesen auszuhandeln. Und zweitens: er hätte gern ein paar neue Arbeitshandschuhe, “gefütterte, jetzt, für den Winter.”

Die ihm sein Arbeitgeber aber nicht zur Verfügung stellen könne, ob er gleich wollte, denn das Geld dafür sei einfach nicht über. “Da verzichte ich doch lieber auf ein bißchen Lohn, wenn mein Chef mir dafür ein paar Handschuhe spendiert, oder sehe ich das falsch?”

Und ein anderer brauche vielleicht gar keine Handschuhe, sondern hätte lieber ein geheiztes Büro. Ein dritter hätte vielleicht gerne verbindliche Lohnuntergrenzen, ein vierter aber unverbindliche, so sehe es doch einmal aus. Oder nicht?

Die Menschen seien nun mal verschieden. In Deutschland werde aber noch viel zu vieles viel zu einheitlich geregelt.

Angela Merkel weist Verantwortung für den Tod von Steve Jobs zurück

Mit Humor und Charme, wie wir es von ihr gewohnt sind, hat Angela Merkel auf einer Regionalkonferenz der CDU in Käsdorf die kritischen Nachfragen und die Schimpfe der CDU-Basis pariert. Mit teils heftigen Unmutsäußerungen hatten sich die Käsdorfer des Frusts über das schlechte Erscheinungsbild der Regierungskoalition, die Finanzkrise, Griechenland, den Euro-Rettungsschirm und den Tod von Steve Jobs entledigt.

Merkel blieb keine Antwort schuldig. Lediglich gegen Schluß der Debatte ließ sie Nerven erkennen, als ein Herr mit wollgrauem Vollbart und falscher Brille, die ihm während der Rede mehrfach samt Bart und Nase auf das Rednerpult fiel, das Mikro enterte und scharfe Kritik am Umgangston in der CDU, am neuen iPhone und am Tod von Steve Jobs äußerte, sich mit “Germanisten…Müller” vorstellte, und seinen Mitgliedsausweis “leider versehentlich mitgewaschen” und danach “im Trockner vergessen” hatte.

Daß der Sensenmann das beliebte Apfelmännchen mitgenommen habe, anstatt sich erstmal bei der FDP, im Kanzleramt oder im Innenausschuß zu bedienen, könne man ihr “nicht auch noch an den Hacken kleben”, quittierte Merkel den Anwurf reichlich ungehalten.

Papst beklagt Gleichgültigkeit gegenüber dem Papst

Zum Auftakt seines Besuches in Deutschland hat der Papst vor einem Haufen twitternder Journalisten die wachsende Gleichgültigkeit gegenüber seinem Amt beklagt, insbesondere in Deutschland, insbesondere unter Journalisten, ganz besonders aber unter deutschen Journalisten.

Für das Zusammenleben der Menschen bedürfe es einer verbindlichen Basis, sonst lebe jeder nur noch seinen Individualismus, sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag bei der offiziellen Begrüßungszeremonie am Schloß Bellevue in Berlin.

Ein vernünftige Berichterstattung über ihn, seinen Besuch, seine Reden, sein Amt, seine Kleidung, seine Schuhe, sein Alter, seine Wehwehchen, seine Verdauung, seine Schlafstörungen und Tod und Teufel könnten eine solche Basis sein. Wenn aber keine Sau mehr zuhöre, sondern alles nur noch wie wild in die Smartphones spechte, dann fehle die Grundlage für ein gelingendes Miteinander.

Ob das stimmt, ist auf Twitter heftig umstritten. Wie auch der ganze Papst umstritten ist. Er vertritt in Deutschland nur mehr eine Minderheit der religiösen Menschen, nämlich den Teil, der von ihm vertreten wird. Der macht etwa drei Prozent der Bevölkerung aus. Weitere drei Prozent, vetreten durch Margot Käßmann, vertreten sich selbst.

Der Rest bekennt sich zu Twitter.

Paps beklagt Gleichgültigkeit gegenüber Paps

In einer spontanen Stegreifrede in der Segafredobar der Kantine hat Paps vor den Ohren der angewiderten Kollegenschaft die wachsende Gleichgültigkeit gegenüber seiner Person beklagt, insbesondere bei Anna-Lena, bei Jakob, aber auch bei Mama.

Für das gelingende Familienleben sei eine verbindliche Basis vonnöten, sonst lebe jeder nur noch seinen Partikularinteressen, sagte das beleidigte Familienoberhaupt. Jakob zum Beispiel habe er seit dem späten August nicht mehr gesehen, und Anna-Lena sehe heute so aus, morgen so, und übermorgen wieder so, so daß er sie nicht mehr von ihren Freundinnen unterscheiden könne. Nicht mal an ihrem Smartphone könne er sie noch erkennen, da das seine Farbe mit der Haarfarbe seiner Besitzerin zu wechseln vermöge, und sowieso sähen sie alle gleich aus.

Und was Mama angehe, so scheine die nur noch aus nach oben gedrehten Augen zu bestehen. Wenn es mal zu einem Gespräch komme, was leider immer seltener der Fall sei, habe sie sogar die Stirn, ihm Gleichgültigkeit gegenüber seiner Familie vorzuwerfen, gegenüber Anna-Lena, gegenüber Jakob, aber ganz besonders ihr gegenüber.

Die Kollegen stopften sich Wachskügelchen in die Ohren, und Paps wandte sich wieder seinen Twitternachrichten zu.

Überfordert

Die Selbsthilfegruppe ‘Käsdorfer, die nichts von Charlotte Roche und nichts von Alice Schwarzer lesen wollen’ (KdnvCRunvASlw), hat sich wieder aufgelöst. Am späten Mittwochvormittag gab ein sichtlich entnervter Germanistenfuzzi, Initiator und spiritus rector der Gruppe, die Auflösung im Foyer des Rewe-Marktes Käsdorf bekannt.

“Es ist unmöglich, alles von Alice Schwarzer zu schwärzen,” sagte er zu einer Versammlung voller Einkaufswagen, einigen Rentnern sowie drei Säcken Sacktorf, “Frau Schwarzer hat einen Output wie Brezel-Benno. Es ist unglaublich. Kaum haben Sie einen Beitrag irgendwo geschwärzt, hat sie schon wieder irgendwo anders einen veröffentlicht. Das geht im Armumdrehen. Da kommen Sie nicht hinterher.”

Die Gruppe hatte sich erbötig gemacht, im benachbarten Schreibwarenladen gekaufte Bücher auf Spuren von Alice Schwarzer und Charlotte Roche zu untersuchen, und im Befallfall die befallenen Seiten zu schwärzen.

“Bessere als ich wären mit der Aufgabe überfordert,” sagte Germanistenfuzzi, “und ich bin schon ziemlich gut, wenn ich das mal so ganz ohne Koketterie sagen darf. Ich schwärze Ihnen an einem Mittwochvormittag allerhand weg, glauben Sie mir. Aber man muß wissen, wann man verloren hat.”

Sprach’s und gründete die Gruppe ‘Käsdorfer, die wissen, wann sie verloren haben’ (Kdwwsvh).

Sechsjährige tritt zurück

Die sechsjährige Anna-Lena hat die Konsequenzen aus der Sensationsberichterstattung über ihre Liebe zu Papa gezogen, und stellt alle ihre Ämter, darunter auch das von ‘Papas Liebling’ zur Verfügung. In einer immer wieder von Tränen unterbrochenen Presseerklärung trug sie den versammelten Pestbolzen der Halunkenpresse, die diesen Schritt erst notwendig gemacht hatten, ihre Gründe für diesen Schritt vor.

Sie könne auch jetzt nichts Negatives über Papa sagen. Es sei reine Liebe gewesen, was sie für ihn eingenommen habe. Papa sei nun mal der beste Papa der Welt und komme noch vor Raufbold, ihrem Plüschhund. Es sei ihr Verhältnis auch nicht illegal gewesen, denn die Liebe einer Tochter zum besten Papa der Welt gehöre zu den besten Traditionen des besten Abendlandes der Welt. Aber sie habe übersehen, daß ihre Beziehung zu Papa nicht nur eine legale, sondern halt eben auch eine moralische Komponente habe, und die Öffentlichkeit nicht so leicht darüber hinwegsehen würde, daß Papa CDU-Politiker ist. Die Frage, ob eine Sechsjährige einen CDU-Politiker zum Vater haben sollte, werde zumindest kontrovers diskutiert, wenn nicht leidenschaftlich, und bringe die Gefühle der Menschen in starke Wallung.

Sie wolle mit ihrem Schritt Schaden von Papa abwenden und dafür sorgen, daß er wieder guten Gewissens jederzeit mit den Halunken von der Pestbolzenpresse kungeln und Termine wahrnehmen und die Wahrheit verdrehen könne, ohne die Belastung, wenigstens ab und zu zeitig nachhause kommen zu müssen, um mit Anna-Lena Memory zu spielen. Denn Papa hasse Memory, weil er dabei immer verliere.

Dann brach sie in Tränen aus.

Oma und Lottchen

Die Selbsthilfegruppe ‘Käsdorfer, die nichts von Charlotte Roche lesen wollen’ (KdnvCRlw), hat sich umbenannt in ‘Käsdorfer, die nichts von Charlotte Roche und nichts von Alice Schwarzer lesen wollen’ (KdnvCRunvASlw). Die Gruppe wird wie gehabt am Mittwochvormittag im Foyer des Rewe-Marktes Käsdorf ihren erweiterten Service anbieten. Leser, die sich nicht sicher sind, daß die im benachbarten Schreibwarengeschäft erworbenen Bücher keine Spuren von Charlotte Roche oder Alice Schwarzer enthalten, können die Bücher an Ort und Stelle überprüfen lassen.

Ehrenamtliche Helfer werden die Bücher durchsehen und gegebenenfalls schwärzen. Unbedenkliche Bücher erhalten den Unbedenklichkeitsstempel.

Regierung Cameron will Tottenhamer Tea-Party mit hohen Bonuszahlungen ruhigstellen

Was im Fall der Bankenkrise von 2008 aufs löblichste funktioniert habe, meint Herr Cameron, den man, wenn man ihn ärgern will, Herr Cameron nennen sollte, anstelle von Mr. Cameron, denn das können Engländer nicht wirklich gut haben, wenn man sie Herr nennt, Herr Cameron meint, daß das, was in der Folge der Finanzkrise von 2008 hervorragend funktioniert hat, nämlich die Schuldigen der Finanzkrise mit richtig hohen Bonuszahlungen, ich meine jetzt richtig hohe Bonuszahlungen, nicht Peanuts, keine Premierministergehälter oder ähnlichen Firlefanz, sondern richtige, echte Bonuszahlungen – Geld, mit anderen Worten, keine Muscheln oder Glasperlen oder Sozialamtsschecks, oder mit was immer man da in Tottenham das Gelumpe bezahlt, mit dem man sich die Sozialwohnungen vollmüllt – die Verantwortlichen, die Auslöser, die Schuldigen an der Finanzkrise mit wirklich richtig satten Bonuszahlungen, die den Namen auch verdienen und die nicht bloß so heißen, zu sedieren und zufriedenzustellen und im Lande zu halten und zu verhindern, daß sie anderswo hingehen – was in deren Fall funktioniert habe, müsse doch bei der Tottenhamer Tea-Party ebenfalls hinhauen.

Jedenfalls, wenn die Tea-Party ähnlich hohen volkswirtschaftlichen Schaden anzurichten in der Lage zu sein sich erweisen sollte. Andernfalls sollte man es mit dem Strafrecht probieren. Man könne, wenn sich die angerichteten Schäden als marginal herausstellen sollten, die Kleinkriminellen auch hängen. Das komme dem Volksmund entgegen und dem gefühlten Gerechtigkeitsgefühl, und werde sogar noch abgerundet wenn man ein paar Großkopfete laufen ließe.

Eine Liste mit infrage kommenden Großkopfeten kann in No 10, Downing Street eingesehen werden.

Trichinenfrei

Käsdorfer, die nichts von Charlotte Roche lesen wollen, können ab Mittwoch den Service der Selbsthilfegruppe ‘Käsdorfer, die nichts von Charlotte Roche lesen wollen’ (KdnvCRlw) in Anspruch nehmen. Der Initiator der Gruppe und Erster unter Gleichen, Germanistenfuzzi, wird im Foyer des Rewe-Marktes Bücher, die die Kunden des benachbarten Schreibwarenladens dort gekauft haben, einer Unbedenklichkeitsprüfung unterziehen und im Unbedenklichkeitsfall mit einem Unbedenklichkeitsstempel versehen. Bücher, bei denen nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden kann, daß sie Spuren von Charlotte Roche enthalten, können an Ort und Stelle entsorgt oder in toto geschwärzt werden.

Der Service ist kostenlos.

Wo nichts ist, ist nichts

Ein gewisser Stahlknecht, ein Mann der aussieht, sich benimmt und ein bißchen auch so heißt wie etwas aus dem Versandkatalog von Beate Uhse, Gott hab sie selig, hat sich bei den beiden Frauen in der CDU Sachsen-Anhalts dafür entschuldigt, in ihrer Gegenwart geäußert zu haben – denn das hatte er – deren ‘Eierstockgehabe’ gehe ihm auf den Geist.

Das sei ihm nur so rausgerutscht. Er habe sagen wollen, ihr Eierstockgehabe gehe ihm auf die Nüsse. Darum bitte er vielmals um Entschuldigung.

Ihm sei schon klar, daß einem nicht etwas auf etwas gehen könne, das man nicht habe. Auch wenn er bloß Innenminister sei, und nicht nur bloß Innenminister, sondern bloß Innenminister von Sachsen-Anhalt, sei ihm das klar. Deshalb gehe er auch davon aus, daß er mit seinem bedauerlichen Chauvigesabbel den Damen jedenfalls nicht auf den Sack gegangen sei, gegangen sein könne. Denn wo nichts sei, sei nun einmal nichts.

Je eher sich die zwei Gänse also wieder einkriegten, desto besser für alle. Bei deren Geschnatter schieße ihm nämlich sonst noch die Milch ein.

Vaterschaft

Arnold Schwarzenegger, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, hat vor der Presse die sofortige Trennung von seiner Hausangestellten, mit der er seit 10 Jahren ein gemeinsames Kind hat, bekanntgegeben.

Als Grund gab er an, seine Hausangestellten habe ihm gebeichtet, daß doch nicht er der Vater des Kindes sei, sondern Dominique Strauss-Kahn. Strauss-Kahn habe vor 10 Jahren bei einem Besuch Kaliforniens eine Schneise der Verwüstung durch das Land gezogen und ganze Bataillone von Kuckuckskindern am Wege zurückgelassen, darunter auch den vermeintlichen Schwarzenegger-Sproß.

Schwarzenegger gilt nach Bekanntwerden der Tatsache, daß nicht er der virilste Mann Kaliforniens ist, sondern ein durchreisender, noch dazu französischer, Franzose, als akut depressionsgefährdet. Seine Frau, Maria Shriver, hat den Versager bereits verlassen, und Interesse geäußert, Strauss-Kahn einmal kennenzulernen.

Volkspartei

Um ihren Charakter als Volkspartei zu wahren, beschließt die SPD, neben der Migrantenquote von 15% in allen Parteigremien auch eine Rassistenquote von X% einzuführen.

“Oder Y%,” präzisiert Andrea Nahles, die sich selbst weder zu den Migranten noch zu den Rassisten zählt, “eine präzise Prozentzahl können wir solange nicht angeben, wie wir nicht wissen, ob es unter unseren Mitgliedern mehr Migranten oder mehr Rassisten gibt. Es hat schließlich keinen Sinn, X% Rassisten in den Gremien zu fordern, wenn wir in der ganzen Partei bloß Y% haben. Und wenn ich an die Genossen denke, die sowohl als auch sind, wird mir ganz anders: was machen wir denn mit denen?

Ist sie denn überhaupt sicher, 15% Migranten in der SPD auftreiben zu können?

“Wissen Sie, das Problem haben Sie mit jeder Quote. Ich weiß auch nicht, ob es in allen DAX-Unternehmen zusammen genommen genug weibliche Angestellte gibt, um wenigstens in einem Vorstand die Quote halten zu können. Da muß man halt durch. Notfalls müssen wir pragmatisch sein und uns mit Voll-, Halb- und Viertelmigranten behelfen.”

Oder Doppelmigranten?

“Doppelmigranten gibt es nicht.”

Doppelrassisten vielleicht?

“Das schon eher.”

Petze

iPhones können anscheinend noch viel mehr, als man ihnen bislang schon zugetraut hatte (“alles und noch viel mehr”): aus Käsdorf wird von einem Fall berichtet, in dem ein iPhone selbständig bei Steve Jobs angerufen hat, um sich über sein (applekritisches) Herrchen zu beschweren.

Zwei Herren von der Agentur Pinkerton sind dem nachgegangen und bestätigen den Bericht im wesentlichen. Steve Jobs schaue dann nach, von wo der Anruf kam, und markiere die Stelle auf einer großen Weltkarte mit einer Totenkopfnadel. Ihrer Ansicht nach sind es nicht alle iPhones, die solch ein mieses Verhalten an den Tag legen, aber die mit – wie soll man das sagen, ohne daß das Biest gleich wieder anruft und es weitererzählt? – aber die, bei denen die weiblichen Antei … es müssen nicht unbedingt Weibchen sein, wir alle haben ja männliche und weibliche Anteile in uns, nur die Gewichtung ist eine andere – und die eine Sorte hat halt näher am Wasser gebaut, und wenn das neue Herrchen irgendwas falsch macht oder bloß anders, als sie das von ihrem alten gewohnt sind, dann hängen sie sofort am Telefon und petzen mit Händen und Füßen.

Das sind die einen. Die anderen, das sind die typischen Blockwarte, die gibt es natürlich auch. Gerade bei iPhones. Bei denen überwiegen dann halt die weiblichen Anteile.

Andrea Nahles vorne ohne Deckung

Sigmar Gabriel, der Kloß aus Goslar, hat der Presse gesteckt, daß er Andrea Nahles “natürlich” (O-Ton Gabriel) den Rücken (bei Nahles hinten – Anm. d. Red.) decke. Aber, “natürlich” (O-Ton Germanistenfuzzi) könne er nicht überall gleichzeitig sein, vorne und hinten, links und rechts, oben und unten, bei den Sarrazinisten und in der SPD.

Deshalb habe er sich dafür entschieden, sich hinter Nahles zu stellen, nicht, um dort Deckung zu suchen, jemand mit seinen Konturen kriege nämlich überall was ab, auch hinter Nahles, obwohl die ja schon eine Menge abhalte, hahahahaha, sondern um Dolchstoße in ihren Rücken rechtzeitig entdecken und vereiteln zu können. Es würde ihn nämlich wundern, wenn niemand versuchen würde, Nahles einen Dolch in den Rücken zu stoßen. Wundern würde ihn das. In der jetzigen Situation. In der jetzigen Situation sei ein solcher Versuch doch nur “natürlich” (O-Ton Gabriel). Aber den werde er vereiteln, den Versuch.

Nur vorne könne er wie gesagt nicht gleichzeitig sein. Wenn jemand etwa versuchen sollte, Nahles was aufs M … auf die Fr … Nahles von vorne anzugreifen, sei sie dort (im Moment) nicht geschützt. Nicht durch ihn. So gesehen, sei die Gelegenheit für einen Angreifer günstig. Zu günstig.

Hoffentlich nutze das niemand aus.

Japanisches Cäsium stark verstrahlt

Verbraucherschützer warnen vor Japanimporten des Isotops 137Cs des Elements Cäsium. Stichpropen haben eine starke Belastung mit hochradioaktivem Jod (131J) gezeigt.

Die EU hat sich auf schärfere Strahlengrenzwerte für japanische Lebensmittel geeinigt. Die neuen Obergrenzen für radioaktive Strahlung sollen ab dieser Woche gelten, aber nur vorübergehend.

Cäsium wird allerdings nicht zu den Lebensmitteln gerechnet, auch nicht zu den Lebensmittelzusatzstoffen, obwohl es in vielen Lebensmitteln und auch in vielen Lebensmittelzusatzstoffen vorkommt. Eher schon gehört es zu den Sieben Dingen, die wo man nicht im Haus haben will: Feuer, Pest, Gevatter Tod, Cäsium (137Cs), böses Weib, Hunger, untreuer Knecht.

Momentan ist alles, was aus Japan kommt, mit Jod belastet, auch Jod. Die Belastung von Jod mit Jod ist sogar noch ärger als die von Cäsium mit Jod.

Fettsteuer

Der Journalist Henryk M. Broder, ein Mann, der laut Eigenwerbung mehr Steuern bezahlt als Neukölln, könnte diese Krone möglicherweise wieder hergeben müssen, wenn nämlich die Dänen sich mit ihrer Idee einer Fettsteuer europaweit durchsetzen.

Schon jetzt ist es so, daß Neukölln an indirekten Steuern – bei 154 066 Einwohnern – gut 96,5 Millionen € im Jahr in Neuköllner Kassen zurückläßt; allein durch die Erhöhung des Hartz IV-Regelsatzes um 5 € kommen 650 000 € hinzu. Geld, das auch ein fleißiger Journalist erst einmal verdienen muß, bevor er es zum Finanzamt trägt. Aber natürlich, auch ein Broder muß essen, und so kommt er wahrscheinlich mit Mehrwertsteuer dann doch über das Neuköllner Steueraufkommen.

Durch eine Fettsteuer aber wird sich die Verteilung des Steueraufkommens zugunsten der indirekten Steuern verschieben. Das soll es ja auch. Ob auch dann noch ein Broder noch gegen 154 066 Neuköllner wird anessen können, darf bezweifelt werden. “Es wird knapp,” heißt es aus Broders Umgebung, “er ist zwar kein Hungerhaken, aber es wird knapp. Immerhin: anders als Neukölln zahlt er ja auch direkte Steuern, also könnte er es wuppen.”

“Aber knapp wird es.”

Pißpottpresse führt Oberkommando der Streitkräfte kommissarisch weiter

“Niemand bedauert den Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs mehr als wir,” sagt der Typ mit den Augen, der das Hauptstadtbüro der Pißpottpresse leitet, die hat nämlich ein Hauptstadtbüro, und er ist dessen Chef. “Niemand. Aber das heißt ja nicht, daß wir jetzt vor lauter Bedauern unseren Aufgaben nicht mehr gewachsen wären. Niemand muß sich Sorgen um seine Sicherheit machen. Der scheidende Verteidigungsminister [ein gewisser Guttenberg, fränkischer Landsmann, Anm. d. Red.] hat die Befehls- und Kommandogewalt in Friedenszeiten der Pißpottpresse anvertraut, wo sie in besten Händen ist. Dort bleibt sie auch, bis ein Nachfolger gefunden ist, der stark genug wäre, sie uns wieder wegzunehmen.”

Dabei sieht er einen mit Augen an, die sagen: “Überleg zweimal, bevor du glaubst, stark genug zu sein. Kann sein, wir schaffen es nicht, eine halbschlaffe Gummiente auf Dauer als Adler zu verkaufen. Mag sein. Obwohl wir es ja fast geschafft hätten.”

Sein Falkenauge fährt einem übers Gesicht wie ein Pistolenlauf.

“Aber einen halbstarken Habicht als Chicken McNuggets zu verkaufen, das kriegen wir allemal hin.”

Kemalist ruft Landsleute in Deutschland zur Wahrung kultureller Identität auf

Der britische Premierminister Harry Potter – wie bitte? Harry Potterfield – David? David Copperfield – ? David Cameron – ich glaube, jetzt haben wir’s – hat auf einer Veranstaltung mit lauter in Deutschland lebenden Engländern diese zur Integration aufgerufen. Gleichzeitig warnte er jedoch vor kultureller Verschmelzung (“Assimilation”).

“Wenn ihr das tut,” rief Camelot seinen Landsleuten hinterher, “müßt ihr euer Leben lang kaltes Bier trinken.”

In die betroffenen Gesichter seiner Landsleute hinein sagte Kemalot sodann den Satz, der viele deutsche Politiker gegen ihn aufbringen sollte: “Unsere Kinder müssen rechts fahren lernen, aber erst müssen sie links fahren lernen.”

Das Erlernen der deutschen Sprache stellte Kemal anheim. “Das wird sowieso nichts,” sagte er dem Käsdorfer Metropolitan (KM) im Hinterhergespräch. “Erstens lernen sie es nicht, und die paar, die es doch tun, werden es so schauderhaft aussprechen, daß Ihr wünschen werdet, sie hätten es nie gelernt.”

Lindner lobt Klugheit und Weitsicht der FDP

Klug und vorausschauend sei es gewesen, sagte der FDP-Generalsekretär Lindner der Rheinischen Post, den Mehrwersteuersatz für das Beherbergungsgewerbe von 19% auf 7% zu senken. Klug und vorausschauend. Und nicht, wie vielfach vorschnell gemutmaßt, Klientelpolitik.

Typisch FDP eben.

Denn auf diese Weise könne man den Mehrwertsteuersatz jetzt wieder anheben, was man nicht gekonnt haben würde, wenn man ihn nicht zuvor gesenkt hätte. Denn das Geld sei ja jetzt noch da, sozusagen. Weil man ja ein Jahr lang drauf verzichtet habe. Würde man nicht drauf verzichtet haben, wäre es längst weg, ausgegeben, und man hätte nichts mehr davon.

So aber sei es, als habe man übers Jahr hin einen Stausee voll laufen lassen und sich das Duschen verkniffen, und jetzt könne man – wusch! – das Schaff hochziehen, und prima prima Mehrwertsteuer komme aus der Leitung. Es sei ein Hochgenuss, wie ein Seehund hineinzuspringen, und wie ein Maulwurf darin herumzuwühlen!

Und sie in die Luft zu schmeißen, daß sie einem auf die Glatze prasselt!

Guttenberg überrascht

Überrascht hat Karl-Theodor zu Guttenberg sich nach der Lektüre seiner Doktorarbeit am Wochenende darüber gezeigt, wieviel Gutes doch auch darin stehe. Das sei nach den Presseberichten der vergangenen Woche nicht zu erwarten gewesen.

“Von daher gesehen finde ich es auch ein bißchen unfair, wie von den Medien mit diesem Text umgegangen wird”, sagte Guttenberg dem Käsdorfer Metropolitan (KM). “Wenn ich das letzte Woche schon hätte wissen können, wäre ich möglicherweise nicht so voreilig bereit gewesen, auf die Führung des Grades zu verzichten.”

“Die Presse trägt hier eine hohe Verantwortung. Es darf nicht dazu kommen, daß sich Schlamperei und Laxheit bei der Veröffentlichung von Texten breit machen.”

“E pluribus unum”

Für Freunde akademischer Heiratsschwindelei hat der Käsdorfer Stammtisch Wo die Spötter sitzen ein Schmankerl vorbereitet. Er lädt am kommenden Donnerstag zu einer langen Lesenacht ins Pilgrimhaus.

Die Autoren der Dissertation Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU (Berlin 2009) werden mit verteilten Rollen – jeder liest seinen Part – das gesamte Werk vorlesen, für die Überleitungen und kurze Zwischentexte konnte der allseits beliebte und für seine Ehe mit Brigitte Bardot bekannte Karl-Theodor zu Guttenberg gewonnen werden, der außerdem der siegreichste Verteidigungsminister aller Zeiten ist – 2 Staatssekretäre, 1 Kapitän zur See und 1 Wehrpflicht zählen zu seinen Opfern, außerdem die Gesamtheit preußischer Tugenden, sowie all dessen, was deutsch und echt ist.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages wird in den Pausen launige Gesänge vortragen, Zonenkoch Andi serviert Windbeutel sowie Summa cum laude, eine Spezialität aus der fränkischen Stadt Bayreuth, die dort – und am Donnerstag auch im Pilgrimhaus – für kleine Münze zu haben ist.

Ehrenmänner

Seine Schneidigkeit der Verteidigungsminister haben soeben verlautbaren lassen, das Seine Schneidigkeit den Doktorgrad vorerst aus dem Wappen meißeln lassen wollen. Seine Schneidigkeit wiesen den Anwurf, ein Plagiator zu sein, mit Schneid von sich. Ab sofort würden Seine Schneidigkeit über diesen Komplex nur noch mit Ihresgleichen zu reden belieben, Gelehrten der Jurisprudenz demnach, Baccalaurei und Magistri sowie Volk wollten sich bitte an die Antichambre halten.

Seine Schneidigkeit verbaten sich darüberhinaus den Verdacht, Fremdfedern oder Mietgriffel mit der Abfassung Ihres Opus’ betraut zu haben, und bedauerten, daß man es heutzutage nicht mehr mit Ehrenmännern zu tun habe. Wenn Seiner Schneidigkeit Großvater es auf einem seiner Fronhöfe mit einem untreuen Meier zu tun bekommen habe, habe dieser in der Post eine seidene Drosselschnur gefunden und sofort gewußt, was Seiner Schneidigkeit Großvater von ihm erwartete. Das würde man einem bloody.fox#5 heutzutage erstmal erläutern müssen.

Denn woher solle der das wissen, wenn er noch nicht einmal korrekt Gänsefüßchen setzen könne?

Dissertationsscheck

Mit einem neuen Kompromiß will Ursula von der Leyen den via Bundesrat opponierenden Oppositionspolitikern im Hartz IV-Streit erneut ein paar Fingerbreit entgegenkommen. Das Bildungspaket – Frau von der Leyens Lieblingsbaby – soll noch einmal entpampert, nachgebessert und wieder eingepampert werden, damit es seinen Charme auf die Oppositionellen versprühen kann.

Mit in die Windel gelegt werden soll ein Scheck über 6000 Euro, der es dem Kind später ermöglichen soll, sich eine Dissertation anfertigen zu lassen.

“Das ist unsagbar großzügig von mir,” sagte v. d. Leyen ganz erschüttert und den Tränen nahe, “das kann die SPD nicht ablehnen!”

Bei 2 Millionen betroffenen Kindern hat der Dissertationsscheck ein Volumen von maximal 12 Milliarden Euro, was in der Tat ein bißchen was Geld ist. Doch. Allerdings ist nicht anzunehmen, daß alle 2 Millionen Kinder auch tatsächlich in die Nähe allgemeiner Hochschulreife kommen werden, welche Voraussetzung für den Erwerb einer Dissertation auf dem freien Markt sein soll.

Frau von der Leyen erwartet das auch nicht: “Trotzdem, ich bleibe dabei: Chancengleichheit ist ein hohes Gut. Kein Kind darf vom Doktortitel ausgeschlossen sein, nur weil es arm ist. Wer fleißig ist und eifrig lernt, hat sich auch einen Doktortitel verdient, bei dessen Erwerb der Staat dann auch gerne hilft.”

Zölibat

Auf Anregung Matthias Mattusekens vom Spiegel haben prominente Bundestagsabgeordnete der CDU und 144 Theologen, die in der letzten Woche noch selbst- und pflichtvergessen dem Zölibat abzuschwören bereit waren, wie es der Zeitgeist befahl, sich wieder einmal als einfache Katholiken begriffen, haben sich hingekniet, das Haupt gesenkt, den Rosenkranz gebetet und um Einsicht für Matthias Mattussek und göttliche Gnade für uns alle gebeten.

“Je nun, wenn es der Wahrheitsfindung dient!” wird ein Teilnehmer der Aktion zitiert.

Bislang liegen keine Erkenntnisse über Erfolg oder Mißerfolg vor.

Gleichstellung

Um die Gleichstellung der Frauen voranzutreiben, will die Blonde mit den gebügelten Haaren, aka Frau Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Schröder, zu harten Bandagen greifen.

Väter, Ehemänner, Verlobte und Große Brüder sollen demnach den Frauen zwar Gleichberechtigung und Gleichstellung gewähren, aber nicht gezwungen werden, dabei ein bestimmtes, von der Regierung vorgegebenes Maß an Gleichstellung zu garantieren. Statt dessen soll es die “Verpflichtung zur Selbstverpflichtung” geben. Die Männer können also selbst entscheiden, wieviel Gleichstellung sie ihren Frauen zugestehen wollen. Das Maß wird veröffentlicht und sollte binnen zwei Jahren auch erreicht werden.

Es sei klar, daß ein Macho sich andere Ziele setzen würde als ein “klein Doofi mit Plüschohren und Samtpfötchen” wie Germanistenfuzzi, sagt Schröder dem Käsdorfer Metropolitan (KM) im Interview. Doch sie gibt sich optimistisch, daß es zum Wettbewerb kommt: Es werde nicht lange dauern, bis die Zielvorgaben der einzelnen Männer in Rankings verglichen würden.

Skeptisch bezüglich solcher Rankings zeigte sich Tausendschönchen. “Das könnte Germanistenfuzzi so passen, sich hier von Hans und Franz, oder vielmehr von Hanna und Franzi, ranken zu lassen. Da wartet der nur drauf. Aber das wird nicht passieren. Sämtliche Rankings sind mit mir abzusprechen, mir vor Veröffentlichung vorzulegen und von mir genehmigen zu lassen.”

Dreikönigstreffen

Das diesjährige Dreikönigstreffen der FDP (für die jüngeren unter uns: das war mal eine Partei) in Stuttgart soll nach dem Willen des Feldwebels der FDP, Dirk Niebel (für die jüngeren: das war der Spieß), in Einkönigstreffen umbenannt werden. Begründung: es ist nicht nur kein besserer da, als König Westerwelle, es ist auch kein anderer da. Was also soll der Scheiß mit den drei Königen? Weggetreten!

Niebel erbot sich, die Kritiker Westerwelles solange zu schleifen, bis ihnen die Eier glühen und das Wasser im Arsch kocht. Und was die angeblichen ‘Alternativen’ – das ‘Schlachtroß’ Brüderle und die Rotärsche Lindner und wie heißt dieser andere da? Aus dem Gesundheitsministerium? Der neulich im Fernsehen war? Vergessen. Egal, wird schon nicht so wichtig gewesen sein – was diese drei angeht, so ist Niebel bereit, bei denen einen Stubendurchgang zu machen. Mal sehen, ob sie danach immer noch Lust haben, als ‘Alternative’ zu Westerwelle gehandelt zu werden. Niebel glaubt das eigentlich nicht. Es wären die ersten, die, nachdem er einen Stubendurchgang bei ihnen gemacht hat, noch Lust zu irgend etwas gehabt hätten.

Den Vorschlag Germanistenfuzzis, das Treffen doch lieber gleich in “Einäugiger-unter-Blinden-Treffen” umzubenennen, beantwortete Niebel mit Einzug des Ausgangsscheins und Degradierung Germanistenfuzzis vom Zivilisten zum Kanonier.

Hähnchen setzen ABC-Waffen ein

Im Krieg gegen Niedersachsen haben die Hähnchen erstmals Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Tausend Höfe in Niedersachsen wurden mit Dioxin angegriffen und vorübergehend ausgeschaltet.

Niedersachsen, das bereits geschwächt ist (zuletzt war die niedersächsische Abwiegelungsministerin Grotelüschen als Hähnchenagentin enttarnt worden und hatte gekeult werden müssen), folgt der von der weiland Ministerin vorgezeichneten Linie in Sachen Heeresberichte: Leugnen, daß es überhaupt ein Problem gibt, abwiegeln und schließlich zur Tagesordnung übergehen.

Erstmals wurden auch Ziele im benachbarten NRW in Mitleidenschaft gezogen. Der Landkreis Soest, der bereits im zweiten Weltkrieg mehrfach Ziel angreifender, damals allerdings alliierter Bomberverbände war, büßte einen Hof ein, wobei immerhin 8000 angreifende Hennen abgeschossen werden konnten. Weitere Höfe fielen in den Kreisen Steinfurt, Minden, Warendorf und Gütersloh.

David MacAllister, der jüngste Schotte in der niedersächsischen Landesregierung, hielt am Silvesterabend im hannoverschen Sportpalast AWD-Arena eine mitreißende Rede (auf deutsch), mit der er den Durchhaltewillen und die Opferbereitschaft der Niedersachsen zu stärken versuchte. Anschließend stimmte er die Hymne ‘Should auld acquaintance be forgot’ an (auf schottisch), um Grotelüschens und der anderen Opfer des Hähnchenkrieges zu gedenken.

14 000 Hannoveraner fielen begeistert ein.

Flop

Nach der Ausstrahlung der TV-Sendung Kerner-Spezial hat einer jüngsten Umfrage zufolge das Ansehen des Westens in der afghanischen Bevölkerung ein Allzeittief erreicht. Zwei Drittel der Bevölkerung stellen den Verbündeten ein negatives Zeugnis aus, wie aus der jetzt veröffentlichten repräsentativen Umfrage von ARD, ABC, BBC und der „Washington Post“ hervorgeht. Befragt wurden 1.691 Afghanen in allen 34 Provinzen des Landes.

Besonders dramatisch ist laut Umfrage der Sympathieverlust der Deutschen im Nordosten des Landes, dem Einsatzgebiet der Bundeswehr. Deutschland habe sein traditionell gutes Ansehen und seinen Vertrauensvorschuss eingebüßt, hieß es. Hatten im Sommer 2007 noch 75 Prozent der Afghanen im Nordosten ein positives Bild von Deutschland, so ist es nach Kerners und Guttenbergs Auftritt mit 46 Prozent erstmals nur noch eine Minderheit.

Angesichts dieser Zahlen soll nach dem Willen der SPD schon 2011 mit dem Abzug Kerners aus Afghanistan begonnen werden, und nicht erst ein Jahr darauf. Spätestens 2015 soll der Abzug beendet sein, vorausgesetzt, die Afghanen haben bis dahin eine eigene Plage vom Kaliber Kerners auf die Beine gestellt.

Hähnchenkrieg: Etappensieg für Niedersachsen

Im Krieg der Hähnchen gegen Niedersachsen hat das Land Niedersachsen einen kleinen Sieg verbuchen können. Die niedersächsische Ministerin für Hähnchenangelegenheiten, Astrid Grotelüschen, seit langem in dem Verdacht stehend, Agentin der Hähnchen zu sein, streicht die Flügel.

Die CDU Niedersachsens zeigt sich ein bißchen erleichtert. Zuletzt war bekannt geworden, daß Grotelüschen vor ihrer Zeit im niedersächsischen Flattermannministerium als Prokuristin in einer Hähnchenkaserne beschäftigt war, in der Zivilisten zu Dumpinglöhnen ausgebeutet wurden. In einer Zeit, in der Niedersachsen sich in einem Zweifrontenkrieg verzweifelt gegen die Übermacht der Hähnchen wehrt, kommen solche Nachrichten nicht gelegen.

Grotelüschen war noch von Scharrer ins Kabinett geholt worden, der mittlerweile ins Amt des Bundespräsidenten entsorgt werden konnte, und von dem bekannt ist, daß er alles daran gesetzt hat, Niedersachsen nachhaltig zu ruinieren.

Endlich

Das Justizministerium der USA hat endlich rausgefunden, was es ist, was einen, wenn man das Justizministerium der USA ist, so gegen Julian Assange einnimmt:

Assange hat sich eines Lehnsfehlers schuldig gemacht, indem er dem Lehnsherrn beim Aufsitzen nicht den Steigbügel gehalten hat. Ein solcher Fehler hat den sofortigen Einzug des Lehens zur Folge. Jedermann ist ermuntert, ihm nach Leben und Gesundheit zu trachten, es ist verboten, ihn zu beköstigen oder zu beherbergen, wer ihn sieht, hat sofort die Straßenseite zu wechseln, fällt er tot um, darf er nicht begraben werden, sondern ist den Krähen zum Fraße zu geben.

Darüberhinaus kann nicht ausgeschlossen werden, daß er das Schwengelrecht gebrochen, auf dem Bahnsteig außerhalb der markierten Flächen geraucht, den Rasen nach 19 Uhr gemäht, das Böcklein in der Milch seiner Mutter gegart, am Freitag Maggi getrunken und auf der Suche nach erotischen Abenteuern in Verkleidung einen Frauenbuchladen betreten hat.

Es ist im übrigen immer noch nicht klar, wer eigentlich Jack Ruby erschoß, und warum. Dem amerikanischen Justizministerium schwant da so was.

Wer lesen will, soll auch kaufen

Um den notleidenden Printmedien unter die Arme zu greifen, geht das Verteidigungsministerium der USA ungewöhnliche Wege: es kommandiert seine Soldaten ab zum Kiosk. Damit der Absatz von New York Times, Käsdorfer Metropolitan, Spiegel und Guardian nicht ins Bodenlose fällt, was ihm nicht gut täte, dem Absatz, ist es den Soldaten ab sofort untersagt, die Onlineangebote der genannten Zeitungen, an denen diese nichts, praktisch nichts oder so gut wie nichts verdienen, wahrzunehmen.

Die Konkurrenz wehrt sich gegen die offene Subventionierung und macht sich daran, die inkriminierten Seiten – nach dem Vorbild von WikiLeaks – zu spiegeln. “Denn,” so die Konkurrenz, “warum soll es denen besser gehen als uns?”

Der Käsdorfer Metropolitan forderte unterdes, ALLES online zu stellen, “und zwar ein bißchen plötzlich.” Er wolle nämlich zu gern wissen, was “die beiden da hinten, die hübsche Brunette und die mit der Mütze” immer zu tuscheln haben, “und dann schielen sie hier herüber, und halten sich die Bäuche, als hätten sie Magenkrämpfe. Und lachen sich kaputt. Ist irgendwas? Seh ich irgendwie komisch aus? Mein Reißverschluß nicht zu?”

“Ich will das jetzt wissen!”

Haustürgeschäfte

Polizei und Verbraucherzentralen warnen vor einer Drückerkolonne, die zur Zeit im Raum Käsdorf von Straße zu Straße geht und an den Haustüren obskure “Trennungen von Kirche und Staat” an den aufgeklärten Bürger und die aufgeklärte Bürgerin zu bringen versucht. Aufgeklärte Bürgerinnen und aufgeklärte Bürger, die diesem Schwindel aufgesessen sind, stellten fest, daß sie in Wahrheit die Bestellung einer Steuersenkung unterschrieben hatten, von der vorher keine Rede gewesen war, und die sie auch überhaupt nicht hatten haben wollen.

Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, daß beim Grundgesetz die Trennung von Kirchen und Staat zur Grundausstattung gehört und nicht als Sonderzubehör gekauft werden muß. Schon gar nicht an der Haustür.

Die christlichen Kirchen und der Staat haben mit einer gemeinsamen Erklärung reagiert und angekündigt, ein “Bündnis für die Trennung von Kirche und Staat” schmieden zu wollen, das die Idee der Trennung von Kirchen und Staat vor dem Hintergrund der 16oojährigen Prägung Europas als christliches Erbe würdigen und die Tatsache ihrer Umsetzung fester im Bewußtsein der aufgeklärten Bürger und aufgeklärten Bürgerinnen verankern soll. Kirchen und Staat hätten hier ein und dasselbe Interesse. Weswegen man übereingekommen sei, daß die Kirchen den “aufklärerischen Part, das operative Geschäft” übernähmen, und der Staat die Finanzierung. “Kirchen und Staat ziehen hier an einem Strick,” hieß es in der Presseverlautbarung.

“Das ist es ja!” seufzte der Strick.

Der Botschafter der USA in Deutschland, Murphy,

Motto: Everything that can be leaked will be leaked, hat beschlossen, nur noch nette Sachen über Guido Westerwelle zu sagen. “Es kommt ja doch raus,” sagte Murphy dem Käsdorfer Metropolitan (KM), “da ist es doch besser, man veröffentlicht meine Artigkeiten anstatt meiner Naseweisheiten, oder? Sagen Sie selbst!”

“Außerdem ist Westerwelle dermaßen eitel, daß er alles glaubt, was man positives über ihn sagt, ganz egal, was. Das kommt mir dabei noch zugute. Das sollte man ausnutzen. Wenn ich zum Beispiel sage: ‘Er ist ein echter Freund. Ich habe großen Respekt vor ihm‘, dann strahlt er, sehn Sie mal hier.”

“Und das ist mit Eitelkeit nicht mehr erklärt. Das ist schon Inkompetenz.”

Präses mahnt Islam

Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, hat die islamische Gemeinschaft in Deutschland aufgefordert, mehr gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. „Ich wünsche mir durchaus muslimische Kindergärten – die dann aber allen offen stehen“, sagte der Schneider bei einem Nikolausempfang im Käsdorfer Spielkreis “Amöbenbrut”.

Ein verstärktes Engagement der Muslime im sozialen Bereich sei nicht nur wünschenswert, sondern unbedingt wünschenswert. “Es können die Muslime nicht deutlicher machen, daß es ihnen mit ihren Integrationsbemühungen ernst ist, als wenn der Chef eines noch zu schaffenden muslimischen Wohlfahrtsverbandes die Brocken hinschmisse, wissen ließe, dies geschehe aus gesundheitlichen Gründen, aber jedermann wüßte, daß es die Filzvorwürfe gegen seine Behörde wären, die ein interner Untersuchungsbericht zwar nicht bestätigen, dafür aber das Versagen jeglicher Kontrollmechanismen im Vorstand konstatieren würde, woraufhin die Synode – oder wie das dann hieße – den Kasus am liebsten stiekum unter den Teppich kehren würde und das auch täte.”
Damit könnten sie zeigen, daß sie in Deutschland angekommen seien.

Die Spielkreiskinder sahen Schneider mit großen erwartungsvollen Augen an.

Geht Assange zu weit?

Der neue Feind der Menschheit, Julian Assange hat damit gedroht, für den Fall, daß ihm etwas zustoßen sollte, die Nummernschilder aller deutschen Fahrzeuge, die immer noch keine Winterreifen aufgezogen haben, zu veröffentlichen.

Der ADAC kündigte daraufhin Assanges Auslandsschutzbrief.

Entdeckung

Germanistenfuzzi glaubt nicht, daß es sich bei der von der Nasa entdeckten neuen Lebensform um ihn handelt.

“Merkt man das, als Lebensform, wenn man entdeckt wird? Spürt man dann so ein Kribbeln? Oder juckt die Nase? Wie wenn an einen gedacht wird? Oder wenn auf einem sein künftiges Grab getreten wird?”

Er habe jedenfalls nichts gemerkt. Er fühle sich auch nicht so “jesusmäßig galaktisch”, eher irdisch.

“Ich war mal in Düsseldorf, das ja.”

Wie auch immer, er glaube, daß seine Entdeckung erst noch bevorstehe.

Spiralnebel

Die gute alte Lohn-Preis-Spirale, wer kennt sie nicht, aus besseren Zeiten zumal, hat offenbar ausgedient. Auf einer Pressekonferenz stellten die drei Energieunternehmen E.ON, RWE, EnBW und der Kernkraftverhinderer Vattenfall eine neu konzeptionierte sogenannte “Preis-Preis-Spirale” vor. “Funktioniert genauso,” sagte Chief Confusion Officer Duslig von Vattenfall, “aber wir sparen bei den Lohnkosten.”

Bei der klassischen Lohn-Preis-Spirale war es so, daß die Arbeitnehmer wegen der gestiegenen Preise höhere Löhne forderten, kriegten, die höheren Lohnkosten auf die Preise aufgeschlagen wurden, höhere Lebenshaltungskosten und dito Lohnforderungen zu Folge hatten, und so fortan.

“Ist im Prinzip immer noch so,” sagt Duslig, “bleibt auch so: höhere Preise, höhere Lebenshaltungskosten, usw., bleibt alles, nur: es gibt keine höheren Löhne. Daher können wir uns im Human Ressources Mangement stark verschlanken, weil die z.T. langwierigen Lohnverhandlungen keine Kapazitäten mehr binden. Außerdem verkürzt sich der Preisfindungszyklus nicht unerheblich. Wo wir früher man gerade eine Preiserhöhung unterbrachten, kriegen wir jetzt zwei bis zweieinhalb unter.”

“Beides Vorteile, die wir gern an unsere Kunden weitergeben würden, wäre das nicht kontraproduktiv.”

“Geben wir sie halt unseren Shareholdern.”

Friedensforscher haben schon aufgehorcht. Man will jetzt prüfen, ob es nicht friedlicher werden würde, wenn man die unselige Spirale aus Gewalt und Gegengewalt durch eine Gewalt-Gewalt-Spirale ersetzen könnte, bei der der Gegner auf die Mütze bekommt, und, bevor er noch zur Gegengewalt ausholen kann, sofort wieder auf die Mütze bekommt.

Und so fortan.

Vatikan-Kochbuch erstmals mit Rezept für Nußkuchen

Das neue Kochbuch des Vatikan, das am Mittwoch in acht Sprachen gleichzeitig erscheint wird, und das Ende letzter Woche der Presse vorgestellt wurde, enthält erstmals ein Rezept für Nußkuchen. Das teilte der Käsdorfer Metropolitan (KM) in seiner Wochenendausgabe mit.

In dem Buch mit dem Titel “Gerichte der Welt” finde sich auf Seite 146 erstmals ein Rezept für die Herstellung von Nußkuchen, der bislang von der katholischen Kirche nicht befürwortet worden sei. Im letzten Kochbuch “Rezepte der Erde” von 1996 habe das Rezept noch gefehlt.

Zur Begründung für die überraschende kulinarische Öffnung der Kirche zitiert der KM Papst Benedikt XVI mit den Worten, in begründeten Einzelfällen könne der Nußkuchen ein erster Schritt hin zu einem anders gelebten, menschlicheren Umgang mit der menschlichen Lust am Süßen sein, “ein Stück Verantwortung, um wieder ein Bewußtsein dafür zu entwickeln, daß nicht alles eßbar ist und man nicht essen kann, was man will.”

Die Fixierung auf den Nußkuchen aber, habe der Papst wiederholt, bedeute „eine Banalisierung des Kuchenbackens“ und eine „gefährliche Quelle dafür“, daß so viele Menschen Kuchen nicht mehr als köstliche Bereicherung der Küche begreifen, sondern nur noch als „eine Art von Droge, die sie sich selbst verabreichen.“

Die Welt ist bunt

und wird dem Vernehmen nach immer bunter.

Nachdem Charlotte Roche -dem Vernehmen nach – dem Bundespräsidenten Sex [genauer: Sex mit Charlotte Roche - Anm. d. Red.] im Austausch für die Nicht-Unterschrift unter das Gesetz zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten angeboten hat (woraufhin Wulff – dem Vernehmen nach – bei seinen Parteifreunden in Regierung und Parlament vorsichtshalber schon mal zwei Dutzend weiterer – Zitat – “bescheuerte Gesetze” in Auftrag gab), hat nun Erika Steinbach – dem Vernehmen nach – Thilo Sarrazin Sex [mit Charlotte Roche - Anm. d. Red.] angeboten, wenn dieser dafür von der windelweichen Verwässerung seines Buches “Deutschland verklappt sich” absteht.

Auch vernimmt man – dem Vernehmen nach -, die Verwässerung des Preisfindungsverfahrens für neue Medikamente in der Gesundheitsreform sei darauf zurückzuführen, das die Pharmalobby Philipp Rösler Sex [mit Erika Steinbach - Anm. d. Red.] angeboten hätte. Das habe allerdings zunächst nichts gefruchtet. Auch eine erste Nachbesserung seitens der Pharmaindustrie – Charlotte Roche anstelle von Erika Steinbach – habe gegen Rösler, der – dem Vernehmen nach – als Steher [Anspielung d. Red.] gilt, nicht geholfen. Eine zweite Verwässerung – hoppla! – Verbesserung muß es natürlich heißen – Thilo Sarrazin anstelle von Charlotte Roche – dem Vernehmen nach auch nicht. Danach – so hört man – habe die Pharmalobby die Strategie geändert und Rösler Sex [mit Charlotte Roche - Anm. d. Red] angeboten, für den Fall, daß er nicht spure.
Danach sei alles sehr schnell gegangen.

Ob der Bundespräsident und Charlotte Roche auch die Gesundheitsreform noch werden stoppen können, muß man abwarten.

Erfinder der Blisterverpackung wird ausgepeitscht

Auf Einladung des UN-Hochkommissars für Billig- und Gerechtigkeit findet am Buß- und Bettag auf dem Käsdorfer Marktplatz die Auspeitschung des Erfinders der Blisterverpackung statt – wie bitte? Ja? – Ja, ich höre -

Ich höre gerade, die Auspeitschung ist abgesagt. Was? Nicht? Doch? Die Auspeitschung ist nicht abgesagt? – ? – Moment, ich übergebe mal. – Meine Damen und Herren, Sie sprechen direkt mit dem Hochkommissar, Herrn Germanistenfuzzi.

“Wo muß ich reinsprechen? Hier? wwwwww wwwwwww wwwwww chhhrzzz ++++++++++ ====? Andersrum? Was? So? – Ok.”

“Nein, ‘abgesagt’ ist mißverständlich. Wir würden schon peitschen, wir wollten auch peitschen, bis vorhin hätten wir auch noch gepeitscht. Aber dann kam der Ersatz für die Maus, die Lena während des Grand-Prix zerbissen hat, und dann war bei mir Feierabend. Bzw. ich hatte mich auf den Feierabend gefreut, und dann das!”

“Da hab ich mich gefragt, wieso sollen eigentlich ausgerechnet wir, wir Billig- und Gerechtdenker, wieso sollen wir Gnade vor Recht ergehen lassen? Hat er Gnade vor Recht ergehen lassen? Hat er nicht!”

“Und jetzt sind wir mal unbarmherzig. Die Auspeitschung kann er sich von der Backe kratzen. Er öffnet uns morgen Blisterverpackungen! Zwei Europaletten voll. Haben wir besorgt. Mäuse, Sticks, SD-Cards, Ohrhörer – was es so gibt. Wir schneiden ihm vorher die Fingernägel kurz, und dann kann er loslegen.”

“Vielleicht peitschen wir zwischendurch ein bißchen, wenn es nicht voran geht. Hilfsmittel? – Keine! – Zähne, von mir aus. Was man so bei sich hat – Centstücke, Schlüssel, Büroklammer, sonst nichts.”

“Wir filzen ihn vorher, und wenn er zu schummeln versucht, wird er gepeitscht.”

Westerwelle sieht deutschen Sitz im Sicherheitsrat nur als Teiletappe

Mittelfristig strebt der Außenminister einen ständigen Sitz in dem Gremium an. Zunächst aber will er Afghanistan befrieden und die Atomwaffen ausrotten. Dann eventuell noch einen zweiten, und, wenn’s geht, dritten Sitz.

Denn langfristig strebt Westerwelle die Übernahme der UN an. Das sei im Koalitionsvertrag so vereinbart, das sei zwischen den Koalitionspartnern völlig unstrittig, und das werde man maßvoll, Schritt für Schritt und völlig unaufgeregt umsetzen.

“Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, und er ist nicht das bessere Völkerrechtssubjekt,” sagte Westerwelle in seiner unnachahmlichen Originalität, “und was für den Staat gilt, gilt für die Staaten gleich doppelt. Bzw. 192fach. Jedenfalls erst recht.”

Er könne sich vorstellen, die UN an einen Finanzinvestor zu verkaufen und anschließend zurückzuleasen, sagte Westerwelle seinem Tagebuch. Deutsche Kommunen seien mit ihren Immobilien sehr erfolgreich so verfahren. Erfolgreich jedenfalls für die Finanzinvestoren. “Und was gut ist für die Finanzinvestoren, ist gut für uns alle,” fügte Westerwelle hinzu.

“Aber das weißt du ja schon, liebes Tagebuch.”

FDP-Generalsekretär schlägt Schweinebratenpflicht auf Pausenbroten vor

Käsdorf (kpd) – In der Integrationsdebatte kommt aus der FDP der Vorschlag einer Schweinebratenpflicht auf den Pausenbroten deutscher Schulhöfe.

FDP-Generalsekretär Patrick Lindner sagte dem Käsdorfer Metropolitan (KM), an einigen Schulen gebe es bereits entsprechende Vereinbarungen zwischen Lehrern, Eltern, Schülern, Schulärzten und Ökotrophologen. Dies sei ein gutes Beispiel für andere Lehrer, Eltern, Schüler, Schulärzte und Ökotrophologen.

Lindner mahnte, es dürfe “keine Ausgrenzung in keiner Richtung” geben. “An manchen Schulen sind Fleischesser inzwischen die Minderheit”, sagte er dem KM zufolge. Wenn dort Fleisch nicht nur Gegenstand des Unterrichts sei, sondern zusammen mit dem Pausenbrot weggeworfen werde, fördere dies die Integration.

Da es aber die Absicht der FDP sei, die Integration zu fördern, koste es, was es wolle, und sei es die Überzeugung deutscher Liberaler, daß es im Ermessen des einzelnen Individuums stehe, zu essen, was es wolle, zu trinken, was es wolle, und, wenn es Spaß daran habe, auf dem Pausenhof Französisch zu sprechen, darum werde die FDP die Integration jetzt auch fördern.

Er hoffe, daß sich genügend Menschen mit Gemeinsinn bereit fänden, auf den Schulhöfen die nötigen Kontrollen vorzunehmen, sagte Lindner. Er selbst sei dazu bereit, und stehe ab sofort in der Großen Pause für bis zu drei, nach Einarbeitung vier, Schulhöfe in den südlichen Randlagen Berlins gerade.

Smakelijk Eten

Fettiges Frietjestütchen mit Mayonnaisescheitel muß sich, kaum zurück in der Heimat, vor Gericht verantworten. Aber nicht, weil es auf einer Auslandsreise nach Berlin im dortigen Hotel – Moment, mal eben nachsehen – Berlin der Kollaboration mit – ausgerechnet! – Moffen das Wort geredet hat, was es hat, sondern, weil es zuvor bereits in Reden und Interviews Couscous ein “schäbiges Pörkölt” genannt, arabische Kochbücher mit Geert Wilders’ Buch “Mein Kampf mit dem Kochlöffel” verglichen und, so die Anklageschrift, zum “Kreuzzug gegen den Kreuzkümmel” aufgerufen hatte.

Vor Gericht berief sich Fettiges Frietjestütchen mit Mayonnaisescheitel auf das Recht fettiger Frietjestütchen, vor Gericht zu schweigen (“Hat man je von sprechenden Frietjestütchen gehört?”) und außer zur Person (“Fettiges Frietjestütchen mit Mayonnaisescheitel”) keine Angaben zu machen.

Das Gericht vertagte sich, um Frietjestütchen die Gelegenheit zu geben, sich kurz aufbraten zu lassen und den Mayonnaisescheitel zu erneuern.

Eintopf

Eine Tüte Hollandse Frietjes mit einem Klecks Mayonnaise obendrauf, hat am Samstag im Hotel Berlin in – Moment, mal eben nachsehn – in Berlin eine Rede gehalten, in der sie zum Kampf gegen die Dönerisierung Deutschlands aufrief. Fünfhundertfünfzig zu lange gekochte Eisbeine im Publikum klatschten frenetisch Beifall.

Die Eisbeine hatten pro – wie soll man sagen? Nase?? – gespaltenem Huf 15 Euro Eintritt bezahlt, ein Preis, für den man zu meiner Zeit in Neukölln ein Dutzend Döner bekommen hätte. Dafür bekamen sie das Recht, der Frietjestüte zuzuhören, sie anzuschauen, und zu klatschen. Heineinbeißen oder an der Mayonnaise lecken durften sie nicht.

Die Frietjestüte ist auf einer Badwill-Tournee, auf der sie die haute cuisine der Welt zur “International Frietjes Alliance” zusammenkochen will. Dieses Gulasch soll zunächst aus den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und Deutschland bestehen, das Stövchen unterm Pott soll nach ihrer Vorstellung Holland sein.

Der Saal des Hotels Berlin wird seit dem Ende der Veranstaltung heftig gelüftet und bekommt am heutigen Montag eine neue Bestuhlung sowie ein weniger fettiges Rednerpult.

Zahlendreher

Das Ministerium für Arbeit, Soziales und Verhöhnung von Arbeitslosen und sozial Schwachen hat zugegeben, bei der Übertragung von Ziffernfolgen aus der Hartz-IV-Regesatzberechnung in Excel nach Farmville und der anschließenden Übertragung von Farmville nach Word, manche Ziffern nicht in der exakten Reihenfolge übertragen zu haben. Allerdings seien alle Ziffern übertragen worden, betonte ein Sprecher des Ministeriums, darauf lege er Wert. Es sei keine Ziffer unter den Tisch gefallen.

Trotzdem, fuhr der Sprecher fort, das sei eine Schlamperei und dürfe nicht vorkommen. Er entschuldige sich in aller Form bei seinen Facebook-Mitspielern.

Ministerin von der Leyen ließ mitteilen, die vertauschten Ziffern machten zwar an der Oberfläche keinen guten Eindruck, doch sei die Vertauschung völlig ohne Einfluß auf die Höhe des Hartz-IV-Regelsatzes. Das hänge damit zusammen, daß keine einzige der Zahlen in dem Rechenwerk Einfluß auf die Höhe des Regelsatzes habe, denn die Höhe des Regelsatzes sei von ihr persönlich festgelegt worden, bevor die Rechnerei auch nur losgegangen sei; die Zahlen seien lediglich dazu da, in der Öffentlichkeit Eindruck zu schinden. Umso ärgerlicher sei es, wenn dieser Eindruck durch Schlamperei wieder zunichte gemacht werde.

Zu der Tatsache, daß im Ministerium offensichtlich während der Arbeitszeit Farmville gespielt werde, wollte v.d. Leyen keine Stellung nehmen, aus, wie sie sagen ließ, Datenschutzgründen. Es sei allerdings unzulässig, aus der Tatsache, daß im Ministerium gespielt werde, zu folgern, daß dort nicht gerechnet werden könne. Sie selbst spiele an manchen Vormittagen fünf Stunden und länger Farmville, aber wenn es darum gehe, Zahlen parat zu haben, nicht etwa um auf dem Rücken mißbrauchter Kinder wirkungslosen Aktivismus zu Wahlkampfzwecken zu treiben, das habe sie hinter sich, aber um auf dem Rücken wehrloser Geringverdiener zu Wahlkampfzwecken Krieg gegen die SPD zu führen – den habe sie vor sich und freue sich drauf -, dann habe sie diese Zahlen auch parat, dann schüttele sie sie nur so aus dem Ärmel, aus dem sie ja auch stammten.

Farmville: das sei ihr Karlsbad, Orplid und Bruchtal zu gleich, ihr Shangri-la, ihr Land, das ferne leuchtet, ihr Farmville, ihr Beinhorn.

Sidolin

Käsdorf – Die Käsdorfer Gastronomie (“Pilgrimhaus”) führt den von den Verbraucherministerien von Bund und Ländern vereinbarten und – leider! – “Gastro-Smiley” genannten sog. Gastro-Smiley ein. Hier ein Archivbild:

Die Käsdorfer Besonderheit: der linke Smiley, der auf ganz besondere Hygieneexzellenz hindeutet, wird leicht verändert, um das Non Plus Ultra der Gasthaushygiene zu würdigen – die Sitte, dem Gast, während er noch am Tisch sitzt, das Tischset mit Sidolin zu reinigen.

An der Eingangstür des raucherfreundlichen Pilgrimhauses, in dem Andi, der Koch, auch in der Küche nicht auf die Zigarette zu verzichten braucht, pappt daher seit neuestem dieser Kuckuck hier:

Unterdessen hat sich am Käsdorfer Stammtisch eine Arbeitsgruppe um den Ortsbürgermeisterkandidaten Germanistenfuzzi geschart, die mit diesem, so wörtlich, “Kitagelumpe in Gegenwart Erwachsener” aufräumen will. Die Agentur Sbrinz wurde mit der Entwicklung eines Smileys beauftragt, mit dem dem wehrlosen Auge öffentlich zugängliche Flächen für ihre Smileyfreiheit und Smileyabstinenz geehrt werden sollen.

Ersatzhäresien

In Deutschland gibt es immer mehr Ersatzreligionen. Die neueste und am schnellsten wachsende ist die, allen möglichen Zimt als Ersatzreligion zu bezeichnen. Zum Beispiel was für Zimt? Zum Beispiel den Zimt, den Klimawandel für menschengemacht zu halten. Oder den Zimt, allen möglichen Zimt als Ersatzreligion zu denunzieren. Das ist doch Zimt!

Jüngst konvertiert: jemand der Marie-Luise Dött heißt. Sie glaubt, daß es in Deutschland verboten sei, dem Klimawandel zu lästern, welcher, wie sie sagt, ein Ersatzgott ist. Weshalb sie sich in einem komplizierten Ritual zu dessen Hohepriesterin hat weihen lassen. Um, so sagt sie, Schlimmeres zu vermeiden.

Wie etwa, daß die Ersatzhäretiker bei Vollmond das dampfende Herz aus der Brust geschnitten kriegen und zusehen müssen, wie es dem Gott Klimawandel ins steinerne Maul gelegt wird. Wie es etwa jüngst einem vom Ersatzglauben, daß vor Gott alle Menschen gleich seien, abgefallenen T. Sarrazin erging. Als mutiger Ersatzhus ließ er sich, ehe er wiederrief, lieber das Herz aus der Brust reißen und einen Tausendeuroschein hineinnähen, wobei er seinen Peinigern zurief: “Heute bratet ihr eine Vogelscheuche, aber aus der Asche wird eine dumme Gans erstehen.”

“Man wird sie Marie-Luise Dött heißen.”

Ewig weiblich

Wissenschaftler in den USA vermuten, daß der Aids-Erreger möglicherweise weiblich und – weitaus eitler als der Durchschnitt dieses bezaubernden Geschlechts sein könnte.

Sie schließen das aus der Tatsache, daß er – sie? – um die tausend Jahre älter ist, als sie – er – bislang zugegeben hat. Das ist extrem. Im Schnitt machen sich die Weibchen einer Art um 11,3% jünger, als sie tatsächlich sind. Hochgerechnet bedeutet das, daß der Virus – oder die Virus – um die zehntausend Jahre auf dem Buckel haben muß. Was seinerseits bedeutet, daß auch der CIA mindestens 10 000 Jahre alt sein muß, denn ansonsten würden die Verschwörungstheorien rund um das – oder den, oder die – Virus nicht mehr funktionieren.

“Das wiederum glaube ich nicht,” sagt der Vorsitzende der Gesellschaft zur Mehrung und Förderung des Unerklärlichen (GMFU), Germanistenfuzzi. “Da die Welt erst vor 6000 Jahren geschaffen wurde, hieße das, daß der – nein: die – CIA bereits bei der Erschaffung der Welt die Finger im Spiel gehabt hätte. Haben müßte. Oder könnte. Was immerhin einiges erklären würde.”

“Darum ist es ja auch abzulehnen.”

Gott läßt gute Gelegenheit verstreichen

Nachdem er sich schon bei der Loveparade als halbherzig und nur wenig entschlossen präsentierte und nur einen Teil der Sünder zerstampfte, läßt Gott am heutigen Mittwoch gleich zwei gute Gelegenheiten, dem Spuk ein Ende zu setzen, verstreichen.

Oder besser: vorübersausen. Die von Gott selbst erlassenen Gesetze der Astrophysik lassen die beiden Asteroiden 2010 RX30 und 2010 RF12 der Erde zwar nahe kommen, aber nicht so nah, daß sie ensthaften Schaden anrichten könnten. 2010 RX30 wird in 248.000 Kilometern an der Erde vorüberschwirren, 2010 RF12 in 78.000 Kilometern Entfernung. Für beide gilt das – ebenfalls von Gott erlassene – logische Gesetz: Knapp daneben ist auch vorbei.

Man wird weiter zuwarten müssen, um zu erfahren, was ER mit uns vor hat. Leider bedeutet das aber auch, daß die unsägliche sog. Integrationsdebatte vorerst weiter gehen wird.

Philipp Rösler warnt Hausärzte vor Philipp Rösler

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler hat die Hausärzte Deutschlands eindringlich vor Philipp Rösler gewarnt. Philipp Rösler werde, wenn er erst Bundesgesundheitsminister sein werde, sich auf dem Rücken der Hausärzteschaft profilieren. Dann werde es ein Ende haben mit der Fettlebe auf Kosten der Fachärzte. Philipp Rösler werde es auch nicht dulden, daß die Hausärzte in diesem Fall ihre Proteste dagegen auf dem Rücken der Patienten austragen würden. Philipp Rösler werde im Gegenteil dann eindringlich davor warnen, dies zu tun, und werde darauf hinweisen, daß die Patienten kein Verständnis dafür haben werden würden, als Hebel für Proteste gegen Philipp Rösler betrachtet zu werden.

Philipp Rösler versicherte, er habe nichts gegen Patienten und deren Hausärzte, einige seiner besten Freunde seien Patienten oder Hausärzte oder sogar beides. Wenn die Hausärzte aber meinten, unter einem Gesundheitsminister Philipp Rösler nicht mehr genug zu verdienen, und mehr Netto vom Brutto haben wollten, dann empfehle er ihnen, beim nächsten Mal doch einfach FDP zu wählen.

Pursuit of happiness

Pelecanus Fuscus, ein Pelikan aus Louisiana, der vor Gericht gegen die Ölpest in seinem Haus geklagt hatte, die ihn, seine Frau, seine beiden Kinder und den Dackel Dagobert seit Wochen mit klebriger schwarzer stinkender und noch dazu giftiger Schmiere überzieht, die ihm das Gefieder verklebt, die Luftwege verstopft, die Speiseröhre verätzt, seine Nahrung verdirbt, die Möbel ruiniert, ihm den Lebensmut raubt und den Horizont verdüstert, und der in erster Instanz abgewiesen worden war, ist auch vor der Berufungsinstanz gescheitert.

Das Gericht in New Orleans sah das Streben des Pelikans nach Leben, Freiheit und Glück als nicht ausreichend begründet und zu umfassend an. Er habe nicht glaubhaft darstellen können, daß die pappige Plempe für ihn und seine Angehörigen die Gefahr eines irreparablen Schadens darstelle. Es bleibt daher dabei, daß vorerst weiter jede Menge Barrell, Galonen und Flüssigunzen in sein Haus und in den Golf von Mexiko gepumpt werden dürfen.

Kurz nachdem er, traurig und mutlos, wieder zuhause angekommen war, flatterte ihm eine Rechnung des Gerichts über Reinigungskosten in Höhe von 987 Dollar und 65 Cent ins Haus, wo sie am Briefkasten kleben blieb.

Krawattenmann enttäuscht

Krawattenmann, haushoher Favorit beim Gerangel um den Titel “Verdienter Krawattenträger des Volkes” hat im ersten Wahlgang kläglich versagt. Die Krawatte seines Herausforderers Behördenmann (“Gott vergibt, Behördenmann vergibt nie”) war deutlich herausfordender als die seine. Nicht nur war sie auffälliger, war sie gestreifter, nein, sie war auch schräger gestreift, knotiger geknotet, insgesamt krawattiger und nicht nur oranger als Krawattenmanns, der eine Blaue trug, sondern in ihrer Orangeheit orangerer als dessen Blaue in ihrer Bläue blau.

Das hätte einem Profi nicht passieren dürfen. Die Ringrichter vergalten es mit miesen Haltungsnoten und schickten beide zurück in den Ring.

Erneut Blindgänger gefunden

Zum anderen Male ist ein Blindgänger aus dem zweiten Weltkrieg gefunden worden, wiederum auf einem Schützenplatz, und zwar diesmal auf dem in Käsdorf.

Der Blindgänger, der in den letzten Kriegstagen geboren worden und 1977 in die FDP eingetreten war, war beim legendären Gelage auf dem Schützenfest im Jahr 1982 zum letzten Mal gesehen worden. Jenes Gelage hatte am Pfingstsamstag begonnen und war non stop bis zum dritten Sonntag nach Trinitatis weitergegangen, an dem es offiziell für tot erklärt wurde, nachdem für mehr als sechs Stunden kein Teilnehmer mehr nach etwas Trinkbarem verlangt hatte.

Anscheinend war der Mann vor dem Feldschlößchen Bierwagen in die Matsche getrampelt worden, als er dort um drei Bier, ein Alster, 4 Kurze und Streichhölzer anstand. Vermißt hatte man ihn zwar, doch war allgemein angenommen worden, er sei “in die Politik gegangen”. Nun wurde er bei Grabungen hinter dem Altpapiercontainer wiedergefunden.

Nachdem er notdürftig gereinigt und ausgeklopft worden war, beklagte er das Schicksal des Mittelstandes, der in Deutschland komplett vergessen werde, obwohl er allein die Last der Welt auf seinen Schultern trage, und verlangte Steuersenkungen, sowie – “jetzt endlich!” – drei Bier, ein Alster, vier Kurze und Streichhölzer.

Mixa macht munter weiter

Walter Mixa, dem aus Funk und Fernsehen bekannten Bischof mit dem Bommelhut, ist sein Rücktritt vom Bischofsamt nach eigenen Angaben “beim besten Willen immer noch nicht erinnerlich“. Es tue ihm zwar leid, daß er den “Beratern” und “Mitarbeitern” mit denen er, rein akademisch, über die Möglichkeit von Bischofsrücktritten diskutiert habe, nicht sofort links und rechts ein paar runtergehauen habe, wie er es als junger Pfarrer mit wehrlosen Waisenkindern gemacht habe, aber an ein Rücktrittsgesuch oder seine Unterschrift darunter entsinne er sich nicht.

Deshalb wolle er auch nicht aus dem Bischofspalast ausziehen, sondern denen, die ihn etwa zum Auszug drängen oder gar nötigen wollten, ohne viel Federlesens rechts und links ein paar runterhauen.

Auch seinen “Kollegen” Marx und Zollitsch, wolle er, wenn sie sich nicht augenblicklich brüderlicher benähmen, links und rechts ein paar runterhauen. Auch seinem Generalvikar und seinen Weihbischöfen wolle er links und rechts ein paar runterhauen. Und, wenn er im Juli zum Papst fahren werde, um ihm persönlich seine Sicht der Dinge zu erläutern, wolle er auch dem rechts und links ein paar runterhauen.

Dann haute er den Journalisten, die ihn interviewt hatte, rechts und links ein paar runter und verließ mopsfidel und kregel das Bischofspalais, um sich ein wenig im Bistum herumzutreiben.

Von BP lernen heißt siegen lernen

Die Beliebtheitswerte der schwarzgelben Koalition und der Kanzlerin Merkel nähern sich im Sinkflug den Beliebtheitswerten von BP und BP-Chef Tony Hayward bei den Fischern der amerikanischen Südstaaten. Für Guido Westerwelle ist das ein Zuwachs, aber alle anderen Regierungsmitglieder fangen an, sich zu sorgen.

Wo allerdings Gefahr quillt, sprudelt das Rettende auch. Angela Merkel, jung, modern, fortschrittlich, kann SMSse tippen, was hierblogs niemand schafft, hat, nach dem Vorbild von BP, Suchergebnisse bei Google eingekauft. Einerseits um diejenigen, die nach Informationen über die Bundesregierung suchen, schon an der Türe abzufangen und einzusortieren und bei der Hand zu nehmen und sie gar nicht erst groß herumstolpern zu lassen, und andererseits, um diejenigen, die sich überhaupt nicht für die Bundesregierung interessieren, schon auf dem Bürgersteig zu stellen, ihnen in den Weg zu treten, sie zuzutexten und, wenn es gut geht, abzuschleppen.

So kommt es, daß, wer dieser Tage bei Google und bing Glaube, Liebe, Hoffnung eintippt, sich unversehens auf bundesregierung.de wiederfindet, und zwar dort, wo man zwischen Wildsauen und Gurkentruppen der Nächstenliebe pflegt. Wenn er sich genug verwundert hat und probehalber die hölle öffnet ihren schlund eintippt, findet er wiederum als obersten Eintrag im Suchergebnis die Bundesregierung, diesmal mit der Seite die hölle öffnet ihren schlund.

Nein, sorry, die Seite heißt: Das Bundeskabinett stellt sich vor.

Konsequent

Da die SPD in NRW vor Kraft kaum noch laufen kann, hat sie jetzt beschlossen, es sein zu lassen. Während einer Übergangszeit will sie es mit “auf-der-Stelle-treten” probieren, strebt aber langfristig den völligen Stillstand an.

Die Linke, die das nicht für verwunderlich hält, sagt dazu, daß sie sich darüber nicht wundere. Die SPD habe schon immer, dafür sei sie sogar notorisch – viele linke Kabarettisten, berühmte Namen darunter, wie zum Beispiel der Dings, der eine da, wie heiße er gleich, der heiße so ähnlich wie der andere, aber anders, unsterbliche Namen, wie gesagt, und unvergessliche Kabarettprogramme: das hätten die damals schon gewußt, und in jedem Programm vorgetragen, und zwar einer wie der andere, alle hätten sie stets den gleichen Gag gebracht, nämlich, wie sei das noch gegangen? Also die SPD, die hätte nämlich rechts geblinkt, aber dann wäre sie links, nein, anders, links geblinkt und dann – nein, eher doch rechts geblinkt, und dann – jedenfalls hätte die SPD ganz anders geblinkt, als sie dann abgebogen wäre, und das Publikum hätte sich vor Lachen stets auskübeln mögen.

Das sei ja aber auch lustig gewesen. Und es sei stets aufs Neue lustig gewesen. Abend für Abend. Es habe auch nie eine Variation geben dürfen, wie zum Beispiel, die SPD habe links ein Äugsken gekniffen und dann rechts gefummelt, wie sie es jetzt in NRW gemacht habe. Das würde das Publikum nicht goutiert haben. Das Publikum hätte den Blinker verlangt.

Fakt jedenfalls, das habe man damit sagen wollen, sei, daß die SPD bei der Probe stets anders tröte, als dann im Konzert. Weswegen man über diesen Kraft-Akt, überhaupt gar nichts mehr zu tun, weder regieren noch opponieren, weder blinken noch abbiegen, weder Äugsken kneifen noch fummeln geschweige denn mal irgendwo zu Potte zu kommen, daß man darüber ganz und gar nicht verwundert sei.

Das sei nur konsequent.

Karstadt: Gläubigerversammlung verlängert Bieterfrist

In der Hoffnung auf ein besseres Angebot will der Gläubigerausschuß einem Zeitungsbericht zufolge die Frist erneut verlängern. Man hoffe auf einen potenten Bieter, einen weißen Ritter und die US-Kavallerie, sagte ein Gäubiger dem Käsdorfer Metropolitan (KM).

Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es sich bei diesem um den Taiwanesischen Konzern Foxconn handeln. Sollten sich diese Gerüchte bestätigen, bekäme das Wort von den “Opfern”, die die Bieter der Belegschaft abverlangen wollen, einen ganz neuen Klang.

Zensusgesetz 2011

Klammer Haushalt machts möglich: die Volkszählung 2011 fällt spät, aber immerhin, der Wirtschaftskrise zum Opfer.

Finanzminister Schäuble: “Wir bekommen die Daten, die wir brauchen, zu einem Bruchteil des Preises, den eine selbstorganisierte Volkszählung, und sei sie noch so effizient organisiert, uns kosten würde, bei Facebook. Und noch einiges mehr. Wir müßten mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wollten wir ein solches Angebot nicht annehmen. Tatsächlich sind wir mit dem Klammerbeutel gepudert worden, aber das ist eine andere Geschichte. Außerdem sind wir nicht so heftig mit dem Klammerbeutel gepudert worden, daß wir hingingen und Studenten anheuerten oder Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes freistellten, nur damit diese bei Wind und Wetter bis zu dreimal vergeblich zu jeder Adresse laufen, die wir aus dem Melderegister haben, und die vermutlich nicht einmal mehr stimmt.”

“Die Facebook-Daten sind doch viel aktueller. Und präziser. Das Wasser läuft einem altgedienten Innenminister, der sich immer noch aus Anhänglichkeit so ein bißchen für Polizei und Geheimdienste verantwortlich fühlt, im Munde zusammen, wenn er sich vorstellt, was er da alles über seine Bürger erfahren und abgreifen kann.”

“Noch wünschenswerter wäre es freilich, wenn Facebook auf der Startseite einen Button ‘Save Facebook as …’ anbieten würde. Das würde die Sache noch einmal stark vereinfachen. Und verbilligen.”

“Aber da spricht natürlich wieder der Finanzminister aus mir, der die Staatsgroschen beisammen halten muß. Es ist auch so schon beeindruckend, was man dort für sein Geld bekommt.”

“Und was die Leute alles hergeben! Als wären sie alle mit dem Klammerbeutel gepudert.”

Rüttgers kann sich vorstellen, seine Gesprächshonorare (20 000 €) in Zukunft mit Hannelore Kraft zu teilen.

Allerdings müsse er ein bißchen mehr kriegen als Kraft, weil er der Wahlsieger sei und 3 976 Stimmen mehr habe. Gerechterweise müsse das Geld so aufgeteilt werden, daß er 10 006,67 € kriege und Kraft das, was übrigbleibe, wenn man 10 006,67 € von 20 000 € abziehe, und das müßten dann so ungefähr – knapp 10 000 € sein. Über den Daumen.

Kraft äußerte sich zu dem Thema zunächst nicht. Es gehe, sagte sie – mehrfach – nicht um Posten. Es gehe auch nicht um Pöstchen, es gehe nicht um Eurochen und Centchen, sonden um Inhalte. Es gehe um die Frage, ob die CDU zu einem grundlegenden Politikwechselchen bereit sei. Dies wolle man jetzt in Sondierungsgesprächen klären.

Rüttgers sagte in einer kurzen Erklärung vor der Staatskanzlei: “Wir stehen für Gespräche zur Verfügung. Ich glaube, daß es auch eine sehr, sehr gute Chance gibt, stabile Verhältnisse zu schaffen.”

Ob diese Gespräche kostenlos zu haben sein werden, ließ Rüttgers offen. Kenner der Materie (Germanistenfuzzi) argwöhnen, daß wir alle einen hohen Preis dafür werden zahlen müssen.

Himmelfahrt 2010

München. – Margot Käßmann ist, kaum wieder da, wieder weg. Von den Ausdünstungen tausender Anhängerinnen und Anhänger, die sich um sie herum drängten, ward sie aufgehoben zusehends und eine Wolke aus heißer Luft nahm sie auf vor ihren Augen weg.

Am Tag zuvor noch hatte Käßmann ihr neues Buch vorgestellt, in der völlig überfüllten Messehalle fünf Brote und zwei Fische geteilt und die Presse in einen Aufruhr versetzt wie vor ihr zuletzt die Rolling Stones in Münster, 1965. Nein falsch, damals ging es vergleichsweise gesittet zu.

Als nächstes hatte Käßmann sich vierzig Tage lang in die Wüste zurückziehen und ihre Erfahrungen und Anfechtungen in einem Blog festhalten wollen. Im Herbst wäre sie in den USA erwartet worden, wo sie eine Gastdozentur an der Jimmy Swaggart Universität für charismatische Runderneuerung und Massenhysterisation hätte annehmen sollen.

Ob Gott ein Einsehen und Mitleid mit den Amerikanern hatte, oder ob, wenn sich die Begeisterungsschwaden des Münchner Kirchentages verzogen haben werden, Käßmann wieder runterfallen wird, ist nicht bekannt. Auch nicht bekannt ist, zu wessen Rechter sie momentan sitzt.

Bagatellkündigungen: Arbeitsgericht zieht Grenze bei 80 Cent

Ein Sportartikelhersteller aus Pfullingen kann seine Kündigung wg. 80 Cent nicht zur Teilnahme am Wettbewerb um die beste Bagatellkündigung 2010 einreichen. Das entschied das Arbeitsgericht Reutlingen.

Dem Urteil zufolge handelt es sich nur bei Kündigungen wg. Kleinigkeiten im Wert von maximal 79 Cent um Bagatellkündigungen im Sinne des Wettbewerbs. Bei Werten ab 80 Cent handele es sich hingegen um echte Kündigungen, deren Teilnahme am Wettbewerb ausgeschlossen sei.

Der Preis “Teewurst Caritas Eßt” war im Jahr 2009 von der Caritas Hannover gestiftet worden, um den Gedanken der Bagatellkündigung im öffentlichen Bewußtsein besser zu verankern, Unternehmen zur Anwendung zu ermutigen, und innovative Kündigungsbegründungen zu belobigen.

Die Firma aus Pfullingen hatte einem Angestellten fristlos gekündigt, nachdem der seine Lebensgefährtin in die Betriebskantine eingeladen und bei der Begleichung der Rechnung eine Wertmarke in Höhe besagter 80 Cent zum Einsatz gebracht hatte; eine Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses zwischen ihm und dem Arbeitgeber, die ihresgleichen unter der Sonne nicht hat, soviel gab das Gericht zu.

Bloß leider um einen Cent zu hoch.

Die Firma überlegt nun, den Nennwert der Marken um einen Cent zu senken, oder aber den Zuschuß an das betrügerische Angestelltenpack komplett zu streichen.

Nachtrag (12.5.2010): Das stimmt so nicht. Die Firma überlegt vielmehr, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen.

Pinkwarts Bedingungen für flotten Dreier

Pinky Pinkwart, der Zwerghahn von der FDP, hat seine beiden Hennen (SPD & Grüne) zu sich gerufen und ihnen mitgeteilt, was sie in einer Ehe mit ihm zu beachten haben, wenn anders sie von ihm getreten werden wollen.

Demnach gilt: Keine Gespräche mit der Linken! Um zehn Uhr Licht aus! Handy abgeben! Hände auf die Bettdecke! Gar nicht erst an die Linke denken!

Pinky wird morgens die Unterhosen kontrollieren, und wenn er irgendwelche Spuren darin findet, die darauf schließen lassen, daß sie von der Linken geträumt haben, dann setzt es was.

Der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen SPD, Michael Groschek, lobte Pinky für seine großzügige Haltung. Die SPD habe diesen Großmut nicht verdient, Groschek habe solchen Großmut nicht erwartet, Groschek sei Pinky dafür „sehr dankbar“.

Etwas zurechnungsfähiger zeigte sich die Spitzenkandidatin der Grünen, Sylvia Löhrmann. “Was ist denn Pinky, hmh? Was hat denn mein kleiner Gickel? Langweilst du dich? Willst du nicht in den Hof gehen und Würmer picken?”

“Schau mal, Mami hat jetzt grad gar keine Zeit, Mami muß Sondierungsgespräche führen und die Koalition vorbereiten. Sei ein braver Hahn und scharr ein bißchen im Sand. Du kannst auch krähen, wenn du möchtest.”

Regierungsbildung

Jürgen Rüttgers, der Roland Koch Nordrhein-Westpfahlens, hat es abgelehnt, Berichte des Käsdorfer Metropolitans (KM), nach denen er, Rüttgers, sich Sondierungsgespräche mit den anderen im neuen Landtag von NRW vertretenen Parteien mit je 20 000 Euro honorieren lassen will, zu dementieren.

Ein Sprecher der Staatskanzlei – “Staatskanzlei? Wie Staatskanzlei? Echt? Ist das hier die Staatskanzlei? Was? Nein, wieso, ich dachte, das hier wär die Parteizentrale? Was? Nicht Parteizentrale? Staatskanzlei?” – oder der Parteizentrale, ist ja egal, gab aber zu verstehen, daß Jürgen Rüttgers jederzeit zu einem privaten Treffen bereit sei, bei dem dann auch ein Dementi zum Gesamtpaket gehören könnte. Über die Einzelheiten – wann? wo? wieviel? – unterhalte man sich vielleicht besser unter vier Augen, und nicht gerade hier im Blog.

So wahr ihr Gott helfe

Mit einem Kuß auf das Pektorale des Bischofsvikars Jantzen, der während der Sedisvakanz die Geschäfte Gottes in Niedersachsen führt, hat sich die neue niedersächsische Integrationsministerin Aygül Özkan nach Niedersachsen integriert.

Frau Özkan hatte neulich dem Focus ein Interview gegeben, selbst schuld, und war daraufhin heftig kritisiert worden. Der gemeine Niedersachse, der gemeinhin etwa so fromm ist wie ein Rübenacker, kann sehr gemein werden, wenn einer, der nicht von hier ist, etwas gegen die Kirche sagt, in die den Niedersachsen keine zehn Kaltblütler gezogen kriegten, oder gegen deren Symbole, die er ohne Vorsagen nicht benennen könnte.

Er selbst darf das.

Schließlich war der Krakehl so laut, daß Jantzen nicht anders konnte, als den Kirchenbann gegen Özkan zu schleudern. Nach dem Konkordat zwischen der niedersächsischen Staatskirche und der CDU-Fraktion im Landtag, blieb Herzog Wulff nichts anderes übrig, als dem Inderdikt die Reichsacht hinzuzufügen.

Mit dem Kuß auf das Kreuz nahm Özkan die Kirchenbuße an. Sie bat die CDU-Fraktion im Landtag um Verzeihung, stiftete ein Kloster, verpflichtete sich zu Tributzahlungen von 30 Zentnern Silber im Jahr und durfte anschließend Ministerin werden.

Auf Leibstrafen und andere Gnadenmittel wurde mit Rücksicht auf das Ausland, in dem z.T. schon 21. Jahrhundert ist, verzichtet.

Gesundheitskarte

Die von Patienten sehnsüchtig erwartete Gesundheitskarte soll jetzt doch nicht kommen. Ärzte, Kliniken und Apotheker haben sich geeinigt, das Wunderkärtchen nur noch in einer stark abgespeckten Version einzuführen. Umstrittene Funktionen, wie automatische Platzreservierung im Wartezimmer, Analyse des Morgenurins, Abbuchung der Praxisgebühr, Blutwäsche und Stimulation des Herzmuskels sollen vorerst nicht implementiert werden. Gestrichen wird vor allen Dingen die von allen Marktteilnehmern als “Killer App” gebrandmarkte “Long Life”-Funktion, die bewirken sollte, daß der, der die Karte stets bei sich trägt, nie mehr krank wird.

Verzichtet wird weiterhin auf das “Elektronische Rezept” und die “Elektronische Patientenakte”, weil das Entwicklungskonsortium, ein Joint Venture aus Allem was da kreucht und fleucht, sich nicht in der Lage sieht, die Probleme mit der Sauklaue des behandelnden Arztes in den Griff zu kriegen. “Die Rezepte werden in Indien bearbeitet und müssen auf dem Weg dahin zweimal und auf dem Weg zurück zweimal übersetzt werden,” erklärt ein Sprecher des Konsortiums. “Was glauben Sie, was da letztlich in den Apotheken ankommt? Wir haben uns schon kaputt gelacht.”

Die elektronische Patientenakte könnte ganz entfallen, wenn Google seinen angekündigten Dienst “Google Health” aufgenommen hat. Google will dafür hauptsächlich Foren, Blogs und das Bestellverhalten in Online-Apotheken auswerten. “Das ist präziser als vieles, was in den Praxen vorliegt und dort nicht gelesen wird,” sagt ein Google-Sprecher, “Sie würden sich wundern.”

“Haben Sie Ihr Marcumar schon genommen?”

Socken

Google ortet auf seinen Photosafaris nicht nur WLANs, sondern hat auch ein hochempfindliches Instrumentarioum zur Dufterkennung und Duftcodierung an Bord. Mit den hierdurch gewonnenen Daten soll in Verbindung mit Google Maps und den WLAN-Daten eine einzigartige und bislang nicht vorstellbare Geruchskartierung der Welt vorgenommen werden.

Google, mittlerweile gewohnt, alles, was es tut, in der Öffentlichkeit verteidigen zu müssen, veröffentlichte gestern eine Rechtfertigung der Maßnahme, noch bevor diese an die Öffentlichkeit gelangt war. Eine Sprecherin von Google Deutschland, sagte, der Mehrwert etwa für einen Hauskäufer liege darin, daß er schon bei einer ersten Recherche im Internet feststellen könne, ob er seine zukünftigen Nachbarn riechen könne oder nicht.

Ein weiterer Vorteil betreffe ein ganz normales, täglich tausendfach auftretendes Ärgernis: den verschwundenen passenden Socken. Dieser könne künftig leicht über die erweiterte Google-Suche gefunden, und seine Position auf Google Maps angezeigt werden.

Im nächsten Schritt, so die Sprecherin, wolle Google Brillen und Autoschlüssel und – für Damen – auch Portemonaies kartieren, und damit die Suche nach häufig und schmerzlich vermißten Gegenständen komfortabler zu machen.

Lindas Rache

Käsdorf. – Auf einer Pressekonferenz im Pilgrimhaus hat Greenpeace heute die genveränderte Kartoffelsorte Nightshade Warrior vorgestellt. Sie ist als Widerstandskartoffel gedacht, und soll auf Äckern zum Einsatz kommen, auf denen sonst Amflora angebaut werden würde.

Amflora ist eine für den menschlichen Verzehr ungeeignete Kartoffel, die lediglich zu Machdemonstrationszwecken angebaut wird. Essen will sie niemand, die Schweine graust’s vor ihr; das einzige Produkt, was man aus ihnen herstellen kann, ist die Stärke, die man demonstriert, wenn man sie gegen den Willen und die Proteste der Nachbarn und besorgter Bürger im Freilandversuch anbaut.

Gegen diese patagonische Großgrundbesitzerkartoffel haben die Wissenschaftler bei Greenpeace die zapatistische Nightshade Warrior entwickelt. Auch sie eignet sich nicht zum Verzehr, d.h., sie würde dem, der sie etwa äße, schwer und aufstoßend im Magen liegen. Statt dessen verfügt sie über Fähigkeiten, die normalen Kartoffeln – aber auch den völlig aus der Art geschlagenen, wie jener Amflora – mit Gewalt nicht beizubiegen wären. So kann sie sich zum Beispiel im Acker festketten, Sitzblockaden und Kartoffelketten gegen Erntegeräte durchführen, Transparente an BASF-Schornsteinen anbringen, Taue von Treibnetzen kappen und friedlich im Hafen liegende französische Kriegsschiffe sprengen.

Angeboten wird sie in den Varianten fest-, vorwiegend fest-, sowie mehligkochend, und eignet sich damit sowohl als Wurfgeschoß, für Salate, als auch dazu, als Kartoffelbrei in die Tankstutzen feindlicher Traktoren geschmiert zu werden. Ihr Aussehen erinnert an den frühen Cohn-Bendit (rötliches Fleisch), bzw. den mittleren Joschka Fischer (weißfleischige Engerlingvariante).

Nashorn war Nashorn

Ein Sprecher des Augsburger Bistums hat energisch dementiert, daß es sich bei dem Nashorn, das am Samstag im Circus Krone alles kurz und klein getrampelt hat, um Bischof Mixa gehandelt habe. Der Käsdorfer Metropolitan (KM) hatte zuvor berichtet, daß Mixa, nachdem er sich auch noch mit Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten konfrontiert sieht, die Contenance verloren und Besucher des Zirkus’ in Angst und Schrecken versetzt habe.

“Langsam,” so der Sprecher zu dem erwähnten Pressebericht, “langsam ist es auch mal gut!”

Der Circus Krone hat mittlerweile bestätigt, daß es sich bei dem enragierten Tier tatsächlich um den Nashornbullen Tsavo gehandelt hat, dem man allerdings eine gewisse Ähnlichkeit mit Mixa nicht absprechen könne.

Nicht geklärt ist, ob es sich bei dem Schrobenhausener Stadtpfarrer, der in den 70er und 80er Jahren im Schrobenhausener Kinderheim Angst und Schrecken unter den Bewohnern verbreitete, ebenfalls um Tsavo gehandelt hat, der sich dort unter falschem Namen die Gelegenheit zu nashornhaftem Benehmen erschlich.

Was das Tier hat ausrasten lassen, ist ebenfalls unklar. Die Tierschutzorganisation Peta vermutet, daß die Ursache die seit dreißig Jahren andauernde Ehelosigkeit Tsavos ist. Irgendwann suche sich all das schöne Testosteron halt einen Weg an die frische Luft, und wehe dem, der ihm dann zwischen die Hufe gerate.

Häßliche Autos #35

Jürgen Rüttgers, preiswerter Ministerpräsident in Nordrhein-Westpfahlen und immer zu derben Streichen aufgelegt, hat seiner Herausforderin Hannelore Kraft einen derben Streich gespielt. Auf dem Platz, auf dem normalerweise Krafts Opel Insignia steht, stand plötzlich ein gepanzerter Audi A8. Rüttgers seiner, nämlich. Dann telefonierte er mit seinem Handy die Presse herbei und zeigte mit dem Finger auf sein eigenes Auto, wobei er sich über seine Konkurrentin lustig machte.

Die hatte nämlich extra einen Opel als Dienstwagen kommen lassen, um sich den Wählern als gute Landesmutter zu präsentieren, was auch ganz gut ankam, obwohl der Insignia gar nicht in Bochum gebaut wird. Und obwohl sich jeder, der in seiner Jugend noch einen Kapitän mit Weißwandreifen hat streicheln dürfen, vor Scham verkriechen möchte, wenn er auf einem solchen Blechhaufen den Opelblitz sehen muß. Da würde man ja beinahe den A8 vorziehen.

Aber nur beinahe.

Jedenfalls: so, wie Rüttgers sich das gedacht hat, geht es natürlich nicht. Kraft nahm den Streich sportlich und machte gute Miene zum bösen Spiel.

Hintenrum aber beauftragte sie ihren Stab, sich eine hübsche Retourkutsche auszudenken. Dort ist man sich allerdings nicht einig, was den größeren Imageschaden für Rüttgers anrichten würde: ein Phaeton auf seinem Stellplatz, oder ein Nokia Handy auf der Regierungsbank.

Schröder dementiert

Gerhard Schröder, Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream Aktiengesellschaft, vormals Kanzler der Bundesrepublik Deutschland und schon damals gewohnt, alles mögliche zu dementieren, hat dementiert, daß es sich bei der Geistlichen an seiner Seite, die den Gottesdienst anläßlich der Feierstunde zum Baubeginn der Ostsee-Pipeline im russischen Wyborg gehalten hat, um die frühere Bischöfin Käßmann handelt.

Das hatte auch niemand behauptet. Nun aber, da das Dementi einmal in der Welt ist, wird schon irgendwas dran sein. Spekulationen machen die Runde: wer war die Schöne, die da in Wyborg die Predigt hielt und die ersten versenkten Rohrstücke segnete?

Die unbekannte Predigerin hatte die Pipeline ein “Symbol der Verbundenheit” genannt, das unsere “zutiefst zerrissene Welt heilen” könne, und Gott dafür gedankt, daß “hier ein neues Miteinander in Freiheit” entstehe. Mit Blick auf die von der EU geplante Konkurrenzpipeline “Nabucco” hatte sie gesagt, es gebe “auch eine Ethik des Genug”, und vom Bau abgeraten.

Keine Erinnerung

Bischof Mixa hat nach eigenen Angaben keine Erinnerung an die Stöcke, mit dem er in den 70er und 80er Jahren damalige Bewohnerinnen des Schrobenhausener Kinderheimes geschlagen haben soll.

Dem Käsdorfer Metropolitan (KM) sagte Mixa: “Diese Stöcke können sich doch gar nicht mehr an mich erinnern.“ Auf die Frage, ob er selbst die Stöcke auf neuen Fotos in Zeitungen erkannt habe, fügte Mixa hinzu: “Ich erinnere mich auch nicht mehr an sie.“

Eine ehemalige Schwester des Kinderheims, die mittlerweile behutsam aus dem Dienst entfernt werden konnte, sagt dazu: “Das kennen wir, sich nicht erinnern können! Warte nur ab, bis der Herr Stadtpfarrer kommt, und dir sieben Streiche auf den Blanken zählt. Dann kommt die Erinnerung schon wieder.”

Bußgeld

Gegen ein Strafgeld von 185 Millionen Dollar ist die amerikanische Börsenaufsicht bereit, dem deutschen Autobauer Daimler die verdiente Strafe für vergangene Schmiergeldzahlungen zu erlassen. Wir wollen das nicht kommentieren, aber wir wollen doch folgendes festhalten:

1. Es ist Schmiergeld gezahlt worden.
2. 185 Millionen Dollar sind eine Menge Kohle.

Ad 1: Das erklärt natürlich einiges. Das erklärt sogar allerhand. Es erklärt zum Beispiel die Absatzzahlen der S-Klasse, wenn nicht deren gesamte Existenz, die wir bislang als im Zuständigkeitsbereich der GMFU (Gesellschaft zur Mehrung und Förderung des Unerklärlichen) angesiedelt gesehen haben. Es erklärt allerdings nicht den Phaeton, den A8 und die 7er-Reihe.

Ad 2: 185 Millionen Dollar sind, wie gesagt, ein Haufen Asche. 1 Prozent davon wären immer noch ein hübsches Häufchen. Hmh.

Hier der Vorschlag: für 1,85 Millionen Dollar, ach, kommen Sie, für zwei Millionen, runde Summe, sind wir bereit, zu vergessen, daß es den Phaeton, den A8 und die 7er-Reihe gibt. Und wenn wir auf der Straße einen sehen, kucken wir woanders hin – ja bitte? Sie sind einverstanden ? Nein? Was? – - – ? – - ? – - – - Ja, das stimmt. Das ist so.

(Wir wurden gerade gefragt, was der Phaeton eigentlich in der Aufzählung verloren habe. Ob wir Audi und BMW demütigen wollten?

Wir sagten, so sei es.)

Im Porzellanladen

Der Kurztrip nach Ankara war für Angela Merkel, die seinerzeit auch den Untergang Pompejis als Chance bezeichnet und den Blick nach vorn angemahnt hatte, ein Erfolg und von Erfolg gekrönt. Zum erstenmal habe sie davon gehört, daß die Türkei selbst das Wort von einer “privilegierten Partnerschaft” nicht positiv konnotiert. Sie sei selbstverständlich davon ausgegangen, daß die Türkei, die sich seit dem Jahr 2005 in Beitrittsverhandlungen mit der EU befindet, froh und glücklich sein würde, wenn man ihr verhandlungsbegleitend den Beitrittswunsch aus- und stattdessen eine “privilegierte Partnerschaft” einzureden versuche. Froh und glücklich. Nur deswegen habe sie der Türkei immer und immer wieder eine “privilegierte Partnerschaft” angeboten. Wenn sie ja nur geahnt hätte!

In ihren Augen sei die “privilegierte Partnerschaft” allerdings immer noch etwas Positives. Sie sei allerdings auch noch zur Dankbarkeit erzogen worden. Sie würde sich gefreut haben, wenn sie im abgelegten Abendkleid der großen Schwester nach Bayreuth gedurft hätte, und über die geplatzte Naht und den Fettfleck würde sie hinweggesehen haben. Und nach den Toiletten der anderen Mädchen würde sie nicht geschielt haben, sondern bescheiden und zufrieden mit dem gewesen sein, was sie hatte.

Und auch auf Staatenebene kenne sie es eigentlich nicht anders, als daß die Empfängerländer froh seien, wenn sie unsere gebrauchten Leopard 2 auftragen dürfen, denn die seien schließlich, wenn man sie einmal feucht ausbürstet, noch tadellos. Da werde auch nicht rumgemosert, nur weil das Nachbarland neuere und schönere Panzer hat. Da sei man froh und glücklich, daß man überhaupt Panzer bekommen habe, und zufrieden mit dem, was man habe. Jedenfalls, wenn man gut erzogen sei.

Wie auch immer. Um den Türken entgegen zu kommen, und mit Rücksicht auf deren möglicherweise verletzte Gefühle, habe sie Ministerpräsident Erdogan angeboten, sich dafür stark zu machen, daß in Berlin ein armenisches Gymnasium eingerichtet wird.

Only the Good Die Young

In einer Höhle in Sibirien haben Forscher den ausgestreckten Mittelfinger eines vor dreißigtausend Jahren gestorbenen Flegels entdeckt, und im Wissenschaftsblatt “Nescio” veröffentlicht. Analysen des Erbguts ergaben keine Verwandtschaft mit dem Neandertaler, dem Homo Sapiens oder Germanistenfuzzi.

“Es ist ein Stinkefinger, ob von der rechten oder linken Hand, ist schwer zu sagen,” sagt das Institut für anthropologischen Evolutionismus und Gottesleugnung in Käsdorf. “Leider können wir über das Aussehen seines Trägers nur spekulieren. Abgesehen davon, daß er Freimaurer war, das linke Bein nachzog und nicht rauchte, sondern Kautabaksaft in der Höhle verspuckte, weswegen er von allen anderen Bewohnern gehaßt wurde, wissen wir so gut wie nichts über ihn.”

Wahrscheinlich war er aber, der Mode jener Zeit entsprechend, ein Jäger. Oder ein Sammler. Oder ein Jäger und Sammler. Viele waren das damals, und dachten sich nichts dabei. Gut möglich aber auch, daß er ein Neoliberaler war und sich von Steuersenkungen ernährte. Das würde immerhin erklären, warum er in der Frühpubertät abkratzte.

Das Schicksal aller, die ihrer Zeit 30 000 Jahre voraus sind.

Koalitionsparteien kippen Anhörung zum Sponsoring im Bundestag

Union und FDP haben eine aktuelle Anhörung zu Sponsoring im Bundestag verhindert. Dem Vernehmen nach war der Preis, der für die Anwesenheit ihrer Politiker geboten worden war, nicht annähernd das, was sie sich vorgestellt hatten.

CDU, CSU und FDP setzten am Mittwoch mit ihrer Mehrheit durch, den Beschluss über die Anhörung im Innenausschuss von der Tagesordnung zu nehmen. Grünen-Innenpolitiker Wolfgang Wieland warf der Koalition daraufhin “jämmerliches und feiges” Verhalten vor. CDU Generalsekretär Gröhe, der Schänder des 8. Gebotes, widersprach dem nicht, sondern ergänzte lediglich: “Aber ein wirksames.”

Bischof Müller soll zum Reichsbischof ernannt werden

Wegen seiner Verdienste um den NS-Vergleich – die Frequenz verwendeter NS-Vergleiche war in letzter Zeit stark zurückgegangen und lag bei nur noch 55 000 Vergleichen pro Stunde im deutschprachigen Raum sowie der Schweiz – soll der Regensburger Bischof Müller zum Reichsbischof (“Reibi”) Müller ernannt werden.

Müller hatte die gegenwärtige Einstellung der verweichlichten Bevölkerung gegenüber der priesterlichen Fürsorge an ihrem männlichen Nachwuchs kritisiert. Früher seien die Eltern stolz gewesen, wenn sie dem Führer einen Sohn hätten schenken dürfern. Verweltlichung und Entmilitarisierung der Gesellschaft aber hätten es mit sich gebracht, daß die Knäblein von heute in Watte gepackt würden.

Wie 1941, so Müller weiter, sollten die Eltern lieber wieder froh und dankbar sein, wenn ihre Kinder, wie bei den bekanntgewordenen Fällen bei den Regensburger Domspatzen, frühzeitig mit dem Heiligen in Berührung gebracht würden.

Wegen gewisser Vorkommnisse bei den Regensburger Domspatzen war die Firma Apple dazu übergegangen, auf der Musikdownloadplattform iTunes die Produkte der Domspatzen mit der Warnung “explicit” zu versehen. Dazu Müller: “Ein Glanzstück des Bistums Regensburg soll in den Dreck gezogen werden.”

Wenn das Beispiel Schule machen und letztlich dazu führen würde, daß die Mitgliedschaft bei den Domspatzen erst ab 18 freigegeben wird, wäre damit niemandem gedient, dem Publikum nicht, den Knaben nicht, die dann wieder wie früher vor dem Stimmbruch kastriert werden müßten, und den Chorleitern schon gar nicht.

Sarrazin darf bleiben, aber

Thilo Sarrazin darf in der SPD bleiben, wird aber ein bißchen “entmannt” (W. Clement).

Dies sieht der Schiedsspruch der Landesschiedskommision der SPD in Berlin vor. Thilo Sarrazin darf demnach den Saloon zwar betreten, muß aber seine Testikel beim Wirt abgeben, der sie für ihn aufbewahrt und sie ihm erst dann wieder aushändigt, wenn Sarrazin den Saloon verläßt.

Auf diese Weise hofft die Schiedskommission, verhindern zu können, daß Sarrazin am Tresen – wie wiederholt geschehen – den Mann mit den dicken Eiern markiert. In einer Zeit, in der die SPD Wert darauf legt, sich den Wählern als Partei zu präsentieren, die man wieder wählen kann, kommen ihr die Sarrazinschen Wirtshauspöbeleien ungelegen.

Natürlich bleibt ein Restrisiko. Den Gang von der Schwingtür zum Tresen und zurück wird Sarrazin auch fürderhin bewaffnet zurücklegen dürfen. Eine kleine Rempelei, ein unbedachtes Wort, wie schnell ist da nicht ein Malheur passiert.

Wundere sich also niemand, wenn er auch in Zukunft auf Sarrazins Schleimspur ausglitscht.

The best laid schemes o’ mice an’ men

Bei Rewe gibt es jetzt zwei Plastikflaschenrücknahmeautomaten. Einen für uns andere, und einen für die, die zu panne sind, um a) Mehrwegflaschen zu kaufen und b) mit solch einem Automaten klarzukommen.

Soweit gut. Doch ach! die Welt ist unvollkommen. Jene glauben, es liege am Automaten, und probieren, ob es an unserem Automaten vielleicht besser geht.

Tut es natürlich nicht, und schon sind wir wieder da, wo wir gestartet waren: am Ende der Schlange vor dem (noch) funktionierenden Automaten, während der andere hupt und blinkt und den Eingriff eines zertifizierten Problem Managers anmahnt. Und während dieser irgendwo zwischen Trial und Error herumhantiert, verweigert Automat 2 die Mitarbeit unter Hinweis auf die fehlende Banderole, gravierende Restflüssigkeitsmengen, volles Laufband, falsche PIN oder Nichterreichbarkeit des Netzlaufwerkes komplett und verweist auf die kostenpflichtige Hotline …

… An’ lea’e us nought but grief an’ pain / For promised joy.

Die Wissenschaft hat mal wieder festgestellt. Aber dafür ist sie ja auch da.

“Amüsanter Versuch, verblüffende Resultate: Taucht man eine Hand in Eiswasser, kommt es zu Stressreaktionen. Danach sollten 50 Männer Fotos von nackten Frauen beurteilen. Sie bevorzugten andere Frauen als ungestresste Probanden.”

Auch wird berichtet, glaubhaft berichtet, daß Männer, denen man mit einem Zimmermannshammer rhythmisch auf den kleinen Zeh schlägt, weniger Interesse am “Spiegel” zeigen, als Männer, die seit drei Stunden in der VIP-Lounge auf den ICE nach Hintertupfing warten.

Der Streß ist nicht geringer. Trotzdem sind letztere bereit, sich um das einzige Exemplar zu hauen. Erstere hingegen sind ohne weiteres in der Lage, den, der sie auf einzelne, interessante Artikel hinzuweisen versucht, samt Spiegel die Treppe hinunter in die Plebs-Lounge zu werfen.

Schule ohne Mißbrauchsverdacht gerät unter Verdacht

Aus Sachsen wird von einer Zöglingsschule berichtet, in der es bis heute keinerlei Mißbrauch gegeben haben soll.

Fachleute halten das für unglaubhaft und äußerst verdächtig. Da könne was nicht stimmen.

Ein runder Tisch soll jetzt Klarheit in die Angelegenheit bringen. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger hat alle Beteiligten zur Kooperation mit den Justizbehörden aufgefordert.

Keine Internate und Klosterschulen mehr in der Nähe von Schulen und Kindergärten

Um dem immer stärker werdenden Ruf nach Maßnahmen – Verlängerung der Verjährungsfrist, Aufhebung der Verjährungsfrist, Runder Tisch, noch runderer Tisch – nachzukommen, haben Bund und Bischofskonferenz sich auf ein bißchen Minimalkonsens und Aktionismus geeinigt.

Fürs erste sollen Einrichtungen, in denen Pädagogen und Priester Umgang mit Jugendlichen haben, nicht mehr in unmittelbarer Nähe von Schulen, Kindergärten, Waisenhäusern, Fürsorgeheimen u. dgl. gebaut werden dürfen.

“Wir können das Milieu nicht austrocknen,” sagt Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, “aber wir können es in Reservate zurückdrängen. Und wir müssen es zurückdrängen. Wenn wir der Ausbreitung dieser Etablissements tatenlos zusehen, sind unsere Städte früher oder später nicht mehr zu kontrollieren.”

Schwager des Papstes beklagt Feindseligkeit

Der frühere Chorleiter der Regensburger Domspatzen, Georg Ratzinger (86), ein Schwager des Papstes, klagt in Zusammenhang mit jüngst bekannt gewordenen Missbrauchsfällen an Chorknaben über “Feindseligkeit der Kirche gegenüber.”

Die Priester und Chorleiter, die zu ihrem eigenen Entsetzen so schwer gefehlt hätten, hätten dies nicht aus weltlichen Gründen getan, sondern immer nur zum höheren Lobe Gottes. Dieser Aspekt gehe ihm in der feindseligen Debatte leider unter.

De Maiziere wählt sich eine neue Islamkonferenz

Weil die Teilnehmer der Islamkonferenz das Vertrauen ihres Innenministers verscherzt haben, hält Lothar de Maizière es für besser, die Konferenz aufzulösen und eine andere zu wählen.

Die Teilnehmer der bisher 30 Personen zählenden Runde aus Bund, Ländern, Gemeinden und Muslim-Vertretern werden weitgehend ausgetauscht. Beim nächsten Treffen am 17. Mai neu hinzukommen sollen Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und der nordrhein-westfälische Minister Armin Laschet (CDU) als derzeitiger Vorsitzender der Integrationsministerkonferenz. Zudem sollen die Oberbürgermeister von Nürnberg (CDU), Duisburg (CDU) und Göttingen (CDU) beteiligt werden – um ihnen Platz zu machen, müssen die Muslime (CDU) gehen. Lothar de Maizière (CDU) selbst wird durch Thomas de Maizière (CDU) ersetzt.

De Maizière räumte ein, dass er noch nicht genau wisse, wie man die Muslime nun, da sie nicht mehr dabei sind, einbinden könne, gibt aber der Hoffnung Ausdruck, mit den neuen Teilnehmern rascher zu Ergebnissen zu kommen. Bisher waren die Konferenzpapiere weitgehend im Allgemeinen geblieben. Konkret nannte de Maizière den schnellen Aufbau von Islamlehrstühlen zur Ausbildung heimischer Imame und Islamlehrer. Es sei “überhaupt nicht schön”, dass diese bisher meist aus dem Ausland gesandt werden, sagte er.

Vorerst sollen die Islamlehrstühle daher mit Christen (CDU) besetzt werden.

Es geht auch anders

Köln. – Ikea will jetzt auch in das Geschäft mit U-Bahnschächten einsteigen. Nach den Worten des Vertriebschefs für das Rheinland (linksrheinisch), TÜNNES, verspricht sich Ikea einen jährlichen Absatz von bis zu 100 Schächten im Jahr. Zielgruppe sind neben Köln vor allem junge Gemeinden mit schmalem Geldbeutel, die trotzdem auf eine U-Bahn nicht verzichten mögen.

Als Vertriebspartner habe man das gut eingeführte Familienunternehmen FLIESSAND gewonnen, das sich vor allem im Tagebau und durch großflächigen Abraum aller Dinge, die da im Wege sind, in der Branche einen Namen gemacht hat. Branchenkenner (Germanistenfuzzi) begrüßen Ikeas Einstieg in den deutschen U-Bahnmarkt. “Das eröffnet dem U-Bahnbau neue Chancen,” so Germanistenfuzzi, “panta rhei. Niemand kann zweimal in demselben U-Bahnschacht baden, denn weder ist er derselbe, der er war, noch gibt es eine Garantie dafür, daß der Schacht noch da ist.”

Weltweit sind bereits etwa 4000 U-Bahnschächte von Ikea im Einsatz, hauptsächlich in Skandinavien und Großbritannien. “Alles in allem mit gutem Erfolg,” sagt TÜNNES. Man dürfe nur nicht vergessen, nach drei Monaten alle Schrauben nachzuziehen.

“Sonst bricht Ihnen der ganze Bettel irgendwann zusammen.”

Ruck ging durch Deutschland

Unbemerkt von den meisten Deutschen ist am Samstag, dem 27. Februar 2010, gegen 19:26 ein Ruck durch Deutschland gegangen.

Deutschland spürte auf einmal, wie sein rechtes Knie zitterte, zuckte vielmehr, so, als wenn man kurz vorm Einschlafen auf eine Treppenstufe tritt, die nicht da ist. Das war’s aber auch schon. Deutschland streckte das Bein, zog es wieder an, pulte sich eine Schinkenfaser aus dem Gebiß und überlegte, ob noch genug Bier im Kühlschrank sei.

Nur das Gehirn von Roman Herzog bewegte sich einmal unruhig im Schlaf.

Teuerung gibt nach

Wiesbaden – Günstige Nahrungsmittel und sinkende Preise für Ministerpräsidenten haben die Teuerung in Deutschland im Februar deutlich gedämpft.

Die Verbraucherpreise stiegen binnen Jahresfrist nur noch um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Vergleich zum Januar stiegen die Preise im Februar um 0,2 Prozent. Im Januar hatte die jährliche Teuerungsrate mit 0,8 Prozent noch höher gelegen.

Der Preis für den sächsischen Ministerpräsidenten Tillich lag im Februar 2008 im Mittel nur noch bei 8000,- €, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Rüttgers kostet derzeit im Schnitt 0,- € (Vorjahresmonat: 20.000,- €) und wird somit unter Einstandspreis gehandelt.

Das Kartellamt ist informiert.

NRW-CDU will für Rüttgers’ Teilnahme an Ausschußsitzung 20.000 €

Die Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen wollen die Käuflichkeitsvorwürfe gegen Ministerpräsident Rüttgers nun vor den Landtag bringen. Die Landesregierung müsse vor dem Hauptausschuß des Parlaments darlegen, “ob wirklich ausgeschlossen ist”, dass Rüttgers gegen Bezahlung Gespräche mit Sponsoren geführt habe, sagte Fraktionschefin Sylvia Löhrmann am Montag im WDR-Hörfunk.

Die CDU-Fraktion stimmt dem Ansinnen “im Prinzip zu”, verlangt aber für die Teilnahme des MP 20.000 €. Die seien übrigens weder Honorar noch Aufwandsentschädigung, noch etwa verdeckte Parteispende noch Sponsoring, sondern Schmerzensgeld für erlittene Unbill.

Nach Ansicht der CDU-Fraktion ist es Rüttgers nicht zuzumuten, mit Leuten, die ihn der Käuflichkeit bezichtigen, an einer Sitzung teilzunehmen. Es sei denn für Geld.

Trinkfest und erdverwachsen

Mit gutem Beispiel voran in die Fastenzeitaktion “7 Wochen ohne” fährt die hannoversche Erzbischöfin Käßmann. Sie verzichtet in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag auf ihren Führerschein. Exzellenz Käsmann war den Bütteln des niedersächsischen Innenministers Schünemann am Samstag abend mit einskommanochwas Promille in die Falle gegangen.

“Brav”, kommentiert Pfarrer Beffchen die Tapferkeit seiner Chefin, “eine von uns!”

“Wir Landpfarrer kennen die Nöte unseres Volkes. Wir wohnen in einem weiten Land, und der Durst ist groß. Weit ist es von der Disko nach Hause, wenn die Straßengräben näher kommen und das Schädelweh sich auf uns senkt.”

“Wahrscheinlich war die Bischöfin auf dem Weg zu einem Rühreiessen, wie unsere jungen Leute das nachts gerne machen. Nur daß wir sicher sein können, daß der Dorfsheriff in seiner Kneipe hockt, anstatt Streife zu fahren und Unheil zu hecken.”

“Wir haben uns immer einen Bischof gewünscht, der seinen Mann am Weinfaß steht und keine Scheu vor Weiberröcken hat. – Den haben wir nun. Mit einer solchen Bischöfin an der Seite hätte Herzog Widukind sich nicht taufen lassen.”

Rüttgers zu teuer

Wegen grotesk überzogener Preisvorstellungen muß der Generalsekretär der nordrhein-westfälischen CDU seinen Hut (79,- €) nehmen. Der arme Mann (184,- €) hatte versucht, seinen Parteivorsitzenden (20.000,- €) auf dem kommenden Parteitag (1,3 Mio. €) stundenweise an interessierte Unternehmer – “oder auch Hartzies, wir sind hier für Gleichheit” – zu vermieten.

Die bürgerliche Presse findet das zu teuer. “Das ist der Kommunist nicht wert,” lautet der Tenor, “ja, wenn es Westerwelle wäre …”

Der (700.000,- €) hat unterdes gefordert, die Steuer auf Politiker (19%) zu senken (7%), damit auch der ganz normale Haushalt einer Kellnerin (1.400,- €) mit zwei Kindern (368,- €) usw. usw.

Man werde in Deutschland ja wohl noch sagen dürfen, daß, so Westerwelle.

Schäuble lehnt Hartz-IV-Anhebung ab

Finanzminister Pankratius Schäuble hat darauf hingewiesen, daß das Bundesverfassungsgericht eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze mit seinem Urteil untersagt hat. Das ergebe sich zwingend aus der Tatsache, das das Gericht nicht explizit festgestellt hat, daß die Sätze zu niedrig seien.

Weiter gehe aus dem Urteil hervor, daß die Erde eine Scheibe sei, wenn es anders wäre, würde das BVG das ausdrücklich festgestellt haben. Was das Gericht auch nicht ausdrücklich festgestellt habe, sei, daß er, Schäuble, alle Tassen im Schrank habe.

Der Auftrag des Gerichts an die Politik sei es vielmehr, die Menschenwürde so zu redefinieren, daß sie dem Bundeshaushalt nicht entgegenstehe.

Turbo-Konfirmand

Jakob, der schnellste Konfirmand Niedersachsens, hat bereits jetzt, zwei Monate vor dem Finish, 400 Stempel auf seinem Gottesdienstbesuchskärtchen. Für seine Konkurrentin Anna-Lena (279 Stempel) dürfte er kaum noch einzuholen sein.

Jakob wird damit zwar den Rekord des Strebers Gröhe von 1975 – 517 Stempel in zwei Jahren und Kreisvorsitzender der jungen Union – nicht gefährden, sich aber gleichwohl für höhere und höchste Aufgaben in der Politik (vgl. Rühe, Hinze, Pofalla) empfehlen.

Raider heiratet Twix

Die Blonde mit den gebügelten Haaren, die bislang Köhler hieß, hat geheiratet und heißt jetzt ausgerechnet Schröder.

Manche Leute haben ja anscheinend überhaupt keinen Ehrgeiz.

Besser nicht kaufen

Die Schutzvereinigung der deutschen Steuerhinterzieher (SDS) hat die Bundesregierung davor gewarnt, eine CD mit Daten von 1.500 Steuerhinterziehern zu kaufen, die ein Informant der Steuerfahndung in Wuppertal angeboten haben soll. Möglicherweise sei auf der CD ein Trojaner versteckt, wahrscheinlich sogar. Mit ziemlicher Sicherheit. Der würde sich dann unbemerkt auf dem Computer der Bundesregierung einnisten, und eines Nachts, wenn alles schliefe, würden sich Odysseus, Menelaos, Philoktetes und die anderen heimlich abseilen, die Bundesregierung im Schlaf erwürgen, alles in Brand setzen und auf den Straßen erschlagen, wen sie fänden.

Das sei es nicht wert.

Außerdem sei die CD mit hoher Wahrscheinlichkeit Diebesgut. “Das ist, als wenn sie einem Fuchs eine Gans abkaufen,” sagt CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs. “Da können Sie auch ziemlich sicher sein, daß die nicht freiwillig mit ihm gegangen ist.”

Gericht stärkt Arschlöchern den Rücken

Käsdorf. – Das Oberverwaltungsgericht hat festgestellt, daß die Arschlöcher aus formalen Gründen recht haben. Die Arschlöcher hatten dagegen geklagt, daß die Regierung ihnen verbieten wollte, sich wie die Arschlöcher zu benehmen. Jetzt gab ihnen das Gericht insofern recht, als daß sie damals hätten gefragt werden müssen.

Das ist aber nicht geschehen, woraufhin die Arschlöcher das Gericht angerufen hatten.

Während wir normalen Menschen nur den Kopf schütteln, frohlocken die Arschlöcher und geben zu Protokoll, sich ab sofort wieder wie die Arschlöcher benehmen zu wollen. Die Regierung bedauert das. Allgemein hatte man aber damit gerechnet.

KBW kauft Saab

“Aus alter Anhänglichkeit.” – Der Kommunistische Bund Westdeutschland (KBW), der sich 1985 als politische Gruppierung aufgelöst hat, um “in die Wirtschaft zu gehen”, hat sich nach Informationen des Käsdorfer Metropolitan (KM) schon Ende letzten Jahres reinstitutionalisiert, um als potenter Player in den Bieterkampf um den schwedischen Autohersteller Saab einzugreifen.

“Nicht in den Kampf eingreifen, ihn gewinnen!” korrigiert Joscha Schmierer, früher Generalsekretär des ZK, heute
irgendwas mit Medien, bald schon CEO in Trollhättan, mit Chauffeuren, Sekretärinnen satt, Firmenjet und eigener Armee. Nein, eigene Armee ist wahrscheinlich übertrieben. Obwohl …

Möglich wurde der Deal, weil die ehemaligen Genossen in der Zwischenzeit und guten Positionen jede Menge Staatsknete abgegriffen und, wie in alten Zeiten, alle zusammengelegt haben. Wie in alten Zeiten klingt auch die Presseerklärung, die der KM abdruckte:

“Durch seinen langanhaltenden Bieterkampf gegen den Formel-I-Imperialismus des Bernie Ecclestone, der durch den Sieg vom 27. Januar gekrönt wurde, hat der Kommunistische Bund Westdeutschland bereits große Beiträge zur Sache der internationalen Arbeiterklasse und der Völker der Welt geleistet. Durch ihren langen Widerstandskrieg gegen die Zerschlagung der Firma Saab durch den GM-Imperialismus und durch ihre Erfolge beim Erhalt des Standortes und beim Aufbau des Sozialismus in Trollhättan leistet die Belegschaft von Saab einen entscheidenden Beitrag für die Sache der internationalen Arbeiterklasse und der Völker der Welt. Durch diesen Kampf verteidigt sie ihre wirtschaftliche Existenz, ihr Land und ihre Unabhängigkeit. Dieser Kampf durchkreuzt das weitere Vordringen des US-Imperialismus und seiner westeuropäischen Marionetten in Skandinavien und verteidigt damit auch die Unabhängigkeit der Völker Europas und der Welt.”

Bahn verbessert Pünktlichkeit

2009 ist es der Bahn gelungen, die Pünklichkeit auf den Anzeigetafeln deutlich zu verbessern. 45,3% aller Verspätungsanzeigen konnten im Jahresmittel mit den tatsächlichen Zugverspätungen Schritt halten.
Bislang war es so, daß auf vielen Tafeln auch dann noch “ca. 10min” stand, wenn der Zug bereits 25 Minuten überfällig war. Dieser Wert konnte jetzt erstmalig unter 55% gedrückt werden.

Für 2010 strebt Die Bahn ein Ergebnis von unter 50% an.

Aussteigerprogramm für FDP-Mitglieder beschlossen

Die Blonde mit den gebügelten Haaren macht jetzt Ernst: Aussteigerprogramme soll es nicht länger nur für Rechtsextreme, sondern für Extremismus jeder Art geben.
Mit der FDP wurde jetzt ein Pilotprojekt gestartet. Die hierbei gesammelten Erfahrungen sollen in zukünftige Anti-Extremismus-Projekte einfließen.

“Es gibt keinen guten Extremismus,” bekräftigte Köhler. Dann entschuldigte sie sich, sie wolle sich kurz die Frisur aufbügeln lassen.

Kyrill I. warnt vor Unmoral

Der russich-orthodoxe Patriarch Kyrill I., der sich nicht zufällig den Namen eines berühmten Sturms gegeben hat, hat es als Zeichen zunehmender Unmoral in der westlichen Gesellschaft gewertet, daß immer mehr Menschen als Frauen geboren werden. Frauen seien, so der Patriarch, eine Gefahr für die Moral einer jeden Gesellschaft.
“Weile nicht in der Gesellschaft der Weiber, ” rief der Patriarch den Gläubigen zu, “denn aus den Kleidern kommen Motten, und die Bosheit des Mannes kommt vom Weibe.”

Die anwesenden Damen applaudierten.

Frankreich erwägt Steinigung für Burka-Trägerinnen

Eine französische Parlamentskommission hat empfohlen, das Tragen von Burkas in der Öffentlichkeit zu untersagen. Unklar ist bislang, was mit den Frauen passieren soll, die sich an dieses Verbot nicht halten.

Eine weitere Kommission soll jetzt untersuchen, ob Steinigung eine Möglichkeit wäre, dem Verbot Nachdruck zu verschaffen.

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