Vergiftetes Kompromißangebot

Die SPD hat Ursula v. d. Leyen mitgeteilt, daß sie bereit ist, das Bildungspaket v.d. Leyens unter der Voraussetzung mitzutragen, daß es auf die CDU/CSU-Abgeordneten in Bund und Ländern ausgedehnt wird.

Streng genommen war es zwar nicht die SPD, sondern Germanistenfuzzi, aber das spielt ja wohl keine große Rolle. Germanistenfuzzi hat in seiner Email an v.d. Leyen den (falschen) Absender SPD angegeben, damit v.d. Leyen glaubt, daß die Mail von der SPD kommt, “wenn du verstehst, wie ich das meine: Ich schreibe: ‘Viele Grüße, nein: viele Grüsse, immer die Ihre, SPD’, und sie liest ‘immer die Ihre, SPD’, und denkt dann, das kommt von der SPD. Denke ich mir jedenfalls, daß sie das denkt.” (Germanistenfuzzi)

Seiner Ansicht nach sei es höchst wünschenswert und klug, den Parlamentariern Gelegenheit zu geben, ihre persönlichen Defizite aufzuarbeiten. 120 Euro pro Nase pro Jahr sollten dem Steuerzahler dafür nicht zuviel sein.

Natürlich dürfe man keine Wunder erwarten, und man könne auch nicht in jedem Fall davon ausgehen, ein Return on Investment zu sehen. Wenn im Jahr 2013 ein Großteil der FDP-Abgeordneten den Bundestag wieder verlasse, würde der ganz selbstverständlich die ihm zuteil gewordene Bildung mitnehmen und der Steuerzahler hätte nichts mehr davon. Deswegen erwähne er in seinem Vorschlag auch nur die CDU-/CSU-Abgeordneten und lasse die FDP außen vor. Aber – klar – wenn da Nachfragen kommen sollten, sei er natürlich kompromißbereit.

Trotzdem, bei dem einen (Hermann) oder anderen (Gröhe) werde Hopfen, Malz, und würden die 10 Euro pro Monat verloren sein. Die Gaben seien nun einmal unterschiedlich verteilt. Dennoch: wenn – etwa – im Jahr 2015 der eine oder die andere Abgeordnete in der Lage wäre, auf Befragen und nach einigem Nachdenken zu den Begriffen Marx, klassenlose Gesellschaft, Kommunismus, real existierender Sozialismus, Diktatur, Diktatur mit Planwirtschaft, Diktatur mit Marktwirtschaft, Freiheit und Sweatshops, Mauer und Stacheldraht, Anspruch und Wirklichkeit, Lenin und Stalin, Schröder und Putin, Sacharow und Chodorkowski, Kohl und Pinkel, Tünnes und Schäl sagen könnte:

“Ja, ich erinnere mich. Irgendwas war da – ? – Richtig: Alles hing irgendwie im Innern mit Allem zusammen, ich hab’ aber vergessen, wie. Ist ja aber auch schon lange her. Ich weiß bloß noch, daß die Suche nach einer Besseren Welt und die Diskussion von Wegen, die dahin führen könnten, nicht von vornherein verfassungsfeindlich sind. Vielleicht sind sie nicht verfassungsfeindlich, vielleicht doch. Aber sie sind nicht schon deshalb verfassungsfeindlich, weil Dobrindt es nicht besser weiß.”

“Was ich noch weiß, ist, wie unser Dozent, wie hieß er gleich – Germanistenfuzzi? Ich glaube … – wie der damals fragte, ob wir denn auch der Meinung seien, daß die Colonia Dignidad etwa das Urchristentum diskreditiere, und wir alle: Häh? Die was das was?”

“Charmanter Mann, wenn ich mich recht erinnere, der Dozent. Hübscher Bengel.”

Germanistenfuzzi legt Wert auf die Feststellung, daß Vorstehendes nicht hierher gehört und nicht zur Veröffentlichung bestimmt ist. Und daß er mit seinem Vorstoß keinerlei persönliche Interessen verfolgt oder gar Vorteile herauszuschinden und abzugreifen versucht.

Er wisse gar nicht, wie man immer auf diese Ideen komme.

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