Häppchen

Größe

Das Leben in einem Flächenstaat wie Montana, Wisconsin oder eben Niedersachsen, sagt Germanistenfuzzi, habe unüberhörbare Vorteile, jedenfalls im Vergleich zum Leben in Einwohnerstaaten wie Singapur, Hongkong oder Berlin, denn anders als der gemeine Einwohner, halte die Fläche – darin der Gegend verwandt – verschärft die Klappe.

Selbst in Zeiten wie diesen, wo es eigentlich viel zu erzählen gebe, von Verwehungen, hungerndem Viechzeug im Schnee, Tauwetter, Bussarden, oberirdischen Mausgängen, Hochwasserläufen, Seidenreihern auf Äckern, liege die Fläche stumm und bräsig in der Gegend herum, wie nur je ein Niedersachse, und lasse sich alles aus der Nase ziehen.

Das Schweigen der Gegend habe vor allem den Vorteil, daß mehr Platz für ihn da sei, Reden zu schwingen und Kommentare zu geben. Sein Gang des Morgens führe ihn bisweilen an einer unansehnlichen Kopfweide vorbei, die er für sich ‘Thilo’ getauft habe, und die er im Vorübergehen anherrsche: “Schweig, Kanaille!”, welcher Aufforderung der Baum, anders als sein Namenspate, mit Gelassenheit, respektheischender Würde und Grandesse nachkomme.

Leben geht weiter

Wie Anna-Lena berichtet, ist Opa heute morgen ohne Zähne aus dem Haus gegangen. Bemerkt wurde der Skandal bei Rewe, wo Opa sich am Brotstand bezüglich seines Wunsches nach einer Tüte Brötchen nicht verständlich machen konnte. Nach drei Versuchen gab die Bäckersfrau auf und drückte Opa, wie jeden Morgen, eine Tüte Brötchen in die Hand.

Gefragt, ob sie denn glaube, daß das Leben trotzdem weitergehe, antwortete Anna-Lena: “Das weiß ich nicht.”

Spanien: Schlaf der Vernunft gebiert kleinen Jungen

4321 Gramm schwer und alles dran. Ein Trumm, aber die Eltern sind selig. Vorerst benimmt er sich noch recht unvernünftig, indem er viel trinkt, praktisch ununterbrochen schläft und wenig Sport treibt. Nächste Woche wird er getauft, auf die Namen Carlos Teodoro María Nicolás Juan Iago Filipo Francisco José Silvestre de Monstruo.

Man erwartet, daß er sich, wenn er erst laufen und überall dran kann, als ein rechtes Ungeheuer entpuppen wird.

Loslassen

Germanistenfuzzi bedauert, daß er sich von der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 2011 so früh hat trennen müssen. Er wäre gern länger mit ihr zusammengeblieben, aber gegen 9 Uhr seien die Gemeinsamkeiten aufgebraucht gewesen.

“Alles weitere erschiene mir aufgesetzt,” sagte Germanistenfuzzi gähnend zu seinem Spiegel. Da sei zwar noch was, aber eine Verlängerung wäre nur noch Fassade. Verantwortung heiße auch, zu wissen, wann es vorbei sei.

“Man muß auch loslassen können,” sprach Germanistenfuzzi und schritt zum Wasserkocher.

Kinderlärm kein Kriegsgrund

Die Bundesregierung will dem Vorschlag des Verteidigungsministers zu Guttenberg, außer wirtschaftlichen Gründen wie Konkurrenz um Rohstoffe, Störung von Handelswegen durch Anrainerstaaten oder allgemeinem Nichtspurenwollen auch Kindergeschrei als Rechtfertigung der Invasion souveräner Staaten durch die Nato anzuerkennen, nicht folgen.

Stattdessen soll das Bundesimmissionsschutzgesetz dahingehend geändert werden, daß die Lärmemissionen von Kindern künftig nicht mehr als Immission und nicht mehr als Lärm bezeichnet werden sollen dürfen.

Die Entscheidung wurde von Kindertagesstätten allerorten mit Verdoppelung der Lärmemission – um Vergebung: mit Verdoppelung der unter besonderem Toleranzgebot der Gesellschaft stehenden Geräuscheinwirkungen, sprich: lauten Jubel – begrüßt. Zu Guttenberg kündigte eine Gesetzesvorlage an, nach der Fehlentscheidungen von Kabinettskollegen künftig als Kriegsgrund gelten sollen.

Kirche klammert

Pfarrer sei für sie der schönste Beruf nach Papst und SPD-Vorsitz, sagte die Bochumer Gast-Professorin Käßmann den Bochumer Gast-Hörern bei ihrer Bochumer Gast-Antrittsvorlesung. Nirgends sonst sei man so nah bei den Menschen.

Die Interessengemeinschaft der Männer, die Nähe nicht zulassen können (MdNnzk) kündigte daraufhin den kollektiven Kirchenaustritt ihrer Mitglieder an. Der Arbeitskreis PastorInnen, die Schwierigkeiten haben, loszulassen (PdShl) bedauerte den Schritt.

Der Zugchef des überfüllten Regionalexpreß von Hannover nach Norddeich Mole, der sporadisch die Fans des HSV nach Bremen und die Fans von Werder nach Hannover begleitet, bezweifelte gegenüber dem Käsdorfer Metropolitan (KM), daß die Gast-Professorin es in puncto Nähe zu den Menschen mit ihm aufnehmen kann.

AWD vs. ARD

Nach ein paar einstweiligen Verfügungen steht es vorübergehend unentschieden. Der Streit ist aber noch nicht vorbei.

Die Ergebnisse im Einzelnen: Die ARD darf nicht mehr behaupten, der AWD habe ungezählte Rentner um ihre Ersparnisse gebracht, der AWD verzichtet im Gegenzug darauf, zu behaupten, die ARD habe mit Ausstrahlung des Films: Der Widerling und die Politik ungezählte Fernsehzuschauer um ihren Mittwochabend gebracht. Außerdem stellt das Gericht fest, daß “dieser eitle Typ, der da immer im Bild war, nicht der mit dem Hemd, der andere, der mit dem Bart,” daß der “auch nicht viel sympatischer” ist, als der mit dem Hemd, “eigentlich kaum, wenn nicht gar nicht.”

Außerdem wird der ARD untersagt, zu verbreiten, Veronika Ferres und Carsten Maschmeyer seien (auf Erden) genug miteinander gestraft, die Stadt Hannover mit dem Herrn Maschmeyer sowieso, die SPD mit Herrn Schröder, das deutsche Volk mit Herrn Wulff, Herr Riester mit seinem Gesicht, und Herr Rürup mit seinem ‘kranken Gehirn’. Die ARD hält dagegen, nichts dergleichen habe man gesagt.

Das Gericht: umso besser. Dann falle der Verzicht auf eine Wiederholung nicht so schwer.

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