Würde

Die von Bundesverteidigungskaiser Guttenberg eingesetzte Enquete-Kommission zur Frage Sind die Menschenrechte angesichts der gewachsenen Aufgaben Deutschlands im internationalen Beziehungsgeflecht, angesichts von Globalisierung hie und Guttenberg da und im fahlen Lichte sich geändert habender Wertvorstellungen (Stichwort Facebook, Stichwort Dschungelcamp), sind die Menschenrechte, so fragen wir daher, sind die Menschenrechte überhaupt noch applikabel? Ist das praktikabel? Und gilt das auch für die Bundeswehr? Galten sie da je? Die Menschenrechte? Und wenn wir das diskussionshalber mal bejahen, gilt das dann auch für die Marine? hat ihren Bericht vorgelegt.

Darin schlägt sie vor, den starren Artikel 1 des GG zu deregulieren, ihn flexibler zu machen, moderner, liberaler und den Bedürfnissen der modernen Welt besser anzupassen, der modernen Welt, die deregulierter ist, flexibler, moderner und liberaler als die Welt des Müllers von Sanssouci. Sanssouci, pah! Müller! Wie verstaubt ist das denn?

Und dies sind die Vorschläge im Einzelnen. Wir fangen an mit der Präambel.

Präambel:

Es ist leider so, daß in dieser komplizierter werdenden Welt die einfachen Lösungen nicht mehr greifen, bzw., sie greifen schon noch, aber sie greifen ins Leere. Sie greifen vielleicht, aber sie greifen zu kurz. Sie fühlen ihren Gegenstand zwischen den Furtfingern, aber er flitscht ihnen weg. So wie die Würde des Menschen: mit einfachen Lösungen, mit einem Einzelartikel ist ihr praktisch nicht mehr beizukommen. Da flutscht sie davon. Machen Sie sich daher darauf gefaßt, daß es komplizierter wird, als es bislang ausgesehen hat.

Artikel 1:

Die Würde des Menschen ist Teil seiner allgemeinen Lebenszusammenhänge und in diese verwoben. Nehmen wir nur den Soldaten. Dem Soldaten ist ein Dienstgrad gewachsen, an dessen Umfang, Länge, Steifigkeit und Zippelzahl man die ihm zustehende Würde abgreifen kann. Je mehr Zippel, desto würdiger.

Der Dienstgrad eines Soldaten ist unantastbar. Ihn zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Niemand kann gegen seinen Willen dazu gezwungen werden, Seekadetten mitzuteilen, daß das ‘Aufentern’ freiwillig ist. Das Nähere regelt die Tradition.

Die Würde des Kadetten kann angetastet werden. Über Möglichkeiten und best practices unterrichtet die Pißpottpresse.

Es gibt zwei grundsätzlich voneinander unterscheidbare Würden: die Offizierswürde und die Mannschaftswürde. Daneben gibt es theoretisch auch noch die Kaiserwürde, aber seine Majestät sind exemt.

Das Antasten der Würde eines unantastbar Würdigen durch einen antastbar Unwürdigen wird mit sofortiger Antastung der antastbaren Würde des Unwürdigen nicht unter zwei Monaten geahndet. Hilft das nicht, wird er mit Schimpf entlassen, und seine Würde der Pißpottpresse zum special handling übergeben.

Wird die Würde eines Mannschaftswürdenträgers / einer Mannschaftswürdenträgerin durch sexuelle Übergriffe seitens eines oder mehrerer Offizierswürdenträger angetastet, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, nicht allzu viel Theater darum zu machen.

Was heißt schon ‘bizarre Rituale’? Lassen wir doch den Ritualen ihr bißchen Bizarrität, und der Bizarrität ihre Rituale!

Es geziemt sich nicht, bei abgenommenem Telefonhörer von minderwertigem Menschenmaterial zu sprechen. Das heißt ‘inferiore Humanressourcen’ oder ‘subprime cadets’ und klingt gleich ganz anders.

Es ziemt sich aber auch nicht, daß der Gegenspieler seiner Majestät des Verteidigungsministers sich ausgerechnet den Namen ‘Königshaus’ gibt. Was soll das sein, Verhohnepipelung?

Majestät sollten die Schweizergarde anweisen, dem Herrn mal eine Einführung ins Spindkegeln zu geben.

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