R.O.T.S.P.O.N. – Der volle Kanal

Die Irrtümer der Guttenberg-Gegner

10 Grad über null, noch ist nicht Frühling, aber die Schneeglöckchen starten durch, und hier und da ist in der Luft eine Anmutung von Lüftchen zu spüren, wie die ersten Fransen des blauen Bandes, das uns in drei Wochen hoffentlich um die scheuen Ohren flattern wird. Eben zog ein Kranichkeil von SW nach ONO. Es ist eine Lust, an der Luft zu sein.

Es wäre. Hier sitze ich in dumpfer Stube und muß Frondienst leisten. Draußen aber zerspant einer die Union, daß einem das Herz im Leibe lacht. Ach, wer da mitspanen könnte!

Ich kann es nicht. Darf mich nicht freuen, wo die anderen lachen. Muß ihnen nachweisen, daß sie irren. Sie, nicht ich.

Da fühl ich mich so müd.

Der Linke hat es gut, zurzeit. Braucht selber nichts zu tun. Muß nur die Pantoffeln hoch legen, das Internet einzuschalten, die Däumchen über dem Wanst falten, und der Dinge harren, die da unweigerlich kommen.

Nur ich – gähn – ! – Wohlan es sei. Auch große Texte beginnen mit einem ersten Satz. Macht da vorne mal ein bißchen Platz, hier kommt armes Scherpa. Armes Scherpa muß da durch.

Mit dem Fall Guttenberg droht nun angeblich der bürgerlichen Wertewelt irreparabler Schaden. Dabei übersehen die Kritiker, dass der Umgang des Freiherren mit den Wissenschaftsstandards typisch für die laxe Art des Adels ist – und gerade nicht fürs Bürgertum.

Weswegen es auch kein Schade für die Bürgerliche Gesellschaft sein kann, wenn die Bürgerliche Gesellschaft, anstatt den Adel zum Teufel zu jagen, sagt, ‘Tja, so isser, der Adel, da macht man nix.’ Rührend.

Rührend?

Es ist immer wieder rührend mit anzusehen, wenn sich Menschen, die einst schon den Verzicht auf ein Deo und das “Sie” in der Anrede als revolutionäre Tat feierten, Sorgen um die Erosion bürgerlicher Verkehrsformen machen.

Menschen, die den Verzicht auf ein Deo feierten? Das sind mir die richtigen. Jeder weiß, daß der Verzicht auf Deodorant ein Stigma ist, und zwar derjenigen, welche kleinen Mädchen das Deo wegnehmen, bzw. wer kein Deo benutzt, der nimmt auch kleinen Mädchen das Butterbrot weg, und wessen Deo versagt, bei dem bleibt es nicht beim Butterbrot. Nie würde Louis XIV auf sein Deo verzichtet haben; dazu empfand er viel zu bürgerlich. Wie Mark Twain einst sagte: “Ich will nicht soweit gehen, zu behaupten, er habe sich gewaschen, aber auf sein Deo verzichtet hätte er nicht.”

Überall herrscht jetzt großes Händeringen, je weiter man nach links blickt, desto ringender. Der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin sieht “Sitte und Anstand” in Deutschland gefährdet und das “Vertrauen in die Institutionen des Landes” erschüttert, die Vertreter der Linkspartei beklagen den Verfall der “politischen Kultur in Deutschland”, die SPD glaubt das Land bereits auf dem Weg in “eine andere Republik”.

Gestern sprach ich mit Gero und bat ihn, doch einmal bitte die Hände zu ringen, und Sitte und Anstand gefährdet zu sehen, sich das Vertrauen in die Institutionen des Landes erschüttern zu lassen, den Verfall der politischen Kultur in Deutschland zu beklagen und das Land auf dem Weg in eine andere Republik zu sehen, damit ich mal sehen könne, wie das sei und ob man das so schreiben könne. Er meinte, Sitte und Anstand seien in Deutschland nicht stärker gefährdet, als an jedem anderen Montag, wenn der Spiegel erscheint, den Niedergang der politischen Kultur beklage er in der Tat, und zwar dann, wenn er das dilettantische Vorgehen der innerparlamentarischen Opposition ansehe, aber das müsse er ja nicht, er könne die Augen ja mit den Händen bedecken. Sein Vertrauen in die Institutionen sei mäßig und stets von Vorsicht begleitet, und ringen werde er die Hände schon deshalb nicht, weil er sie brauche, um sie vor dem Fernseher auf dem Bauch zu falten und die Daumen umeinander kreisen zu lassen.

Was ist passiert? Hat die Bundeskanzlerin für den Tag ihres Ausscheidens einen Vertrag mit dem Kremlkonzern Gazprom geschlossen? Ist ihr Mann in den Aufsichtsrat eines großen Unternehmens berufen worden, obwohl er eingestandenermaßen nichts von Wirtschaft versteht? Nein, der Bundesminister der Verteidigung, Karl-Theodor zu Guttenberg, hat sich bei der Abfassung seiner Doktorarbeit zu freigebig aus den Arbeiten anderer Leute bedient. Eine unverzeihliche Schlamperei bei den Fußnoten – und schon droht den “Fundamentalwerten einer bürgerlichen Gesellschaft” irreparabler Schaden, wie die Opposition nun barmt.

Gero zuckt dazu nur mit den Schultern. Die bürgerliche Gesellschaft, meint er, werde sich schon wieder berappeln. Wichtig sei es, daß der Sonnyboy der Bundesregierung, Kalli Guttenberg, sich selbst ordentlich Schaden tue, je irreparabler, desto besser. Und jetzt solle ich wieder gehen, er sei beschäftigt.

Seine Finger fanden ineinander wie zum Gebet, und die Daumen huben an zu kreisen.

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass Guttenberg gerade kein Bürgerlicher ist, wie schon ein Blick auf die Liste seiner Vornamen zeigt, vom Freiherren ganz zu schweigen. Wenn überhaupt, dann lässt der fahrlässige Umgang mit den Usancen des Wissenschaftsbetriebs ein Standesbewusstsein erkennen, wie es dem Adel seit jeher eigen ist. In dieser Welt nimmt man sich, was einem zu gebühren scheint, heute ist es eben der “Dr. jur.” an der Uni Bayreuth.

Bürgerlich hingegen ist es, ich schrieb es schon oben, den Adel bei seinen Adelsusancen nicht zu stören, denn das mag der vielleicht nicht. Wenn man es dann trotzdem tut, tut er möglicherweise den Fundamentalwerten der bürgerlichen Gesellschaft irreparablen Schaden an, oder spuckt nach einem, weiß man es denn?

Der Opposition geht es nicht um Wissenschaftsstandards

Nun kann man natürlich auch die Bundeskanzlerin dafür schelten, dass sie ihren Verteidigungsminister nicht gleich fallen lässt, wenn sie die “Süddeutsche Zeitung” dazu auffordert. Indem sie ihn halte, gebe sie ein verheerendes Beispiel, heißt es. Nun ja.

Nun könnte man mit dem Schelten der Bundeskanzlerin auch warten, bis nicht nur die Süddeutsche, sondern FAZ, Handelsblatt, FTD, Spiegel, Zeit, Rheinische Post, Bayernkurier, Ostfrieslandmagazin, Käsdorfer Metropolitan, Bäckerblume, Rote Fahne – wird zuviel, lassen Sie mich andersrum argumentieren: man könnte mit dem Schelten warten, bis – bis auf die Pißpottpresse – ALLE Zeitungen sie dazu auffordern, was längst geschehen ist. Aber das wird nicht reichen, wie sich längst gezeigt hat. Merkel würde sich wie der treueste Knappe vor der Kemenate Guttenbergs auf die Schwelle ringeln, ihren Liebling so zu verteidigen, was sie auch längst getan hat. In der Nacht ist der Gott des Kriegsglücks mit seinem Haufen beim Verlassen Guttenbergs unter dem Geklirr des Schellenbaums über Merkel weggeklettert und hat ihr manch blauen Flecken und manche Quetschung zugefügt.

Jedes Kind durchschaut ja die Empörungsroutine, mit der jetzt das Opfer des Volkslieblings gefordert wird. Der Opposition geht es nicht um die Wissenschaftsstandards in Deutschland, sondern um den Fall eines Ministers, der so populär ist, wie alle Führer der Gegenseite zusammen nie sein werden. Das ist legitim, hat aber nichts mit Moral zu tun.

Nicht einmal auf Seiten des Täpfers, auch Oter genannt. Leider, auch das würde die Sache entkomplizieren, und ich hätte Zeit, mit den Hunden draußen herumzutollen. Sagen wir es mit Angela Merkel: “Soviel Scheinheiligkeit und Verlogenheit war selten in Deutschland”.

‘Selten’ ist merkelsch und bedeutet ‘Praktisch immer’. Natürlich sind die Guttenberg-Gegner scheinheilig und verlogen; das macht sie ihm ebenbürtig. Es ist an uns Konservativen, das festzuhalten, denn unsere scheinheiligen und verlogenen Gegner werden es nicht tun.

Außerdem ist es durchaus auch ein konservativer Wert, einem bedrängten Kameraden in schwerer Stunde beizustehen.

Insbesondere in der CSU, der Windel, in die auch Guttenberg schon defäkierte.

Loyalität gehört nicht zu den hervorstechendsten Tugenden der Linken, wo sich jeder selber der nächste ist, wie schon der Besuch eines x-beliebigen Grünen-Parteitags zeigt.

Oder eines SPD-Parteitages. Oder, wie gesagt, eines CSU-Parteitages. Oder eines CDU-Parteitages, wenn mal wieder ein Kohl gesägt werden soll. Aber das waren ja auch Linke, die Putschisten damals. Wie die Linken, das sind auch Linke, auf deren Parteitage geht man besser auch nicht. Nicht einmal auf FDP-Parteitagen ist es sonderlich gemütlich.

Immerhin muß man uns Konservativen zugute halten, daß wir wenigstens vorne die Werte, mit denen wir uns hinten den Arsch wischen, als Monstranz vor uns hertragen, denn das haben die Linken nicht nötig. Nicht einmal das. In dem Sinne ist Kalli Guttenberg ein wahrer Konservativer.

Vielleicht ist deshalb die Verbitterung so groß, dass man dem Freiherren trotz allen Getobes nicht richtig beikommt.

Nicht beikommt, ja?

Eben kommt Gero mit der Nachricht, daß Kalli zurückgetreten ist.

Ich will es nicht wissen. Ich bin ein Konservativer durch und durch, und wünsche nicht, daß mir jemand die Realität ins Haus trägt. Gero weiß das.

Er gibt das zu, verweist aber darauf, daß er sich die Schuhe ausgezogen habe, und trägt eine Flasche Rotspon aus meiner Vorratskammer herbei. Er will mit mir anstoßen, auf die Ganovenehre, wie man den Wert, einem bedrängten Kameraden in schwerer Stunde beizustehen, auch nennt. Wie damals Merkel dem Kohl, mit ihrem Gastbeitrag in der FAZ. Oder Kohl dem Schäuble, manchmal. ‘Selten’, wie Angela Merkel sagen würde.

Es ist überhaupt ein Missverständnis, von Konservativen ein durchgängig untadeliges Benehmen zu erwarten, nur weil sie noch Werte wie Redlichkeit und Anstand im Munde führen.

Ein Mißverständnis, dem hauptsächlich Konservative aufsitzen.

Krumme Touren, Ehebruch oder Bereicherung im Amt kommen in den besten Familien vor, da machen die Rechten keine Ausnahme. Die Frage ist nur, ob man dies als tadelnswerte Abweichung betrachtet oder eher als lässliche Sünde, ja sogar lobenswerte Auflehnung gegen die repressive Bürgermoral.

Eine andere Frage ist die, als was man das ständige im Mund Führen von Redlichkeit und Anstand betrachtet. Als läßliche Sünde oder als Impertinenz in Penetranz. Ich schlage vor: als Scheinheilig- und Verlogenheit. Davon will Gero nichts wissen. Das ständige im Mund Führen von Scheinheiligkeit und Verlogenheit sei ein Zeichen von Scheinheiligkeit und Verlogenheit. Zum Verweis beweist … verweist er auf den Beweis … der ist gut, der Rotspon – zum Beweis verlinkt er in den Artikel von Jannemann im Spiegel von gestern: Scheinheiligenschein at its most: verlogen bis ins Knopfloch. Noch das Knopfloch sei verlogen, indem es eine Nelke vorgaukle, wo keine Nelke sei. Das, so pflichte ich Gero bei, daß, bzw. das, ich müsse das jetzt einmal loswerden, diese spezielle Form von Legasnie, gasthenie, das, bzw. daß man immer die dasse verwechselt, aber die falschen. Wenn man das eine das mit dem anderen das verwechsele, dann sei das ok, aber wenn man das andere das mit dem einen das verwechsle, das sei doch ganz schön legasthisch.

Gero will auch davon nichts wissen. Verlogen sei es, wenn eine Rotsponflasche Rotspon vorgaukle, wo kein Rotspon sei. Das sei genauso verlogen wie repressive Bürgermoral. Wir einigen uns darauf, daß das ständige im Mund Führen von Rotspon wahrhaftig und unscheinheilig genannt sein müsse, und würfeln, wer die nächste Flasche holen solle. Es traf mich, und zwar magna cum laude.

Auch in Bayreuth verleiht sich ein Doktorand nicht selber seine Note.

Das ist, da sind Gero und ich uns ausnahmsweise einig, strittig. Bei bürgerlichen Doktoranden mag das zutreffen, aber bei adligen Doktoranden und ihrem laxen Umgang mit den Usancen? Strittig ist zwischen uns beiden, auch darin sind wir uns einig, auch, was unter Usancen zu verstehen ist; meiner Ansicht nach handelt es sich um leichtgeschürzte Damen im Umkreis der Alma Mater, Gero hält sie für Revolutionäre mit Kniebundhosen.

So gesehen sollten die Professoren, die jetzt dem Minister mit der ewigen Verachtung des Wissenschaftsbetriebs drohen, ihren Zorn lieber gegen die eigenen Kollegen richten, die für eine aus Zeitungsartikeln und Lexikoneinträgen zusammengeschusterte Arbeit ein “summa cum laude” verleihen, Plagiat hin oder her. Dass der Bayreuther Jura-Professor Oliver Lepsius sich nun mit besonders aufschäumender Kritik an dem ehemaligen Doktoranden hervor tut, muss man in diesem Zusammenhang wohl als die Übersprungshandlung eines Menschen verstehen, der aus gutem Grund um seinen Ruf fürchtet.

Das meint Gero, sei ein solch verquaster Käse, den sollten wir in aller Schönheit unkommentiert stehen lassen. Denn erstens, fragt Gero, und er vergißt fast das Trinken, erstens: wieso? Und zweitens: wieso lieber? Und drittens: gleich den Nürnbergern, die keinen Fränkischen Raubritter hängen, den sie nicht haben, gleich denen geben die Bayreuther Doktorväter keiner fränkischen Raubdissertation eine Zensur; sie wäre denn zuvor bei ihnen eingereicht worden, zusammengeschustert oder nicht zusammengeschustert.

Die Mehrheit hält zu Guttenberg

In der Elite hat man sein Urteil gefällt, jetzt erwartet man natürlich, dass die Leute folgen und ebenfalls den Kopf des Verteidigungsministers fordern. Umso größer das Unverständnis, dass die Mehrheit zu dem bedrängten Manne hält. Nach der ersten Runde an Vorwürfen sind die Sympathiewerte sogar noch einmal gestiegen; dies kann man sich in den aufgeklärten Vierteln nur mit der Einfältigkeit der Masse erklären, Volksverachtung gehörte hier schon immer zum guten Ton.

Volksverachtung, im Gegensatz zu Elitenverachtung, die anderswo zum guten Ton gehört. Sagen wir: bei der Topcheckerelite. Diese trägt das Volk, ähnlich wie der Konservative die bürgerlichen Werte, als Monstranz vor sich her und achtet es, solange es zu den richtigen Männern hält. Danach heißt es “Fusselst du?” Und wenn das Volk verneint, fühlt es sich am Kragen gegriffen und von der Topcheckerelite zum Arschabwischen benutzt.

Gero gibt zu bedenken, daß man auch gegenüber der Topcheckerelite Mensch bleiben sollte. Niemand sei so verworfen, daß er des Mitgefühls seiner Mitgeschöpfe komplett entbehren könne. Wir müßten sehen, daß es Macken-Paul …

Wer?, will ich wissen, oder vielleicht will ich es auch nicht wissen, mir ist im Moment etwas vage.

… Topcheckereliten-Willi, sagt Gero. Dem müsse man zugestehen, daß es ihm an einem solchen Tag nicht gut gehe. Ein Landadliger reitet bei der Jagd auf einen besonders hübschen Fuchs über seinen Acker, stößt alle seine bürgerlichen Werte in die Güllefurche, läßt die Hunde drüber kommen, und er, der Freisasse, muß aus Staatsräson auch noch so tun, als fände er’s klasse.

Das wurme den. Diejenigen, denen er anstelle dessen, der sie trägt, die Schuld an dem Elend geben könnte, seien eigentlich nicht zur Hand, außer den Linken, die im Prinzip immer und an allem Schuld seien, aber in diesem speziellen Fall auch noch die Verteidigung seiner Privilegien an sich gezogen hätten, das wurme den noch mehr. Und dann sei die Verteidigung auch noch sowas von dilettantisch …

Wir sollten dem armen Kerl daher die Freude machen, daß zwei Linke völlig unverstellt, ohne Scheinheiligkeit und Verlogenheit, ohne Dauerempörung, sich kindlich daran ergetzen können, daß der Baron vom Gaul und in den Wassergraben fiel, der doppelte Oxer splitterte, der Gaul durchging, Frau Merkel durch die Dornen geschleift wurde, Seehofer den Zylinder verlor, und dumme Schuljungen der Union mit dem Pusterohr Pfeile in den Hintern schossen.

Wann habe man das schon mal?

Ich will hinreißend aber darauf hinweisen, daß ich aber kein Linker bin, sondern mich der Deutsch-Mittelständischen Christenvolkspartei von Nagelgustav hingebe und für zurechnungsfähig halte, aber Gero sagt, das sei für Eliten-Willi links genug.

In diesem Fall könnte allerdings der seltene Fall eintreten, dass die Dauerempörten schon aus Opportunismus die Fahne wieder einrollen, die sie eben noch aufgezogen haben. Auch unter den Wählern von SPD, Grünen und Linkspartei gibt es viele, die finden, die Politiker sollten sich langsam wieder anderen Themen zuwenden als der Jagd auf einen Regierungsvertreter, der nun neben seinem Adelstitel eben ohne Doktorprädikat auskommen muss.

So hätte es kommen sollen. Aber das ist nun nicht so gekommen, sagt Gero. Offensichtlich hat das Volk versagt. Volk, ich fürchte, du kannst dich auf was gefaßt machen.

Fusselst du?

*            *            *

Ich zolle Gero großen Respekt dafür, daß er meine drei Flaschen Rotspon dekantiert und mir davon abgegeben hat. Aber nachdem er zum fünften Mal Die Roten Rosen und ‘Im Wagen vor mir’ aufgelegt hatte, um beim Vers ‘Heut ist ein schöner Tag’ den Lauthals zu geben und aufs unbürgerlichste mitzugrölen, hatte ich die Grenzen meiner Kräfte erreicht. Ich entließ ihn. Und ich füge hinzu: ich entließ ihn schweren Herzens.

Und noch schwererer Zunge.

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