Schicksals-Ticker

 
00:00 – Mit der Zerstörung des Rings der Macht ist Westerwelles Auftrag erfüllt und die Partei dahin. Doch das Ende war dramatisch:

“‘Schatz, Schatz, Schatz!’ rief Rösler. ‘Mein Schatz! O mein Schatz!’ Und mit diesen Worten tat er, seine Augen noch in Gier auf die Beute geheftet, einen Schritt zu viel, verlor die Balance, schwankte einen Moment über dem Abgrund, schrie auf und fiel. Aus der Tiefe kam ein letztes verlorenes ‘Schatz!’, dann war er dahin.

Ein Getöse und ein Durcheinander von Lärm erhob sich. Flammen sprangen ans Gewölbe. Das Pochen schwoll zum Tumult, und die Partei erbebte. Christian lief zu Guido und nahm ihn auf die Schulter und trug ihn vor den Eingang. Und dort, auf der düsteren Schwelle des Thomas Dehler Hauses, hoch über der Ebene der Spree, überfielen ihn Verwunderung und Schrecken dergestalt, daß er versteinert stand, still, alles vergessend, und staunend starrend.

‘Ja, dies ist das Ende, Christian,’ sagte eine Stimme an seiner Seite. Dort stand Guido, bleich und ausgezehrt, und doch wieder der Alte; aber in seinen Augen war jetzt Friede, keine Unrast, kein Wahnsinn, kein Spur von Furcht. Seine Bürde war von ihm genommen. ‘Meister!’ rief Christian. Er fiel auf die Knie. In all dem Unheil der Welt des Augenblicks spürte er Freude, große Freude. Die Bürde war fort. Sein Herr gerettet; er war wieder er selbst, er war frei. Doch nun fiel Christians Blick auf die verstümmelte, blutende Hand.

‘Deine arme Hand!’ sagte er. ‘Und ich habe nichts, sie dir zu verbinden, oder sie zu pflegen. Ich würde ihm lieber eine ganze von meinen Händen gegeben haben. Aber nun ist er fort für immer, fort für ewig.’

‘Ja,’ sagte Guido. ‘doch entsinnst du dich der Worte Genschers: Selbst Rösler mag eines Tages zu irgendwas nutze sein? Ohne ihn würde ich den Ring nicht zerstört haben können, mein Auftrag wäre umsonst gewesen, selbst am bitteren Ende. So laß uns ihm vergeben. Denn der Auftrag ist erfüllt, und nun ist Alles vorbei. Ich bin froh, daß du bei mir bist. Hier, am Ende aller Dinge, Christan.’”

Anschließend tat Westerwelle noch kund, er wolle aber Außenminister bleiben.

23:01 – IWF lobt Griechenland.

Der internationale Währungsfond gibt Japan offensichtlich verloren und rechnet nicht mehr damit, daß Japan die immensen Kosten für die Schäden der beiden Naturkatastrophen – drei, wenn man den lütten feuerspeienden Berg noch mitrechnet – sowie Tepco aus eigener Tasche wird stemmen können.

Dickes Lob gibt es dagegen für Griechenland: “Die haben es richtig gemacht!” Diese Einschätzung vertraten laut Käsdorfer Metropolitan (KM) hochdotierte Vertreter des Währungsfonds in den vergangenen Tagen bei Gesprächen mit Beamten europäischer Regierungen. Im IWF bahne sich damit ein Kurswechsel an. “Der Rubel muß rollen, wenn das Wetter schön ist. Mit Sparen und Knausern ist nichts gewonnen. Wenn es frische Erdbeeren gibt, soll man an der Sahne nicht sparen. Sowieso soll man an der Sahne nicht sparen. Hat das letzte Hemd etwa Taschen? Taschen, meine ich, in denen man Sahne aufheben könnte? – Na, also.”

“Und die Zikade, die den ganzen Sommer gesungen hat, quatsch, nicht die Zikade, die andere, die, die gearbeitet hat, was macht die? Pumpt zuguterletzt die ganze Soße, Erdbeeren, Sahne, Beton, Geld, alles mit rein, wird alles von oben auf Fukushima gepumpt. Mit Putzmeister-Pumpen. Was hat denn das für einen Sinn? Was ist denn das für ein Leben? Nichts gegen Askese, aber was soll das hier sein? – Askese? Das ist Askese?”

“Ah, Arkadien! Et in Arcadia Euro! Peleponnes, du hast es besser! Heute will ich lieben und leben, und mich der Stimmung ergeben, die meine Seele schweben läßt. Heute will ich tanzen und singen. Laß die Bouzouki erklingen!

15:40 – Ursula von der Leyen: CDU hat Dringlichkeit der Energiewende verschlafen. So gut und schön es auch ist, daß mal einer darauf hinweist, es ist dies, wie immer, wenn Ursula von der Leyen etwas Wahres sagt, nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte schläft, wie immer, wenn Ursula von der Leyen etwas Wahres sagt, tief unten im von der Leyenschen Schacht Konrad den Schlaf des halbwegs Gerechten, dort, wo bei Frau Leyen die unangenehmen Teile der Wahrheit endgelagert werden.

Denn die CDU hat nicht nur, wie es jedem passieren könnte, gepennt, die CDU hat folgendes gemacht: eine Mixtur aus Barbituraten und Alkohol zu sich genommen (Methode Hendrix), die Schlüssellöcher zugestopft, Fenster und Türritzen mit Tesakrepp abgeklebt, das Telefon ausgestellt, einen Socken in die Türklingel gestopft, Bettschuhe angezogen, eine Schlafmaske aufgesetzt, Zippelmütze, Schnurrbartbinde, Wecker abgestellt, Sixpack Eisbock getrunken, ein Glas Schlaftabletten geschluckt, vom Schlafmohn genascht, 2 Liter Laudanum getrunken, 1 Joint geraucht, noch einen Absacker obendrauf gegossen, sich vor den Fernseher gelegt, eine DVD mit Merkelreden eingeworfen, Stöpsel in die Ohren getan, zweimal umgeschlossen, Decke über den Kopf gezogen und zwei Schock Schafe zum Zählappell antreten lassen.

Und das am hellichten Tag.

07:49 – Horror-AKW Biblis A, davor RWE-Aktionäre in Schutzanzügen. Von einem Lastkahn der hessischen Marine pumpen sie Kühlwasser in die Ruinen politischer Berechenbarkeit.

3. Woche der Atom-Moratoriums-Katastrophe. Das AKW Biblis ist noch immer nicht wieder in Kontrolle der Eigentümer. Im Unglücksgebiet wächst die Angst. Wenn Biblis A der Regierung nicht wieder entrissen werden kann, wird es in Deutschland eventuell nie wieder möglich sein, in Kumpanei zwischen Industrie und Exekutive auf dem Puckel des Souveräns schmutzige Deals zu schmieden, die dann auch gelten.

Schon jetzt wünscht sich mancher in der Industire das verläßliche Kohlekraftwerk SPD zurück. Der Energiemix der derzeitigen Bundesregierung – Windkraft (FDP) und ungekühlte Brennstäbe (Volker Kauder) -, der eine zeitlang als Garant hoher Renditen angesehen wurde, hat sich in der Krise als ein Ideechen zu sprunghaft erwiesen. Insbesondere das hektische Flügelgeklapper der FDP macht es schwer, zu analysieren, ob sie nun mit Wind oder mit Atomstrom aus der CDU betrieben wird und lediglich Wind macht.

Der Bundesregierung wird Schlamperei bei den Messungen vorgeworfen. Sie hatte mitgeteilt, daß rings um das Kraftwerk Biblis starke Widerstandswerte von bis zu 10 Millimappus pro Stunde gemessen worden seien (als unbedenkliche Dosis gilt ein Millimappus pro Jahr). Angeblich eine Fehlmessung. Schon einmal mussten Werte korrigiert werden.

Wie hoch die Belastung wirklich ist, konnte RWE aber auch nicht sagen. RWE kritisierte die Bundesregierung wegen des mangelhaften Schutzes seiner Aktionäre vor Moratoriumsfallout.

17:44 – RWE reicht Klage gegen das deutsche Volk ein, wg. Hasenfüßigkeit.

Das Recht seiner Aktionäre auf ungschmälerten Profit steht nach Meinung des Energiekonzerns RWE dem Recht der Bevölkerung auf ungeschmälerte Unversehrtheit nicht nach. “Wenn ich das schon immer höre: körperliche Unversehrtheit,” sagt RWE-Vorstandssprecher und treibende Kraft hinter dem Energiepolitischen Appell des vergangenen Jahres, mit dem die drei Stromversorger und Vattenfall bei der Bundesregierung eine Verlängerung der Kraftwerkslaufzeiten in Auftrag gaben und kriegten, “wenn ich das schon immer höre, dann hab ich Lust, den Knüppel zu nehmen und mal zu demonstrieren, was körperliche Unversehrtheit nicht ist.”

“Hat denn wohl einer der sauberen Herrschaften, die unseren Aktionären nicht die Butter auf dem Brot gönnen, diese Merkel und Röttgen und Brüderle und wie die Brüder alle heißen, hat denn wohl einer von denen wegen Fukushima auf sein warmes Abendbrot verzichten müssen? Nicht mal die Arbeiter im Kraftwerk selber – und die haben Grund, um ihre körperliche Unversehrtheit zu fürchten -, nicht einmal die haben auf warmes Abendbrot verzichten müssen. Im Umkreis des Kraftwerks muß niemand mehr auf warmes Abendbrot verzichten. Im Umkreis des Kraftwerks werden alle Würstchen auf lange Zeit warm sein. Völlig umsonst.”

“Wie in den Kindertagen des Radios, als die Schrebergärtner in der Nähe der Funktürme ihre Gartenbeleuchtung ohne Strom – eben nicht ohne Strom, ohne Stromrechnung – betreiben konnten.”

“Wenn uns das passieren sollte – Energie in Schweinemengen an die Umwelt abgeben zu müssen, ohne sie irgendwem in Rechnung stellen zu können -, dann wollen wir für diese Eventualität gerüstet sein. Rücklagen gebildet haben. Eine Fettschwarte angesetzt haben.”

“Das Recht darf man uns nicht nehmen, nur weil sich ein paar Angsthasen auf die Hinterläufe machen.”

15:32 – Nach Ansicht des “Verbandes der Blödmänner und Werbejünglinge (VBW)”, für den die Welt nichts weiter ist als eine Margarinesorte, die man den Menschen aufs Vorabendfernsehen schmiert, ist die Marke FDP ‘verbrannt’, und sollte vor einem Produktrelaunch geschreddert werden. Auch ein Rollback à la F.D.P. oder ein neckisches Rumgepunkte à la e.ON, wie f.DP o.DGL sollte vermieden werden.

Besser wäre es, sich irgendwie ganz anders zu nennen, zum Beispiel Frankie goes to Hollywood – nur ein Beispiel, wohlgemerkt, denn erstens sei der Name vermutlich nicht frei, zweitens viel zu teuer für die FDP. Und dann auch etwas zu jaunty, zu posh, zu zippy, zu snappy auch, irgendwie zu chirpy und frisky, zu alive, um die Story der FDP optimal zu pushen.

Um das Kantige und Grantige, das Gratige, Schartige und Schratige und Schartekenartige der FDP zu promoten und gleichzeitig alles Käufliche und Pfeffersäckische, mit dem das Kürzel geradezu statisch aufgeladen sei, zu negieren, komme vielleicht biedermeierlich biedermännisches wie – jetzt nur mal in die Tüte gedacht – Das Fähnlein der Sieben Aufrechten in Betracht. Dann müsse die Partei zwar wahrscheinlich auf den Support durch Ulf Poschardt verzichten, aber es gebe kein Produkt in Deutschland, daß durch den Verzicht auf Support durch Ulf Poschardt nicht ganz erheblich profitiert hätte.

Problem sei nur: bei der FDP gebe es nur noch sechs.

14:06 – Drei Wochen nach dem Erdbebentsunamigau ist die japanische Betreibergesellschaft des kaputten Atomkraftwerks Tepco pleite.

Die Großen Vier der deutschen Stromerzeuger, respektive deren Vorstände bzw. Heads of Business Groups Central Europe, Teyssen, Großmann, Hatakka und Claassen weisen in vier unabhängig voneinander veröffentlichten Erklärungen darauf hin, daß die Situation deutscher Atomkraftwerke auch diesbezüglich nicht mit der japanischer Atomkraftwerke zu vergleichen sei. Die wesentlichen Unterschiede dabei seien

  • die deutschen Atomkraftwerke seien alle heil,
  • von den japanischen Atomkraftwerken könne man das leider nicht behaupten, und
  • die Betreiber japanischer Atomkraftwerke gingen bereits nach drei Wochen mit drastisch erhöhten Betriebskosten bei gleichzeitigem Rückfahren des Umsatzes auf Null pleite,
  • die deutschen Kraftwerksbetreiber hätten sich freiwillig dazu verpflichtet, einen GAU mindestens 21 Tage lang locker zu überleben, bevor sie ihren Aktionären empföhlen, sich in die Büsche zu schlagen.

Zeitpunkt und Wortlaut der Erklärungen legen nahe, daß es sich um ein abgesprochenes Vorgehen handelt. Das Kartellamt ermittelt.

13:18 – Das kaputte Atomkraftwerk Fukushima soll nach Berichten, auf die so viel zu geben ist, wie auf solche Berichte eben zu geben ist, unter einen gigantischen Teppich gekehrt werden. Die japanische Regierung hat soeben auf ihrer Internetseite april1st.jp einen gigantischen Teppich ausgeschrieben, unter den das kaputte Atomkraftwerk Fukushima gekehrt werden soll, sobald er geknüpft ist.

“Es hat keine Eile,” beruhigt der japanische Regierungschef mit dem klasse Namen Naoto Kan die potientiellen Lieferanten gigantischer Teppiche, denen beim Gedanken an die Gigantizität eines solchen Teppichs blümerant wird, “Fukushima wird noch lange da sein. Noch sehr lange.”

Deutschland als rohstoffarmes Land wird als Lieferant eines solch gigantischen Teppichs wohl ausfallen. “Wir haben nicht annähernd so viele Kinder in Deutschland, wie nötig wären, einen solch gigantischen Teppich in einigermaßen vertretbarer Zeit zu knüpfen,” sagt das Mitglied des Exekutivvorstandes des Bundeswirtschaftsministerium, Brüderle. “Und Teppiche werden nun einmal von Kindern geknüpft. So ist das. Da kann man mal wieder sehen. Da zeigt es sich wieder einmal. Wohin es führt, wenn man.”

Als (Noch-)Hightech-Industriestandort (aber nicht mehr lange), kann Baden-Württemberg allerdings mit einem gigantischen Besen zum Gelingen des Vorhabens beitragen. Die Putzmeistergruppe wird mit einem gigantischen bleigepanzerten Hochtechnologiebesen, der in der Lage ist, kaputte Atomkraftwerke unter gigantische Teppiche zu kehren, mithelfen, das kaputte Kraftwerk Fukushima unter den gigantischen Teppich zu kehren.

“So ebbes habet mir im Schublädle,” sagt der Pressesprecher von Putzmeister treuherzig, “für Not und schlechte Zeit.”

20:44 – Japan blickt nach vorn. In 24 000 Jahren sollen die Blöcke 5 und 6 des Kraftwerks Fukushima wieder ans Netz gehen.

Unterdessen soll die Evakuierungszone rund um das Kraftwerk allerdings nicht ausgeweitet werden. “Wir sind,” sagt der Japanische Chefgeodät Teo Do Lit, “eine Insel. Wissen Sie, was das heißt?”

“Wir haben zwar den Vorteil, eine längliche Insel zu sein, was aber auf der anderen Seite den Nachteil mit sich bringt, daß wir eine dünne Insel sind. Wenn Sie an der Stelle, an der Sie ein havariertes Kernkraftwerk haben, man gerade 276 Kilometer dick sind, dann schmeißen Sie auch nicht mehr so freigebig mit Evakuierungszonenerweiterungen um sich, was wetten wir?”

Außerdem seien die meisten der Anwohner in der mort subit-Zone, der mort à moyen terme-Zone und der mort à la longue-Zone in 24 000 Jahren ohnehin tot.

10:47 – Somalische Piraten richten sich auf die Kaperung atomar belasteter Frachtschiffe ein. Zu diesem Zweck soll das Handgeld erhöht werden, um die Bereitschaft von Freiwilligen zu fördern, unter erhöhtem gesundheitlichen Risiko zu kapern.

Die Börsen reagierten schwankend. Einerseits wird befürchtet, daß das höhere Handgeld auf die fälligen Lösegelder aufgeschlagen werden wird, zum anderen hofft man, das Problem der Piraterie mit Hilfe kontaminierter Schiffe langfristig zu entschärfen.

09:55 – Nachdem das deutsche Wahlvolk Frank Walter Steinmeier zum mal wieder beliebtesten Politiker der Deutschen gewählt hat, verlieren die Deutschen bei den Deutschen deutlich an Zustimmung.

Unbeliebter als die Deutschen sind bei den Deutschen zur Zeit die Hunnen, die Spartaner, Krimtataren, Skythen und Parther, Perser und Meder, das Publikum von Mario Barth sowie Schwaben und Alemannen.

09:37 – Als sei’s noch nicht genug, entdeckt das deutsche Wahlvolk sein Vertrauen in die ostwestfälische Möbelindustrie zurück, und wählt ein Schrankwand aus Schieder-Schwalenberg zum vertrauenswürdigsten Möbel der berliner Republik, vor dem Sitzsack MERKL, dem Stehpult DE MÄSJER, der Eckbank SCHEUBLE und dem Bügelbrett VONDERLAIN. Ganz am Ende der Skala finden sich der Kanzleihocker GISI, die Ottomane BRYDERLE und das Nagelbrett GIDO.

21:42 – Apokalypse naht: Junge Liberale reden, ohne gefragt worden zu sein.

Die Jungen Liberalen, eine Infantilenvereinigung, die sich nach dem Verrat von Genscher und Graf Lambsdorf an Helmut Schmidt gebildet hat, und die an der Verschwachkopfung und Verpippimädchenisierung der deutschen Sprache wesentlichen Anteil hat, indem sie die stillschweigende Übereinkunft der Parteijugendorganisationen mit Füßen traten, neben ‘Mutti’ und ‘Vati’ keine Diminutiva auf -i zuzulassen, sondern sich züchtig und würdevoll Jusos (Jungsozialisten), Judos (Jungdemokraten) und Philipp Mißfelder (Junge Union) abzukürzen. Statt dessen nannten sie sich ‘Julis’ und schleppten in der Folge Konfis, Zivis, Studis und andere Blödis und Heinis mit sich, und sind so letztlich auch für StudiVZ, Facebook und Schnappi, das Krokodil, verantwortlich zu machen.

Die Jungen Liberalen fordern irgendwas, was mit Rücktritt zu tun hat. Wir fordern die sofortige Auflösung der Jungen Liberalen und ihre Ersetzung durch junge Demokraten.

19:09 – Verwirrung um die FDP: soll der Kapitalismus zur Disposition gestellt werden?

In seinem Bestreben, dem derzeitigen Personal der Liberalen den Kragen zu retten, ist das derzeitige Personal der Liberalen anscheinend bereit, alles an liberalen Inhalten, was vom derzeitigen Personal der Liberalen je vertreten worden ist, über Bord zu werfen. Das ist schnell gemacht, denn viel ist das ja nicht mehr. Recht schnell stößt man denn auch in der restentleerten FDP auf das kapitalistische Wirtschaftssystem als solches, das nunmehr – wieder einmal – versagt haben soll, indem es tat, was es immer tut: Risiken sozialisieren und Profite privatisieren.

Nicht alle in der FDP finden das so gut wie der Generalsekretät, der allerdings nicht glaubt, daß es zu einer Zerreißprobe in der Partei kommt. Filz reiße nicht so schnell: “Ich sehe in der FDP nicht so starke Anhänger des Kapitalismus, daß das eine prinzipielle Frage werden wird.” Es gehe vielmehr um technische Fragen des Ausstiegs.

Analysten (Germanistenfuzzi) sehen darin eine der zyklisch auftretenden Krisen des Liberalismus, die weiter nichts zu bedeuten haben. Das letztemal war man aus dem Kapitalismus ausgestiegen, als in der Folge der Lehmann-Pleite der Bankensektor “versagt” hatte, der allerdings heute stärker und mächtiger ist als zuvor.

Damals hatte der Kapitalismus sich das ein paar Tage lang angesehen und dann gesagt, er habe sich das jetzt ein paar Tage lang angesehen und sehe sich das noch ein paar Tage lang an. Wenn danach nicht wieder Ruhe im Karton einkehre, ziehe er andere Saiten auf.

Daraufhin hatte sich die FDP kleinlaut den Ausstieg vom Ausstieg beschlossen und zusammen mit der CDU eine Laufzeitverlängerung des Kapitalismus auf den Weg gebracht.

17:26 – Die AKW-Gegner in der FDP schießen über das Ziel hinaus. Jetzt soll auch die FDP für immer abgeschaltet werden.

14:40 – Die Bahn bietet den Stuttgarter Bahnhofsgegnern die Kehle und verkündet, bis Mai nicht weiterbauen zu wollen. Dazu gibt es Spott von Ex-Bahnchef Mehdorn: “Hosenscheißer! – Als nächstes werden wir hören, daß sie mit Strom aus Windkraft fahren wollen.”

14:26 – Aus der FDP wird von Jagd auf Atomkraftbefürworter berichtet. Der “Bund deutscher Industriekapitäne und anderer Leuchten”, der von Wirtschaftsminister Brüderle wissen wollte, was das denn nun wieder zu bedeuten habe, kriegte zur Antwort, die FDP stehe nach den Wahlen unter einem ungeheuren Druck. Da seien die Entscheidungen nicht immer rational.

10:59 – Westmächte prüfen Exillösung für Mappus.

11:17 – Angela Merkel erkennt bei sich keine Zeichen einer Regierungsumbildung. Als Folge atomarer Verstrahlung kommt es bei Regierungen häufig zu Miß- und Umbildungen. Man erkennt sie nicht unbedingt sofort, denn sie beginnen zunächst mit harmlosen Symptomen wie Spuckerei, Geifer und Schaum vor dem Mund, wie man sie aus der Regierungsarbeit ohnehin kennt. Daneben kommt es zu dermatologischen Sonderbarkeiten.

Auch die sind beim Kabinett Merkel II natürlich nicht auf Anhieb als solche zu erkennen.

10:59 – Nachdem mit dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima auf absehbare Zeit kein Geld mehr zu verdienen sein wird, erwägt der japanische Staat die Verstaatlichung der Betreibergesellschaft.

Muß das wirklich sein? Muß zum Äußersten gegriffen sein? Hat man es mit Steuersenkungen probiert?

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