Krücke hat keine Einwände gegen Panzerdeal

Krücke Mißfelder, außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion, hat keine Einwände gegen die Lieferung von Panzern aus deutscher Herstellung an muslimische Gotteskrieger, die es allerdings auch gar nicht gibt. Die Panzerlieferungen. Aber wenn es sie gäbe, hätte Krücke auch keine Einwände. Er sehe, sagte Krücke Spiegel-Online, Saudi-Arabien nicht als Spannungsgebiet. Zu einem Spannungsgebiet gehörten Minen, Raketen, automatische Waffen, Scharfschützen, Tote, Zerfetzte, Leichenteile. Und vor allen Dingen Panzer. Ohne Panzer kein Spannungsgebiet. Deswegen könne Saudi-Arabien gar kein Spannungsgebiet sein, denn wenn Saudi-Arabien Panzer hätte, würde es ja keine Panzer in Deutschland bestellen, was es allerdings auch gar nicht getan habe. Ein Grund mehr.

Außerdem handele es sich ja nur um Panzer. Nicht um künstliche Hüftgelenke. Dagegen würde er allerdings Einspruch erhoben haben, muslimischen Gotteskriegern künstliche Hüftgelenke zu liefern. Mein lieber Mann! Der Fairness halber müsse man aber sagen, daß Saudi-Arabien auch gar keine künstlichen Hüftgelenke bestellt habe. Sondern Panzer. Und nicht einmal die. Und wenn doch, dann könne er dazu keine Stellung nehmen, denn die Beschlüsse des Bundessicherheitsrates unterlägen der Geheimhaltung. Die mit den Bestellungen künstlicher Hüftgelenke, das sei Bahrain gewesen, wo Saudi-Arabien vor ein paar Wochen einen Aufstand habe niederkartätschen müssen, Gott sei es geklagt. Künstliche Hüften, künstliche Kniegelenke, Unterschenkelprothesen, Beinprothesen, Schädelplatten, Glasaugen, Haken-Prothesen, Strangelove-Hände – die ganze Prothetik rauf und wieder runter habe Bahrain haben wollen, aber das habe er abgeschmettert. Früher seien die Kriegskrüppel schließlich auch an Krücken gekrochen.

Und wenn das Gerücht gehe, Israel habe dem Deal zugestimmt, so müsse man sagen, Israel könne dem Deal gar nicht zugestimmt haben, denn es gebe keinen Deal. Wem oder was hätte Israel da denn zustimmen wollen?

Hingegen solle man sich lieber einmal die sog. Gaza-Flotille ansehen, der Israel mit Sicherheit nicht zugestimmt habe. Was die alles an Bord habe – künstliche Hüftgelenke für muslimische Gotteskämpfer mal beiseite gelassen, durch solche Kindereien sei ein Mißfelder nicht zu provozieren – wer wolle denn dafür geradestehen, daß unter den sog. Hilfslieferungen nicht, fein säuberlich zerlegt, ein veritabler Panzer sei? Oder zwei? Bestimmt für ein veritables Spannungsgebiet, nämlich den Gaza-Streifen?

Schweigen? Na, das habe er sich ja gleich gedacht.

Diese sog. Aktivisten gefährdeten die Bemühungen um Frieden, die das Nahost-Quartett und Deutschland – gerade auch mit Waffenlieferungen an Saudi-Arabien, die es nicht gebe – voranbringen wollten. Einen dauerhaften Frieden und Sicherheit im Nahen Osten könne es nur durch einen umfassenden politischen Prozess geben, zu dem natürlich auch – nicht nur, aber auch – geheime Waffenlieferungen gehörten, die er allerdings weder dementieren noch bestätigen könne, da es sie nicht gebe. Aber alle Parteien des Nahost-Friedensprozesses müßten sich darum bemühen, mit Panzern oder ohne, daß die Verhandlungen wieder in Gang kämen. Das Ziel sei und bleibe eine Zwei-Staaten-Lösung.

Denn zwei Staaten könnten zwei Panzerlieferungen in Deutschland bestellen, ein Staat bloß eine.

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