Auch das noch: Linke kondoliert Gaddafi

“Lieber Bruder Oberst,” so beginnt das Schreiben, das der Redaktion des Käsdorfer Metropolitan (KM) zugespielt wurde, und das handschriftlich auf Notizpapier der Agentur Sbrinz verfaßt ist, weswegen seine Authentizät auch außer Zweifel steht, zumal Bürobote und Hobbyhandschriftenexperte Germanistenfuzzi die Schrift untersucht und als “eindeutig nicht von mir” bezeichnet hat, “lieber Bruder Gaddafi, wir sind’s, Deine Linke. Wie geht es Dir?”

“Uns geht es momentan leider nicht so gut. Die Presse ist gemein zu uns und überhaupt. Du hingegen kannst voll Stolz auf ein kampferfülltes Leben und erfolgreiches Wirken an der Spitze der libyschen Revolution zurückblicken. Die Errungenschaften der Großen Sozialistischen Libysch-Arabischen Volks-Dschamahirija mit seiner Beispielwirkung für so viele Völker der Welt werden immer und zuerst mit Deinem Namen verbunden sein.”

“Was wohl dermaleinst mir unserem Namen verbunden sein wird? Wir wissen es nicht, und wir ahnen, daß wir es nicht wissen wollen. Das Leben kann oft hart sein. Du hingegen hast es verstanden, für mehr als vier Jahrzehnte dem Druck und der Blockade der USA zu widerstehen, an Deinen Idealen festzuhalten und eine neue gesellschaftliche Entwicklung einzuleiten, die dem libyschen Volk für Afrika beispiellose soziale Errungenschaften in Bildung, Wissenschaft und Kultur, im Gesundheitswesen und Sport und vielen weiteren Bereichen gebracht hat. Oder? Libyen war und ist auf diese Weise Beispiel und Orientierungspunkt für viele Völker der Welt. Das stimmt doch so?”

“Lieber Bruder Oberst, anlässlich Deiner Niederlage im Volkskrieg wünschen wir Dir beste Gesundheit, Schaffenskraft und schöpferische Energie für Deine weitere Arbeit. Zugleich versichern wir Dir unsere unverbrüchliche Freundschaft und Solidarität mit dem libyschen Volk. Wenn Du nicht weißt, wohin, können wir Dir gerne Kontakte nach Chile vermitteln. Chile ist ein schönes Land. Es liegt in Südamerika. Viele Ex-Diktatoren haben dort ihren Lebensabend verbracht, und alle haben sie sich dort wohlgefühlt.”

“Andererseits: wenn Du vielleicht noch einmal politisch aktiv werden willst – wir werden wohl bald einen neuen Vorstandsvorsitzenden brauchen. Unsere beiden nämlich – na, lassen wir das. Wir werden auch in Zukunft die Entwicklung in Libyen aufmerksam, aber ohne Sympathie verfolgen, jetzt, nachdem die Banditen von der CIA mit ihrer westlichen Vasallenclique und mit Hilfe des internationalen Finanzkapitals das Rad der Geschichte zurück auf den Müllhaufen derselben gebombt haben.”

“Lieber Bruder Oberst, mach’s gut! Man sieht sich. Dein Germanistenf Deine Linke.”

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