Lyke-Wake Dirge

This ae nighte, this ae nighte,
Every nighte and alle,
Fire and fleet and candle-lighte,
And Christe receive thy saule.

Wenn der Spruch von den Guten, die früh sterben, etwas taugen würde, wäre er längst nicht mehr unter uns.

Weder früh noch spät, drei Jahre vor Erreichen biblischen Alters, starb uns gestern Bert Jansch, einer der Besten derer, deren Musik uns die Sachwalterin der Künstlerinteressen, die Contentindustrie, im Interesse des Künstlers vorenthalten mußte, da sich ihre Vermarktung über Tonträger nicht mehr rechnete – ehe sich, ohne Zutun der Contentindustrie und ihr zum Tort, andere Wege öffneten, auf denen immerhin des Künstlers Musik den Weg zu unseren Ohren fand, wenn auch ohne unser Portemonnaie zu behelligen, wie wir zerknirscht eingestehen wollen.

Immerhin verfügen wir auch über allerlei legal erworbene Schallplatten, in deren Vinylgebirgen die Erinnerung an einen Guten weiterwohnen möge, und von deren Tantiemen er sich das eine oder andere Glas und zwei, drei Päckchen Tabak möge haben leisten können.

Der Käsdorfer Donnerstagsstammtisch wird sich heute unter dem Motto „Tod, wo ist Deine Nadel? Rechts? Gut, dann möchte ich links von Dir sitzen!“ zusammenfinden, im schweigenden Gedenken an Bert Jansch abwarten, bis die Nadel des Wohlklangs sich in die Rillen von Basket of Light gesenkt hat, Pilgrimhauswirt Louis für mangelnde Qualität seines schottischen Whiskys tadeln und über die Endlichkeit alles Irdischen lamentieren.

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