Gezähmt

Die drei Ratingagenturen, die die Welt unter sich aufgeteilt haben, und denen nach dem Willen der EU-Kommission die Giftzähne gezogen werden sollen, dürfen vorerst mit Zähnen weitermachen. Die Europäische Union kommt nicht in die Strümpfe, wenn es darum geht, zu entscheiden, wer die Biester fangen soll, in welcher Reihe sie gefangen werden, wer sie festhält und wer zieht. Außerdem herrscht Uneinigkeit darüber, wo die Zähne sitzen, und mit welcher Zange man ihnen beikommt.

Ganz ungeschoren sollen sie aber auch nicht bleiben. EU-Binnenmarktkommissar Rikki-Tikki-Tavi legte in Brüssel einen Gesetzesentwurf vor, der die drei in Zukunft zwingen wird, sich dreimal im Jahr einer professionellen Zahnreinigung zu unterziehen, zweimal jährlich zur Vorsorge zu gehen und ein Bonusheft zu führen. Außerdem sollen sie auf Anforderung den Mund öffnen, die Zähne vorweisen und die EU-Kommissare darüber diskutieren lassen, welches die Giftzähne sind.

Weitergehende Vorschläge wie die, daß Rikki-Tikki-Tavi ermächtigt werden soll, die Gelege zu suchen und alle Eier zu öffnen, den Agenturen ins Genick zu springen und ihnen mit seinen scharfen Zähnen das Rückgrat zu brechen, um sie dann vom Schwanz her aufzufressen, sich dafür mit Rührei vom Frühstückstisch belohnen zu lassen und bei Teddy im Bett zu schlafen, wurden auf Eis gelegt.

Hilfe aber kam vom New Yorker Bürgermeister Chuchundra, der den Ratingagenturen kurzerhand verbot, im Zucotti-Park zu zelten. Sie dürfen die Wall-Street zwar nach wie vor betreten und Unheil hecken, sie dürfen auch den Park betreten, denn der gehört nicht Chuchundra sondern dem großen weißen Mann, aber sie dürfen keine Schlafsäcke mehr mitbringen, keine Zelte, keine Isomatten, keine Campingkocher, nichts zu essen, keine Bongos, und sie dürfen nicht mehr diese komischen Sachen mit den Fingern machen.

Allgemein wird damit gerechnet, daß das das Ende der Ratingagenturen sein dürfte.

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