Weihnachten im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Merkel hat, um die Wogen, die momentan rings um den einen Kulturwandler von der Deutschen Bank, den Fitschen, schlagen (während der andere, der Jain, so tut, als hätte er mit dem ganzen Schlamassel überhaupt nichts zu tun), zu glätten und die Schärfe aus der Diskussion zu nehmen, Jürgen Fitschen eingeladen, Weihnachten im Kanzleramt zu feiern. Er solle mal eine schöne Gästeliste zusammenstellen, sie werde die Herrschaften dann auf Steuerzahlers Kosten einladen und bewirten lassen.

Frau Merkel hatte schon einmal einen Bundesbankvorstand ins Kanzleramt geladen, Ackermann Joe nämlich, und zwar als der 60 wurde. Der hatte sich auch ein paar hübsche Gäste mitbringen dürfen, und es gab – zur großen Freude Germanistenfuzzis, der keinen Spargel mag – Spargel.

“Ich verstehe die Kritik an Merkel,” sagte Germanistenfuzzi damals am Käsdorfer Donnerstagsstammtisch im Pilgrimhaus, “denn es sieht ja wirklich so aus, als sei hier die strukturelle und personelle Verquickung von wirtschaftlicher und politischer Macht einmal nicht ausreichend verschleiert worden. Doch man verstehe auch mich: jeder Spargel, der im Kanzleramt verputzt wird, kann von Tausendschönchen nicht mehr gekauft und gekocht werden. Das ist unbedingt zu begrüßen.”

“Eingedenk dessen,” so Germanistenfuzzi weiter, “begrüße ich auch die Weihnachtsfeier für Jürgen Fitschen. – Was wird man reichen?”

Frau Merkel räumt ein, daß die Weihnachtsfeier eine Verlegenheitslösung sei, nicht nur wegen des jahreszeitlich bedingt knappen Spargelangebotes. Passender wäre die Feier von Fitschens 65. Geburtstag im September. Aber, so fährt Merkel fort, man wisse nicht, ob Fitschen 2013 nicht längst wieder Privatmann sein werde, und einem Privatmann in den Räumlichkeiten des Kanzleramtes private Geburtstagsfeiern auf Steuerzahlerkosten auszurichten, sei eventuell nicht ganz leicht vermittelbar. Obwohl es ihr persönlich gleichgültig sei, ob etwas vermittelbar sei oder nicht; wenn sie sich davon etwas verspreche, werde es gemacht.

Aber das sei es eben: einem entmachteten Vorstand der deutschen Bank Geburtstagsfeiern hinterherzuwerfen, davon verspreche sie sich gar nichts, und darum werde es nicht geschehen.

Gereicht wird Gans mit Bratapfelpüree. Anschließend Beerdigungskuchen.

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