Gefahr erkannt

Nun, nachdem klar ist, daß es sich bei dem Amokläufer von Newtown nicht um einen ganz normalen Amokläufer gehandelt hat, der von der National Rifle Association (NRA) unterstützt werden müßte, sondern um einen geisteskranken Amokläufer, um den sich die NRA nicht zu kümmern braucht, denn das ist nicht ihr Beritt, schießt sich in Newtown und Umgebung allenthalben Erleichterung den Weg frei.

Das Wegsperren Andersartiger kann nicht das ganz große Ding sein; über Jahrhunderte hinweg hat man Irre, Wahnsinnige oder Besessene entweder zu Herrschern gemacht oder weggesperrt. Das Problem, wie überall in der Kriegskunst, wird die zuverlässige Freund-Feind-Erkennung sein. Die Waffensysteme sind meist gut genug. Wenn ich mir aber nicht sicher sein kann, daß mein Nachbar in der Schule, der mich so seltsam von der Seite ansieht, kein Asperger-Autist ist, bleibt mir nur die Möglichkeit, als erster zu schießen. Und wenn es die ganze Klasse, die ganze Schule, oder die Stadt ist? Die mir übel will!? Die mir an den Hals will!!?

Es liegt auf der Hand, und die Hand auf dem Colt, daß es mit einem einfachen Sechsschüssigen in einem solchen Fall nicht getan ist. Wenn man als Einzelner Hunderten wahnsinniger Amokläufer ausgeliefert ist, bleibt einem nur das Sturmgewehr, und es bleiben einem nur Magazine mit mehr als 10 Schüssen. Will man etwa während des Magazinwechsels von einem Psychotiker übermannt und entwaffnet werden? Auch ein Waffenregister schafft hier keine Abhilfe: was nutzt es mir, daß die Idioten ihre Waffen legal erworben haben, daß sie nicht vorbestraft sind, und daß ihr Hintergrundcheck positiv war? Autismus ist schließlich nicht strafbar. Was ich brauche ist eine ruhige Hand, was ich brauche sind Nerven, ein gutes Aufputschmittel, Rückendeckung, freies Schußfeld, Übersicht über die Situation, das Überraschungsmoment und schnellen Erfolg. Ist erst eine ganze Stadt von Satan besessen, ist es meist auch die Polizei. Ich habe nur dann eine Chance, wenn ich soviele mitnehme, wie ich kriegen kann.

Daß gegen Amokläufer nur die Bewaffnung hilft, ist ja gottseidank auch unumstritten. Waffenverbote würden nur bewirken, daß die Kerls mit Mistgabeln auf mich losgehen, und ich mich ihrer im Nahkampf erwehren muß. Und die National Pitchfork Association lacht sich ins Fäustchen. Das heißt jedoch nicht, daß man nicht bei der Bewaffnung ansetzen sollte, wenn man zu einer nachhaltigen Problemlösung kommen will. Wenn Erstklässler sich effizient verteidigen können sollen, müssen die Waffen kleiner, leichter und einfacher werden. Einfacher zu bedienen. Für kleinere, schwächere Finger geeignet. Insgesamt handlicher. Das hätte auch den Vorteil, daß man sie besser transportieren kann. Auch wenn man nur Sommerkleidung trägt.

Ohne, daß gleich jeder sieht, daß man vorhat, sich gegen ihn zu verteidigen.

Ein Kommentar zu “Gefahr erkannt

  1. Quastel sagte am 21. Dezember 2012 um 15:15:

    Warnung (leider notwendig):

    Die Artikel über die Facebook-Abstinenz des Attentäters von Newtown (hier und hier und wo nicht sonst noch alles) sind besorgniserregend. Mich erregen sie jedenfalls.

    Ich möchte nicht, daß man mich aufgrund meiner Facebook-Abstinenz in irgendwelche Zusammenhänge einordnet, in die ich nicht gehöre! Ich würde mich, käme es dazu, mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln dagegen wehren.

    Ich wiederhole: mit ALLEN! Mir bliebe gar keine andere Wahl. Wenn der Mob mich in die Ecke drängte …

    “Ich hasse Mobs, Lynchjustiz – ich finde sie zum Kotzen.
    Egal, wie verworfen ein Mensch sein mag: Wenn ein
    Mob sich gegen ihn zusammenrottet, bin ich auf seiner Seite. Das
    Einzige, worum ich je zu Gott beten würde, ist, im Falle des Falles auf der richtigen Seite des Maschinengewehrs zu sitzen … ” (Dashiell Hammett)


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