Offener Brief

an das Echo des Tages, z. Hd. Herrn Oliver Kranz
c/o NWDR-Nachfolgeorganisation, Hamburg oder Köln, je nachdem, man weiß nie, wer gerade zuständig ist

Sehr geehrter Herr Kranz,

am 19. d. M. hielten Sie gegen Ende der Sendung ‘Echo des Tages’ im Radio eine Laudatio auf den am Tage zuvor verstorbenen Kabarettisten Peter Ensikat. Und im Zuge dieser Laudatio, oder dieses Nachrufes, purzelte dieser Satz – als dessen Urheber wir Sie vermuten, denn er kam aus Ihrem Mund – aus dem Autoradio: “Ensikat verstand sich Zeit seines Lebens als Sozialist, obwohl er mit vielem in der DDR nicht einverstanden war.” Hervorhebung von uns.

Auch wir, lieber Herr Kranz, sind mit vielem in der Bundesrepublik nicht einverstanden, obwohl wir uns Zeit unseres Lebens als Kapitalisten verstanden haben. Zum Beispiel mit dem falschen, unsinnigen oder irreführenden Gebrauch konzessiver Konjunktionen im Radio. Aber weil wir uns als Kapitalisten verstehen (und weil wir noch leben und uns wehren können) machen wir die Sache gut marktwirtschaftlich ab, indem wir die Benutzung falscher, unsinniger und irreführender Konjunktionen lizensieren.

Sie schulden uns für das ‘obwohl’ in Ihrem Satz 250,- Euro zzgl. 19% Mwst., zahlbar in frei konvertierbarer Währung, wozu der Euro zur Zeit noch gehört. Wir nehmen aber auch Altgold.

Auch mit Zähnen dran.

Mit freundlichem Gruß

VdK / VZ

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