Zugabe

Die schwarzwälder Hersteller von Qualitätsknarren, Heckler & Koch, haben sich nach reiflicher Überlegung erstmalig dazu entschlossen, zuzugeben, daß die 1a-Qualitätsknarren, die in Mexikanischen Ähemm-Provinzen aufgetaucht sind, und auf denen dick zu lesen ist: “Heckler und Koch, 1a-Qualitätsknarren, Heckler & Koch GmbH, Heckler & Koch-Str. 1, Oberndorf am Neckar. For more information or to find out how to volunteer go to double-u double-u double-u heckler minus koch dot com”, daß diese Knarren von Heckler & Koch stammen und nur, leider, leider in die falschen Hände geraten sind, nämlich in die Hände von Leuten, die sich mit Waffen auskennen, weil sie sie täglich brauchen, und die Qualität schon von ferne von Schrott unterscheiden können, und die sich ohne Zögern für die 1a-Qualitätsware von Heckler & Koch entschieden haben, und die bloß leider auf der – ähemm – Liste stehen.

Schuld daran – daß die Waffen in deren Hände geraten seien, nicht daran, daß die Leute auf der Ähemm-Liste stünden, dafür könnten die Leute nichts – seien zwei Mitarbeiter, die speziell zu diesem Zweck eingestellt worden seien, nämlich schuld zu sein, wenn es rauskommt. Nun sei es rausgekommen, und die beiden seien vertragsgemäß schuld. Das sei ganz normal, daran sei nichts komisch oder bemerkenswert. Dafür hätten sie jahrelang ihr Salär bezogen, und zwar kein kleines. Heckler & Koch selber aber habe damit überhaupt nichts zu tun.

Es sei nämlich nicht so, daß die industrielle Waffenproduktion verlange, daß man bla bla bla bla bla Nachfrage bla bla bla. Alles Quatsch. Das sei überhaupt nicht so. Bzw. das sei schon so. Aber das sei schließlich überall so. Das sei nicht halb so schlimm, wie es immer gemacht werde. Die Nachfrage künstlich hochhalten, was ein Quatsch! Die Nachfrage sei schon da. Nachfrage nach hochwertigen Knarren sei eine ganz natürliche Sache. Wenn man darauf achte, immer beide Seiten eines Konflikts mit den guten Heckler & Koch Qualitätsknarren auszurüsten und auf diese Weise der natürlichen Auslese Beistand zu leisten, dann sei doch alles geritzt. Man mische sich nicht nur nicht ein, sondern habe ein geradezu vitales Interesse an etwa gleichstarken Gegnern. Niemandem – außer den Gegnern – niemandem sei mit toten Gegnern gedient. Heckler & Koch jedenfalls nicht. Ein paar Gegner sollten immer überleben, damit sie, unterstützt von Heckler & Koch, zur Rache schreiten könnten. Tote – Tote füllten keine Auftragsbücher.

In der Hinsicht seien die – ähemm – Verhältnisse da in den Ähemm-Provinzen geradezu vorbildlich. Vorbildlich. Nur, daß man da eben – ähemm – nicht hinliefern dürfe und das deswegen auch nicht tue.

Und wenn man dann doch mal eine Weile friedenshalber auf Halde produzieren müsse, je nun, dann mache man eben einen Midseason-Sale, so wie Karstadt auch. Da rege sich schließlich auch niemand darüber auf, wenn mal zwanzigtausend im Midseason-Sale erwirtschaftete Euros an die FDP flössen.

Was denn?

Selbstverständlich ohne Erwartung einer Gegenleistung! Selbstverständlich! Das verstehe sich doch wohl! Alles andere wäre ja ungesetzlich!

Und wenn doch jemand eine Gegenleistung mit einer Parteispende verbinden sollte, obwohl das nicht statthaft wäre, dann könnte es sich eigentlich nur um Mitarbeiter handeln, die speziell zu dem Zweck eingestellt worden seien, schuld zu sein, wenn es rauskommt.

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