Kardinal will nicht

Kardinal Meisner, der Schrecken von Köln, hat es abgelehnt, “zuhause zu bleiben und Vater zu werden.” Ein entsprechender Vorschlag war zuvor von Germanistenfuzzi ergangen. “Und zwar bei sich zuhause, nicht bei mir zuhause!” (Germanistenfuzzi).

Meisner war zuvor in der Presse vernommen worden mit dem Vorschlag, Frauen sollten ermuntert werden, zuhause zu bleiben und drei bis vier Kinder zu kriegen. Wie er sich eine solche Ermunterung vorstellt, ging dem Vernehmen nach aus dem Vernommenen nicht hervor, ganz allgemein wird aber angenommen, daß die Finanzierung des Vorhabens durch die katholische Kirche ganz gehörig zur Munterkeit beitragen würde. Wenn die sowohl für die Kompensation des Verdienstausfalls der Frauen, wie für einen Zuschuß zum Lebensunterhalt der betroffenen Familien geradestünde, wegen deren erhöhten Bedarfs, wenn sie für Kleidung, Nahrung, Notdurft, Obdach und Bildung der Kindlein aufkäme, für Windeln, Laufställe, Spielzeug, größere Wohnungen, größere Familienautos, Urlaube, das erste iPhone, Reitstunden, Ballkleid, Abiturssause am Schwarzen Meer, Studium, Prekariat und schließlich, wenn die nachfolgenden Generationen die künstliche Rentnerblase nicht mehr stemmen könnten, für deren Altersversorgung und Begräbnis, wenn sie sich bereiterklärte, dem aus dem Rückzug der Frauen ins Private folgenden Mangel sowohl an Fach- als auch an Niedriglohnkräften zu wehren, indem sie den Unternehmen die höheren Löhne für männliche Angestellte subventionierte – ja, dann man zu! Genug Geld habe die Kirche schließlich.

Dem stimmte Germanistenfuzzi “im Großen und Ganzen” (Germanistenfuzzi) zu. “Aber,” so hatte er hinzugefügt, man solle “Bischöfe und Kardinäle, Erzbischöfe, Weihbischöfe, Äbte, Prälaten, Päpste, Propste, Probste, Pröbste, Kardinalsstaatssekretäre, Apostolische Räte, Nuntii, Priester, Pastoren, Kaplane, Kapaune, Vikare, Ordensgeneräle, Patriarchen, Metropoliten, Kapitulare, Konventualen, Schwarzröcke, Kuttenbrunzer, Pfaffen, Popen, Diakone, Monsignori, Eminenzen, Magnifizenzen, Protuberanzen, Domherren, Subsidiare, Hilfsprediger, Prioren und Fratres” allesamt ermuntern, zuhause zu bleiben. Um dort Vater zu werden. Zuhause allerdings. Dreifacher Vater, vierfacher Vater, wie’s beliebe. Aber zuhause. Fünffacher Vater, von ihm aus. Wichtig sei, daß sie zuhause blieben. Bei vier Kindern werde jede Hand gebraucht.

Der finanzielle Schaden, der der Gesellschaft dadurch entstehe, werde wohl vernachlässigbar sein, da “die Brüder” eh aus Kirchensteuermitteln finanziert würden. “Wat fott es, es fott.” (Germanistenfuzzi) Da könnten sie ebensogut zuhause bleiben. Besser, denn das koste dasselbe. Aber der gesellschaftliche Nutzen! Wenn sie nicht mehr öffentlich aufträten, sondern nur noch zuhause den Mittagstisch vergatterten! Den dürfe man nicht vernachlässigen.

Gleichwohl, Meisner will nicht. Er habe selbst drei Brüder gehabt und sei in einem katholischen Haus groß geworden. Brrr! Er wisse, was er seinen Kindern erspare.

Germanistenfuzzi zuckte daraufhin nur mit den Schultern.

“Mäht nix,” sagte er. “Wat wells de maache? Et es wie et es un et kütt wie et kütt.” Joot jejange hät et ävver och noch emmer.

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