Offener Brief

an die Deutsche Burschenschaft
immer dem Eise nach

Burschen heraus! Und aufgemerkt!

Ich höre, Ihr trefft Euch zur Zeit mal wieder irgendwo im Geschichtsträchtigen, da, wo es am deutschesten ist. Eisenach, ja? – Spricht eigentlich irgendwas gegen Landau? – Zu welsch für Euch? Zu nahe an Frankreich?

Dann bin ich, glaube ich, richtig bei Euch. Die NPD – Ihr werdet sie kennen – hat doch neulich die gute Idee gehabt, sich vorsorglich ans Bundesverfassungsgericht zu wenden, um feststellen zu lassen, daß sie, die NPD, nicht verfassungsfeindlich sei. Da muß man drauf kommen, als Verfassungsfeind, der großen Wert darauf legt, der Verfassung feind zu sein, sich gerade an die zu wenden, deren Aufgabe es ist, festzustellen, daß einer der Verfassung Feind ist, um festzustellen, daß er keiner sei. Das wäre ja, als wenn ich mich an Euch wenden wollte, die Ihr dafür da seid, festzustellen, daß einer Arier ist, um mir bescheinigen zu lassen, daß ich keiner bin.

Nanu? Genau das will ich ja!

Haut irgendwie nicht hin, die Analogie. Sei’s drum. Ich höre nämlich auch, daß ihr mal wieder für Euren Nachwuchs die Limbostange auf ‘Arier’ legen wollt. Wer da nicht drunter herpaßt, soll auch kein Bürschchen werden können. Das trifft sich gut. Ich habe nämlich gar nicht vor, Mitglied bei Euch zu werden. Jahwe soll schützen! Und wenn Nichtarier bei Euch nicht Mitglied werden können, dann, habe ich mir ausgerechnet, bin ich vor Euch am sichersten, wenn ich kein Arier bin.

Bitte, was müßte ich da denn an Nachweisen beibringen? Ich hätte da einen Sack voller Vorfahren, alles Niedersacksen. Pardon! -sachsen. Reicht das aus? Nicht?

Schade! Darf man fragen, warum? Man muß doch nur unsere Kaasdorper Quekern kören hören, um zu hören, daß das kein indogermanisches Idiom sein kann. Zwei, drei Westpfahlen vielleicht? Auch nicht? Die sind aber nicht von hier, die sind von – die sind zum Teil sogar linksrheinisch versippt! Ich mag’s gar nicht sagen, aber: ich habe einen Onkel, der ist, der kommt aus – der ist véritablement aus Leverkusen gebürtig. Das ist zwar streng genommen nicht linksrheinisch, klingt aber so. Leverkusen! Das ist doch nicht deutsch! Schon dieses Vau, ein Vau ist grundsätzlich schon mal undeutsch. Im Deutschen haben wir das F und das W, und das genügt. Mit V schreibt man Fremdworte: Villa, Verona, Verdi. Wagner schreibt man mit W. Und Führer, Folk und Faterland mit F. Wau wau wau wau wau wau.

Ja, was denn? – Ein angeheirateter Onkel, javolle. – Wie, ein angeheirateter Onkel gildet nicht? Was ist denn das für ein Scheiß? Wie soll man denn seinen Nichtariernachweis führen, wenn Ihr einem die angeheirateten Onkel nicht anerkennt? Und was soll das überhaupt? Meine Mutter ist schließlich auch angeheiratet – aus der Perspektive der Familie meines Vaters geurteilt, die sich auch genauso benommen hat. Die Reaktion der Vatersleute hätte nicht dünkelhafter und ekelhafter ausfallen können, wäre meine Mutter Tutsi gewesen, und mein Vater Hutu. Oder mein Vater Preuße und meine Mutter Hannoveranerin. Was sie ja auch war. Dabei wohnten sie nur drei Dörfer auseinander. Aber so ist das im Grenzland. Drei Dörfer zu weit nach links gewohnt, und man ist Preuße und inwendig eitel Protestant und Pflichterfüllung; und drei Dörfer weiter rechts, und man ist praktisch nichts als ein heidnisches Rübenschwein, verehrt Gottheiten mit schlechten Manieren und mangelhafter Maniküre und begräbt seine Toten auf dem Ahnenfeld. Den einzigen Kulturträger, der je das Land betreten hat, Quintilius Varus, hat man achtkantig wieder hinausgeworfen. Als Kulturträger muß man nämlich von den Römern besetzt gewesen sein, oder man ist keiner, sagt mein Onkel aus Leverkusen. Er verortet die Grenze zwischen den Kulturträgern und Deutschland etwas östlich des Rheins. Etwa an der östlichen Stadtgrenze von Leverkusen.

Ich finde, das geht zu weit. Das geht nicht weit genug. Im Dorf meiner Mutter, bzw. etwas oberhalb des Dorfes, in des Waldes Duster, sind so merkwürdige Erdwälle aufgeworfen, vielleicht einen Meter hoch, im Karree gezogen und mit Buchenlaub bedeckt. Von denen heißt es, daß es Spuren von Schanzarbeiten für ein Römerlager seien. Also bitte! Meine Mutter wäre demnach von Römern besetzt gewesen, und ich ein Kulturträger. Und als solcher ziehe ich die Grenze etwas weiter östlich, nicht am Ostrand von Käsdorf, aber östlich des Pfaffenackers. Sagen wir: an der Bundesstraße.

Jedenfalls westlich von Eisenach. Thüringen, pah! Was an Kultur aus dem Land kommt, gibt es am Bahnhof für zwei Euro im Brötchen mit Senf. Und den Senf muß man noch selber drauftun, aus großen ekelfarbenen Plasteflaschen, die man mit einer Hand nicht bedienen kann. Aber man hat nur eine Hand, denn in der anderen hält man das Brötchen. Wie soll das denn gehen? Herzland der Erde, geh mir doch weg! Rudolf Steiner! – Sagt bloß, den kennt Ihr!? – Ich sage bloß: ach, du ahnst es nicht!

Den Rauswurf des Qu. Varus hat übrigens wer besungen und den Burschen zu Kommerszwecken zur Verfügung gestellt? Viktor von Scheffel, ein deutscher Dichter, Ihr werdet ihn nicht kennen. Oder der eine oder andere erinnert sich vielleicht, wenn er wieder nüchtern ist, ihm schon mal im Kommersbuch begegnet zu sein (S. 675, 165. Aufl.). Vorne mit Trompetenschall, täterätätätä, und hinten mit Gen’ralfeldmarschall, schnäderängtäng, schnäderängtäng, schnäderängtäng. Terängtängtäng.

Schön, mein Onkel wird also nicht anerkannt. Was hätte ich noch an Vorfahren? – Ein paar von uns sind nach Amerika ausgewandert. Gilt das? Aus religiösen Gründen, nehme ich an. Sie gehörten einer Sekte an, in deren Siftungsdokument ein Jude eine prominente Rolle spielt. Das wäre doch schon mal was. Oder weil sie es satt hatten, immer nur Torf zu essen, kann auch sein. Sie haben sich dann in den Bayous von Louisiana niedergelassen, weil sie sich dort etwas heimisch fühlten, und haben sich mit Gott weiß wem gepaart. Naja, sie haben sich nicht direkt mit denen verheiratet, aber sie haben sie auf ihren Äckern schuften – ich will sagen, sie haben ihnen Arbeit gegeben. Arier waren das gewiß nicht. So wenig wie ich.

Das gilt auch nicht als Nachweis? Tja, Dann weiß ich langsam auch nicht mehr! – Ich fühle aber verdammt undeutsch, das will ich Euch sagen. Laßt Euch von dem Germanen in meinem Namen nicht täuschen. Von Arno Schmidt, einem deutschen Schriftsteller, ihr werdet ihn nicht kennen, stammt der Satz: “von ›Den Deutschen‹ sprach Er immer: wie=wenn Er Keiner wäre.” Das ‘Er’ darin steht für ‘Germanistenfuzzi’.

Dieses ganze Wagner-Gewürge zum Beispiel geht mir weitestgehend am Allerwertesten vorbei. Was ist mir Wagner? Ich weiß beinahe nicht einmal, wer das sein soll. Ich wußte auch nicht, daß er in Bayreuth ein eigenes Festspielhaus hat. Ich war auch noch nie in Bayreuth, bis auf einmal. Aber da wollte ich nicht zum Festspielhaus, sondern zu Jean Pauls Grab. (Großer deutscher Biertrinker – solltet Ihr eigentlich kennen.) Und ich bin auch nur zufällig am Festspielhaus vorbeigekommen, weil ich einen Parkplatz suchte, weil die Hunde mal raus mußten. Wenn man von der Autobahn zu Jean Pauls Grab will, kommt man anscheinend am Festspielhaus vorbei, von dem ich gar nicht wußte, daß es in Bayreuth ist. Aber weil wir einmal da waren, sind wir auch raus und um den Kasten drumherum gelaufen, und der Butz hat seinen Haufen vor den Eingang gemacht. Ich weiß nicht, ob das als Statement gedacht war. Ich glaube es nicht. Aber bei Butz weiß man nie. Wer sich einen weißen Königspudel in englischer Schur zulegt, und zwar nur deswegen, weil Schopenhauer so einen hatte – nicht nur, weil Schopenhauer so einen hatte, aber auch, weil Schopenhauer so einen hatte, bzw. mehrere von der Sorte, und sie alle Butz nannte – der andere Grund ist natürlich der Pudel aus dem Faust, aber Mephisto wollte ich den Butz nun nicht nennen. Und der dritte Grund ist der Pudel bei Wilhelm Busch, der sich selbst aus dem Hundefängerkäfig befreien konnte, Der Nero hieß, was auch nicht infrage kam -, der muß sich im klaren sein, was er tut. So einen Hund legt man sich nicht zu, ohne die Konsequenzen in den Kauf zu nehmen. So einen Hund legt man sich nur deshalb zu, weil man als verkopfter preußischer Protestantenprügel gegen den inneren Schweinehund, der einem alle Sinnlichkeit, alle Lust und was weniges man von Natur an Hedonismus mitgekriegt hat, weggenommen, im Kabuff eingesperrt und den Schlüssel weggeworfen hat, weil man gegen diesen Schweinehund ohnehin nicht ankomt. Und weil man gut daran tut, besagte Gegenstände outzusourcen, offshore zu betreiben, per Schamanismus auf ein Geschöpf seiner Wahl zu übertragen, wenn man sich an ihnen denn wenigstens noch als Zuschauer erfreuen will. Ein Geschöpf, das einen diesbezüglich vertritt, und das sich genug Natur, Ursprünglichkeit und Unschuld bewahrt hat, um nicht eher zu ruhen, als Alles im Revier entweder gefressen, geschwängert oder angepinkelt ward. Oder verhauen. Und das ist bei mir halt eben der Butz. Der ist mir lieb, und der macht seine Sache gut, und wenn er aus irgendeinem Grund seinen Haufen auf dem grünen Hügel machen möchte – sei’s drum! Da scheißt der Hund drauf. Hat Wagner es etwa besser verdient?

Seit ich ihn kenne, seit er mir zugelaufen, seit wir die Stube teilen, seitdem scheißt dieses Tier nun schon auf Deutschland, buchstäblich und in des Wortes wörtlichstem Sinne … Belieben? – Ach! – So? – Soso! – Ihr wollt die Stange jetzt also nicht mehr auf ‘deutsch’ legen, sondern auf ‘abendländisch-europäisch’. Ist das niedriger als ‘deutsch’ oder höher? Und muß man drunterher passen oder drüberspringen?

Wie dem sei, nicht deutsch sein reicht also nicht mehr hin. – Laßt sehen: europäisch? – Doch. In einer Zeit, in der Europa-Bashing Mainstream ist, bin ich gerne Europäer. Laßt uns möglichst viele nationale Kompetenzen an Europa abgeben! Hoch lebe die Europäische Kommission! Laßt uns alles normen, was noch nicht genormt ist, aber irgendwie genormt werden könnte, wenn man sich nur ein bißchen Mühe geben wollte und etwas Phantasie an den Tag legte. Weg mit den offenen Olivenölkännchen von Restauranttischen! Her mit den offenen Grenzen! Nieder mit den Schlagbäumen! Bzw. hoch mit den Schlagbäumen! Das Schengen-Abkommen, es lebe hoch, hoch, hoch! Nie wieder soll ein holländischer Grenzer das Recht haben, einen deutschen VW zu durchsuchen, nur weil der Fahrer besagten Käfers auf die Frage, ob man etwas zu verzollen habe, oder Rauschgit, Waffen oder gefährliche Gegenstände mit sich führe, naseweiserweise mit ‘Lockheed-Akten’ geantwortet hat. Die D-Mark war eine häßliche Währung, der Euro ist doppelt soviel wert, stabiler und viel schöner. Die Partei ‘Armut für Deutschland’ will uns doch nur zurückführen zu Glasperlen und Muscheln. Ich weiß es doch, ich hab sie doch zusammen im Schuhkarton: Glasperlen, Nordseemuscheln, einen trockenen Seestern mit 4 1/2 Armen und ein Bündel Banknoten im Nennwert von 36 Trillionen Reichsmark, das ich von meinem Onkel Dagobert geerbt habe.

So, ich hoffe, damit vor ausreichend viele verbretterte Köpfe gestoßen zu haben. Also, europäisch bin ich wie Hund. Aber abendländisch bin ich nicht. Woraus auch folgt, daß ich auch ‘nicht abendländisch-europäisch’ sein kann. Ich fühle morgenländisch. Ich würde meine Knäblein zirkumzisieren lassen, wenn ich deren welche hätte, und nicht eitel Neffen und Nichten, auf die ich indes gut aufpasse, nur keine Sorge. Abendland, was ist das schon? Von Louisiana aus gesehen, ist China Abendland. Von der Côte des Allemands aus gesehen ist Käsdorf Morgenland. Ich bin von einer Sekte erzogen worden, deren Heilige Schriften praktisch von vorne bis hinten morgenländischen Ursprungs sind. Ein Antrag auf Anerkennung als Morgenländer h.c., weil mir ein Onkel ein stark zerlesenes Exemplar von Durch Wüste und Harem hinterlassen hat, und ich HadschiHalefOmarBenHadschiAbulAbbasIbnHadschiDawuhdalGossarah in zwei Silben sagen kann, ist kurz vor der Bescheidung. Mein Onkel Dagobert konnte es in einer Silbe. Sein Vater, mein Opa, so hat er mir erzählt, konnte dasselbe mit ReischspräsidentGeneralfeldmarschallvonBeneckendorffundvonHindenburg. In zwei Silben. Nach dem Genuß von Alkohol in einer. Schnäderängtängterängtängtäng.

Aber ich sollte mich solcher Anekdötchen enthalten. Nachher glaubt doch noch einer, ich wäre doch irgendwie abendländischer Herkunft. Ich bin es nicht! Meine Herkunft liegt im Dunkeln. Das ist offiziell festgestellt. Als hierzulande die Völkischen das Sagen hatten und jedermann nachweisen mußte, daß seine Ahnenreihe frei von Eisbergs, Goldbergs und Rosenbergs war, da ist festgestellt worden, daß man über die Herkunft der Germanistenfuzzis nichts wußte. Also, über die Germanistenfuzzis schon. Das waren zwar keine Goldbergs, aber auch keine Arier, sondern Agrarier. Bloß ist die Linie irgendwann ausgetrocknet, und ein Fremder hat den Hof samt Namen übernommen. Ich bin gar kein Germanistenfuzzi. Ich bin der Nachfahr eines Unbekannten. Wer es war, weiß man nicht, und den Völkischen war es egal, weil sie völlig willkürlich die Nachweisgrenze bei der Generation X gezogen hatten. Davor mußte man nichts mehr nachweisen, so daß vor dem Stichtag praktisch jeder gemacht haben konnte, was er wollte.

Haben sie auch gemacht. Der Sohn meiner Schwester zum Beispiel ist über einige Ecken mit Fats Domino verwandt. Jedenfalls sagt der Vater das. Oder hat es gesagt. Oder soll es gesagt haben, denn fragen können wir ihn nicht, weil er nicht wiedergefunden werden kann. Das ist zwar streng genommen nicht vor dem Stichtag der Völkischen passiert, sondern an Mardi Gras, aber was soll’s? Die Völkischen haben das Sagen schließlich nicht mehr, und wenn ich mithelfen kann, daß das so bleibt, werde ich mithelfen, daß das so bleibt. Natürlich haben wir das Kind von Herzen in unserer Mitte willkommen geheißen. Er stammt schließlich nicht aus einem windigen Nachbardorf und ist angeheiratet, sondern ist unser eigen Fleisch und Blut. Also, das meiner Schwester. Aber das wird genetisch wohl keinen großen Unterschied machen, schließlich waren sie und ich mal zusammen in einem Uterus. Später haben wir uns zwar auseinandergelebt, aber davon wissen die Gene ja nichts. Bier gab’s und westpfähl’schen Schinken, Wild, soviel man konnte trink- Moment – ? – umgekehrt. Andersrum. Wild gab’s. Schließlich galt es, die Ankunft wildfremden Erbguts im germanistenfuzzischen Gentopf zu begrüßen. Und gegen Fats Domino hat in meinem Beisein noch nie einer etwas sagen dürfen, auch vorher nicht. Ich weiß, daß Arno Schmidt einmal – Ihr werdet Euch nicht erinnern – etwas gegen “Duke Ellington sein Gesicht” und in unmittelbarer Textumgebung etwas über “akustischen Abfall” gesagt hat. Und das war frech von ihm! Aber erstens ist Duke Ellington nicht Fats Domino, und zweitens, Arno Schmidt ist Arno Schmidt! Der darf das. – Sonst aber niemand!

Dann ist es ja gut. – Ich sag ja auch nicht, daß Ihr das gesagt habt. – Ich sag’s ja nur. – Und warum sage ich das alles? – Na, in der Hoffnung, endlich eine Eigenschaft präsentieren zu können, die mich zweifelsfrei als unarisch ausweist.

Wieder nicht? Na hört mal, ich bin schließlich des Kindes Patenonkel! Ich erfülle mein Christenpflicht an ihm, indem ich Red Sails in the Sunset und Jambalaya on the Bayou mit ihm singe. Und sonntags When the saints go marchin’ in. Oder Just a closer walk with thee. Und lauter Sachen, die nicht in Eurem Kommersbuch stehen. Und zwischendurch, nur für Spaß, Als die Römer frech geworden. Wegen des Schnäderängtäng. Und außerdem erfülle ich meine Christenpflicht, indem ich ihn lehre, daß vor Gott alle Menschen gleich, und die Weißen schlechte Bluessänger sind. Wie es in den Heiligen Schriften meiner Sekte steht. In die ich übrigens gleich wieder eingetreten bin, nachdem ich erfahren habe, daß die Ludendörffischen – das sind die Völkischen mit den Ahnenfeldern, Ihr werdet sie kennen – einen Kirchenaustrittsnachweis von ihren Mitgliedern verlangen. Das ist doch mal eine klare Ansage. Ich wünschte, bei Euch wäre es ähnlich einfach, die Mitgliedschaft zu umgehen. Dann hätte ich mir diesen Brief schenken können.

Aber bitte! Mein Punkt jedenfalls ist der: vielleicht stamme ich ja selbst, über einige Ecken, aus einem sündhaften Beilager im Stroh. Unweit des Melkschemels. Weiß man das denn? Weiß man denn, ob man nicht von einem Reisenden in Sachen Milchvieh abstammt? Bei Gott und wenn die Brunft schreit ist schließlich alles möglich!

Ich halte fest: Germanistenfuzzi ist ein angenommener Name. Wer sich dahinter verbirgt, wir wissen es nicht. Das ist zwar streng genommen kein Beweis unarischer Abstammung, aber das Gegenteil ist eben auch nicht bewiesen. Darf ich nunmehr bitten, meinen Antrag förmlich zu bescheiden? – Nein, darf ich nicht? – Ach, wißt Ihr was, da machd doch eiern Drägg alleene, um mit Friedrich August III. von Sachsen zu reden – keine Ahnung, ob Ihr den kennt oder nicht, es ist mir auch egal -: köchelt Ihr doch von mir aus in Eurem eigenen Bier!

Simserimsimsimsimsim
Germanistenfuzzi

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