Tod eines Ministerialbeamten

Ein botswanischer Elefantenbulle, der unsere ganze Sympathie hat, hat, wie erst heute bekannt wurde, bereits am 6. Dezember des vergangenen Jahres (Nikolaustag) einen Abteilungsleiter des thüringischen Umweltministeriums zu Tode getrampelt. Anschließend ist er mit der Tat bei seinen Kollegen renommieren gegangen und hat zu allem Überfluß vier Photos des feuchten Flecks, der von dem Ministerialbeamten noch übrig war, an seine Mail attached. Das ist nicht besonders waidmännisch von ihm, aber da es sich bloß um einen thüringischen Ministerialbeamten, einen Abteilungsleiter o.s.i.d.A. handelt, wollen wir mal fünfe gerade sein lassen. Einer der Kollegen des Elefanten jedoch, ein anderer Elefant, dem das Geprahle sauer aufstieß, oder der sauer war, weil nicht er den Abteilungsheini erwischt hatte, leitete die Mail wohl an die Presse weiter. Jedenfalls landete sie über Umwegen auch beim Käsdorfer Metropolitan (KM).

In Thüringen war das Fehlen des Beamten bis gestern nicht bemerkt worden, denn Thüringen hat genug Beamte, und einer mehr oder weniger fällt nicht groß auf und schon gar nicht ins Gewicht. Sehr wohl ins Gewicht aber fällt das Lebendgewicht des trampelnden Bullen – geschätzte drei Tonnen -, jedenfalls für den, der ihm unter die Sohlen kommt. Normalerweise ist so einer sofort tot, aber das war bei dem Beamten anscheinend nicht der Fall. Jedenfalls berichtet der Elefant, daß er mehr als zwanzig Tritte gebraucht hat, um den “Knilch” (O-Ton Elefant) samt seiner Elefantenbüchse ins botswanische Erdreich zu stampfen. Zwischendurch habe der bereits angematschte Beamte immer wieder zu fliehen versucht, aber der Elefant habe ihn jeweils mit dem Rüssel am Kragen genommen, ihn ein paarmal mit dem Brägen auf den botswanischen Boden getitscht, und habe anschließend frisch auf ihm herumgetrampelt. Normalerweise ist es üblich, daß ein verletzter Ministerialbeamter bei der Jagd mit einem gezielten und tödlichen Rüsselhieb von seinen Schmerzen befreit wird. Das gelang dem Elefanten aber wohl zunächst nicht, und als es ihm endlich gelang, war der Knilch bereits so tot, daß es nicht mehr viel brachte.

Kritik schlägt dem Elefanten nun hauptsächlich wegen der Dauer des Todeskampfes seiner Jagdbeute entgegen. Rein rechtlich hat er sich nichts zuschulden kommen lassen, denn die Jagd auf thüringische Ministerialbeamte als Urlaubssport ist erst zum 1. Januar 2014 verboten worden, leider Gottes. Im Dezember war sie noch legal. Immer wieder hatte es jedoch Kritik an den Jagden gegeben, denen bis zu dreißigtausend Beamte pro Jahr zum Opfer fielen. Seit 1980 summieren sie sich auf eine halbe Million.

Der Elefant räumt ein, daß der Todeskampf ungewöhnlich lange gedauert habe. Er führt das allerdings darauf zurück, daß er, wie man das bei anderen Leuten und eher scherzhaft vom Mundwerk zu sagen pflegt, in diesem Fall das Arschloch extra habe tottrampeln müssen.

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