Grinsepöter bekommt mehr Geld

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Thomas Oppermann, bekommt in Zukunft mehr Geld. Der Bundestag, dem Oppermann angehört – er ist dort Vorsitzender der SPD-Fraktion -, stimmte gestern dafür. Oppermann, der gerne grinst und nun auch allen Grund dazu hat, auch.

Ist das appetitlich? Nein, das ist unappetitlich. Es ist zwar nicht so, daß die Abstimmung auf der Kippe gestanden hätte, aber wenn auch nur ein paar Männeken mehr dagegen gestimmt haben würden – so 174, Stücker – dann wäre es Oppermanns Stimme gewesen, die den Ausschlag gegeben hätte. Wie weiland bei Adenauer, als der mit seiner eigenen Stimme verhinderte, daß ein Sozialdemokrat Kanzler wurde. Damals galt ein Sozialdemokrat noch als etwas, das man verhindern mußte. Damals galt ein Sozialdemokrat noch etwas.

Das ist vorbei. Heute gilt die Sozialdemokratie nur noch als etwas, das man vor langer Zeit hätte verhindern müssen. Dazu ist es jetzt zu spät. Die Sozialdemokratie heute ist etwas, das durch das Gesicht von Thomas Oppermann aufs adäquateste repräsentiert wird.

Ist das appetitlich? Nicht sehr. Das Gesicht von Thomas Oppermann ist sozusagen der begründete Anfangsverdacht gegen die SPD. Wenn man auf einer beschlagnahmten Festplatte Bilder von Thomas Oppermanns Gesicht finden würde, hätte man das Bedürfnis, sich die Hände zu waschen. Die kriminalistische Erfahrung lehrt, daß eine Festplatte, die sich so etwas gefallen läßt, auch noch ganz andere Dateien enthält. Die bedauernswerten Beamten, die solche Datenträger untersuchen und mit solchem Material konfrontiert werden, hätten es auf jeden Fall verdient, besser bezahlt zu werden.

Apropos Bezahlung: mehr als 10 Prozent mehr gibt es für Oppermann ab dem 1.1.2015, vorausgesetzt, daß Oppermann dann immer noch Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag ist, was wir ja wohl alle hoffen wollen. Und selbst, wenn wir es nicht hoffen wollten, würde uns das was nützen?

Nicht viel. Ungefähr soviel, als wenn wir seufzen würden: “Ach, ich hätte auch gern 10% mehr im Monat! Oder besser noch: 830 Euro mehr im Monat. Oder, am allerbesten: 9082 Euro im Monat!” Denn soviel kriegt Oppermann ab dem nächstem Jahr, soviel wie ein Bundesrichter. Wir sind aber keine Bundesrichter, darum nutzt uns unser Geseufze überhaupt gar nichts. Zwar ist Oppermann auch kein Bundesrichter, aber immerhin sowas ähnliches: Dienstvorgesetzter des Präsidenten des Bundeskriminalamtes. Jedenfalls nach eigenem Gutdünken. Sagt man Gutdünken? Oder muß es Dafürhalten heißen?

Jedenfalls geht Oppermann davon aus, daß er es ist. Er muß es wissen, er ist Volljurist. Er muß wissen, was einer darf und was nicht. Wir sind keine Volljuristen. Wir sind nicht einmal Juristen. Wir wissen nicht, ob es Gutdünken oder Selbstherrlichkeit heißen muß. Aber natürlich haben wir eine Meinung dazu, und die lautet: “Mmh mmh! Ist er nicht. Da vertut er sich.” Abgesehen davon sind wir der Meinung, daß ein Bundesrichter auf jeden Fall mehr Geld verdienen sollte als Thomas Oppermann, und zwar deswegen, weil es die Bundesrichter sind, die oft genug den gesetzgeberischen Saustall, den der Bundestag angerichtet hat, wieder ausmisten müssen. So wie ja auch der Entsorgungsbetrieb dafür bezahlt wird, daß er die Dunggrube leersaugt, die der Datschenbewohner vollgeschissen hat. Und nicht umgekehrt. Das wäre ja noch schöner, wenn die, die den Scheiß ausbaden müssen, die, die ihn machen, dafür bezahlen müßten!

Apropos: Oppermann ist mit sich selbst im reinen. Das sagte er zu einer dieser Fernsehfeen in jenem Apparat, der oben in der Südwestecke der Pilgrimhausschankstube hängt, und neben mir, in der Nordostecke der Pilgrimhausstammtischbank, brummte es aus Germanistenfuzzi:

“Das kann doch jeder Arsch für sich reklamieren. Jedenfalls wenn er ordentlich abgeputzt wurde.”

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