Qualitätsvorschläge zur Güte

Und wenn wir es so machen?

Es geht mir zwar von Herzen am Hosenboden vorbei, ob eine Maut eingeführt wird oder nicht, und wer bei dem Gezänk den Kopf behält und wer auf der Walstatt bleibt, das ist mir auch egal, aber irgendwann muß es ja auch mal gut sein, deswegen schnell vor dem Ende des Sommerlochs noch ein Vorschlag zur Güte:

Die Gegenfinanzierung durch die Senkung der KFZ-Steuer wird komplett gestrichen, damit ist Brüssel schon mal außen vor und kann sich mit der Hand übern Hintern fahren (Vignette nicht vergessen!). Die Maut wird allein von den Autofahrern aufgebracht, und zwar von allen, auch den Deutschen, aber nicht von allen zu gleichen Teilen. Sie wird gestaffelt, und kann von 100 Euro aufwärts jeden beliebigen Betrag – äh – betragen, den der Wagenhalter für angemessen hält. Der Betrag gilt zugleich als zulässige Höchstgeschwindigkeit für das Fahrzeug, und diese wird in Form einer Vignette auf die Windschutzscheibe gepappt. Die Knickstiebel können dann in Zukunft mit 100 über die Autobahn krauchen, und die anderen können mal zeigen, was sie haben, und was sie sich wert sind. Dabei muß es nicht unbedingt linear zugehen, man könnte sich auch denken, die Höchstgeschwindigkeit an den Steuersatz zu koppeln (Progression! Soziale Gerechtigkeit!). Will sagen, wer fünfhundert Euro berappt, kriegt 100% minus seinen Steuersatz wieder raus. Zahlt er 45% + Soli, dann darf er 263 km/h fahren. Zahlt einer 100 Euro und den Eingangssteuersatz, darf er immerhin 85 km/h fahren. Ein Steuersatz von 30% und eine Maut von 1000 Euro berechtigen zu einer Spitzengeschwindigkeit von 683,5 km/h, die man aber wohl nur selten erreichen wird. Vielleicht sollte man die Maut deckeln, auf – in Abhängigkeit vom Steuersatz – irgendwas zwischen 500 und 1000 Euro. Das reicht dann für rund 500 km/h; das sollte im Allgemeinen genügen. Obwohl man auf der anderen Seite auch niemanden daran hindern möchte, mehr zum Gemeinwohl beizutragen, wenn er das kann. – Eine 80 km/h Plakette gibt es kostenlos für jedes Fahrzeug.

Na, ist das ein Vorschlag? Ich könnte mir vorstellen, daß es einen Run auf die Mautstationen geben würde, insbesondere auch aus dem benachbarten Ausland, in welchem die Menschen bekanntlich mit Höchstgeschwindigkeiten von weit unter 200 km/h gedemütigt werden. Und wenn so ein Billigheimer in seiner Nuckelpinne mit 80er-Vignette auf zweispuriger Straße mit durchgezogener Mittellinie den Verkehr aufhält, den Typen mal kurz überholt, ausgebremst, aus seiner Sardinenbüchse gezogen und ordentlich was in den Nacken gehauen! Das wird ihn lehren, zu Lasten der Allgemeinheit knickrig zu sein.

Ich glaube, die Maßnahme könnte insgesamt zu mehr Gemeinsinn, insbesondere größerer Steuerehrlichkeit – na sagen wir Mautehrlichkeit – führen. Zumal die oberen Steuerklassen werden darauf verzichten, ihre Karren in Mautoasen zu verfrachten. Wo sollten sie denn hin wollen? Schweiz, 80/120? Luxemburg, 90/130? Zypern, 80/100? Malta, 80/120? Monaco, 50? Irland, 80/120? Holland, 80/130? Andorra, 90? Liechtenstein, 80/100?

Ist doch lächerlich!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


acht − = 1

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Navigation