Und wenn wir es so machen?

Offener Brief

an die Bundesregierung von Gottes Gnaden
z. Zt. irgendwo zwischen Klemme und Bredouille

Sehr geehrte Bundesregierung,

wir, der Souverän, bzw. Teilsouverän, oder Mitsouverän, wir jedenfalls, in unserer Eigenschaft als diejenigen, die Dir den Auftrag erteilen, unseren Nutzen zu mehren und Schaden von uns zu wenden und zu unserem Wohle zu handeln, zu machen und zu tun, auf Zeit, wohlgemerkt, und widerruflich, wir: der Käsdorfer Stammtisch am Donnerstag, heute außer der Reihe mal am Montag Mittag, wir sind in uns gegangen. Du dauerst uns. Der Anblick einer in der Klemme steckenden Dienerschaft ist ein Anblick des Jammers. Wir wünschen davon befreit zu sein. Je eher, desto besser.

Darum teilen wir Dir mit: Du mußt Dich nicht unbedingt mit den Amerikanern anlegen. Nicht unseretwegen. So wichtig ist uns das nicht, mit dem Einblick in die Selektorenliste. Was ist das überhaupt für ein ekelhaftes Wort!? Selektorenliste? Bah! – Zumal es ja ohnehin ein Einblicksbeauftragter von lediglich Gottes Deinen Gnaden wäre, und nicht von unseren Gnaden, wie es sich gehören würde. Darum: laß ab! Wir bestehen nicht darauf, zu wissen, wonach die NSA gesucht hat, was wird die schon groß gesucht haben? Was wird einer, der mit Marmelade am Kinn aus der Vorratskammer kommt, im Marmeladeneimer gesucht haben? Terroristen?

Oder daß es wenigstens unsere Stellvertreter in der Legislative zu wissen kriegten, oder, wenn das nicht geht, wenigstens der von denen eingesetzte Untersuchungsausschuß. Nicht nötig. Gar nicht nötig. Uns reicht es völlig aus, wenn die komplette Exekutive zurücktritt. Wegen Versagens, Unbotmäßigkeit, Größenwahns, den Souverän vor’s Schienbein Tretens und obendrein frech Werdens.

Also bitte! Du wärest von Stund an aus der Klemme. Und was die Amerikaner angeht: wir glauben nicht, daß sie dagegen etwas haben würden. Oder es auch nur merken.

Wir merken hier auch nichts mehr, und das schon seit ungefähr zwischen eben und vorhin. Aber wir sind noch bis irgendwann zwischen nachher und demnächst im Pilgrimhaus und nehmen jede Demission huldvoll entgegen. – Huldvollst. – Ah, welch scharmante Schimäre! Sei sie auch noch so schaumweingeboren, und folge der Kater ihr noch so stehender Pfote. Ein Komplettrücktritt der gesamten fiesen Bagasch! – Bumms! – Hoppla.

Louis, hier ist ein Malheur passiert. Der schale Schampus hat demissioniert und tropft allenhalben auf die Beinkleider! Wir wünschen davon befreit zu werden. Je eher, desto besser. Er bringe einen Feudel oder zwei. Zuvörderst aber eine frische Flasche.

Den Souverän dürstet es.

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