Nur eine Minderheit der Außerirdischen glaubt noch an Deutschland

Während die Zahl der Deutschen zunimmt, die an die Existenz von außerirdischen, intelligenten, aufgeschlossenen, empathiefähigen, kontaktstarken, kommunikationswilligen Wesen glauben, die die Bereitschaft mitbringen, aktiv zuzuhören und auf den Gesprächspartner einzugehen, Wesen, wie sie von irdischen Frauen geschätzt werden, weil diese mit denen gerne und stundenlang über die Defizite der irdischen Männer sprechen können, was sie zwar auch mit ihren Freundinnen tun könnten – aber das ist nicht dasselbe, weil bei der Freundin immer der Aspekt der Konkurrenz mit von der Partie ist -, Wesen allerdings, die es sich bislang nicht angelegen sein ließen, etwa mal vorbeizuschauen oder anzurufen, was man, wenn man sich das eben Gesagte gründlich durch den Kopf gehen läßt, ja auch gut verstehen kann, denn Frauen, die ihnen ein Ohr abkauen, indem sie über ihre Liebhaber ablästern, ihre Gesprächspartner dabei aber als in Sachen Liebhaben und was damit zusammenhängt auf der Skala potentieller Infragekommer unterhalb der Wahrnehmungsschwelle angesiedelt betrachten, als geschlechtliche Neutra, als Wesen vom anderen Stern, sozusagen, solche Frauen haben die Außerirdischen vermutlich auch zuhause, und anstatt sich einen fruchtlosen Abend mit einer Irdischen um die Ohren zu hauen, gehen sie lieber in ein außerirdisches Kino oder lesen ein gutes außerirdisches Buch – während also die Zahl der Deutschen, die an solche Außerirdischen glauben – Männer übrigens mehr als Frauen, interessanterweise: sollte da etwa der Aspekt der Konkurrenz mit von der Partie sein? – während der Glaube an die Außerirdischen unter Deutschen also zunimmt, nimmt die Zahl der Außerirdischen, die (noch) an Deutschland glauben, stark ab.

“Ich glaube nicht,” läßt sich einer, der nicht genannt sein will, vernehmen, “daß ich noch einmal ein Auto aus Deutschland kaufen werde. Ich hatte eigentlich gedacht, ich würde mir mal einen Diesel kaufen, trotz des höheren Anschaffungspreises. Mein Opa fuhr früher einen 200 D, jahrelang, weil der Diesel für Bauern ja weniger Steuern kostete, und außerdem nahm er Heizöl, das war noch billiger. Entsprechend stank der Wagen, und lahm war er außerdem. Deswegen wollte ich nie einen Diesel haben. Aber dann wurden die Motoren ja angeblich immer besser, nach allem, was man hört.”

“Aber nach allem, was man jetzt hört, werde ich jetzt ganz bestimmt keinen Diesel mehr kaufen.”

“Jedenfalls nicht aus Deutschland.”

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