Die Natur: ist sie nicht eine

Naturgemeinheit?

Jedenfalls könnte man auf die Idee kommen, wenn man sieht, wie gemein die Natur zu ihren Opfern, den Männern, sein kann, die doch nichts dafür können, da sie ja nur ihrer männlichen Natur gehorchen. Diesmal hat es einen Google-Techie geschrägt, der weiter nichts verbrochen hat, als auf seine Natur zu hören, und sich von ihr rechthaberische Kommentare über die Natur von Männlein und Weiblein in ein Blog hineindiktieren zu lassen. Die Natur, so der Techie, sei nun einmal so, und auf der anderen Seite sei sie so, and never the twain shall meet, bzw. Männer seien ihrer Natur nach eher disponiert, von Google auf die Straße gesetzt zu werden, weil die Natur es nun einmal nicht mitansehn könne, wenn ein Mann, der wisse, daß er recht habe, es nicht auch alle Welt wissen lasse, daß er recht habe, und wie!, und wenn er es die Welt dann wissen lasse, werfe Google ihn hinaus. Die Frauen hingegen kümmerten sich einen Scheiß darum, wer recht habe, und daß es die Männer seien, und gingen in der Zeit lieber Schuhe kaufen.

Wozu auch die aber nichts könnten, denn das sei halt denen ihre Natur. Nur sollte man sie dann nicht zu Google-Techies ausbilden wollen, denn Google-Techies …

Woraufhin Google ihn auf die Straße setzte, noch ehe er den Gedanken zuende geblogt hatte.

Wieder einmal fein raus sind die Frauen, die die Natur weniger rechthaberisch veranlagt hat, beziehungsweise geduldiger, gemütvoller, mehr auf Ausgleich, auf Leben und leben lassen bedacht. Wo zwei Männer nicht anders können, als im Gespräch wissenschaftlich herzuleiten und nachzuweisen, daß Frauen keine Seele haben, und im Dissensfall bereit sind, mobil zu machen, da begnügen sich zwei Frauen mit der rhetorischen Frage “Sünd Kerls ok Minsken?” Anschließend lassen sie das Thema ruhen und gehen Schuhe anprobieren.

In der Natur von Google wiederum liegt es, Techies hinauszuwerfen, wenn sie sich nicht männlich genug geben. Ein männlicher Techie schreibt lieber zehntausend Zeilen Code als eine Zeile Prosa, denn Code ist männlich, strukturiert und weltabgewandt wie wir Techies auch. Prosa hingegen ist oberflächlich, eitel, spreizt sich, ist auf Anerkennung aus und neigt dazu, andere Prosa schlecht zu machen. Muß ich mehr sagen? Dieser Techie aber, wieviele Zeilen Prosa schrieb er? Seitenweise, kaum noch in Zeilen auszudrücken. So etwas ist unnatürlich für einen Mann, und es wäre unnatürlich für Google, es ihm durchgehen zu lassen.

Tja, die Natur! Mal so, mal so, mal so! Man würde ihr nahelegen wollen, sich doch bitte mal zu entscheiden, wo es denn jetzt lang gehen soll, wüßte man nicht, daß das bei ihr überhaupt keinen Zweck hat: es entspricht einfach nicht ihrer Natur.

Wie schrieb schon Gottfried Benn: Natura – ein femininum, natürlich!

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