Sabinchen – Frauenzimmer, hold, tugendhaft

21. Januar 2010

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat sich für die Verlängerung von Verjährungsfristen stark gemacht, um die Verantwortlichen für die Finanz- und Wirtschaftskrise im Bankwesen zur Rechenschaft zu ziehen. «Wir werden dafür sorgen, dass hier genügend Zeit für juristische Aufarbeitung bleibt und die Verjährungsfristen verlängern», sagte die Ministerin der «Passauer Neuen Presse» (Donnerstagausgabe).

Gleich darauf fügte sie hinzu, daß eine Millionenspende der deutschen und europäischen Hotellerie an die FDP selbstverständlich legal gewesen sei. Ebenso legal wäre, sollte sie kommen, eine Millionenspende der deutschen und europäischen Banken an die FDP. Eine solche sei nicht in Sicht, aber wenn sie kommen sollte, womit niemand rechne, könne ja aber doch trotzdem sein, dann sei kein Zweifel daran, daß sie legal wäre.

Mittlerweile aber wolle man die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, sondern die Verantwortlichen im Bankwesen kräftig zur Verantwortung ziehen. Solle nämlich niemand glauben, daß die FDP käuflich wäre. Das sei ja absurd. Sie wisse gar nicht, wie die Leute immer auf solche Schnurren kämen. Auch mit einer Millionenspende seitens des Bankwesens zugunsten der FDP könne man der FDP nicht den Schneid abkaufen. Wie denn wohl? Das dürfe aber nicht darüberhinwegsehen machen, daß solch eine Millionenspende, wenn es sie denn gäbe, rechtens wäre. Das Bankwesen müsse vollkommen frei sein, wem auch immer Spenden in Millionenhöhe zukommen zu lassen, auch der FDP. Das sei vollkommen rechtens.

So wie auch die Spende des Hotelleriewesens rechtens und ohne Hintergedanken gewesen sei. Der Vorschlag, die Mehrwertsteuerbelastung für Hotelübernachtungen auf den Hundefuttersteuersatz zu senken, habe bereits im FDP-Wahlprogramm für 2005 gestanden. Da könne niemand Hintergedanken dabei gehabt haben, am allerwenigsten die Hotelleriemilliardäre. Es sei vollkommen rechtens, das FDP-Wahlprogramm zu lesen, und dann zu sagen: “Na, das nenn ich mir doch mal ein Wahlprogramm! Das würde man ja am liebsten mit einer Millionenspende unterstützen.”

Jedermann dürfe das. Übrigens auch deutsche und europäische Großbanken.

Ackermann Joe hat Sabinchen zu ihren Einlassungen gratuliert. Das nenne er doch mal eine Verteidigungsrede! Solch eine Manifestation von Bürgersinn würde man ja am liebsten irgendwie unterstützen. Ob es denn wohl irgendwas gäbe, was sie schon immer gern mal habe haben wollen? Vielleicht ein Wellnesswochenende in einem 4-Sterne-Hotel? Oder ein Brilliantkollier? Oder vielleicht einen dritten Namensbestandteil, mit noch mehr Silben als Leutheusser (3) und Schnarrenberger (4). Vielleicht mit fünf (5) Silben?

Sagen wir mal: ‘Zobelmäntelchen’? Nudge, nudge, wink, wink?

Kommentar


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