Organspenden

25. August 2010

Dem Mangel an qualifizierten Spenderorganen könne, so kann man hin und wieder lesen, am besten dadurch begegnet werden, daß man von einer Zustimmungslösung (schlecht!) zu einer Widerspruchslösung (gut!), oder mindestens zu einer Mirdochegallösung (mir doch egal, soll ich mich jetzt vielleicht auch darum noch kümmern?) käme.

Indes krankt die Widerspuchslösung daran, daß, sollte der Spender einer Organentnahme tatsächlich widersprechen, die Organentnahme nicht mehr möglich, bzw. zumindest – genau genommen – nicht mehr legal wäre. Die Ethik mal beiseite gelassen, die gehört nicht hierher.

Eine Zustimmungslösung, bei der die Organspender zu Lebzeiten bereits einer Organentnahme zustimmen müßten, wäre da effektiver, vorausgesetzt, man kriegte es hin, daß der Zwang, einer Organentnahme zuzustimmen, nicht als Zwang empfunden, sondern als Chance kreativer Gestaltung und Selbstverwirklichung begriffen würde.

Dem Ziel versucht eine Initiative nahe zu kommen, die vom Kandidaten für das Amt des Ortsbürgermeisters des Fleckens Käsdorf und geschätztem Autor dieses Blogs, Germanistenfuzzi, ins Leben gerufen wurde. “Wir nennen sie,” sagt Germanistenfuzzi, und meint die ihm vorschwebende Lösung, “die Variomatic-Lösung. Sie entnehmen dem schon, daß es sich um eine Automatik handelt, aber, eine variable, den Umständen, den Zuständen, den Verhältnissen, wie Sie wollen, angepaßte Automatik.”

“Sehn Sie mal, gesetzt den Fall, der Herr über Leben und Tod, wollte mich vor der Zeit zu sich rufen –

Schlechtes Beispiel. Ganz schlechtes Beispiel.

Sagen wir so: gesetzt den Fall, der Herr über Leben und Tod wollte Sie umgehend bei sich sehen, Sie hätten da aber noch zwei funktionierende Nieren, die Sie aber nicht mehr bräuchten, da im Jenseits salzarm gegessen wird – da würde man sich zwar immer noch, schon an der Unfallstelle, um Sie balgen, insbesondere um die beiden Nieren, von denen wir doch hoffen wollen, daß sie zum Zeitpunkt Ihres Ablebens noch pumperlgesund wären. Doch anders als bei der Widerspruchslösung, bei der man sich hüten würde, Ihre Taschen zu durchsuchen, weil man dort womöglich einen Widerspruch fände, würde man bei der Variomatic geflissentlich nachsehen, denn in Ihrem Ausweis stünde nicht, daß Sie Ihre Nieren nicht hergeben wollen, sondern wem Sie sie nicht geben wollen.”

“Oder wem Sie sie geben wollen. Da stünde dann beispielsweise: Meine Nieren soll jedermann kriegen können, mit Ausnahme von Norbert Bolz und Peter Sloterdijk.”

“Oder: Meine Nieren gibt es nur im bundle mit meinen Hämorrhoiden, oder: Sloterdijk kann meine Nieren kriegen, aber nur wenn Bolz die Hämorrhoiden nimmt. Oder: Wenn ich’s mir genau überlege, ist für Sloterdijk eine Niere genug. Die andere kann er auch haben, aber nur wenn er sich den Seitenscheitel weg machen läßt.”

“Oder: Gesetzt den Fall, daß man mich unter einer Dampfwalze hervorzieht, und meine Nieren für eine Transplantation zu flach geworden sind, so soll der Norbert Bolz sie bekommen, zu dem paßt das. Dem Peter Sloterdijk aber vermache ich meine beiden Goldhamster. Die sind etwa so groß wie Nieren und sehen im Gesicht aus wie er, nur haben sie leider keinen Seitenscheitel.

Bzw. gottseidank.”

 

Neues von Krawattenmann

21. August 2010

Wie’s schaut hat der Bundespräsident, Krawattenmann, einen 1a-Redenschreiber, der, wenn nicht alles täuscht, an irgendeinem religionspädagogischen Institut entweder “Verbumfeite Metaphern I” oder “Verbumfeite Metaphern II”, oder aber zumindest “Metaphern für evangelischen Landklerus” belegt hat. Oder anbietet.

Denn am Freitagabend sagte Krawattenmann vor Zeugen, und zwar um seinen Zuhörern was zu bieten, oder die Zeit totzuschlagen, oder weil er sich vor der Stille fürchtete, es sei “jetzt” die Zeit, da müsse man “Mauern in den Köpfen einreißen, Gräben zuschütten und Brücken bauen.“

Darauf muß man kommen. So muß einem die Sprache erst einmal zu Gebote stehen. Und dann muß man die drei Sprachbilder, die sich ja, sich selbst überlassen, mehr oder weniger aus dem Wege gehen würden – denn entweder baut man Brücken, dann kann man die Gräben unzugeschüttet lassen, oder man reißt Mauern ein, nimmt den Schutt und schüttet ihn in die Gräben, aber dann kann man sich die Brücke schenken – diese drei muß man ja auch erst mal in eine Reihe bringen.

Aber Krawattenmann hat es das Doppeltgemoppelte wohl angetan, Hosenträger und Gürtel, Fliege und Schlips, Brücken und, besser ist besser, zugeschüttete Gräben.

Als nächstes müssen dann noch die Zäune in den Herzen niedergetrampelt und die Gartentürchen ausgehängt werden. Und neben dem Törchen zimmern wir, besser ist besser, einen Überstieg.

Ganz zum Schluß reißen wir das Schild “Privat. Betreten verboten.” aus der Erde und schmeißen es in den See.

 
5 Kommentare zu “Neues von Krawattenmann”
  • Friederich schreibt:

    Also erstens mal: Wenn da schon im Einleitungstext des citierten Artikels etwas von »Sülze aus Berlin« steht und man dann trotzdem weiterliest, darf man sich hinterher aber auch nicht beschweren, wenn einem von Bundespräsidenten dann tatsächlich Sülze serviert wird. Dann hat man das eben so gewollt. Und zweitens: So ein Präsident muß nicht irgendwie präsidieren, sondern präsidial. Er muß das Große und Ganze im Blick haben, ganz Deutschland also, oder allerwenigstens die Bundesrepublik. Also: Ein Mäuerchen hier einreißen, einen Graben ganz woanders zuschütten und dann vielleicht noch in Dresden die Feld- Wald- und Wiesenschlößchenbrücke bauen. Oder endlich mal die Merseburger Brücke, die der Goldschmied mit seiner jüngsten Tochter zerbrochen hat. So präsidiert man nämlich und da dürfte es germanistischerseits eigentlich nichts zu mäkeln geben.
    Im nächsten Absatz wäre die Sülzdichte, derer man sich hätte annehmen können, mit dem Aufeinandertreffen von »Welt«, »Segen« und »Zufall« übrigens viel größer gewesen.

  • Germanistenfuzzi schreibt:

    Mag sein.
    Aber: ist Sülze nicht vergleichsweise nahrhaft? Verglichen mit leergedroschenem Stroh? Ohne daß ich die Bedeutung von Ballaststoffen für das Gelingen des Verdauungsvorganges kleinreden wollte.
    Was immer Sie unter Sülzdichte genau verstehen – das Verhältnis von Sülze zu Bratkartoffeln und Remouladensoße auf dem Teller, oder die Konzentration von Restfleisch im Knochensud? – ich bin nicht der Meinung, daß man sich ihrer annehmen müßte. Der Sülzabsatz ist doch vergleichsweise originell, denn so häufig laufen einem Politiker, die noch Reste von “Segen” zwischen den Zähnen haben, schließlich nicht über den Weg. Landklerus vielleicht, aber der hätte keinen “Zufall” im Bart.
    Ich weiß nicht, ob Großganzland, wie von Ihnen hübsch umrissen, in dieser Form überhaupt Platz in einem Präsidentenköpfchen fände, oder ob es dort nicht mit Bellevueschen Mauern, Schloßgräben und Zugbrücke schon voll genug ist; ich weiß auch nicht, ob Germanisten an dieser oder jener Präsidentenrede was zu mäkeln haben würden. Vermutlich, aber was geht uns das an?
    Wir Bauingenieure jedenfalls, ob Hoch- ob Tief-, stehen den Vorschlägen unseres Präsidenten fest zur Seite und lassen’s uns nicht nehmen, Lob zu streuen, wo Lob am Platz ist.

  • Friederich schreibt:

    Ich will ehrlich sein: Ich esse gar keine Sülze. Nie. Sie ist mir zutiefst suspekt, trotz ihrer scheinbaren Transparenz. Das mag daher rühren, daß meine erste Sülze sozialistische Schulspeisungssülze war. Frühkindliches Trauma, sozusagen. Entschuldigt alles. Sogar subjektlose Sätze. Prädikatlose gar. Ich kann mir deshalb auch keine fundierten Stellungnahmen zum Nährwert der Sülze erlauben, nur so theoretische, vom Elfenbeinturm des Sülzophobikers herunter.
    Mir war nur eben aufgefallen, daß man dem Metaphernhäufchen seine präsidiale Würde zurückgeben könne, indem man es regional aufteilt: Auf daß auch das ganze Deutschland etwas von Mauern, Gräben und Brücken und deren Nicht- bzw. Vorhandensein habe.
    Was den heurigen Landklerus angeht, so habe ich diesen freilich im Verdacht, doch mehr über Zufall als über Segen nachzudenken, während Politiker sich zufällig zunehmend mit Segen zu schmücken versuchen – verbal jedenfalls.

  • Germanistenfuzzi schreibt:

    Es kann aber doch, halten zu Gnaden, nicht unsere Aufgabe sein, dem Präsidenten die präsidiale Würde hinterherzutragen. Der kleine Dötz, der mit dem nackten Finger auf den Kaiser zeigte, trug diesem ja auch nicht den Hermelinkragen hinterher, sondern machte ihn – freundlicherweise – auf einen Defekt in seiner Garderobe aufmerksam.
    Das ist auch unser Theil.
    Denn ob wir gleich wollten – wir kämen ja schon nicht an der Security vorbei. Und dann: wo kann er die Würde nicht überall liegengelassen haben! Ich für mein Teil bin nicht bereit, auch nicht für Geld, nach Mallorca zu fliegen.

  • Friederich schreibt:

    So gesehen … dafür habe ich volles Verständnis. Vollstes. Na, sagen wir mal [ein stückweit zurückrudernd]: Volleres Verständnis zumindest. Mallorca ist schlimmer als Autobahn, und die geht ja bekanntlich schon gar nicht. Außerdem: Wer »Theil« schreibt (zumindest theilweise), hat ganz bestimmt kein solches an Mallorca.

  • Unternehmer unternehmen mal was

    20. August 2010
    von Gero

    “Das gab es lange nicht”

    schreibt Spiegel Online auf Spiegel Online, und meint damit einen Tagesbefehl, den “Dutzende Wirtschaftsführer” – darunter die Strombosse und prominente Kiez-Größen wie Ackermann Joe – in einem “offenen Brief” der Regierung – darunter Angela Merkel – ab morgen in ganzseitigen Anzeigen zustellen lassen wollen.

    “Energiepolitischer Appell” steht über der Anzeige, nicht “Tagesbefehl” – und tatsächlich ist es mehr als ein einfacher Tagesbefehl, was Deutschlands Bürger in den kommenden Tagen in der Presse finden werden. Es ist der Versuch, öffentlich den Eindruck zurechtzurücken, Deutschland würde nicht von der Regierung, sondern vom Syndikat regiert. Es ist der Versuch, der Öffentlichkeit weiszumachen, die Regierung empfange keine Weisungen, sondern nehme – huldvoll – Appelle entgegen, und getragen wird dieser Versuch nicht nur Managern und Unternehmern, die es eigentlich besser wissen müßten, sondern auch von ehemaligen Politikern, die es eigentlich besser wissen müßten.
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    Update: Rente mit 67

    18. August 2010
    von Gero

    In der SPD wird heftig um das Projekt 20,29 gerungen: jenen Versuch, die Wählerschaft der SPD bis zum Jahr 2029 schrittweise zu halbieren (20,29%, gemessen am Wahlergebnis von 1998), was dem Kanzlerkandidaten Frank Walter Steinmeier mit einem beeindruckenden Absturz von 34,2% auf 23% beinahe schon im Jahr 2009 gelungen wäre. Die Genossen, die ihre Partei gerne noch ein bißchen behalten würden, wollen den Beschluß am liebsten rückgängig machen. Nun meldet sich der Ex-Parteichef und Ex-Kanzler Gerhard Schröder zu Wort – und warnt vor einer Rolle rückwärts.

    Berlin – Er habe es sich abgewöhnt, Tagespolitik zu kommentieren, sagte der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder dem Käsdorfer Metropolitan (KM). Und tut es dann doch. Im Interview mit dem Blatt warnt er seine Partei, die SPD, vor einer Abkehr vom Projekt 20,29.

    Das Projekt 20,29 wurde von der Großen Koalition unter Mitwirkung von Schröders Weggefährten Franz Müntefering beschlossen. Schröder aber, so Schröder, habe es ja mit vorbereitet. Und angeordnet. Und abgesegnet. “Und wenn ich gedacht hätte, daß ich falsch liege, hätte ich es nicht gemacht”, sagte er dem KM, um einschränkend hinzuzufügen, zur Diskussion des Projektes könne er sich allerdings “eigentlich nicht melden, weil ich natürlich ungeheuer privilegiert arbeite”.
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    Salomonisches Urteil

    14. August 2010

    Justizrat Salomo, Vorsitzender der 10. Kammer des Verwaltungsgerichtes Hannover, hat entschieden, daß das Kind der unrechten Mutter zu übergeben sei.

    Zur Begründung führte Salomo an, daß für zwei Mütter nicht genug Kind da sei. Die unrechte Mutter aber habe ihre Ansprüche zuerst angemeldet, daher gelte für sie das Erstanmelderprinzip. Entscheidend allerdings sei, daß die rechte Mutter keineswegs die bessere Mutter sein müsse. Das Gewaltpotential leiblicher Mütter sei deutlich größer als das von Müttern, deren tragisch unerfüllt gebliebener, aber gleichwohl redlicher Wunsch nach einem Kind sie sogar zu Lüge und Unwahrhaftigkeit greifen lasse – eine solche werde mit der solcherart ergaunerten Beute sicher sehr viel liebevoller umgehen als jene, der das Kind ohne eigenes Zutun aus dem Schoß gefallen sei.

    In dem Fall ging es um ein Kind, auf das beide Mütter, die rechte und die unrechte, Anspruch erhoben. Salomo hatte einen Vergleich angeregt, nach welchem das Kind mit dem Schwert hätte geteilt und an beide Mütter verteilt werden sollen. Um der Unversehrtheit des Kindes willen hatte die rechte Mutter da auf ihren Anspruch verzichtet, woraufhin Salomo das Kind der unrechten Mutter zusprach.

    Dann entschied Salomo noch schnell, daß er zu Mittag Leberkäse mit glasierten Kartoffeln essen und auf die Gemüsepfanne verzichten wolle. Zur Begründung führte er an, daß für zwei Gerichte nicht genug Platz in seinem Magen sei, der Leberkäse sich aber zuerst bei ihm gemeldet habe; demnach gelte für ihn das Erstanmelderprinzip. Entscheidend aber sei, daß das Langeweilepotential bei Gemüsepfannen deutlich höher sei als bei Leberkäse, selbst dann, wenn der Leberkäse ungebräunt und nur lauwarm sei. Obwohl – ungebräunter Leberkäse: das sei schon heftig. Und ungebräunter Leberkäse aus der Verwaltungsgerichtskantine sei doppelt heftig.

    In der dritten Vormittagssitzung ging es um die geplante Demonstration von Neonazis gegen die deutsche Geschichte im Kurstädtchen Bad Nenndorf und eine geplante Gegendemonstration des DGB. Salomo entschied rasch, daß für zwei Demonstrationen nicht genug Bad Nenndorf vorhanden sei, die Nazis aber als erste “Hier!” geschrien hätten, weswegen für sie das Erstanmelderprinzip gelte. Entscheidend allerdings sei, daß ihn der DGB in seiner Blässe an faden, ungebräunten Leberkäse aus der Verwaltungsgerichtskantine erinnere, ein Vorwurf, den er den Nazis nicht machen könne. Die Nazidemonstration werde daher genehmigt, die DGB-Demo nicht.

    Jetzt wolle er essen gehen, im Namen des Volkes. Mahlzeit!

     

    Vorposten bei Wietze: Hähnchen erringen wichtigen Etappensieg im Krieg gegen Niedersachsen

    12. August 2010

    Sommeroffensive 2010 im Süden der Ostfront: Eines der Ziele ist Wietze bei Celle. Von hier aus wollen die Hähnchen den Nachschub von Hannover in den Norden des Landes abschneiden, und damit den Großraum Lüneburger Heide de facto kontrollieren.

    Die 62., 63. und 64. Armee der Hähnchen hat Wietze genommen. Im Morgengrauen des gestrigen Tages wurde der letzte Widerstand der Zivilbevölkerung gebrochen, und der Bauplatz für das geplante Hauptquartier der Heeresleitung Ost geräumt. Wietze gilt als wichtige Station auf dem Weg zur völligen Unterwerfung des Ostens des Landes Niedersachsen.

    Vor Jahren hatte das Oberkommando der Hähnchen die Parole vom “Volk ohne Raum” ausgeben lassen, als nämlich der Westen des Landes, jenseits der Linie Cloppenburg – Vechta – Diepholz, vollgeschissen war und die Tiere dort, außer ihrer eigenen Kacke, nichts mehr zu kratzen fanden. Seitdem wird in der Population systematisch Stimmung für sogenannten ‘Lebensraum im Osten’ gemacht, und damit der Boden für den Eroberungsfeldzug, dessen Zeugen wir werden, bereitet.
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    Noch ein paar Rentenvorschläge, wo wir einmal dabei sind

    12. August 2010
    von Gero

    Feuerwehren schlagen Alarm

    Die freiwilligen Feuerwehren leiden, wie wir alle, unter dem demographischen Faktor. Spätestens im Jahr 2029, so der Sprecher der Käsdorfer Jugendfeuerwehren, Heinrich (57), werde er – “Moment, was ham wir jetzt: 2010? minus 2029, das geht schlecht, sagen wir 2009, das rechnet sich besser” – 20 Jahre älter sein als heute. Perspektivisch müsse man damit rechnen, daß in Zukunft die Feuerwehrleute über das 65. Lebensjahr hinaus tätig sein müßten, und zwar mindestens bis 70, oder noch besser – “wie alt bin ich dann? 77?” – bis 77.

    Wer mit 77 das C-Rohr nicht mehr halten könne, bediene dann eben die Gulaschkanone oder mache das Unkraut auf dem Vorplatz weg. Genug zu tun gebe es immer. Verantwortliche Politik aber müsse den Menschen reines Bier einschenken und ihnen sagen, es gebe nur die beiden Alternativen: längere Lebenslöschzeit, oder die Menschen nähmen mit weniger Bränden vorlieb. Eins von beiden.
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    Streubomben

    12. August 2010

    Käsdorf – Der Streubombenwerfer, der am Hamburger Flughafen anstelle des geplanten Nacktscanners installiert worden ist (die Presse berichtete), soll nach dem Willen der Bundesregierung einstweilen dort stehen bleiben. Wer wisse, wozu es einmal gut sei.

    Vorwürfe der Opposition, die Bundesregierung mache sich unglaubwürdig, wenn sie mit der linken Hand Streubombenächtungen unterschreibe und mit der rechten Hand einmal montierte Streubombenwerfer mir nichts dir nichts stehen lasse, bügelte die Bundesregierung ab: sie mache sich nicht unglaubwürdig. Es handele sich bei dem Streubombenwerfer in Hamburg nicht um einen Streubombenwerfer, sondern um einen geächteten Streubombenwerfer, der mit geächteten Streubomben werfe. Außerdem werfe er ja gar nicht. Er könne aber werfen. Deswegen behalte man ihn auch. Was sei denn daran unglaubwürdig?

    Der Streubombenwerfer war von der US-amerikanischen Firma L3 Communications Security and Detection Systems hergestellt, geliefert und montiert worden, einer Firma, die sowohl Körperscanner als auch auch Streubomben herstellt, liefert, montiert und verwechselt. Für welchen Kriegsschauplatz der jetzt in Hamburg installierte Streubombenwerfer ursprünglich gedacht war, war bei Redaktionsschluß nicht ganz klar. Auch nicht, wo denn statt dessen die beiden für Hamburg bestellten Nacktkörperscanner abgeworfen worden sind, und was sie dort für einen Schaden angerichtet haben.

    Die Herstellerfirma hielt sich diesbezüglich bedeckt und erklärte auf Nachfrage, man wolle sich diesbezüglich bedeckt halten.

     

    Rente mit 67

    10. August 2010
    von Gero

    Nach den Worten des Brockens aus Brakelsiek, sind er, der Brocken, und der Kloß aus Goslar mit ihrer Sicht auf die Welt gar nicht so weit auseinander, wie die Presse es auf ihr Geheiß im Nachrichtenteil behauptet, um es im Kommentar umständlich zu widerlegen.

    “Die Behauptung, es gebe einen Dissens in der SPD, und die Behauptung, das, was aus der SPD komme, sei doch alles eine Soße, sind nur die zwei Seiten ein und derselben Medaille,” sagte Frank Walter Steinmeier, denn um niemand anderen handelte es sich, ins Mikrofon des Käsdorfer Metropolitans (KM). Der, verdattert, denn seiner Erinnerung nach war Steinmeier im Herbst in den Kollergang der Bundestagswahl geraten und nicht wieder daraus hervorgekommen, vergaß komplett, das Mikro abzuschalten und Fersengeld zu geben.

    Sie hätten, sprach der Schieder-Schwalenberger Besenschrank, die Situation gnadenlos ausnutzend, weiter, sie hätten sich die Arbeit geteilt: Sigmar Gabriel, der Kloß, gehe rum und erzähle überall, er, der Kloß, und des Kloßes Partei, die auch die des Brockens sei, kehrten sich einen feuchten Kehricht um das Schicksal derer, die im Alter, da arbeitslos, keine Rentenansprüche mehr anhäufen könnten, wohingegen er, der Besenschrank, sich eher an die Wirtschaft wende und dort den Eindruck zu vermitteln suche, er kriege vor lauter Verantwortung für deren Wohl und Wehe die Hose nicht mehr zu.
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    Nach Rücktrittserie: Philipp Mißfelder (demnächst 31) ist ältester aktiver CDU-Politiker

    6. August 2010

    Der personelle Aderlaß bei der Christlich Demokratischen Partei droht dramatische Formen anzunehmen. Nach dem Rücktritt von Eckart von Klaeden (44) vom Amt des Schatzmeisters, sowie der Petrifizierung von Heiner Geißler (101), ist Philipp “Krücke” Mißfelder nunmehr der älteste noch lebende aktive CDU-Politiker (männlich).

    Künstliches Hüftgelenk ehrenhalber abgelehnt

    Der Arbeitskreis “Stricklieseln in der CDU” hatte ursprünglich vor, ihm zum Geburtstag ein künstliches Hüftgelenk zu spendieren, aber Mißfelder soll das abgelehnt haben, und zwar mit den Worten, früher seien die Menschen auch an Krücken gelaufen. Früher hätten wir auch noch ‘nen Kaiser gehabt, wird die (brummige) Vorsitzende der Stricklieseln, Nadine Müller (21), zitiert, aber was solle es, einem Mann in seinem Alter widerspreche man besser nicht, man wolle schließlich nicht, daß er sich aufrege und dabei womöglich noch den Spucknapf umstoße. Bekommt Mißfelder also zum Geburtstag viele selbstgehäkelte Pulswärmer in allen möglichen Modefarben.
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