Wie wollen Sie sterben?

fragt die ZEIT, als sei’s eine Frage des Willens, und befragt dazu Profis (Göring-Eckhardt), zufällig Anwesende (H. Schmidt) und Leute, die es nicht gewohnt sind, zu irgendeiner Frage mal nichts zu sagen (Käßmann).

Auffällig ist, daß niemand sterben möchte ohne Zeit gehabt zu haben, sich von den Nächsten zu verabschieden, ohne seine Angelegenheiten geregelt zu haben, unter unerträglichen Schmerzen, mit Blick auf eine trostlose Krankenhausdecke, unfähig sich zu artikulieren, verkabelt und verplugged, durch Schläuche ernährt, von seelenlosen Ärzten künstlich am Leben erhalten bis die Kasse nicht mehr zahlt, ohne Beistand, zu Lebzeiten bereits vergessen, ein Madensack im Hightechambiente.

Auch bittet niemand darum, daß man sich über seine Patientenverfügung möglichst wurschtig hinwegsetzen möge.

Das erstaunt. Das hätte man so nicht erwartet.

Trotzdem, das alles bleibt Spekulation. Wer’s wissen muß und wen die ZEIT aber nicht fragt, sind die Toten.

Wir holen’s nach:

Louis XVI?

„Schnell.“

Wokadeh?

„Langsam und unter Qualen.“
Bruce Willis?

„Hard.“

Göthe?

„Nicht.“

Wie bitte?

„Nicht.“

Licht?

„Nicht. Nicht Licht. Ich will nicht sterben.“

Ach so. Sonst noch was?

„Nein. Mehr nicht.“

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